Frage von MarkusKapunkt, 517

Die Bibel wird von Atheisten immer gern als "Märchenbuch" verspottet. Was ist an Märchen denn überhaupt so schlecht?

Ich unterstelle einfach mal, dass jeder Mensch, der seine Kindheit als glücklich bezeichnen würde, abends vorm Zubettgehen eine Geschichte vorgelesen bekommen hat. Auch sonst sollte das Lesen eines Buches, von dem ja wohl die mit Abstand meisten fiktive Erzählungen sind und keine wissenschaftlichen Tatsachenberichte, wohl bei allen Menschen den Horizont erweitern.

Sicher, die Bibel wurde und wird vielfach benutzt, um schlimme Dinge zu legitimieren, die auf unserer Welt geschehen - dem Vorwurf können Grimms Märchen meist aus dem Weg gehen. Religiöser Fanatismus ist immer abzulehnen und zu verurteilen, das sehe ich genauso. Wer die Bibel wörtlich nimmt, läuft durchaus berechtigt Gefahr, von seiner Umwelt genauso belächelt zu werden, wie jemand, der an Elfen und Kobolde glaubt.

Doch finden sich in der Bibel nicht auch genauso viele elementare Wahrheiten? Eine jahrtausendealte Weisheit, die auch von ihren vehementesten Kritikern nicht geleugnet werden kann? Kann man nicht auch als Atheist der Meinung sein, dass es sich bei der Bibel um ein hervorragendes Buch handelt, von hohem literarischem und kulturstiftendem Wert?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Undsonstso, 116

Ich bin Ignostiker.... Die Bibel und Märchen betrachte ich allgemein als Kulturgut. Es gibt Märchen, die ich ansprechender finde als andere. Gleiches gilt für mich für diverse Texte aus der Bibel.

Wenn jemand die Bibel  als "Märchensammlung" sieht, ist das okay für mich. Wenn Gläubige die Bibel als Wegbegleiter, Trostspender o.ä. sehen und sie in ihr Leben einbinden, geht dies für mich ebenso in Ordnung.

Würde ich einem gläubigen Menschen eröffnen, dass ich die biblischen Geschichten eher als Märchen verstehe, wäre ich jedoch auch mit meiner Wortwahl so bedächtig, dass verständlich wird, dass ich dies nicht als Verspottung meine bzw. dass meine Sichtweise eine Herabwürdigung des Glaubens darstellen soll.

Kommentar von Undsonstso ,

Korrektur, es soll natürlich heißen:

bzw. dass meine Sichtweise keine Herabwürdigung des Glaubens darstellen soll.

Kommentar von Abahatchi ,

oh, dann musz ich meinen DH revidieren.

Kommentar von Undsonstso ,

Danke für's Sternchen.

Kommentar von 666Phoenix ,

Undsonstso

sehr schwach!

Antwort
von berkersheim, 180

Ich denke mal, kein Atheist, der sich ernsthaft mit dem Phänomen unterschiedlicher religiöser Prägungen des Menschen in der Geschichte auseinandersetzt, wird weder Homers Ilias, die EDDA und auch nicht die Bibel als Märchenbuch bezeichnen, auch nicht als Legenden oder Geschichten. Es ist historisch und literarisch sehr wichtiges Material, das uns tiefe Einblicke in die Menschheitsgeschichte gibt. Es gibt auch keinen Grund, darüber zu spotten, dass sich Menschen an Grundideen ausrichten, die in diesen frühen Mythen ihren Ursprung haben. Das ist unangebrachte Überheblichkeit. Mancher Umgang mit diesen Mythen und Geschichtsüberlieferungen ist natürlich auch kindisch, wenn sie Wort für Wort für bare Münze genommen werden. Das lernen infolge der kritischen Bibelforschung nicht mal mehr die Theologen.

Selbst bei unseren Märchen muss man märchenhafte Erzählungen mit Sehnsuchtsbildern und Märchen auseinanderhalten, die uralte Mythen repräsentieren. Darüber gibt es aber auch Literatur. Selbst heute unterscheiden wir einen guten Roman, der das Zeitgefühl gut einfängt von einem Groschenroman, der nur unterhalten will. Es ist natürlich auch ein Unterschied, an welches Publikum man sich wendet. Kinder unterschiedlichen Alters sind etwas anderes als Erwachsene, die tiefer in den historischen Stoff eintauchen wollen. Darum sind meist Bibeltexte oder Märchen für Kinder etwas "geglätteter" erzählt. Textstellen, die in den Kirchen als Lesung oder Evangelium verlesen werden, sind sehr selektiv ausgewählt. Wenn Gläubige nicht selbst die Bibel lesen, merken sie das gar nicht. Alles in allem ist Spott keine Basis eines ernsthaften Umgangs. Wenn Texte die Lebensweise von Menschen beeinflussen, sollte man sie schon deswegen ernst nehmen, was nicht bedeutet, dass man ihnen inhaltlich zustimmen muss.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Oha an der Antwort erkennt man, dass du deinen Expertenstatus verdient hast. Daumen hoch!

Kommentar von 666Phoenix ,

berkersheim

Gut gebrüllt, Löwe!

Wenn jemand an eine jungfräuliche Geburt glaubt, an die Wiederauferstehung von tot erklärten Menschen, an die Möglichkeit, mit 5 Fischen und ein paar Broten tausende von Leuten beköstigen zu können, an die Wiederbelebung bereits stinkender Leichen, usw. usf, 

dann kann man nur spotten!

Wenn Texte die Lebensweise von Menschen beeinflussen, sollte man sie schon deswegen ernst nehmen, was nicht bedeutet, dass man ihnen inhaltlich zustimmen muss.

Kaum zu verstehen! Texte beeinflussen die Lebensweise von Menschen?? Ich denke, die Realität rings um uns herum beeinflusst unsere Lebensweise. Texte können bestenfalls ein wenig Gewürz in diese "Suppe" bringen.

