Frage von Jose2000, 60

Die Emanzipation des Mannes?

Ich muss für die Schule in PP(Praktische Philosophie) eine schriftliche Hausaufgabe über die Emanzipation des Mannes schreiben... Ich habe mich jetzt schon ein bisschen mit dem Thema auseinander gesetzt aber ich weiß einfach nicht was ich schreiben soll:/ Meine Lehrerin wünscht sich das ich meine eigene Meinung einbringe, wo schon das 1 Problem ist, dass ich noch keine richtige eigene Meinung zu dem Thema hab... Aber abgesehen von meiner Meinung, weiß ich einfach nicht was ich noch da reinbringen soll.. Habt ihr vielleicht Ideen was ich schreiben kann oder was ist so eure Meinung zu dem Thema? (vielleicht musste jemand auch schon mal über das Thema schreiben und hat ein paar Tipps:D?)

Antwort
von Ottavio, 22

Das Wort Emanzipation bezieht sich ursprünglich auf die Emanzipation des Mannes, nämlich auf seine Herauslösung aus der Abhängigkeit (manicipium) vom Elternhaus bzw. vom Vater.  Ich würde sagen, wirklich emanzipiert war der Römer erst, wenn er im Alter von etwa 32 Jahren seinen Wehrdienst (16 Jahre!) abgeleistet hatte und den väterlichen Hof übernahm. Diese Emanzipation erlangt der Mann heute im allgemeinen deutlich früher, aber ja wohl erst, wenn er sich selbst ernähren kann und nicht mehr bei seinen Eltern lebt.

Von einer Emanzipation der Frau war damals nicht die Rede, weil die jungen Frauen, wenn sie dann mit 16 einen 32-jährigen heirateten, von der Abhängigkeit vom Elternhaus unmittelbar in die Abhängigkeit vom Ehemann eintraten. Allerdings war diese Abhängigkeit in unterschiedlichen Epochen und gesellschaftlichen Schichten und Klassen durchaus unterschiedlich ausgeprägt. Die Emanzipation der Frauen in jüngerer Zeit ist bekannt.

Heutzutage allerdings kommt es oft vor, dass Männer psychisch und zuweilen auch wirtschaftlich abhängig sind von ihren Frauen. Sie sind nicht "wirklich" emanzipiert. Diskutabel ist, ob eine vollständige psychische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zweier Ehepartner überhaupt anstrebenswert ist oder nicht.  Es könnte durchaus der Fall sein, dass Ehen, in denen sie gegeben ist, keine große Chance auf lange Dauer haben. Das zu untersuchen, wäre eine lohnende Aufgabe der Soziologie.

Kommentar von Dackodil ,

Die Emanzipationsbewegung der Frauen hat nie die Abhängigkeit der Männer von den Frauen angestrebt.
Einfach nur die Umkehrung der Verhältnisse kann´s nicht sein.

Nur bei vollkommener Unabhängigkeit beider Partner kann überhaupt Liebe entstehen.

Kommentar von Ottavio ,

"Einfach nur die Umkehrung der Verhältnisse kann's nicht sein", weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Im Einzelnen kommt so etwas durchaus vor. Und was letztlich dabei rauskommt, kann niemand wissen.

"Die Emanzipationsbewegung der Frauen hat nie die Abhängigkeit der Männer von den Frauen angestrebt." "Die Emanzipationsbewegung der Frauen" gibt es gar nicht. Es gibt ganz viele kleine Bewegungen mit durchaus unterschiedlichen Zielen, die um die Führung kämpfen. Insofern sie eine Gesamtbewegung bilden, hat die keine einheitlichen Ziele. Wenn ich behauptet habe, "Die Emanzipationsbewegung der Frauen in jüngerer Zeit ist bekannt", dann stimmt das in der Tat nur sehr eingeschränkt. Aber darum ging es eigentlich weder dem Fragenden noch mir. Es geht hier um die Emanzipation der Männer (!).

