Frage von AAA666,

Die Erde dreht sich mit einer Geschwindigkeit von 1670Km/h, wie ist es möglich, dass wir davon -

nichts mitbekommen?

Hilfreichste Antwort von Mannimanaste,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Der Vergleich mit dem Zug oder Auto, der hier schon mehrfach genannt wurde ist schon richtig, allerdings fehlt noch der wichtige Hinweis, dass sich die Luft, die zusammen mit uns im Zug oder Auto ist, gemeinsam mit dem Auto/Zug und uns bewegt, weshalb wir im Zug/Auto keinen Fahrtwind spüren (an dem man auch spüren könnte, dass man sich bewegt), wenn die Fenster geschlossen sind.

Die Luft auf der Erde, also die Atmosphäre, dreht sich zusammen mit der Erde und uns mit. Weiter oben nicht mehr ganz genau so schnell, wie ganz unten am Boden, aber das hat hauptsächlich Auswirkungen auf das Wettergeschehen und das Drehen der Windrichtung mit zunehmender Höhe.

Weil sich die Atmosphäre also mit der Erdoberfläche und uns zusammen bewegt, spüren wir auch keinen Fahrtwind von der Erdrotation.

Aber Du schreibst in Deiner Frage dass wir von der Erdrotation "nichts mitbekommen" würden, und das ist nicht richtig. Wir spüren zwar die Bewegung nicht körperlich, also so, wie wenn wir im Zug herum laufen, der mit gleicher Geschwindigkeit gerade aus fährt, aber wenn wir im Zug aus dem Fenster sehen, bekommen wir ja doch etwas davon mit, dass der Zug mit einer bestimmten Geschwindigkeit fährt, weil wir draussen die Landschaft vorbei ziehen sehen.

Das gleiche ist bei der Erdrotation der Fall. Auch hier bekommen wir visuell was davon mit, wenn wir 'aus dem Fenster' sehen. Das Fenster ist in dem Fall der Himmel, und wenn der nicht bewölkt ist, dann ist auch der Vorhang offen. ;) Und dort sehen wir wegen der Erdrotation die umgebende 'Landschaft' genauso vorbei ziehen, wie beim Blick aus dem Fenster eines fahrenden Zuges. Nur ist die 'Landschaft', die die Erde umgibt eben das Weltall mit seinen Sternen. Tagsüber sehen wir durch die Erdrotation nur einen Stern vorbei ziehen, weil er die anderen alle überstrahlt: die Sonne. Nachts sehen wir aber die anderen Sterne zusammen vorbei ziehen, also über den Himmel wandern. Das ist es, was wir von der Erdrotation direkt mitbekommen, und das ist ja nicht wenig.

Viele Grüße, Martin

Kommentar von Rowal,

Das ist insofern nicht ganz richtig, denn nach Aristoles "de caelo" und Ptolemäus "Almagest" (Megiste Syntaxis) rotiert der Fixsternhimmel und die Sonne um die Erde. Legt man also das Weltbild von Aristeles oder Ptolemäus (die sich allerdings um vieles unterscheiden) zugrunde, so ist dies kein Beweis für die Erdrotation. Doch z.B. das Faucaultsche Pendel ist ein solcher Beweis.

Kommentar von Mannimanaste,

In der Fragestellung ging es aber nicht um einen Beweis, dass die Erde sich tatsächlich dreht, sondern darum, was wir von dieser in der Frage schon vorausgesetzten Tatsache "mitbekommen" (also wahrnehmen können).

Für das, was man da optisch davon mitbekommt, nämlich die (vermeintliche) Rotation des Sternenhimmels, ist es gar nicht entscheidend, ob sich das eine oder andere dreht. Das ist letztlich eine Frage des Bezugssystems:

Jeder würde doch bestätigen, dass ein (fahrender) Zug sich bewegt, und nicht die vor dem Fenster vorbeiziehende Landschaft, richtig? Aber trotzdem kann man die Sache von einem anderen Bezugssystem betrachten. Nehmen wir mal den Sonderfall an, dass der Zug von Ost nach West fährt, und zwar genau mit der Geschwindigkeit, die der Rotationsgeschwindigkeit der Erdoberfläche auf diesem Breitengrad entspricht.