Kommentar von berkersheim ,

@666Phoenix

Na ja, zur Realität um uns gehören auch Texte, gehört Sprache, gehört Vorleben. Es ist Deine Sache, als wie geistig arm Du Dich selbst darstellst. Wenn ich gläubig wäre, würde ich für Dich beten. So kann ich Dich nur bedauern als "arm im Geiste".

Antwort
von rotesand, 75

Guten Abend!

Ich bin kein Atheist, erkenne die Bibel jedoch nicht unbedingt als ernstzunehmende Historienschilderung an ---------> weil nichts, was in ihr steht, wirklich in irgendeiner Weise plausibel/wissenschaftlich belegbar wäre. 

Ich persönlich gehe in die Kirche & bin katholisch, getauft & gefirmt, achte auch die Hochfeste... aber mit der Bibel habe ich meine Probleme. Ich glaube dahingehend eher an Darwins Theorie als an die Schöpfungslehre --------> wer pragmatisch denkt, kann Dinge wie die Heilung eines Blinden, die Schöpfung eines Menschen aus einer Rippe oder aber die Existenz eines leicht reizbaren und strafenden, parteiisch auftretenden Gottvaters, der über die Welt herrscht, die er erschaffen hat & nach Gutdünken tlw. drakonische Strafen verhängt, eigentlich nicht glauben. Und ich - sorry - bin eben trotz meiner Religion ein absoluter Pragmatiker & Statistiker, der nichts glaubt, das er nicht gesehen hat bzw. das nicht logisch zu legitimieren ist. Und dazu gehört die Bibel einfach nicht.

Als schlechten Christen sehe ich mich deswegen dennoch nicht an. Sicherlich ecke ich damit an & es wird bestimmt auch "Daumen nach unten" geben ---------> aber es ist meine Meinung, zu der ich von ganzem Herzen stehe!

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Von mir gibts nen Pfeil nach oben. Danke für die Antwort!

Kommentar von rotesand ,

Gerne doch, ich danke auch!

Für mich ist die Bibel durchaus eine kulturhistorisch wertvolle Schrift, die ich auch in mehreren Ausgaben & Übersetzungen besitze, weil das für mich einfach sein muss ---------> aber ich habe eben so meine Probleme, ihre Auslegungen zu glauben.

Antwort
von dadita, 158

An Märchen ist absolut nicht auszusetzen, sie sind oft amüsant, verraten viel über die Denkweisen ihrer Schöpfer und deren Überzeugungen. Wie eben bei der Bibel. Das ist keine Diffamierung, nur ein Fakt. 

Problematisch wird es, wenn diese Märchen als primäre Quelle für die eigenen Moralvorstellungen oder das Wissen über diese Planeten herhalten müssen, was bei der Bibel nur zu oft der Fall ist. 

Zum Beispiel ist es für ein Märchen vertretbar, dass den bösen Stiefschwestern von Aschenputtel die Augen herausgepickt werden, es ist nur eine Geschichte...daraus aber moralische Werte oder gar Gesetzgebung abzuleiten wäre eine Katastrophe. Und im Falle der Bibel wird beides nur zu oft gemacht. 

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Ja, da hast du leider Recht. Aber es lassen sich durchaus auch positive Moralvorstellungen wie Verhältnismäßigkeit und Wertschätzung, Loyalität und Aufopferungsbereitschaft, Brüderlichkeit und Zusammenhalt und vieles mehr ableiten. Leider werden diese Werte oft weniger bemerkt (noch nicht einmal von den Gläubigen selbst) und stattdessen fehlinterpretiert und zur Kontrolle und Manipulation ihrer Mitmenschen eingesetzt.

Antwort
von dompfeifer, 63

Was sollte denn an Märchen schlecht sein? Das sind Kulturgüter mit moralischem Zeigefinger. Wenn ein Atheist die Bibel als Märchenbuch bezeichnet, ist das im Grunde zunächst ein Kompliment. Er will damit aber gewöhnlich nur ausdrücken, dass er zur Bibel ein ähnliches persönliches Verhältnis pflegt wie z.B. zu Frau Holle, Rotkäppchen oder Rumpelstilzchen, sei dieses Verhältnis nun ästhetischer und/oder intellektueller Art, oder sei es von Ignoranz bestimmt. Es ist nur frei von Spiritualität. 

Atheismus heißt ja nichts anderes als "ohne Gott oder Götter" oder schlicht die Abwesenheit von Gott oder Göttern. In diesem Sinne sind unsere traditionellen Volksmärchen durchweg atheistisch, da kommen nämlich keine Götter vor, dagegen Gnome, Zwerge, Riesen, Hexen, Zauberer, Feen, Nymphen, Erdgeister u. dergl. mystische Wesen mehr.

Im Hinblick auf den Theismus ist also die Bibel alles andere als märchenhaft. Es fehlt unter literarischen Gesichtspunkten der Bibel auch an vielen weiteren Merkmalen des Märchens (z.B. Eindimensionalität, Flächenhaftigkeit). Die biblischen "Weisheiten" mögen kulturgeschichtlich aufschlussreich sein, sie mögen Unterhaltung, Kontemplation, Trost und Beklemmung stiften, sie bleiben aber dem Inhalt nach banale Alltagsweisheiten. Literarisch steht zumindest das Alte Testament den germanischen Heldenmythen weitaus näher als den Märchen.

Die kulturelle und literarische Bewertung der Bibel ist durchaus auch keine "theistische" Aktivität. Sie ist dem Grunde nach so losgelöst von dem Umstand, ob der Analytiker persönlich ein spirituelles Verhältnis pflegt zur Vorstellung eines übersinnlichen allmächtigen Wesens wie die Analyse antiker Göttermythen von der persönlichen Verehrung von Zeus, Prometheus u. Co. 

All dem würde sogar die bekennende Bibelgläube und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, zustimmen. Deren Kommentare im TV zum Alten Testament haben einen hohen Bildungswert!

