Frage von mcmilane313, 117

Diabetes besiegen und Leben total umkrempeln?

Guten Tag liebe Community,

mein Name ist Tim, bin 16 Jahre alt und habe einen sehr starken Verdacht auf Diabetes Typ 2. Am Montag habe ich einen Termin beim Arzt und dann werden wir schauen, ob ich daran erkrankt bin.

Da ich unbedingt die Folgeschäden so niedrig wie möglich halten will, muss ich wohl mein Leben total ändern, abnehmen, Sport treiben und mich gesund ernähren. Das ist ein großer Ansporn.

Ich will mich wirklich ändern, aber nun ist die Frage: Wie mache ich meinen Eltern ideal weiß, dass ihr Kind sich total verändern will und was sind eigentlich die Schritte einer Diabetes - Therapie?

Ich freue mich über jede Antwort.

MfG

Tim

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Antwort
von Cassiopeija, 10

In Deinem Alter ein Diabetes Typ 2 halte ich für äusserst unwahrscheinlich, es sei denn Du hast den Typ MODY, was nur durch eine Erkrankung entstehen kann und nichts mit dem "normalen" Typ 2 zu tun hat oder Du bist extrem übergewichtig.

Wenn überhaupt, dann wird es ein Typ 1 sein. Der Arzt wird/sollte Dir Blut abnehmen und Deinen HbA1c (Blutzuckerlangzeitwert) feststellen, sowie Dein Blut auf Antikörper untersuchen lassen, was in Regel 2-3 Tage dauert, da es erst in ein Labor geschickt werden muss. Die wenigsten Ärzte haben da ein eigenes. Antikörper bilden sich nur bei Typ 1.

Wie Du das Deinen Eltern klar machen sollst? Mit Rauchzeichen und Gestik? Kennst Du eine andere Lösung als mit Ihnen darüber zu reden? Falls der Arzt Deinen Verdacht bestätigt, wirst zu einem Diabetologen/In müssen. Meist haben die auch einen Diabetesberater/In. Nimm Deine Muter mit und lass sie dabei sein, einfacher geht das nicht mit dem erklären.

Die Schritte einer Diabetes Therapie sind für Typ 1 und Typ 2 zum Teil unterschiedlich. Typ 2 wird, wenn man es früh feststellt, in Regel (und von dem rede ich, natürlich gibt es Ausnahmen) mit Tabletten beginnen. Manchmal reicht sogar Ernährungsumstellung und etwas Sport. Im Laufe der Jahre sinkt die Insulinproduktion und die Resistenz steigt etwas bis stark an.

Dann gibts zuerst Tabletten und Langzeit- / Basalinsulin, danach Tabletten und Bolusinsulin und zum Schluss spritzt man nur noch Insulin.

Typ 1 ist ein ganz anderer Fall. Durch eine Autoimunerkrankung hält das Imunsystem die Betazellen der Bauchspeicheldrüse für Fremdkörper und zerstört sie, der Betroffene hat dann gar kein Insulin mehr. Manchmal ist dieser Vorgang aber auch verzögert, sodas es Jahre dauern kann, bis gar kein Insulin mehr vorhanden ist.

Typ 1er bekommen sofort Insulin. Man gibt sich ein Langzeitinsulin um eine Basis (daher der Name Basalinsulin) zu haben und berechnet dann das, was man an Kohlehydraten zu sich nimmt, um dann entsprechend ein Esseninsulin zu spritzen (nennt sich Bolusinsulin).

Sehr viel Sport ist beim 1er nicht nötig (es sei denn, er ist übergewichtig), Bewegung ist aber immer gesund. Als Diabetiker, egal ob 2er oder 1er, muss man beim Sport allerdings mit seinem Insulingaben vorsichtiger umgehen, da Sport den Blutzucker senkt und Gefahr für Unterzuckerung besteht.

Übermässiger Sport mit sehr hohen Anstrengungen führt kurzfristig zu einem starken Abfall und danach zu einem noch stärkeren Anstieg des Blutzuckers.


Expertenantwort
von Lirin, Community-Experte für Diabetes, 11

Hallo!

Wenn du wirklich Typ 2 Diabetes hast, dann brauchst du unbedingt einen guten Diabetologen, der sich um dich ordentlich kümmert!

Nur er kann deinen Diabetes angemessen einstellen, damit deine Werte immer im grünen Bereich sind.

Beziehe doch deine Eltern mit ein, denn du bekommst sicherlich eine Diabetikerschulung, wenn nicht frag unbedingt danach!

Je nach deinen Blutzuckewrwerten und deinem Langzeitzuckerwert (Hba1c), wird dein Diabetes mit Diät und viel Bewegung sowie Abnehmen, falls notwendig, behandelt. Außerdem musst du eventuell Tabletten nehmen. Erst wenn deine Blutzuckerwerte lausig schlecht sind und alles nicht wirklich greift, dann muss auch ein Typ 2 Insulin spritzen!

Sollten deine Eltern nicht einsehen, dass du dein Leben verändern musst um gute Werte zu bekommen, dann lass sie mal das folgende lesen.

Spätfolgen bei dauerhaft hohen Blutzuckerwerten können sein:

** erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall

** Durchblutungsstörungen und sehr schmerzhafte Nervenschädigungen - bis hin zu Amptutation von betroffenen Gliedmaßen

** Nierenschäden aufgrund der Eiweißausscheidungen - bis hin zur Dialyse

** sowie offene, nässende und sehr schlecht verheilende Wunden an den Beinen - ebenfalls mit Amputation als letzte Möglichkeit

Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand soetwas will! Auch deine Eltern wollen das sicherlich nicht.

Ich wünsche dir alles Gute, viel Disziplin und Durchhaltevermögen und allzeit gute Blutzuckerwerte!

Lg Lirin

Antwort
von Artus01, 11

Laß Dich von den "Gefechten" weiter unten nicht beeindrucken. Warte zunächst mal ab was der Arzt sagt. Wenn es wirklich Typ 2 ist, was auch bei jungen Menschen durchaus vorkommt, so wird Dir zunächst Dein Hausarzt sagen was als erstes zu tun ist.

Wenn er verantwortungsvoll (das tun leider nicht alle Ärzte) mit der Krankheit umgeht, wird er Dich auch an einen Diabetologen überweisen. Trotzdem wird Dein Hausarzt immer zunächst der zentrale Ansprechpartner bleiben.

So, und nunb warte ab was am Montag so kommt.

Antwort
von Girschdien, 45

Üblicherweise unterstützt Dein behandelnder Diabetologe Dich dabei. Du (und natürlich Deine Eltern) wirst geschult, Ernährungsberatung etc. 

Sprich das beim Arzt unbedingt an, dass Du hier Unterstützung brauchst.

Antwort
von WetWilly, 47

Diabetes kann niemand besiegen.

Aber: man kann so leben, dass man auch mit der Diagnose Diabetes Typ 2 lange und gut leben kann.

Es gehört dann eben ein vernünftiges Kohlenhydratmanagement zu Deinem Leben. Wie das geht, dabei hilft Dir ein Diabetologe.

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