Betrachtet man das Ganze dann raumstationär bezüglich zur Sonne aus dem Weltall, rotiert die Erde unter dem eigentlich fahrenden Zug hinweg, während der Zug im Bezug zu uns und zur Sonne scheinbar still steht (die Rotation der Erde um die Sonne mal außer Acht gelassen).

Viele Grüße, Martin (der Deiner Antwort einen Dh gab, weil sie interessant und thematisch eng an der Frage liegt)

Kommentar von Rowal,

Zweifellos hast du recht. Mir ging es bei meinem Kommentar nur darum, darauf hinzuweisen, dass das, was jeder bei geduldigem Beobachten des Sternenhimmels selbst herausfinden kann, nämlich, dass der Sternenhimmel scheinbar jede Nacht um den Polarstern rotiert, über Jahrhunderte hinweg nicht als Beweis für die Erdrotation akzeptiert wurde.

Kommentar von DerAuswanderer,

Kleiner Nachtrag: ;-)

Zitat: "Weiter oben nicht mehr ganz genau so schnell, wie ganz unten am Boden, aber das hat hauptsächlich Auswirkungen auf das Wettergeschehen und das Drehen der Windrichtung mit zunehmender Höhe."

Kann ich so nicht stehen lassen, siehe Jetstream. Die Windgeschwindigkeit ist weniger von der Höhe als viel mehr von der Energie abhängig, die der Luftmasse von außen zugeführt wird. Da gibt es viele Einflüsse, unter anderem Temperaturunterschiede, Druckausgleich, Corioliskraft (Ablenkung durch die sich drehende Erde). Da kann sich die Luft in großer Höhe durchaus auch sehr viel schneller als am Erdboden bewegen und das auch schon mal in Drehrichtung der Erde. Nur bekommen wir solche Stürme in großer Höhe hier unten normalerweise gar nicht mit. Piloten versuchen allerdings manchmal, solche Winde für sich ausznutzen, um beispielsweise Sprit zu sparen und/oder schneller voranzukommen.

Dem Foto nach zu urteilen bist Du auch ein Jünger Lilienthals? ;-)

Kommentar von Mannimanaste,

Hi Auswanderer,

stimmt natürlich, dass sich die Luft auch in großer Höhe teilweise gleich schnell oder schneller - und auch in die selbe Richtung, als die darunter befindliche Erdoberfläche bewegen kann. Was ich meinte und mit eigenen Worten (statt dem Fachausdruck) beschreiben wollte, ist das, was Du selbst auch erwähnt hast: die Corioliskraft, also die Ablenkung der Luft, durch die Reibung an der Oberfläche der sich drehenden Erde (auf der Nordhalbkugel ist das eine Rechtsablenkung). :)

Ja, das Foto spricht ja wohl für sich! Ich lebe Lilienthals Traum! :) Wenn Du von dem fliegerischen Ausnutzen der Jetstreams sprichst, bist wohl etwas schneller und höher unterwegs, als ich mit meinem Drachen, falls Du auch Pilot (Neuerdings: "Luftfahrer") bist?! :)

Grüße und happy Landings, Martin

Antwort von gfuser9283,
10 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Das nennt sich Relativität der Bewegung (Darauf beruht auch die Spezielle Relativitätstheorie). Wenn du im ICE sitzt und er sich mit 300km/h bewegt, dann merkst du davon auch erst mal nichts. Erst wenn du aus dem Fenster rausschaust, siehst du, dass du dich schnell bewegst, das heißt du musst die Geschwindigkeit nur im Bezug zum irgendetwas anderem angeben.

Man kann nur die Geschwindigkeitsänderung, also die Beschleunigung spüren.

Diese 1670km/h sind noch nichts. Schau dir doch an mit welcher Geschwindigkeit die Erde um die Sonne und das Sonnensystem und den Galaxiskern kreisen. ;)

Antwort von Leeoon,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Mit unseren Ohren können wir nur Beschleunigungen wahrnehmen aber nicht gleichmäßige Geschwindigkeiten.

Kommentar von krabbeIkrabbe,

mit unseren Ohren können wir Beschleunigungen wahrnehmen? aha, ich hab noch nie eine Beschleunigung gehört....

Kommentar von Leeoon,

aha, ich hab noch nie eine Beschleunigung** gehört**.