Antwort
von voayager, 32

an Märchen ist garnichts scvhlecht, dienen sie doch der Erbauung, Unterhaltung, als auch dem Besinnen. Es sind zudem Lehrstücke, aus denen man lernen soll und kann. Bei der Bibel handelt es sich z.T. um Darstellungen, die einfach unsinnig, unwissenschaftlich und haltlos sind. Doch wäre es verkehrt nur dies Buch mit solchen Augen zu sehen, denn das Buch der Bücher, wie man sie auch nennt enthält auch allerlei Weisheiten und zudem auch Reales und Wahres. Es ist diese Mixtur, die die Bibel ausmacht.

Antwort
von StevenArmstrong, 63

Hallo,

ich nehme mal an, das Atheisten sich dabei wahrscheinlich eher auf Geschichten beziehen, die sich nicht wissenschaftlich beweisen lassen, z.B. die Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria.

Als Beispiel für eine philosophische Wahrheit könnte man das Gleichnis von der Frau, die eine Drachme im Haus verloren hatte, heranziehen:

Erste Interpretation: Wenn man sucht, dann findet man das, was man sucht. Z.B. findet man Gott, wenn man nach ihm sucht.

Zweite Interpretation: Wenn man sich an etwas dran hängt (wie die Frau, die sich dahinter hängte, die Drachme zu finden), dann erreicht man das, was man will (z.B. findet die Frau die Drachme wieder.)

MfG

Steven Armstrong

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Hmm das mit der Drachme wäre dann ungefähr so:

Christ: "Die Drachme ist irgendwo unter das Kreuz gerollt, da muss sie liegen."

Moslem: "Unsinn, die Drachne liegt unter dem Koran. Unter dem Kreuz ist überhaupt nichts."

Jude: "Ihr habt doch beide keine Ahnung. Außerdem ist es meine Drachme!"

Atheist: "Da ist doch überhaupt gar keine Drachme!"

"Agnostiker": Doch, ich habe sie irgendwo klingeln gehört, als sie gefallen ist.

Donald Trump: "Ich hab sie gefunden!"

Antwort
von Schweinsbraten4, 168

Diese Frage gefällt mir gut und ich habe schon jetzt Freude daran, mir Teile meiner Antwort auszudenken :) Vielen Dank!

Die Bibel ist natürlich weit mehr wie nur irgendeine alte Märchensammlung unter vielen anderen. Da gibt es die Mathematik in den Sätzen, die so grandios ist, dass es heute kein Computer mehr so hinkriegen würde (Vielleicht schon, aber du weißt was ich meine)

Das Alte Testament ist meines Wissens nach auch das Buch (bzw Schriftensammlung) das als einziges von allen auf der Welt über tausende Jahre in seinem Wortlaut NICHT geändert wurde - wenn ein Jude die Bibel falsch abgeschrieben hat, wurde sie nicht weggeschmissen oder anders verwendet, sondern begraben. So ein Respekt vor einer Sammlung von Sätzen kommt nicht aus dem Nichts. 

Klar, wissenschaftlich ist die Bi el überholt. Wir wissen, dass Fledermäuse keine Vögel sind, dass die Welt nicht in sechs Tagen erschaffen wurde (wobei das hebräische Wort für "Tage" auch als unbestimmte Zeiteinheit gesehen werden kann) oder dass man aus einer Hand voll Fischen keine Menschenmenge ernähren kann. Aber geht es um wossenschaftliche Korrektheit und Genauigkeit? Nein. Es geht um etwas anderes. Du weißt um was, das brauch ich nicht näher zu erläutern. Stichworte Nächstenliebe, Veegebung, Liebe Gottes, Vertrauen, Gerechtigkeit. 

Meine Oma, als ich sie einst n kindlicher Naivität gefragt habe, wie denn das mit den Broten und Fischen möglich sei, hat gemeint, das wäre eine Geschichte, sie glaube, in Wahrheit hätten viele Leute etwas mitgebracht und untereinander geteilt und den Armen, die selber nicvts hergeben konnten, auch etwas geschenkt. Und darum geht es, dass man teilt, schenkt und miteinander eine Freude hat. 

Außerdem sind Geschichten wirklich wichtig für die Leute, besonders für Kinder, und ein Kind wird wissenschaftlich falsche Geschichten besser verstehen als abstraktes Gebrabbel über Werte, deren Bedeutung es noch nicht in seine Kindersprache übersetzen kann. 

Unabhängig davon, ob es einen Gott gibt, sollte man immer nach biblischen Geboten handeln (Nicht nach den veralterten Gesetzen der späteren Bücher Mose, sondern nach den 10 Geboten (wobei für ein Miteinander die 7 weltlichen genügen) und nach Jesus goldener Regel "Was du nicht willst dass man dir tu', das füg auch keinem Andren zu"

Die Wissenschaft hat Recht. Evolution ist mehrfach bewiesen, auch das Alter der Erde und vieles mehr. Aber das heißt nicht, dass die Bibel auf einmal nur eine altmodische Märchensammlung ist. Es geht nicht darum ob jetzt Jesus Wasser in Wein verwandelt hat, sondern um die Weisheiten, die dahinterstehen. Und wenn man eine Geschichte einmal nicht versteht, was bei der alten Sprache ja verständlich ist, denk mn sich selbst eine Weisheit aus oder fragt eine Oma. 

Danke noch einmal für die Frage, ich hoffe meine Antwort gefällt dir. Viel Freude wünsch ich dir noch. 

Kommentar von Inkonvertibel ,

DH herrvorragende Antwort  LG Inkonvertibel

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 127

Das Problem aus atheistischer Sicht ist meiner Meinung nach nicht so sehr der Umstand, dass es sich um Legenden und fromme Erzählungen handelt, sondern dass diese Geschichten von gläubigen Menschen als Fakten angesehen werden.

Dazu kommt, dass es Menschen gibt, die aufgrund der Interpretation biblischer Lehren leiden - etwa weil sie Gewissenskonflikte im Bezug auf Masturbation, oder Homosexualität haben

Es ist für einige rational denkende Atheisten nicht nachvollziehbar, wie man sich seine persönliche Freiheit so durch "erdachte Geschichten" nehmen lassen kann, was dann zu spöttischen Kommentaren führt.