"Nur bei vollkommener Unabhängigkeit beider Partner kann überhaupt Liebe entstehen." Gequirlter Blödsinn ! "Vollkommen unabhängig" sind Menschen nie, Unabhängigkeit ist immer relativ. Freilich macht es einen Unterschied, ob ich einen Menschen liebe, weil ich ihn brauche, oder ob ich einen Menschen brauche, weil ich ihn liebe, wie Erich Fromm feststellte in seiner Kunst des Liebens. Aber auch im zweiten Falle brauche ich ihn eben und bin damit eben nicht mehr "vollkommen unabhängig". Wer diesen Zustand ablehnt, der/die lehnt es ab, wirklich zu lieben.

Antwort
von Exisaur, 14

Vielleicht als grundsätzliche Hilfestellung für eine Auseinandersetzung:

Die "Emanzipation des Mannes" wird unter zwei tendenziell unterschiedlichen Perspektiven verhandelt:

1. Die Position sogenannter/selbsternannter "Männerrechtler", die behaupten, dass die Bemühungen zur Emanzipation der Frau zu einem Verhältnis geführt hätte, in dem Männer nun die Unterdrückten wären (dabei beziehen sie sich z.B. auf Gesetze wie die "Frauenquote", manche aber tatsächlich auch gegen Gesetze gegen Vergewaltigungen), die es nun zu befreien gelte.

2. Die Position, die sich analog zur Empazipation der Frauen vollzieht - und damit eigentlich Emanzipation des Menschen an sich sein könnte und sollte: nämlich, dass es auch für Männer (genauso wie für Frauen) notwendig ist, sich von Geschlechtervorstellungen zu lösen (die einen Menschen ja grundsätzlich weniger autonom - im kantischen Sinne machen) und dadurch ein leben als freie und selbstbestimmte Individuen zu führen.

Grundsätzlich: Überlege dir mal, was "Emanzipation" eigentlich bedeutet bzw. bedeuten soll oder kann. Wenn du das für Philosophie machen sollst, hilft es immer, sich anzuschauen, was bestimmte Philosophen dazu gesagt haben. Und überlegt dir dann, wie du diesen Begriff auf die Vorstellung dessen, was Männer sind, sein sollen usw. anwenden kannst.

Ich hoffe, das hat geholfen :)

Antwort
von ChaosNe0, 26

Ich habe zwar keine Ahnung vom Thema, aber im Allgemeinen kann man seine eigene Meinung zu Hausaufgaben so bilden:

1. Bist du gut eingearbeitet? Dann versuche dir deine eigene Meinung zu bilden.

2. Kannst du dir keine eigene Meinung dazu bilden? Dann suche nach Meinungen (bspw. im Internet). Diese sollten am besten begründet sein und sich mit deiner Recherche decken.

3. Zu faul/zu wenig Zeit dafür? Nehme die Kontraposition ein. Beim Einnehmen der Kontraposition zwingst du dich selbst eine kleine Argumentation zur Rechtfertigung deiner Meinung abzuliefern. Gelingt dir dies, ist das i.d.R. eine gute Darstellung der "eigenen Meinung", welche btw. in Hausaufgaben auch von deiner wirklichen eigenen Meinung abweichen darf.

Antwort
von Dackodil, 24

Die Emanzipation der Frau ist in über 100 Jahren ein ganzes Stück weit gekommen.

Die Efrauzipation des Mannes läßt noch zu wünschen übrig. Manche leben immer noch im 19. Jahrhundert, übrigens auch Frauen. S. Herdprämie der CDU :

http://www.welt.de/politik/article1315816/Von-der-Leyen-lenkt-bei-Herdpraemie-ei...

Antwort
von motivatio, 26

Männer mussten sich garnicht von Frauen befreien. Ich finde die Emanzipation der Frauen hat sich nich nur rechte erkämpft sondern auch Doppelbelastung. Sie machen jetzt das was Männer ursprünglich gemacht haben und müssen ihrer Aufgabe als Frau auch noch gerecht werden

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