Frage von michi57319, 111

Diabetes, sollte ich einen Termin beim Doc machen, weil meine Werte nicht besser werden?

Es zeichnete sich schon länger ab, jetzt ist es diagnostiziert. Diabetes. Mist!

Vor zwei Wochen bekam ich 500'er Metformin, die Werte sind jedoch nach wie vor nicht verkehrs- und nennensfähig, sprich unter aller Sau :-(

Die Woche bin ich mit 186 schlafen gegangen und mit 226 aufgewacht. Herrschaftszeiten, nach der Zeit unter Medikamenten dürften solche Werte doch gar nicht mehr auftreten?

Zumal ich am Abend generell auf KH verzichte, bis auf das Bier, was ich während des Urlaubs gerne mal getrunken habe. Zu Hause hab ich solche Werte bislang eher selten messen können.

Gibt es eine Möglichkeit, Insulin zu messen? Wäre ja schon angebracht, herauszufinden, ob die BSD überhaupt noch arbeitet, oder?

Gibt es hier einen Diabetiker, der ähnliche Erfahrungen beim Einstieg in diese Erkrankung gemacht hat und mir sagen kann, was ich jetzt machen sollte?

Ich hab eigenmächtig die Dosis erhöht, Schaden kann es ja nun wahrlich nicht. Wenn die BSD noch was rausquetschen kann, dann mit 'ner höheren Dosis Metformin.

Ich bin ziemlich angefressen, weil mich die Erbmasse so früh erwischt. Ich bin sehr niedergeschlagen. Ich fühle mich mit Anfang 40 einfach noch zu jung für so ein Problem :-(

Antwort
von JohnnyAppleseed, 47

Meine Eltern haben Diabetes. Soweit ich weiß muss die Bauchspeicheldrüse noch etwas Insulin produzieren, sonst wärest Typ 1. DU müsstest Typ 2 sein. Man kann messen wieviel die BSD noch produziert. Funktioniert sie weniger als 10% hat man wohl Diabetes. Und du musst deinen Blutzucker vor jedem Essen testen. Hast du kein Blutzuckermessgerät, weil du sagst du hast eigenmächtig erhöht? Das kann auch in's Auge gehen. Unterzuckerung ist natürlich schlimmer. Gewöhne dir an, überall Traubenzucker bereit zu legen. In jedes Zimmer, Bad, Garage, Keller, in's Auto. Hast du eine Unterzuckerung, kann es manchmal nicht schnell genug gehen.
Außerdem solltest du dringend eine Diabetes Beratung besuchen. Diese Seminare, werden soweit ich weiß, sogar von den örtlichen Apotheken kostenlos abgehalten.
Bei meinen Eltern ist so, dass sie sich zweierlei Insulin spritzen müssen. Schnell wirkendes vor jedem Essen und Langzeit Insulin für die Nacht.
Das du morgens etwas erhöhten Blutzucker hast ist normal, solange die Werte nicht utopisch sind. Normaler Blutzucker liegt übrigens bei max. 120.
Aber gehe zum Arzt, frage nach den Seminaren und lasse dich checken.
Zum Glück habe ich die Probleme NOCH nicht, sonst hätte ich gesagt. Willkommen im Club.
Alles Gute

Kommentar von michi57319 ,

Ich bin erblich vorbelastet, wie in meiner Frage zu lesen. Und joh, ich messe schon seit Jahren. Ohne Grund, sprich ohne Messung des HbA1c hab ich auch definitiv keine Gründe, Medis, wie Metformin zu nehmen. Die sind ärztlich verordnet!

Kommentar von JohnnyAppleseed ,

Wenn du misst, kannst du natürlich und das sollst du sogar, deine Medikamente anpassen. Damit das alles nicht zu viel und nicht zu wenig ist. Besser du lässt den Arzt noch nachschauen, dann kann der individuell entscheiden warum es nicht stabiler wird.

Antwort
von Cassiopeija, 31

Zuerst einmal, ich bin selbst Typ 2 Diabetiker. Mit anfang 40 ist man nicht zu "früh" dran. Dieser Eindruck stammt vermutlich aus der veralteten, unseligen Bezeichnung "Altersdiabetes".

Den Altersdiabetes gibt es zwar, hat aber andere Ursachen. Es ist nun mal so, das unsere Körper/Organe im Alter nachlassen. Bei einigen älteren Menschen eben auch die Betazellen der Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Insulin produzieren. Dann hat hat man  eine Altersdiabetes.