Ich persönlich bin der Ansicht, dass sich in der Bibel ein religiöser Geist finden lässt, der den Menschen eine Orientierung bieten und Sinn stiften kann - wie in anderen heiligen Schriften auch.

Auch historisch und literarisch gesehen finde ich sie durchaus interessant, auch wenn ich kein Christ bin.

Antwort
von Mark1616, 56

Was ist denn an der Bezeichnung "Märchen" falsch? Eine Geschichte, in der von einem magisch begabten Halbgott erzählt wird, welcher umherzieht und Zauberkunststückchen begeht, klingt für mich genau nach dieser Bezeichnung.

Wer die Bibel wörtlich nimmt, läuft durchaus berechtigt Gefahr, von seiner Umwelt genauso belächelt zu werden, wie jemand, der an Elfen und Kobolde glaubt.

Im Normalfall sind auch genau das die Situationen, in denen ich die Bibel als Märchenbuch tituliere. In diesen Situationen verwende ich dieses Wort mit voller Absicht um den krassen Unterschied zwischen der realitätsfernen Einstellung dieser Menschen und der Wirklichkeit darzustellen.

Wenn ich mit einem Christen rede, den ich für vernünftig und offen halte, dann versuche ich zumindest ein Mindestmaß an Respekt für seinen Glauben und seine Person zu zeigen. Ich würde, zumindest denke ich das jetzt, in einer Diskussion mit dir niemals die Bibel als Märchenbuch bezeichnen, auch wenn ich ihre Glaubwürdikeit massiv angreifen würde.

Doch finden sich in der Bibel nicht auch genauso viele elementare Wahrheiten?

Diese Dinge kann aber nicht nur die Bibel für sich in ANspruch nehmen. Grimms Märchen können das z.B. mit Sicherheit auch. ;)

Eine jahrtausendealte Weisheit, die auch von ihren vehementesten Kritikern nicht geleugnet werden kann?

In der Bibel stehen aber auch Texte über Sklavenhaltung, Steinigungen, die Herabwürdigung von Frauen oder auch andere Dinge, die mit unserer modernen Welt nicht einmal annähernd vereinbar sind. Unsere heutige Zivilisation basiert zwar auf früheren Zivilisationen, aber das heist ja nicht, dass man diese Zivilisationen und deren Vermächtnisse nicht auch kritisch betrachten kann.

Kann man nicht auch als Atheist der Meinung sein, dass es sich bei der Bibel um ein hervorragendes Buch handelt, von hohem literarischem und kulturstiftendem Wert?

Es gibt viele alte Bücher die einen hohen literarischen Wert haben. Viele davon sind aber gleichzeitig auch todlangweilig und in einer Sprache geschrieben, welche das lesen zusätzlich noch unangenehmer macht. Ich kann den Wert dieser Bücher schätzen, aber ich muss sie nicht mögen oder mich darauf freuen einige von ihnen erneut lesen zu müssen.

Kommentar von Abahatchi ,

Nun, man könnte also über die Wortwahl streiten, ob die Bibel ein Märchenbuch ist, denn Märchenbücher werden ja als offensichtliche Märchen verfaszt. Die Bibel ist eine religiöse Schrift. Nicht mehr und nicht weniger. Vieles darin hat den Scharm von Märchen, einiges nicht. Die Bibel wurde ja als Werk für Menschen geschrieben, denen Dinge erklärt werden sollten, denen Dinge vorgeschrieben wurden, also Regeln erteil und vieles, worin sie Rat finden sollten. Es war also mehr als ein Handbuch zum Leben gedacht, und dies aus der Sicht der entsprechenden Religion. 

So gibt es also auch Bereiche der Bibel, die den Anspruch von Märchen erfüllen aber nicht als Märchen gedacht waren. 

Antwort
von nachdenklich30, 42

An sich ist an Märchen gar nichts schlecht.

Viele Gläubige können sich nur nicht vorstellen, dass Gott Märchen mag.

Viele Gläubige sind völlig unromantisch und glauben, dass Gott eine Beamtenseele hat, in der er nur verbuchen kann, was "wirklich" ist.

Dabei sind Liebe, Fantasie, Zuneigung, Mitgefühl, Literatur, Musik, Kunst auch wirklich, aber was sie ausmacht, kann man nicht zählen und messen (oder jedenfalls nur sehr eingeschränkt).

Gott, der/die/das die Welt geschaffen hat, hat so viel Humor und Fantasie: Er mag auch Märchen.

Er mag auch Leute, die keine Märchen mögen.
Aber die haben es in ihrem Leben oft sehr schwer.

Antwort
von aicas771, 112

Meiner Meinung nach ist es zur Zeit modern, alles zu verspotten, was sich nicht wissenschaftlich als "wahr" beweisen lässt.

Das Erzählen von Geschichten (=Märchen) als Träger einer Botschaft, einer Weisheit (der "Moral von der Geschicht'"), ist zur Zeit nicht angesehen und wird deshalb als schlecht bewertet.

Ob die Bibel besonderen literarischen Wert hat, mögen Sprachwissenschaftler beurteilen. Kulturstiftenden Wert hat sie jedenfalls, da unsere heutige "westliche" (christlich-abendländische) Kultur ohne die Bibel nicht entstanden wäre.

Als Atheist hat man es schwer, die Bibel als hervorragendes Buch anzusehen, weil es in ihr ganz wesentlich um Gott geht. Sie enthält zwar auch Regeln, die das Leben und das Zusammenleben der Menschen gelingen lassen, aber das sind nur Randnotizen.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Wenn es nur Randnotizen sind, warum ist das Buch dann bis heute das weitverbreitetste Buch der Welt? Wenn die Menschen nur einem Hype oder Modetrend gefolgt wären, dann wäre es doch ein erstaunlich langlebiger.

