Frage von jxlxax, 57

Diabetes/überzuckert?

Ich wissen ab wie viel Zucker es gefährlich wird und wie viel Zucker für einen Diabetiker normal ist?

Antwort
von Cassiopeija, 34

Zuerst einmal gibt es zwei Arten von Diabetes, eigentlich sogar 3.

Typ 1 Diabetes ist eine Autoimunerkrankung, das eigene Imunsystem "erkennt" die insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse als Fremdkörper und zerstört sie systematisch. Der Betroffene hat dann nach kurzer Zeit gar kein Insulin mehr. Insulin wird aber benötigt, um Zucker in die Zellen zu transportieren, denn das ist der Brennstoff, mit dem wir funktionieren. Typ 1 muss also sofort Insulin von aussen zuführen, meist per Pen oder per Pumpe.

Typ 2 Diabetes ist eigentlich ein Gendefekt, alledeings kann man durch gesunde Ernährung, Vermeidung von Übergewicht und entsprechende Bewegung, den Ausbruch weit ins Alter hinaus schieben.

Beim Typ 2 entsteht in der Regel eine Insulinresistenz. Die Zelle reagieret nicxht mehr ausreichend auf das Insulin und benötigt mehr Insulin, um den Zucker aufnehmen zu zukönnen - jedenfalls laienhaft dargestellt. Daraufhin
 produzieren die Betazellen mehr Insulin.

Dieser Vorgang schaukelt sich soweit auf, was viele Jahre dauern kann, bis die Betazellen an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gestossen sind, aufgeben und nur noch eingeschränkt Insulin abgeben. Das ist dann in der Regel der Punkt, an dem der Betroffene merkt, das er Diabetes hat.

Das dumme ist leider, das es sehr lange nicht spürbar ist, da es nicht weh tut und der Blutzuckerspiegel nur sehr langsam ansteigt. Ist derjenige dann vielleicht auch noch Raucher und übergewichtig, kann es zu übelen Folerkrankungen kommen wie Blindheit, Amputation, Schlaganfall, Herzinfarkt.

Die Werte, nach denen Du gefragt hast sind sehr unterschiedlich und man kann sie nicht wirklich genau sagen.

Bei mir wurde z.B. bei einer Blutuntersuchung wegen einer OP (mir sollten die Mandeln entfernt werden) ein Blutzucker von 450 festgestellt und ich hab nichts gemerkt von Diabetes. Die Freundin eines Bekannten ist mit 600 Blutzucker zur Arbeit gegangen und ihr Diabetes wurde nur durch eine betriebliche Routineuntersuchung festgestellt.

Meine Lebensgefärhtin ist mit Typ 1 Diabetes (LADA) und ca. 600 Blutzucker ins Krankenhaus gekommen und war im Zuckerkoma. Die Ärzte meinten eine halbe Stunde später und es wäre aus gewesen.

Als ich letztes Jahr in der Klinik war, wurde einer eingeliefert, der bewusstlos war und über 500 Blutzucker hatte. Später hat er mir erzählt, das er auf ein Open Air konzert wollte und einfach umgekippt ist.

Also bei Typ 1 ist es gefährlich wenn über einen längeren Zeitraum absoluten Insulinmangel hat, dann droht Ketoazidose. Tödlicher ist Unterzucker und auch da kann man bewusstlos sein. Sinkt der Zuckerspiegel im Blut sehr schnell und wird nicht sofort reagiert, kann das tödlich enden.

Ich weiss natürlich nicht, welcher Diabetes Typ Dein Vater war und wie sein restlicher Gesundheitszustand war, ob er übergewichtig und/oder herzkrank war, ob er Arteriosklerose hatte, ob er geraucht hat und evtl. gern auch mal Alkohol getrunken hat (kann auch zu Unterzuckerungen führen) oder sonstige Krankheiten. All das verändert den Bereich, ab dem es gefährlich wird bzw. erhöht die Gefahr.

