Frage von Apfelkind86, 232

Die AfD gibt in jüngsten Umfragen wieder 2% auf 10% ab. Ist das der Anfang vom Ende der "Volkspartei" AfD?

Antwort
von Interesierter, 96

Die AFD ist keine Volkspartei und wird auch nie eine werden. 

Die AFD an sich macht mir auch keine wirklichen Sorgen. Große Sorgen mache ich mir um die Spaltung der Gesellschaft, um die immer weiter fortschreitende Radikalisierung.

Schauen wir uns doch mal um. Wir haben die niedrigste Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung. Wir haben Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung, wir können kostenlos zur Schule gehen, wir haben ein gut ausgebautes Verkehrsnetz. Das Leben in Deutschland ist sicher, wir haben ein gutes und funktionierendes Rechtssystem. Niemand muss Hunger leiden oder unter freiem Himmel schlafen. Wir haben seit über 70 Jahren einen stabilen Frieden.

Unterm Strich: Es geht uns doch eigentlich gut!

Woher aber kommt die große Unzufriedenheit in unserem Land? Sind wir unzufrieden, weil es ja noch besser sein könnte? Sind wir unzufrieden, weil der Nachbar sich alle 3 Jahre ein neues Auto leisten kann und ich nicht? Sind wir unzufrieden, weil Flüchtlinge untergebracht und versorgt werden, während an meinem Lohn große Abzüge vorgenommen werden?

Wie sähe die Lage aus, wenn wir wie in Griechenland eine Jugendarbeitslosigkeit von über 50% hätten? Wie sähe es aus, wenn die Löhne über Jahre hinweg laufend zurückgingen, genauso die Renten und sonstige Leistungen? Dann hätten wir Grund zum klagen.

Und trotzdem fühlen sich immer mehr Menschen benachteiligt und unverstanden. Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt ging nicht mal mehr jeder 2. zur Wahl. Dafür finden Gruppen wie z.B. PEGIDA regen Zustrom und Unterstützung. Ehrlich gesagt, darüber mache ich mir Sorgen. Die AFD ist nicht das Problem sondern lediglich ein Symptom der gesellschaftlichen Spaltung.

Kommentar von Apfelkind86 ,

Sehr gute Aussage.

Antwort
von Maxieu, 43

Davon eine Volkspartei zu sein, hat sich die AfD mit ihrem Programm und der zunehmenden Selbstcharakterisierung ihres Personals als "christlich--patriotisch-rechts-konservativ" selbst verabschiedet.

Wer sich in der politischen Landschaft ausschließlich rechts von der CDU verortet, hat den Anspruch, Volkspartei zu sein oder zu werden, aufgegeben.

Rechts von der CDU gibt es zwar Platz für eine Partei, aber nicht für eine Volkspartei, sondern nur für eine indirekte Mehrheitsbeschafferin für große Koalitionen oder eine direkte für die CDU.

Im Moment dient die AfD - in erster Linie wegen der Zuwanderung - noch als
Projektionsfläche für Veränderungswünsche des "kleinen Mannes" - zum Teil ja auch schon mit Erfolg.

Die Chance, zur sozialen (Protest-) Partei jenseits sozialpolitischer Traumtänzerei zu werden, d. h. zu einem dauerhaften Anziehungspol für Wähler der Linken und der SPD (zusätzlich zu den Abwanderern von der CDU), hat sie möglicherweise schon verpasst.

Dazu hätte sie sich - grob gesprochen - gegen das Schröpfen der arbeitenden Bevölkerung durch alle Kategorien von Nicht-Arbeitenden wenden müssen, andersherum gesagt, sich für die Entlastung von Arbeitseinkommen zu Lasten aller Formen arbeitsfreier Einkommen einsetzen müssen.

Davon ist sie aber weit entfernt. Sie ist vielmehr von - größtenteils auch noch inkompetenten - Personen "gekapert" worden, die  - weitgehend undiskutiert - je eine eigene Agenda verfolgen, die schon im Ansatz nicht mehrheitsfähig ist - wie z. B. der "Lebensschutz" der B. v. Storch.


Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 99

Nein.

Ein "Ende" ist erstmal noch nicht abzusehen. Der Niedergangsprozess wird sich eine Zeitlang dahinschleppen. Siechtum geht nunmal nicht über Nacht. :-)

Aber nachdem die AfD nicht länger die Verabschiedung des Grundsatzprogramms vor sich herschieben konnte, markiert das Festzurren programmatischer Positionen den Wendepunkt ihrer Entwicklung.

In dem Momment des Beschlusses des Programms haben sie sich aus dem Cocon der Protestpartei, auf die jeder Unzufriedene beliebig seine Unzufriedenheit projizieren konnte, herausgeschält - aber auch den diskreten Charme des Allesmöglichen verloren.

Seither kann man ihre Positionen auf den Prüfstand der Tauglichkeit hieven und entsprechend untersuchen. Dabei entpuppt sich dann das meiste als etwas, das eben auch viele bisherige Anhänger eher abschreckt.

Das dümmliche Leugnen des Klimawandels z.B....

Antwort
von Maarduck, 95

Ja, könnte sein. Dann hätte sie aber auch ihren Zweck erfüllt, denn Merkel hat offensichtlich ihren Kurs in der Flüchtlingspolitik geändert.

Kommentar von faffian79 ,

Inwiefern hat Merkel ihre Flüchtlingspolitik verändert? Woran machst du das fest?

Kommentar von Maxieu ,

Du kommst gerade aus einem mehrmonatigen Dschungel-Camp zurück?

Vgl.: "Refugees welcome" und den Deal mit der Türkei.

Antwort
von soissesPDF, 134

Wäre nicht das erste Mal, nach Republikanern, Schillpartei und DVU.
Dass die AfD wieder verschwinden könnte kann noch einige Jahre dauern.

2017 sind Bundestagswahlen, es kommt darauf an, welche Antworten die CDU/SPD geben kann.
Die SPD eher keine, die haben seit der Agenda 2010 abgefrühstückt.

- Europa ist nicht das Thema, das nervt nur und schafft keine Lösungen
- kann die CDU die richtigen Antworten geben, an Rentner, HartzIV Opfer, Mindestlöhner?
- kann sie sich vom Neoliberalis lösen?

Kann sie es nicht, wird die AfD weiterhin Bestand haben und gespeist aus den Reihen der Rentner, der Arbeitslosen, der Nichtwähler, der bedrohten Mitte.
Eine Flucht der Politik nach Europa ist sicher nicht die richtige Antwort.

Kommentar von Maarduck ,

wird die AfD weiterhin Bestand haben und gespeist aus den Reihen der Rentner, der Arbeitslosen, der Nichtwähler, der bedrohten Mitte.

Die AfD wird vor allem von den Besserverdienenden gewählt.

Kommentar von Crack ,

Die AfD wird vor allem von den Besserverdienenden gewählt.

Da kenne ich von den letzten Wahlen aber andere Zahlen.

Kommentar von ceevee ,

Damals, unter Bernd Lucke, als die AfD noch in erster Linie eine eurokritische Partei war, mag das sogar gestimmt haben.

Heute zieht die AfD eher ein anderes Klientel an.

Kommentar von barfussjim ,

Ergebnisse der letzten Landtagswahlen, hier sind die "Besserverdiener" unter sich:

Bitterfeld, Sachsen-Anhalt: AfD: 31%

http://m.spiegel.de/politik/deutschland/a-1082329.html

Pforzheim-Haidach, Baden-Württemberg: AfD: 43 %

http://www.pz-news.de/pforzheim_artikel,-Auf-dem-Buckenberg-hat-die-AfD-ihr-best...

Antwort
von schwarzwaldkarl, 139

sagen wir mal so, irgendwann normalisieren sich solche Dinge in der Regel... nach den jüngsten Äußerungen von AfD - Verantwortlichen haben auch einige "Verblendete" einsehen müssen, dass es in der Partei schon recht viele geistige Tiefflieger gibt... 