Kommentar von aicas771 ,

Die Lebensweisheiten, die sich nicht direkt auf Gott beziehen, habe ich mit den Randnotizen gemeint (du sollst nicht morden, nicht stehlen, ...).

Das Wesentliche an der Bibel (was auch für ihre Verbreitung sorgt) ist aber, dass sich darin ein Gott (Jahwe = "Ich bin da") vorstellt, der etwas einzigartiges anbietet: Vergebung unserer Schuld und Leben über den Tod hinaus.

Wer aber die Existenz eines solchen Gottes bestreitet, der reduziert die Bibel auf die Randnotizen.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Okay, jetzt verstehe ich deinen Punkt.

Antwort
von 666Phoenix, 40

markus

Ich z. B. als Nicht-an-irgendeinen-Gott-Glaubender bin absolut der Meinung, dass die Bibel ein herausragendes Schriftwerk ist! Es wäre ja auch bei GF hier sehr langweilig, ohne diesen Fakt auskommen zu wollen.

Und genau deshalb betone ich immer wieder, sie (die Bibel) ist ein interessantes Buch - eben ein Märchenbuch! Wie auch die Grimmschen Hausmärchen oder die Märchen eines Hauffs oder Andersen-Nexö!

Problem: diese "Weisheiten" aus dieser Bibel dienten in der Menschheitsgeschichte sehr oft dazu, genau diese Menschheit zu verblöden, irre zu führen, sie einer nicht existenten "göttlichen" Gewalt zu unterwerfen, Verbrechen zu begehen, Fortschritt zu verhindern!

Und genau deswegen sollte sie immer mal wieder akribisch durchleuchtet werden!

Antwort
von ichweisnetwas, 162

Ich glaube nicht an gott. Aber bei der bibel muss man sagen. Sie hat sicherlich wahnsinnig viel gutes hervorgerufen. Aber durch die ideologie der menschheit hat dieses buch genauso auch sehr sehr viele kriege und ganze ausrottungen aufm kerbholz.

Es ist ein zweischneidiges schwert

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Ist dann die Frage, ob man dem Buch und seinen Verfassern die Schuld für derartige Verfehlungen gibt, oder denen, die mit dem Buch gewedelt haben, als sie zu Mord und Totschlag aufgerufen haben.

In Afrika breitet sich derzeit der Glaube an Hexenkinder auf, die teilweise sogar von ihren eigenen Eltern brutal ermordet werden. Es gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass die Harry-Potter-Bücher entscheidend auf diese Glaubensbildung Einfluss genommen haben - ist Joanne K. Rowling jetzt für die toten Kinder zur Verantwortung zu ziehen?

Kommentar von ichweisnetwas ,

Absolut nicht aber es ist mit waffen. Die können ebenso sowohl gutes vollbringen als auch schlechtes. Letztlich ist immer die frage welcher mensch diese dinge verwendet und wozu er sie gebraucht oder missbraucht.

Ich gebe der bibel daran keine schuld. Aber ich lobpreise auch nicht die erfolge durch dieses buch weil das haben letztlich ebenso menschen zu verantworten ;-)

Antwort
von irgendeiner, 67

Eine interessante, offene Frage. Wie man am Spektrum der Antworten sieht. fordert sie die unterschiedlichsten Antworten heraus. Manche sind sehr sachlich formuliert, manche weniger. Ich fürchte nur, dass diejenigen, die sich bei dem Wort "Bibel" angepiekst fühlen, ihre ganz persönliche Betroffenheit mit einer Vehemenz vertreten, dass einem Angst und Bange werden kann.

Der Unterschied zu Andersens oder Grimms Märchen liegt auf der Hand: Der Frosch aus dem Märchen wird mit Königskrone und dem Spruch "Küss mich..." auf T-Shirts getragen oder auf Postkarten gemalt und sorgt so bei vielen für Erheiterung. Allerdings ist, wer darüber lacht, lange aus dem Alter heraus, in dem der Froschkönig noch ernst zu nehmen erschien. Inzwischen weiß der Lacher es besser - glaubt er. Liest er nach, entdeckt er, dass die Gebrüder Grimm den Frosch gar nicht "Küss mich..." sagen lassen. Aber das Leben gestaltet das Märchen um und passt es den naheliegenderen Wünschen der Menschen an.

Das Kreuz, Symbol des Leidens Christi, wurde leider nicht nur auf Verbandskoffer, sondern allzu oft auch auf Kriegsflaggen gemalt. Es sorgte für alles andere, aber nicht für Erheiterung. Im Grunde ist diese Einstellung bis heute vorhanden: Wer im Namen angeblich "christlich-abendländischer Werte" Streit vom Zaun bricht, kann man täglich in den Nachrichten lesen. Auch hier wird die Bibel umgedeutet - und missbraucht.

Nichts anderes geschieht mit dem Koran, aus dem manche selbsternannten Dschihadisten kaum eine Sure komplett zu zitieren wissen - geschweige denn, ihren tieferen Sinn im Zusammenhang des Buches verstehen. Der Zeitpunkt, an dem sich jeder Leser der Bibel (oder des Korans) den Schweiß von der Stirn wischt und denkt: "Gott sei Dank, das waren nur moralisierende Geschichten" - der ist noch lange nicht gekommen.

Offenbar gibt es Unterschiede zwischen Märchen und Religionen. Letztere haben weitergehende Funktionen. Vielen Menschen sind und bleiben sie zeitlebens und im Angesichts des Todes eine wichtige Stütze im diesseitigen Leben und Hoffnung für das Jenseits - anders als ein Märchen es sein kann. Das sollten wir respektieren.

Auch mir hat die intensive Lektüre der Bibel geholfen, mich zu öffnen für die Erkenntnis dessen, was da ist: Jahwe. Mit dieser Erkenntnis muss man dann umgehen - mit oder ohne Bibel.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Danke für die Antwort. Gefällt mir!