Der "normale" Typ 2 hat damit nichts zu tun. Er basiert auf einem defekten Gen. In der Regel kann man ihn mit gesunder Ernährung, Vermeidung von Übergewicht und viel Bewegung weit nach hinten ins Alter verschieben - in der Regel.

Leider hält sich der Bursche nicht immer dran. Ich war z.B. 36, hab mich eigentlich gesund ernährt und Bewegung gabs auch genug und er kam trotzdem.

Urlaube sind besondere Situationen, die einen brauchen weniger, die anderen mehr. Kommt immer auf Ernährung und Bewegung an.

Prof. Mehnert, die Diabetes Kapazität in Deitschland (und ich auch) sagt, je früher man mit einer Insulintherapie beginnt, desto länger halten die Betazellen durch.

Sicher, die meisten haben irgendwie Angst vorm spritzen, aber was die Gesundheit betrifft ist die Insulintherapie den Tabletten weit überlegen

Tabletten sind Chemie, sie verändern Abläufe in deinem Körper. Insulin ist natürlich, Du produzierst es selbst in Deinen Betazellen. Wenn es zu wenig ist, führt man das, was fehlt, sich per Injektion  zu. Das ist natürlich und ändert nichts an den normalen Abläufen im Körper.

Blutzucker messen muss man auch mit Tabletten und der kleine Pieks einer Injektion ist total harmlos und schmerzfrei, wenn man es richtig macht und das lernt man in einer Diabetesschulung.

Noch was zum  Schluss - geh zu einem Diabetologen, wenn Du es noch nicht getan hast. Er hat mehr Wissen über Deinen Diabetes als Dein Hausarzt.

Falls Du Dir das mit der Insulintherapie überlegst, verlange eine ICT, eine erweiterte Insulintherapie. Du misst Deinen Blutzucker, rechnest dazu was Du essen möchtest und injizierst Dir das benötigte Insulin. nach 3 Stunden misst Du erneut und korregierst evtl. nach (oder auch nicht, wenns gepasst hat).

Mit erhöhtten Zuckerwerten muss niemand rumlaufen, denn die können langfristig übles in Deinem Körper anrichten. Diabetische Füsse, aber auch Amputation und Erblindung können langfristig drohen. Mit einer korrekt eingestellten Insulintherapie, führst ein ganz normals Leben, wie bisher.

Messgeräte, so Du keines hast, gibst von fast jedem Hersteller kostenlos zum testen, erdienen tun sie dann an den Teststreifen. Aber auch wenn Du ein bestimmtes möchtest, das nicht kostenlos zu haben ist, kann man es verschreiben und ist somit kostenlos, die Teststreifen sind es eh.

Ansonsten schau, was Lirin Dir geschrieben hat,

Eins noch zum Schluss - Metformin senkt keinen Blutzuckerwert, es verhindert bzw. reduziert den Zucker, der ins Blut geht. Dumm nur, dass das genau der "Brennstoff" ist, den unseren Zellen und unser Gehirn brauchen.

Expertenantwort
von Lirin, Community-Experte für Diabetes, 41

Hallo!

Suche dir unbedingt einen guten Diabetologen zur Behandlung! Ein normaler Hausarzt, selbst mit Zusatzausbildung für Diabetes, kann dir nicht genug helfen.

Dein Diabetes Typ 2 muss unbedingt ordentlich eingestellt werden und du brauchst genaue Vorgaben welche Diät du halten sollst! Frag auch nach einer Diabetikerschulung, denn Wissen um deine Krankheit ist sehr wichtig! Auch eine Ernährungsberatung wäre vorteilhaft.

Folgendes solltest du beachten:

** abnehmen falls du übergewichtig bist - dein Körper braucht bei Übergewicht viel mehr Insulin für die selbe Mahlzeit

** viel Bewegung und regelmäßig Sport betreiben - das senkt den Blutzucker zusätzlich

** verwende Süßstoff und halte dich von Süßem fern

** Iss mehrere, kleine Mahlzeiten gleichmäßig über den Tag verteilt - 5-6 Mahlzeiten wären idea, so steigt der Blutzucker nicht so stark an und je höher er ist, desto mehr Insulin braucht der Körper wieder

** achte bei Obst auf den Zuckeranteil, es gibt viele Tabellen im Netz - wenig Zucker enthalten Wassermelonen, saure Äpfel, Erdbeeren, Pflaumen, Pfirsich, Orangen, Grapefruit, Kiwi und noch vieles mehr

