Frage von KelticAngels, 120

Diagnose Anorexie nervosa bekommen - kann es nicht glauben?

Hallo allerseits,

ich habe vor ca. 2 Wochen die Diagnose: Anorexie nervosa bekommen und als ich abends wieder zu Hause war, bin ich wütend geworden. Ein paar Tage später habe ich dann zu meiner Mutter gemeint, nachdem wir uns ein Video angeschaut haben: "Ich bin nicht krank, ich wiege keine 39 kg. Ich esse doch, magersüchtige essen gar nichts und das bei 8h Schule am Tag!" "Meine Mutter entgegnete, dein Verhalten zeigt, dass du krank bist."

Ist es normal, das man hin und wieder am Tag ambivalent gegenüber der Akzeptanz der Diagnose ist?

Sollte ich mit meiner Therapeutin drüber reden? Was meint ihr?

Ich bin 1,67m groß und wiege 45, 50 kg. 

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Rendric, 75

Es ist ein typisches Verhalten, dass man unangenehme Wahrheiten von sich wegschiebt und verleugnet. Man findet scheinbar überzeugende Argumente um sich selbst einzureden, dass es gar nicht so ist. Obwohl selber eigentlich genau weiß, dass die Diagnose zutrifft.

Magersucht macht sich nicht am Gewicht fest. Eine Freundin von mir, war auch Magersüchtig und man hätte es ihr nie angesehen, weil sie quasi immernoch übergewichtig war. Aber durch ihr Essverhalten war sie eindeutig krank, hatte Mangelerscheinungen (Haarausfall, Ausbleiben der Periode...).

Magersüchtige nehmen durchaus etwas zu sich, nur viel zu wenig und einseitig.

Antwort
von schattenrose96, 44

Es gehört zum Krankheitsbild, eine falsche Selbstwahrnehmung zu haben. Versuch, deine Krankheit zu akzeptieren, dann kannst du anfangen, den Gegenangriff einzuleiten.
Ich wünsche dir alles Gute!

Antwort
von Joschi2591, 48

Leider zu wenige Infos.

Grundsätzlich ist eine Diagnose kein irreversibler Stempel, den Du nun mit Dir rumtragen musst wie Deine eigene Nase.

Auf jeden Fall solltest Du mit Deiner Therapeutin darüber reden und Dir anhören, was sie zu sagen hat, ohne gleich auf Konfrontation zu gehen.

Denn andere Menschen haben auch eine Meinung, die gehört werden sollte, so wie Deine auch.

Gerade bei essgestörten Menschen ist es nämlich so, dass sie sich selber völlig falsch wahrnehmen.

Ob das bei Dir der Fall ist, weiß hier niemand.

Antwort
von Goodnight, 14

Ich kenne einige Magersüchtige die so gut wie nur Schokolade und Chips essen.

Alles eine Frage der Menge. Du bist mit Garantie Magersüchtig.

Antwort
von sweetblueeyes84, 77

Hi,

auf jeden Fall solltest du dieses Thema mit deiner Therapeutin besprechen. Gerade die Akzeptanz der Diagnose und des gesundheitlichen Problems ist eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Therapie.

Du musst lernen es für dich zu reflektieren und damit umzugehen, dann erst kann eine Therapie auch wirklich einen langfristigen Erfolg haben.

Alles Gute für dich.

Antwort
von Wurzelstock, 35

Mir ist der Grund deiner Frage an die Comunity nicht klar. Du hast eine Diagnose, eine Therapeutin, und ein Zuhause. Weiterhin hast Du ein Untergewicht, dessen Bedeutung wir aber nicht beurteilen können, weil Du deine Körpergröße nicht angibst.

Natürlich ist mir die Anorexia nervosa vom Namen her und von einigen Menschen bekannt. Doch ich konnte noch nie etwas damit anfangen, weil die Betroffenen mich nie darauf angesprochen, und sich nie darüber geäußert haben - für mich also ein Buch mit 7 Siegeln.

Ich weiß zudem, dass die Therapeuten vor dem gleichen Problem stehen, sodaß sie ziemlich einmütig eine weitgehende Ratlosigkeit zugeben.

Wenn Du also bei dir nun ein ständiges Schwanken zwischen Krankheitseinsicht und Unverständnis beobachtest, ist das ganz sicher ein informeller Ansatz für deine Therapeutin - unabhängig, ob sich ein Nutzen für dich ergibt oder nicht. Bitte bedenke, dass Psychotherapien nie Einbahnstraßen sind: Der Therapeut profitiert auch von seinem Patienten!

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