Antwort
von HerrUnsichtbar, 55

Wahrscheinlich weil Märchenbücher nicht der Wahrheit entsprechen. Atheisten, die ja nicht an die Bibel glauben, sind also der Meinung, dass der Inhalt der Bibel teilweise oder gar komplett erfunden ist.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Das ist mir schon klar und war auch eigentlich nicht meine Frage, aber trotzdem danke.

Antwort
von Kasumix, 40

Wenn man es als Buch mit netten Werten bezeichnen und ansehen würde, ja.

Aber auf Grundlage dessen werden Kriege geführt. Wegen Grimms Märchen nicht ;)

Antwort
von Bodybuilder1993, 115

Klar gibt es in der Bibel auch ganz nette Zitate usw die einen auffordern sollen ein guter Mensch zu sein was ja nicht schlecht ist

Das schlechte ist nur daran das viele das ganze zu ernst nehmen und dadurch kontrollierbar sind was ja auch der Sinn von Religionen sein soll (zumindest von den meisten) es soll einen "dumm" halten man soll alles glauben was von der Religion kommt

Und wie man sieht es funktioniert leider noch sehr gut

MfG

Antwort
von chrisbyrd, 73

Zumal die Bibel das "Buch der Rekorde" (am meisten überliefert, gedruckt, verkauft, verschenkt, verteilt, übersetzt usw.) ist:

Bücher-Wiki schreibt: "Das im Buchhandel weltweit meistverkaufte, im Original gemeinfreie Buch ist die Bibel. Die Ausgaben der heilige Schrift haben weltweit insgesamt eine Auflage von ungefähr 20 Millionen im Jahr. Übersetzt wurde das Buch der Bücher weltweit in rekordverdächtige 2303 Sprachen, darunter sogar Klingonisch und Manx (die inzwischen ausgestorbene Sprache der Isle of Man). Übrigens: Übersetzungen der Bibel sind natürlich nicht gemeinfrei, wenn deren Ürheber nicht mindestens 70 Jahre tot ist."

Laut dem "Guiness Buch der Rekorde" wurde die Bibel allein in den Jahren 1815 bis 2000 über 2,5 Milliarden mal verkauft, und die Neue Zürcher Zeitung schreibt von einer Gesamtauflage des Jahrhundertbestsellers Bibel von 3'000'000'000 Exemplaren - drei Milliarden.

Jährlich werden 200 bis 300 Millionen Bibeln oder Bibelteile verbreitet. Unbestritten somit der Bestseller aller Zeiten – trotz weltweiter Versuche, sie zu unterdrücken (auch heute noch, so unglaublich es klingt – besonders in islamischen und kommunistischen Ländern, wo der Besitz der Bibel Hab und Gut und der Glaube an Jesus Christus gar das Leben kosten kann).

Würde man sämtliche Bibeln der Welt aufeinanderstapeln, ergäbe dies knapp die Hälfte der Distanz zwischen Erde und Mond (Quelle: Livenet).

Wenn die Bibel recht hat...
- gibt es einen Gott
- hat unser Leben einen wirklichen Sinn und eine Zukunft
- kennt und liebt dieser Gott jeden einzelnen und nimmt Anteil an unserem Leben
- trennt uns Sünde (unser Egoismus und seine Folgen) von Gott
- bleibt diese Trennung auch über den Tod hinaus bestehen, wenn wir nie bewusst auf die Seite Gottes treten
- gibt es weder eine Wiederverkörperung (Reinkarnation) noch Höherentwicklung noch Selbsterlösung
- sind Himmel und Hölle Realitäten
- gibt es nur einen Weg, mit Gott versöhnt zu werden
- können wir über unsere Zugehörigkeit zu Gott eine klare persönliche Gewissheit erlangen.

Kommentar von Mark1616 ,

Hätte ich Lobbyorganisationen zur Verfügung, die in jedem größeren Ort dieser Welt mit christlicher Bevölkerung eine Niederlassung hat und hunderte Jahre an der Verbreitung arbeiten kann, dann könnte ich ebenfalls dafür sorgen, dass ein Buch so oft verbreitet werden würde. Wenn man die Geschichte betrachtet, dann sind diese Werte für ein Buch wie die Bibel nicht sonderlich erstaunlich, sondern eher zu erwarten.

Antwort
von DerBuddha, 32

die bibel wird auch von mir deshalb als märchenbuch betitelt, um den gläubigen menschen zu zeigen, dass ihre angebliche "wahrheit" nur märchen sind............im bezug zu märchen nutze ich selbst dann immer das beispiel der bremer stadtmusikanten, denn gläubige meinen immer, dass die bibel auch deshalb wahr wäre, weil dort orte, personen und/oder geschichten stehen, die existieren/existierten und/oder wirklich geschehen sind...............nimmt man also die bremer stadtmusikanten dann als gegenbeispiel, da die in diesem märchen beschriebene tiere auch existieren, sogar bremen als stadt, UND es sogar ein denkmal dieser tiere gibt, ist dass trotzdem kein beweis dafür, dass dieses märchen jemals realität war............

im bezug zum märchenbuch, der bibel, bedeutet es also bei uns immer nur, dass gläubige eben an märchen glauben.............

zudem zeigt die geschichte der religionen selbst, dass religionen und götter nur erfindungen der menschen selbst sind...................und dazu die entstehungsgeschichte der götter noch dazu genommen, die ganzen gleichnisse aus verschiedenen religionen, die dann einfach nur geklaut und umgeschrieben wurden, beispiel hölle, teufel, schlange der verführung usw...... kann also jeder gläubige selbst nachforschen und erkennen, dass er an märchen glaubt...............:)

würde jedoch ein gott existieren, z.b. der im alten testament beschriebene gott, dann wäre dieser kein gott sondern der teufel selbst.................denn genau so wird er dort beschrieben und genau diese eigenschaften soll der teufel ja immer besitzen........gläubige sind also meisten menschen (und bevor sich wieder falschlesende gläubige beschweren, ich schreibe nicht alle, sondern "meistens"), die sich selbst belügen, die die vorhandenen echten fakten ablehnen und eben an märchen aus ihrem märchenbuch glauben.............

im übrigen kann man dass mit der "bibel" auf viele andere bücher und bereiche ausbreiten......es gibt z.b. die burger bibel, ein "heiliges" buch aller burger-fans.................bin mal gespannt, wann dann der burger-gott und die burger-religion erfunden wird................*g*

Kommentar von Abahatchi ,

würde jedoch ein gott existieren, z.b. der im alten testament beschriebene gott,

dann hätte so ein Gott schon gar nicht so einen Sohn wie Jesus auf die Erde geschickt, der gänzlich das Gegenteil von dem Predigte, was Gott nach dem alten Testament ausmachte. So ein Gott hätte vielmehr die Erde durch gigantische Lawaströme verwüstet und mit ihnen wie bei der Sintflut fast die gesamte Menschheit vernichtet.