Falls Du noch Fragen hast, kannst Du das gern tun. Auf jeden Fall tut es mir sehr leid, das Du Deinen Vater verloren hast.

Antwort
von Mondragor, 12

Hallo,


Für Normwerte gibt es mehrere Skalen.

Der normale Momentanspiegel schwankt zwischen 60 - 140 mg/dl, bei einem gesunden Menschen eher 80 - 120 mg/dl.

Der Wert in der anderen geläufigen Skala ist 3,3 bis 7,8 mmol/l , bei einem gesunden Menschen eher 4,4 - 6,7.

Da diese Einheiten so stark voneinander abweichen, ist eine Verwechslung der Skalen praktisch ausgeschlossen. Regional bedingt sind diese verschieden, in den neuen Bundesländern wird typischerweise die mmol/l Skala angewandt, die mg/dl eher in den alten Bundesländern.

UND es gibt einen Langzeitwert. Rote Blutkörperchen speichern Zucker, der an Haemoglobin gebunden wird, das nennt man dann HBA1C. Anhand der durchschnittlichen Lebenserwartung kann somit über den HBA1C-Wert (Einheit ist %) ein Rückschluss auf die letzten 8-12 Wochen gezogen werden, denn der prozentuale Anteil des HBA1C hängt vom Blut-Zucker-Spiegel ab. Je mehr zucker im Blut desto höher der Anteil an HBA1C am gesamten Haemoglobin.

Hier sollten sich die normalen Werte um 4,8 - 6 befinden, bei einem höheren Wert sollte bereits regelmäßig untersucht werden, wie der HBA1C-Wert sich verhält. Denn da es sich um einen Langzeitwert handelt, ist alles über 6 schon oberhalb der 120 als durchschnitt, das ist für einen dauerhaften Wert zu viel. Hier kann man bereits eine prädiabetes vermuten, die aber erst einmal keine direkte Gefahr in Bezug auf zu befürchtende Folgeerkrankungen bedeutet. Aber es sollte dann beobachtet werden und ggf. kann man dann schon mit etwas mehr Bewegung und gesünderer Lebensweise den Wert wieder normalisieren. Das sollte dann aber auch weiter beobachtet werden, beispielsweise durch eine viertel- oder halbjährliche Blutuntersuchung.

Ab wann wird es gefährlich?

Generell kann man da keinen festen Wert nennen, das ist eher davon abhängig, wie schnell/stark der Wert schwankt. Die meisten Fälle von Diabetes, v.a. Typ II werden zufällig entdeckt, nicht etwa aus der Vermutung anhand von Symptomen heraus. Langfristig sollte der durchschnittliche Wert nicht oberhalb von 120 mg/dl oder 6,7 mmol/l liegen. Daher ist eigentlich der HBA1C-Wert so ein wichtiger Indikator!

Der relative Insulinmangel ist dahingehend gefährlich, dass kleinere Änderungen in den Lebensumständen - wie beispielsweise mit dem Rauchen aufzuhören, schon eine Stoffwechselentgleisung in Gang setzen können. In diesem Beispiel ist es nämlich so, dass durch das Rauchen der Darm deutlich weniger effizient arbeitet als der eines Nichtrauchers mit ansonsten vergleichbarem Stoffwechsel. Durch den Wegfall der Zigarretten wird die Nahrung effizienter ins Blut aufgenommen, v.a. auch der Zucker und so kann es zur Stoffwechselentgleisung kommen.

Oft ist sowas dadurch begleitet durch sehr viel Durst, sehr viel Harndrang, weil der Zucker über die Nieren aus dem Blut gefiltert wird, um den Körper vor den Folgen einer Überzuckerung zu schützen. Man trinkt dann mehr als 4 Liter, manche sogar über 10 Liter Wasser am Tag, schlimmer ists natürlich bei zuckerhaltigen Getränken, da es die Sache noch verschlechtert.