** Iss viele Vollkornprodukte - sie werden langsamer verdaut, dein Körper hat so mehr Zeit um das benötigte Insulin zu erzeugen und der Blutzucker steigt nicht so schnell und stark an

Einfach die vorgegebene Dosis deines Medikaments zu erhöhen ist nicht ratsam! Dein Blutzucker muss ordentlich eingestellt werden mit Diät und verschiedenen Medikamenten. Erst wenn er trotzdem noch zu hoch ist, ist es vielleicht notwendig Insulin zu spritzen.

Ich würde mich nicht dagegen wehren, denn dann wird alles viel leichter!

Ich hoffe, du hast ein Blutzuckermessgerät bekommen. Das müsste die Krankenkasse bezahlen, denn die regelmäßige Kontrolle ist unerlässlich!

Ich wünsche dir alles Gute und allzeit gute Blutzuckerwerte!

Gruß Lirin

Kommentar von michi57319 ,

Merci Lirin.

Ich esse kein Obst, schon seit 30 Jahren nicht.

Wenn ich 10-12 Stunden körperlich aktiv bin im Job, schaffe ich keine Walkingrunde mehr. Abnehmen geht nicht, selbst dann nicht, wenn ich meine täglichen Kalorien auf ein verträgliches Mindesmaß runtersetze.

Süßstoff kommt mir nicht ins Haus, ist eklig. Ich nehm Erythrit, wenn ich es schon mal süß haben will. Schoki ausgenommen, die kommt natürlich mit normalem Zucker daher, ist aber selten. Ich bin der Typ Schinkenbrot, statt Kuchen.

Vollkorn bzw. Low Carb ist bei mir sowieso schon Regel, nicht Ausnahme. Meine Zähne haben Risse, weil ich Zeit meines kauenden Lebens viel hartes Vollkornbrot gegessen habe. Das war Standard nach dem Graubrot, welches ich nie mochte.

Ich bin bei einem Diabetologen, hatte jedoch vor zwei Wochen den ersten Termin, nachdem meine Werte bei den Selbstmessungen wirklich bedenkliche Werte erreichten.

Ich dachte nur, daß mit ein bischen Metformin alles geregelt wäre. Ist es nicht. Das schlägt mich echt nieder, weil es wohl auf Insulin spritzen hinausläuft.

Ich könnte heulen, ja. Alle mir bislang bekannten Rezepte funktionieren plötzlich nicht mehr. Ich bin völlig aus der Bahn geworfen. Nicht nur körperlich :-(

Kommentar von michi57319 ,

Da ich um meine genetische Disposition weiß, schaue ich mir den
Werdegang durch Messungen ja auch schon einige Jahre an. Ich habe mir damals selbst ein Messgerät gekauft und habe auch kein Problem damit, mir die nötigen Teststäbchen weiterhin eigenfinanziert zu kaufen. Daran bin ich ja gewöhnt. Ich betreibe schon seit mehr als 5 Jahren eine Selbstbeobachtung.

Kommentar von Artus01 ,

Wie Lirin schon schrieb, sollte man niemals die Medikamentendosis eigenmächtig erhöhen. Letztlich bringt das bei Metformin ohnehin nichts.

So wie Du es in der Frage beschreibst wird es wohl auf die Spritze herauslaufen. Wende Dich schnellstens an Deinen Diabetologen.

Die Woche bin ich mit 186 schlafen gegangen und mit 226 aufgewacht.

Diese Phänomen ist eigentlich nicht ungewöhnlich, dummerweise konnte mir bisher noch kein Arzt erklären wie das zustande kommt. Daran sieht man wie wenig über diese Krankheit überhaupt bekannt ist.

Kommentar von djbee ,

Du meinst wahrscheinlich das Dawn Phänomen. Das sollte ein fähiger diabetologe eigentlich schon erklären können... Es spielen dabei verschiedene Hormone zusammen - grundlegend ist natürlich der insulinmangel (logisch ;) ). Der Körper schüttet in der Früh bestimmte Hormone aus durch die der Blutzucker ansteigen kann - sozusagen indem Köper auf den Tag vorzubereiten :) wenn es sich genauer interessiert gibt es einige Internet Seiten dazu

Kommentar von Cassiopeija ,

Es ist aber nicht nur das Dawn Phänomen. Es liegt zum Teil auch am Essen. manche Nahrungsmittel brauchen nun mal länger zur verstoffwechselung, die sind in der abendlichen Messung noch nicht enthalten - das erhöht auch den morgentlichen Zuckerwert.