Kommentar von DerBuddha ,

man kann es auch einfacher sagen, er wäre selbst der teufel.........:)

Kommentar von Abahatchi ,

So gemein und schlimm wie Gott ist der Teufeln nun auch wieder nicht, der Vergleich mit Gott wäre gegenüber dem Teufel ungerecht.

Kommentar von DerBuddha ,

leider nicht......kann jeder selbst prüfen:

schreibe auf ein blatt papier alle eigenschaften, die man dem teufel zuschreibt und dann darunter die eigenschaften, mit dem im alten testament der gott beschrieben wird............und nun vergleiche mal...............:

eifersüchtig, zornig, macht beweisend, menschen den lügengeist in den mund legend, aufruf zur sklaverei, aufruf zum mord, aufruf zu plünderungen, menschen beeinflussend, bestrafend bis in nächste generationen hinein usw. usw....alles dinge, die im alten testament über diesen gott geschrieben stehen...........der vergleich ist also richtig.............:)

Kommentar von Abahatchi ,

Nun, auf dem Blatt würde eben auch stehen, dasz Gott die alles schöpfende Kraft ist und der Teufel hat ja nicht seine Existenz seiner selbst zu verdanken. Der Teufel ist ein gefallener Engel und wenn ein Gott zuläszt, dasz ein Engel fallen kann, dann liegt das teuflische am Teufel an Gott selbst. Er trägt also auch für das Sein des Teufels die Verantwortung. 

Der Teufel selbst ist so gesehen auch nur ein Opfer des Wirkens von JHWH. 

Kommentar von DerBuddha ,

würde es einen echten gott geben, wäre er alles.......nicht nur das oder so, wie die menschen ihn gerne hätten, sondern alles zusammen, denn aus ihm entstand ja auch alles.............:)

Antwort
von OnkelSchorsch, 84

Du rennst da offene Türen ein.

Die Geschichten in der Bibel sind durchaus vergleichbar mit Märchen. Und ja, Märchen haben eine innere Wahrheit, wie auch biblische Geschichten.

Wichtig ist, sich darüber klar zu sein, dass Märchen und biblische Geschichten keine historischen, konkreten Fakten erzählen. Wer die Bibel wörtlich nimmt, was du ja ganz offensichtlich nicht zu tun scheinst (bravo!), dem sagen Leute wie ich dann gerne, dass die Bibel ein Märchenbuch sei.

Mit Inhalten, die nicht faktisch konkret real sind, die aber durchaus eine eigene, innere Wahrheit aufweisen.

Insofern kann ich dir eigentlich nur sagen: Willkommen im Club!

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Ich wollte dir gerade einen Pfeil geben, aber ich weiß gerade nicht, welchen ich nehmen soll. Was meinst du mit willkommen im Club?

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Wenn du meine Worte nicht verstehst, kannst du ja gerne mal darüber nachdenken. :-)

Du denkst eben offenbar so, wie es Atheisten auch tun, darum geht es.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Prinzipiell versuche ich, mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen und vertraue in erster Linie auf die Erkenntnisse der Wissenschaft, meine eigenen Sinne und auf meinen Gesunden Menschenverstand. Nur an den Stellen, an denen ich dabei mit Denken nicht weiterkomme, versuche ich es dann mit dem Glauben. Also denke ich ganz und gar nichz wie ein Atheist, ich bin von der Existenz Gottes überzeugt. Darin haben mich meine persönlichen Erfahrungen bestärkt. 

Kommentar von KaeteK ,

Auch du wirst eines Tages erkennen müssen, dass du einer Lüge aufgesessen bist, aber dann ist es für dich unter Umständen zu spät - Ich hoffe es nicht! lg

Kommentar von Abahatchi ,

biblische Geschichten keine historischen, konkreten Fakten erzählen.

Warum sollte es in der Bibel nicht auch historisch konkrete Fakten enthalten. Alles frei erfinden, so kreativ waren die Leute damals nun auch wieder nicht.

Antwort
von indiskret, 33

„Die Bibel wird von Atheisten immer gern als ‚Märchenbuch‘ verspottet“ ... das hat mMn nichts mit verspotten, sondern mit abwerten zu tun. 

An Märchen ist gar nichts schlecht, ausser, dass sie erfunden wurden und nicht den Tatsachen entsprechen! 

„Kann man nicht auch als Atheist der Meinung sein, dass es sich bei der Bibel um ein hervorragendes Buch handelt, von hohem literarischem und kulturstiftendem Wert?“ ... ein vehementes Nein meinerseits. Ich bin allerdings kein Atheist, sondern Agnostiker: http://www.daswissensblog.de/agnostiker-oder-atheist-wo-liegt-der-unterschied/

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Danken für deine Antwort. Kannst du dein Nein aber bitte noch etwas erläutern?

Antwort
von Eselspur, 76

Märchen sind nicht schlecht, sie erheben aber keinen Anspruch auf Wahrheit. 

Intelligente Atheisten haben Respekt vor der literarischen Qualität der Bibel - von Märchen allerdings durchaus auch. Unabhängig von der religiösen Einstellung ist es interessant, in der Bibel zu lesen. 