Ich auch nicht und deshalb habe ich auch wahrnehmen geschrieben und nicht gehört.

Kurzer Biologieunterricht für kleine Krabbeltierchen:

Cristae ampullares

Nimmt bei einer Drehung die Geschwindigkeit zu oder ab (Winkelbeschleunigung bzw. –abbremsung), kommt es infolge der Trägheit der Endolymphe zu einer Flüssigkeitsbewegung in den Bogengängen. Diese Flüssigkeitsbewegung führt zu einer Seitwärtsbewegung der gallertigen Cupulae ampullares der Cristae ampullares und damit zu einer Verbiegung der Sinneshaare. Dies ist der adäquate Reiz für die Rezeptoren. Infolge der spiegelbildlichen Anordnung in beiden Ohren bewirkt eine Rotations-beschleunigung eine Asymmetrie der Impulsaussendung mit einer Impulssteigerung auf der einen, und einer –abnahme auf der anderen Seite. Hört die Beschleunigung auf oder kommt es zu einer gleichförmigen Bewegung, kehrt die Cupula in ihre Ausgangslage zurück, und die Erregungsaussendung aus diesen Rezeptorfeldern wird wieder symmetrisch. Dadurch, dass auf jeder Körperseite die 3 Bogengänge in den 3 Hauptachsen des Raumes liegen, kann ermittelt werden, in welcher Richtung eine Drehbeschleunigung auf den Körper wirkt. Maculae staticae Anders verhalten sich die Maculae staticae in Sacculus und Utriculus. Sie dienen der Wahrnehmung einer Linearbeschleunigung. Wird der Kopf geneigt, verschiebt sich die Otolithenmembran durch ihre gegenüber der Endolymphe grössere Dichte (der Schwerkraft folgend), so dass die Zilien abgebogen werden. Ausser gegenüber der Erdbeschleunigung sind die Maculae staticae auch gegenüber anderen Linearbeschleunigungen (z.B. beim Anfahren im Lift oder Auto) empfindlich.

Insgesamt führen die Erregungen des Gleichgewichtsorgans zu einer bewussten Wahrnehmung der Stellung des Körpers im Raum sowie von Bewegungen. Ausserdem tragen sie zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts bei.

Noch mehr übers Ohr kannst du hier lesen.

http://www.biologie-online.eu/ohr.php

Antwort von weaponseeker,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Du fährst in einem Bus. Er fährt und du merkjst nichts. Du kannst dabei einen Schlüssel oder einen Augapfel o.ä. in die Luft werfen und kannst die Dinge genauso gut auch wieder fangen. Doch wenn der Bus beshcleunigt doer bremst wirkt die Trägheit. Du wirst nach vorn/hinten gedrückt. Genau das selbe mit der Erde. Da sie ihre Geschwindigkeit nicht merklich verändert,merken wir davon nichts. Wir bewegen uns übrigens mit noch viiiiiel höherer Geschwindigkeit um die Sonne und diese um das zentrum der Galaxis-Und diese bewegt sich auch noch. ;)

Antwort von Rowal,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Die 1670 km/h ist die Geschwindigkeit am Äquator, nämlich 40000 / 24 km/h. Auf einem beliebigen Punkt auf der Erdoberfläche ist dieser Wert mit dem Kosinus des Breitengrades zu multiplizieren. Wohnt man als z.B. in Ulm auf dem Breitengrad 48°, hat man nur eine Geschwindigkeit von 1400 km/h. Auf dem Nordpol oder Südpol dreht man sich bloß um die eigene Achse (wenn diese genau mit der Erdachse zusammenfällt).

Deine Frage hat auch der große Aristoles gestellt. Allerdings ging er von einem Erdumfang von 70000 km aus. Demnach wäre die Geschwindigkeit am Äquator sogar 2920 km/h . Aristoteles kam in seinem Werk "de caelo" deshalb zu dem Schluß, die Erde rotiere überhaupt nicht, stattdessen rotiert der Sternenhimmel um die Erde. Selbst noch um 1580 kam Tycho Brahe zu dem Schluß, die Erde könne nicht rotieren, denn, wenn man eine Kanonenkugel genau senkrecht abschießt, so fällt sie zum Ausgangspunkt zurück, während doch die Erde mittlerweile wegrotiert sein sollte. Auch der herausragende Astronom Claudius Ptolemäus kam ca. im Jahre 120 zu dem Schluß, die Erde könne nicht rotierern, weil keine Windrichtung bevorzugt wurde und Winde aus allen Richtungen möglich sind.

