Frage von luisa2811, 31

Die brd schneidet bei arbeitsrechtlichen vorschriften+ lohnkosten meist schlecht ab, welche folgen hat dies?

angesichts der freien standortwahlmöglichkeiten für die internationale wettbewerbsfähigkeit?

Antwort
von Lennister, 5

Erstmal stimmt das nur teilweise. Richtig ist, dass der Arbeitsmarkt in Deutschland vergleichsweise stark reguliert ist und dass die Lohnkosten über dem EU-Durchschnitt liegen.

Richtig ist allerdings auch, dass die Lohnnebenkosten in Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt liegen. Das gleicht die hohen Lohnkosten bereits etwas aus.

Außerdem: Kosten sind nur ein Faktor. Wenn das Produkt, das man bekommt, ausreichend gut ist, ist man auch bereit, mehr zu zahlen. Das gilt auch dann, wenn das "Produkt" Arbeit ist.

Und das ist hier in Deutschland der Fall. Deutsche Arbeitnehmer sind verhältnismäßig gut ausgebildet(diese Ausbildung hat sich in den letzten Jahre auch stetig verbessert, siehe u.a. Pisa), Unternehmer haben insgesamt eine Menge Freiheit hier in Deutschland(Platz 17 im Index of Economic Freedom).

Zu dieser hohen wirtschaftlichen Freiheit gehören u.a. auch weitestgehende Korruptionsfreiheit und guter Eigentumsschutz. Dazu ist Deutschland- gerade durch die EU- sehr stark in die Weltwirtschaft integriert. Und wer in Deutschland aktiv ist, kann ohne weiteres auch in allen anderen EU-Ländern aktiv werden- dank der EU.

Sprich: Die hohen Lohnkosten und die starke Regulierung des Arbeitsmarktes sind zwar Faktoren, die Unternehmen eher abschrecken. Sie werden aber durch die Stärken Deutschlands weit mehr als ausgeglichen. 

Antwort
von archibaldesel, 14

keine sonderlich großen. Lohnkosten sind nur ein Faktor bei der Wahl des Standortes. Es gibt deutlich mehr, wie beispielsweise Infrastruktur, Ausbildungsstand, Effizienz,Produktivität, Korruption usw. Und bei diesen Faktoren schneidet Deutschland ausgezeichnet ab. Deshalb wählen viele internationale Unternehmen Deutschland als Standort. Die deutschen Lohnkosten sind im internationalen Vergleich übrigens nicht in der Spitzengruppe.

Und wenn Unternehmen meinen, sie müssten ihre Produktion wegen der Lohnkosten nach Rumänien verlegen, wie Nokia beispielsweise, bereuen sie es manchmal sehr schnell. Wer ist nochmal Nokia?

Antwort
von JustNature, 12

Vermutlich meinst Du "schlechtes Abschneiden aus Sicht der Unternehmer"?

Wenn deutsche Unternehmer höhere Löhne zahlen müssen und ihr Personal unflexibel einsetzen müssen, dann müssen sie mehr Geld für ihre Produkte verlangen. Dann besteht leicht die Gefahr, daß ausländische Unternehmer zum Zug kommen und in Deutschland Arbeitslosigkeit und schwächere Steuereinnahmen die Folge sind.

Zum Beispiel gibt es in Deutschland fast keine Textilindustrie mehr.

Wegen den hohen Qualifikationsanforderungen und dem Lohn/Leistungsniveau wird es Riesenprobleme geben, 2 Millionen unqualifizierte Einwanderer zu beschäftigen.

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