Kommentar von martinzuhause ,

die jüngsten äusserungen sehen da anders aus. zu diesem seltsamen fussballer hört man nichts mehr. in dem interview fiel der name da wohl von seiten der afd nicht. das war dann eher dichterische freiheit der reporter.

Kommentar von schwarzwaldkarl ,

zu diesem seltsamen fussballer 

da fehlen mir echt die Worte und ganz ehrlich, dieser "seltsame Fußballer" wäre mir als Nachbar 1000 Mal lieber als diese mehr als komischen AfD-Funktionäre... 

Mittlerweile gibt es übrigens eine mehr als merkwürdige Erklärung des erwähnten Zitates... stammel stammel... ich wusste überhaupt nicht, dass er Deutscher ist und dann sogar Christ... stammel stammel...

offensichtich ist aber Dein Kommentar auch "dichterische Freiheit"...

Kommentar von atzef ,

"Dichterische Freiheit" ziert eher den lügenden Meineidling Gauland. Lies dich mal ins wiki-Stichwort "Gauland-Affäre" ein...

Kommentar von martinzuhause ,

sag nur das du einen ehrlichen politiker kennst? ich nicht. da war doch dieser dicke von der cdu der nicht sagen wollte wo das "schwarzegeld" denn herkam. er hatte doch sein "ehrenwort" gegeben. usw.

Kommentar von schwarzwaldkarl ,

@ martinzuhause

wenn Du keine Argument mehr hast, kommst Du mit ollen Kamellen da her, ganz großes Kino... Deine obige und die Aussage von Gaumann kot*en mich sowas von an unf mit solchen Leuten macht eine vernünftige Diskussion auch wirklich keinen Sinn...

Kommentar von Crack ,

@ martinzuhause

Genau solche Menschen wie Du stellen das Wählerpotential der AfD - nicht nachdenken und zweifelhafte Ausreden einfach unreflektiert aufnehmen...

Antwort
von SebRmR, 64

Nein. Es ist doch nichts neues, dass Umfragewerte von Parteien von Umfrage zu Umfrage schwanken. Mal ein oder zwei Punkt mehr oder weniger. Auch gibt es verschiedenen Umfrageinstitute, die unterschiedliche Werte liefern.

Erst wenn die Werte der AfD über mehrerer Wochen bei vielen Umfragen dauerhaft sinken bzw. auf niedrigem Niveau (für mich deutlich unter 5%), könnte man von einen dauerhaften Umfragetief sprechen.
Aber entscheidend ist aufm Wahlzettel.

Antwort
von Fishmeaker, 117

"Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast."

Da ist etwas Wahres dran. Solche Umfragen haben wirklich keine große Aussage. ich vermute leider, dass die AfD in Zukunft weiter zulegen wird.

Ich kann zwar verstehen, dass ein rechtorientierter Mensch diese Partei wählt, aber nicht wieso der "kleine Mann" sie wählt. Immerhin handelt es sich um Nationalkapitalisten. Damit schneidet sich jeder aus der übrig gebliebenen Mittelschicht immer ins eigene Fleisch.

Antwort
von Nunuhueper, 39

Wer wird denn da immer befragt? Sind es dieselben wie das letzte Mal?

Antwort
von voayager, 48

Hängt stark von der Linke, als auch von der Bundesregierung ab. Wenn beide Lager nicht attraktiv genug für die AfD-Wähler sind, bleibt diese reaktionäre Hochburg uns erhalten.

Antwort
von martinzuhause, 114

warum sollte das ein ende sein. die umfragen sind da nicht gerade repräsentativ.

eine anderen umfrage nach stehen die bisherigen grossen parteien vor dem aus

http://www.n-tv.de/politik/Umfrage-Zeit-der-grossen-Parteien-ist-vorbei-article1...

Kommentar von Crack ,

warum sollte das ein ende sein. die umfragen sind da nicht gerade repräsentativ.

Aber sicher sind sie das.

Kommentar von martinzuhause ,

dann stehen die grossen volksparteien ja auch vor dem aus. falls nicht nur die passenden umfragen repräsentativ sind

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