Wer aber so die Bibel liest, trifft nicht die Absicht des Buches. Abgesehen vom Buch Jona, stehen in der Bibel keine Märchen. Das wunderbare Buch ist aufgeschrieben worden, "damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen."

https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/joh20.html

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Warum jetzt ausgerechnet ein menschenfressender Wal eine Märchenfigur sein soll, eine sprechende Schlange auf einem Apfelbaum aber zum Beipsiel nicht, verstehe ich nicht so ganz.

Kommentar von Eselspur ,

Bei der Frage um eine literarische Gattung geht es nicht um einzelne Motive und Stilmittel, sondern um den Aufbau der Erzählung. 

Die Sündenfallgeschichte erzählt in der Sprache des Mythos das Hinaustreten des Menschen aus demselben und das Eintreten in die Geschichtlichkeit - und damit in die persönliche Verantwortung. 

Wale und Apfelbäume kommen übrigens in der Kunst vor, nicht in der Bibel!

Kommentar von KaeteK ,

Die Erzählung von Jona ist kein Märchen - Selbst der Herr Jesus hat sich auf dies Geschichte berufen. Leute lernt eure Bibel kennen und lest darin unter Gebet.

An verschiedenen Stellen wird von dem Popheten Jona gesprochen:

2. Könige 14 25 Erstellte die Grenze Israels wieder her, vom Eingang Hamaths bis an das Meer der Ebene, nach dem Wort des HERRN, des Gottes Israels, das er geredet hatte durch seinen Knecht Jona, den Sohn Amittais, den Propheten, der von Gath-Hepher war.

Und aus dem NT - Der Herr selbst beruft sich auf Jona

Matth. 12 39 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden, als nur das Zeichen Jonas', des Propheten. 40 Denn gleichwie Jonas drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des großen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte in dem Herzen der Erde sein. 41 Männer von Ninive werden aufstehen im Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen, denn sie taten Buße auf die Predigt Jonas'; und siehe, mehr als Jonas ist hier.

Matth. 16
4 Ein
böses und ehebrecherisches Geschlecht verlangt nach einem Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden, als nur das Zeichen Jonas'. Und er verließ sie und ging hinweg.

Lukas 11 29 Als
aber die Volksmengen sich zusammendrängten, fing er an zu sagen: Dieses Geschlecht ist ein böses Geschlecht; es fordert ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden, als nur das Zeichen Jonas'. 30 Denn gleichwie Jonas den Niniviten ein Zeichen war, so wird es auch der Sohn des Menschen diesem Geschlecht sein. 31 Eine Königin des Südens wird auftreten im Gericht mit den Männern dieses Geschlechts und wird sie verdammen; denn sie kam von den Enden der Erde,um die Weisheit Salomons zu hören; und siehe, mehr als Salomon ist hier. 32 Männer von Ninive werden aufstehen im Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Buße auf die Predigt Jonas'; und siehe,
mehr als Jonas ist hier.

Ich hoffe, du wirst dich nicht mehr so schnell auf`s Glatteis führen lassen...

lg

Kommentar von Eselspur ,

Du verstehst offensichtlich nicht, dass Märchen in keiner Weise etwas Negatives sind, sondern eine literarische Gattung. 

https://books.google.at/books?id=xqFv2Y8gILoC&pg=PA203&lpg=PA203&dq=...

Kommentar von KaeteK ,

Doch, ich habe schon verstanden - Ich hab mir den Herrn und was er so gelehrt und geschrieben hat,  angesehen...

Kolosser 2
8 Seht zu, daß nicht jemand sei, der euch als Beute wegführe durch die Philosophie und durch eitlen Betrug, nach der Überlieferung der Menschen, nach den Elementen der Welt, und nicht nach Christus.

lg


Kommentar von Eselspur ,

und weil du keine Lust hast, dich mit Inhalten auseinanderzusetzen, postest du lieber einen Bibelvers!

Antwort
von kgunther, 49

Märchen sind eine spezifische Art der Poesie.                                                  Die beiden Teile der Bibel (die Heilige Schrift des Judaismus und die historisch jüngere Heilige Schrift des Christentums) stellen eine andere Art der Poesie dar.

Poesie ist niemals "schlecht", schlimmstenfalls "nicht gelungen".

Es gibt allerdings eine Menge Menschen, die Teile der Bibel für wahr, ja sogar für wörtlich wahr halten. Kaum ein Erwachsener würde Rotkäppchen oder das Mädchen mit den Schwefelhölern als historische Personen verkennen und als ahr, was ihnen widerfahren ist.

Märchen haben ihren Platz, die Bibel hat einen anderen und wissenschaftliche Aussagen über die Wirklichkeit einen vollkommen anderen Platz.

Antwort
von DerDieDasDash, 90

Ich hab sie zwar noch nie als Märchenbuch bezeichnet oder dran gedacht, allerdings gehe ich davon aus, dass es heißen soll, dass Christen an Märchen glauben, nach Märchen Leben und nach Märchen handeln. Also quasie an Schwachsinn.. So würde ich das interpretieren. 

Bevor hier wieder das erste mimimi kommt... Ich gebe hier nur meine Gedanken zur möglichen Denkweise der Leute wieder, die die Bibel als Märchenbuch bezeichnen.

Kommentar von Allexandra0809 ,

Findest Du denn Märchen generell als schwachsinnig? Märchen haben sehr oft einen tieferen Sinn.

Kommentar von DerDieDasDash ,

Klar haben manche Märchen einen tieferen Sinn.. Meine damit aber beispielsweise den Glaube an Rotkäppchen z.B.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Ich habe gestern erst ein Mädchen mit einer roten Mütze gesehen! Erkläre mich ruhig für verrückt, aber es gibt tatsächlich Mädchen, die so etwas tragen! :D

Kommentar von Mark1616 ,

Nein, wieso sollten sie schwachsinnig sein? Es ist aber nunmal leider mehr als schwachsinnig sein Leben an irgendwelchen Märchen auszurichten und die Realität deswegen zu vernachlässigen.

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