Die Tragödie dieser herausragenden Persönlichkeiten der Geschichte besteht darin, dass sie nicht die Newtonsche Mechanik kannten und offensichtlich nicht in der Lage waren diese zu entwickeln. Mit Newtons Hilfe ist die Erklärung natürlich offensichtlich. Deine Aussage, dass wir nichts merken, ist aber nicht ganz richtig. Mit dem Faucaultschen Pendel z.B. kann bewiesen werden, dass die Erde tatsächlich rotiert und nicht der Sterenenhimmel, wie Aristoteles angenommen hat. Auch werden die Winde durchaus in geringer Weise durch die von der Erddrehung verursachten Corioliskraft abgelenkt.

Antwort von crazyrat,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Wir sind auf der Erde mit der Atmosphäre zusammen in einem geschlossenen System gefangen. Innerhalb dieses Systems sind alle Kräfte nicht spürbar.

Das ist wie beim Auto fahren oder Zug fahren. Da merkst Du auch nur bei Geschwindigkeitsänderungen, dass Du schneller oder langsamer wirst.

Antwort von dompfeifer,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Von einer gleichförmigen Bewegung des eigenen Körpers bekommen wir nie etwas mit, wie denn auch? Wenn Du in einem Fahrzeug sitzt ohne aus dem Fenster zu schauen, bemerkst Du vielleicht ein Rumpeln. Das sind ständige, kleine unregelmäßige Beschleunigungen durch Unebenheiten. In einem modernen ICE bemerkst Du fast nichts. Außerdem ist Geschwindigkeit ohnehin relativ. Wer sagt Dir, ob sich ein Fahrzeug über eine ruhende Straße bewegt, oder ob sich die Straße unter dem ruhenden Fahrzeug verschiebt?

Antwort von svagatam,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Svagatam AAA666! Vielleicht liegt es ja an dem Gesetz der Entsprechung ? Die Form der gegenseitigen Angleichung oder Synchronisation (Entrainment) Gehirnwellenfrequenzen je nach Bewußtseinszustand-Wach-Tagträumen,Meditation oder Tiefschlaf- Die Erde hat eine Rotationsperiode 194,785 Hz sie sendet ein G aus. Unser Gehirn sendet im Wachzustand 14-20 Hz sie sendet ein G aus. ------Oben wie unten, unten wie oben----------------

Jai sacchitanand

Kommentar von gfuser9283,

Einhorn-Paralleluniversum?

Kommentar von Leeoon,

Einhorn ?

Einhorn ist treffend. Da ist dann wenigstens außen auf dem Kopf etwas angebracht wenn´s schon innen hohl klingt.

Kommentar von gfuser9283,

Jetzt hast du es mir aber gegeben ^^ Keine Ahnung von Physik, aber Hauptsache irgendwelchen Esoterikquatsch hinklatschen.

Kommentar von Leeoon,

Ich hoffe stark du hast dich bloß vertippt. Oder findest du bei mir irgendwelchen Esoquatsch ?

Kommentar von gfuser9283,

Nein. Lese die Frage und dann deinen Beitrag und dann denke darüber nach.

Antwort von iokii,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Weil wir daran gewöhnt sind.

Kommentar von gfuser9283,

Das stimmt nicht. Das hat nichts mit Gewöhnung zu tun. Auch wenn du dich zum ersten mal in einem Flugzeug fliegst, dann merkst du darin seine Geschwindigkeit nicht. Man kann nur Beschleunigungen wahrnehmen, keine Geschwindigkeiten.

Kommentar von gfuser9283,

Ohje, das passiert, wenn man beim Schreiben den Satz umformuliert :D

Antwort von Djeykob,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Die erdanziehung hält uns unten- ausserdem haben wir ja auch eine Atmosfäre die wie sone art schutzschild funktioniert;D

Kommentar von gfuser9283,

Das hat damit nichts zu tun.

Antwort von prohaska2,

Würdest du mit nem Karussell fahren, das sich nur einmal am Tag um sich selber dreht?

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