Kommentar von Artus01 ,

durch die der Blutzucker ansteigen kann

Tja, das sind alles so Erklärungen. Hier bei zwei Antworten zwei verschieden Erklärungen.

Man weiß es eben nicht, wie so vieles bei Diabetes.

Kommentar von Cassiopeija ,

Richtig, man weiss es nicht.

Noch in der Nacht verstoffwechselte Nahrung vom Vorabend, Dawn Phänomenoder der dernoprmale Zuckersnstieg, den jeder Mensch am Morgen hat, wenn die Leber Zucker ausstösst weil der Körper wieder in Bewegung kommt.

Aber auch hier gibts es eine einfache Unterstützung - Langzeit Insulin für die Nacht oder für 24 Stunden. Die meisten Metformin Patienten die ich kenne, spritzen zusätzlich Lantus oder Levemir.

Würde mit ziemlicher Sicherheit den morgendliche Anstieg senken.

Antwort
von loxa00, 52

Ein Kollege von mir hat auch Diabetes und falls mal ein Wert über mehrere Tage nich tpasst macht er sich einen Termin beim Arzt aus damit er sicher gehen kann.

Antwort
von topas1712, 27

Hallo! Ehrlichgesagt denke ich, dein Diabetologe ist nicht ein sehr guter Arzt, hat er denn keine Folgetermine mit dir abgemacht? Es ist nicht selten so, dass die Einstellung des BZ anfangs nicht einfach ist, da muss ein bisschen ausprobiert werden. Vielleicht ist die Dosierung falsch, vielleicht ist Metformin nicht das Richtige für dich. Verzweifle also nicht. Wenns anfangs noch nicht klappt, heisst das nicht, dass du jetzt Insulin spritzen musst. Wechsle deinen Arzt, es ist absolut daneben, wenn dein Arzt die Einstellung anfangs nicht engmaschig kontrolliert. Erhöhe die Dosis nicht selber, das kann gefährlich werden, du kannst dadurch unterzuckert werden, dies kann bis zum Koma führen. Und ich weiss, das ist ein bisschen fies, zu sagen, weil du ja sehr darauf achtest, wie viel Kohlehydrate du zu dir nimmst, aber Bier musst du wohl endgültig sein lassen... Viel Glück!

Kommentar von michi57319 ,

Metformin ist ein Mittel, mit dem man absolut nicht unterzuckern kann. Ich vertraue diesem Arzt, er behandelt auch ein Elternteil von mir mit Erfolg. Dazu sagen muss ich sicherlich, daß ich eine Woche im Urlaub war, 4 Tage, nachdem ich das Mittel bekommen habe. Ich werde morgen dort mal anklopfen und um einen Termin bitten.

Mein Arzt ist nicht daneben, Diabetes wird handelsüblich nicht streng überwacht, wenn man nicht gerade mega auffällig ist.

Das bin ich nur für mich selbst, für einen Arzt hab ich einen Prädiabetes. Ich bin aber sensibel genug, daß ich mich in Behandlung begebe, ehe das Kind mit Spätfolgen in den Brunnen gefallen ist.

Kommentar von topas1712 ,

Sorry, da hast du Recht mit Metformin. Eine engmaschige Kontrolle anfangs ist jedoch üblich, das siehst du ja bei dir selbst, dass es wichtig ist. 

Kommentar von michi57319 ,

Das medizinische Fachpersonal der Familie hat mir geraten, auf die nächste Messung des HbA1c zu warten und nicht mehr so häufig zu messen, damit ich mich nicht unnötig verrückt mache.

Kommentar von Lirin ,

Ganz gleich welchen Diabetes du hast, eine regelmäßige Kontrolle mit Blutbild ist unabdingbar. Meist geschieht das Vierteljährlich. Der Hba1c zeigt dann wie gut deine Werte waren oder ob etwas an der Therapie verändert werden muss.

In Zeiten in denen der Blutzucker nicht passt oder am Anfang muss man auch mal öfter zum Arzt. Es dauert schon mal eine Zeit bis der Diabetes eingestellt ist.

Antwort
von tylerb1177, 33

Ja solltest du! Nur zur sicherheit

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community