Außerdem nehmen viele, die über lange Zeit diesen Zustand aufrecht erhalten, massiv an Fettmasse ab. Das können mehrere Kilo in der Woche an Gewichtsverlust sein, worüber man ja eigentlich froh sein kann. Doch in Fett sind immer auch andere Stoffe gelöst und die Fettverbrennung ist auch immer etwas unsauber, (fast wie ein Diesel) und es bleiben im Bindegewebe und an anderer Stelle Ketone zurück, der Atem riecht dann nach Aceton, wie Nagellackentferner, auch im Urin ist das nachweisbar.

Außerdem übersäuert der Körper schnell, wodurch man sich schlapp fühlt, schnell ermüdet, teils kann es zu massiven Übelkeitsausbrüchen kommen.

Das sind eigentlich so die Hauptmerkmale einer ketoacidotischen Stoffwechselentgleisung. Teilweise treten diese (Ketosen und Acidosen) auch bei extremen Diätformen wie der Atkins-Diät auf, da hier über die Muskeln ebenfalls fast nur noch Fett verbrannt wird, da der in der Leber neu frei gewordene Zucker eigentlich nur ins Gehirn und die Blutzellen wandert.


Ich hoffe das hilft Dir.

Antwort
von Februarygirl, 35

Meinst du den Blutzucker?
Also bei mir ist es so, dass mein Zucker immer zwischen 80 und 160 sein sollte.. und gefährlich wird es, wenn der Zucker über einen längeren Zeitraum hinweg, sprich mehrere Stunden oder Tage über 250 liegt.. wenn dann alle Gegenmaßnahmen nichts helfen sollte man auf jeden Fall ins Krankenhaus gehen

Kommentar von jxlxax ,

Ab wie viel kann man ins Koma fallen?

Kommentar von Februarygirl ,

Das dauert bis das passiert.. dafür muss man über Wochen, ich glqub sogar Monate lang einen hohen BZ haben.. mit einem niedrigen Zucker geht das viel schneller.. die Wahrscheinlichkeit durch einen hohen BZ ins Koma zu fallen ist glaub ich sehr gering..

Kommentar von jxlxax ,

okay, danke

Antwort
von Cassiopeija, 24

Also dazu gibts viele Seiten im Internet, das muss man nur etwas die Suchmaschine bemühen.

Ausserdem erklärst Du nicht, warum Du das wissen willst. Wenn Du jemand gesundheitlich schädigen willst, oder warum fragst Du nach dem Zuckerkoma, werde ich das bestimmt nicht beantworten.

Kommentar von jxlxax ,

Fall's du es genau wissen willst, meine Vater ist daran gestorben. Und er lag deswegen im Koma.

Kommentar von Cassiopeija ,

Das tut mir leid, aber das wusste ich nicht, da Du es nicht erwähnt hast.

Es gibt leider auch Jugendliche, die gerne ihre Schulkollegen wegen Typ 1 Diabetes mobben und diverse Streiche spielen, obwohl die es mit ihrer Scheisskrankheit eh schon schwer genug haben.

Z.B. nach den Untericht auf den Boden zwingen, sich mit 4 Leuten auf Beine und Arme setzen, Nase zuhalten und Cola oder reines Zuckerwasser einflössen, was böse Folgen für den Betroffenen haben kann.

Oder man schnappt sich ein Typ 1 Diabetiker und spielt an seiner Insulinpumpe rum, was sogar tödlich enden kann.

Deswegen mein Verhalten. Deine Frage beantworte ich Dir extra.

Antwort
von Nettofragenxd, 16

Hey, pauschalisiieren kann man es nicht . Ich kann aus eigenen Erfahrungen sagen, dass "normal", falls du damit gut eingestellte Werte meinst zwischen 75 und 135 liegen. Gefährlich wird es ab einem Blutzuckerwert ab 650 schätze ich .

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