Frage von GabriellaBg, 33

Die digitale Gesellschaft- Zukunftsmodell oder Gefahrenquelle?

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 13

Hallo :)

Digitale/moderne Medien haben selbstverständlich handfeste Vor- als auch Nachteile. Ich persönlich sehe sie eher als Gefahrenquelle & beobachte der "digitalen Gesellschaft" mit einiger Skepsis!

Nachteile liegen m.E. vor allem darin, dass viele nicht wissen wie sie diese Medien sinnvoll nutzen können, von der Technik sich vereinnahmen lassen bzw. von ihr abhängig werden & nicht mehr in der Lage sind selbst zu denken/zu handeln! Ähnliche Gefahren sehe ich in hohem Defektpotenzial anspruchsvoller Geräte, die dann auch ggf. Recycling- bzw. Entsorgungsproblemen ausgesetzt wären... das ist weder umweltfreundlich noch nachhaltig was ja so gern propagiert wird!

Außerdem sind Menschen dadurch quasi "durchsichtig" wenn sie alle Informationen blind hergeben.. und man weiß leider NIE an wen diese Infos letzten Endes kommen, erst recht nicht übers I-Net oder ähnliche Medien.. Aber da hat man viel selber in der Hand ---------> ich sage nur Facebook, damit machen viele genug Schmu & lassen Zeugs los wo man sich echt nur noch an den Kopf langen muss.. unfassbar :(

Ich (m, 25) nutze Facebook... aber nur peripher um Kontakt mit ehemaligen Mitschülern aus der Berufsschulzeit zu halten. Ansonsten wird man von mir dort außer 1-2 Fotos nie viel sehen oder lesen, ich poste auch grundsätzlich nix & gehe mit "Likes" seeeeehr sparsam um.. höchstens mal Fotos von Freunden oder so :)

Vorteile sehe ich persönlich lediglich in rascher Informationsbeschaffung bei Nutzung im Sinne des Erfinders (Apps, Suchmaschinen, Routenplaner) sowie - wenn man das so sehen will - Zeitvertreib: Moderne Medien der "digitalen Gesellschaft" forcieren den Spieltrieb^^

Antwort
von realsausi2, 10

Weder noch. So polarisierende Statements gehen meistens fehl.

Als jemand, der noch mit Wählscheibentelephonen aufgewachsen ist, der aber dennoch seit den frühen 1980er Jahren online ist, habe ich einen recht guten Einblick in die Entwicklung.

Tatsächlich halte ich die Leichtfertigkeit, wie viele heute mit ihrer digitalen Identitä umgehen, für problematisch. Da kommt dann der dumme Spruch "Ich habe doch nichts zu verbergen." Als wenn es ein Hinweis auf etwas Schlechtes wäre, wenn man etwas zu verbergen sucht.

Wer geht den nackt über den Marktplatz? Selbst im Sommer eher selten anzutreffen. Wer läßt denn beim Sex die Fenster weit aufstehen.

Es stünde uns allen gut an, eine gewissen natürliche Scham für unsere persönlichen Daten zu entwickeln. Was Datenkraken wie Facebook, Google und andere mit diesen Daten machen, entzieht sich völlig unserer Kenntnis und Kontrolle.

Niemand sammelt Daten einfach nur so. Hier werden ständig neue Köder entwickelt, um noch mehr Einzelheiten dem Userprofil hinzufügen zu können.

Es braucht nicht erst den Diebstahl oder Missbrauch dieser Daten, allein der "Gebrauch" ist schon auf einem Level, dass uns zu denken geben muss. Warum muss ich der Ortung am Handy zustimmen, wenn ich einen QR-Code Scanner oder gar ein Spiel installiere? Hat sich schon mal jemand ernsthaft die Nutzungsbedingungen von Windows 10 durchgelesen?

Natürlich ist eine Welt ohne diese ja eben auch sehr nützlichen Instrumente nicht mehr vorstellbar. Aber wir müssen uns die Hoheit über unsere Daten zurückholen.

Ich nutze z.B. in keiner Weise Produkte von Google. Es gibt für alles Alternativen. Zugegeben ist das manchmal die Wahl zwischen Pest und Cholera, aber zum Beispiel kann man mit der Suchmaschine "Startpage" ein Stück weit wieder Herr über seine Daten werden.

Ich habe in den 1980er Jahren die Volkszählung verweigert. Was man heute an persönlichen Daten freigibt, wenn man manche App installiert, geht weit über das hinaus, was man damals gefragt hat.

Wissen ist Macht. Je mehr andere über uns Wissen, desto mehr Macht erlangen sie über uns. Besonders gefährlich wird das dann, wenn wir die Ausübung dieser Macht nicht nur nicht als Bedrohung erkennen, sondern sie vielleicht sogar als gefühlter Mehrwert empfinden.

Es gilbt, diese Macht in eigenen Händen zu behalten, in dem wir wissen, was mit unseren Daten getrieben wird.

Wir haben alle sehr wohl etwas zu verbergen.

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