Frage von roki3000, 68

Ist Deutschland ausreichend gegen Terroranschläge mit Radioaktivität geschützt?

Terroristische Anschläge in Deutschland sind ja nicht mehr auszuschließen. Mir macht am meisten ein Anschlag mit radioaktivem Material Angst. Dies könnte durch einen terroristischen Angriff auf ein deutsches Kernkraftwerk oder durch eine schmutzige Bombe erfolgen. Deswegen würde mich interessieren:

Ist die militärische Verteidigung der Kernkraftwerke gegen einen Angriff mit bewaffneten Kämpfern ausreichend?

Werden an den Grenzen und im Inland vorbeifahrende Fahrzeuge auf Radioaktivität kontrolliert?

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Expertenantwort
von navynavy, Community-Experte für Bundeswehr, 68

Deine Denkweise verfolgt einen falschen Ansatz:

Sicherheit gegen solche Anschläge, wie sie Dir vorschweben, wird zunächst nicht durch Sicherheitskräfte vor Ort mit Bewaffnung gewährleistet, sondern im Vorfeld durch geheimdienstliche und polizeiliche Ermittlung. Heißt: Grundsätzlich kann ein solcher Anschlag nur dadurch verhindert werden, dass man rechtzeitig davon Kenntnis erlangt. Das ist der Knackpunkt bei der Sache.

Sollte so eine Gefährdung festgestellt werden, werden die entsprechenden Schutz- bzw. Sicherungsmaßnahmen durch Kräfte vor Ort eingeleitet. Dazu genügen mit Sicherheit die Kräfte der Polizei, eine militärische Sicherung wäre nur im äußersten Extremfall notwendig (und in Deutschland verfassungsrechtlich auch nur dann möglich).

Eine dauerhafte, umfassende Kontrolle aller Fahrzeuge auf Radioaktivität z.B. an den Grenzen ist nicht möglich. Die notwendigen Mengen für eine schmutzige Bombe sind auch sehr gering - ein Transport würde zudem sicher eher über die "grüne Grenze" als in einem Fahrzeug erfolgen, das Entdeckungsrisiko ist im offiziellen Grenzverkehr viel zu hoch.

Aber auch hier können im konkreten Verdachtsfall natürlich bestimmte Personen bzw. Routen überwacht werden - auch hier entscheidet die Ermittlungsarbeit im Vorfeld über Erfolg oder Misserfolg.

Kommentar von roki3000 ,

Danke für die ausführliche Antwort.
Dennoch würde ich es für sinnvoll halten die Kernkraftwerke ständig stark zu beschützen.
Haben wir nicht einen "Extremfall" seit dem Terror in Paris?
Hundertausende kommen unkontrolliert ins Land...
Also ich habe meine Zweifel, dass der Geheimdienst da alle auf dem Schirm haben kann...
Wissen Sie das genau mit der Schmutzigen Bombe?
Sollte man nicht wenigstens versuchen zumindest größere Mengen von radioaktivem Material in Fahrzeugen durch Sensoren an Straßen  zu erfassen?

Kommentar von navynavy ,

Dennoch würde ich es für sinnvoll halten die Kernkraftwerke ständig stark zu beschützen.

Die Kraftwerke werden so stark bzw. intensiv abgesichert, wie es der Bedrohungslage entsprechend ist. Zudem sind Anschläge gegen grundsätzlich gesicherte Ziele (was Kernkraftwerke sind) nicht unbedingt das, was sich Extremisten der Couleur IS aussuchen - zum einen gibt es keine Erfolgsgarantie einer solchen Aktion (ein AKW so zu beschädigen, dass tatsächlich im nennenswerten Maß Radioaktivität austritt, ist schwierig und verlangt sehr genaue Kenntnisse), zum anderen ist es solchen Terroristen viel wichtiger, in ihren Augen "sündhafte" Menschen in ihrem Lebensumfeld zu treffen - wie z.B. junge Menschen in Bars, auf Konzerten oder in entsprechenden Vierteln. Dort kann man unerwartet und effektiv auch mit geringem Aufwand zuschlagen und Verheerendes anrichten, bevor Sicherheitskräfte effektiv eingreifen können. Für solche Anschläge gibt ein viel höheres und auch motivierteres Rekrutierungspotential.

Haben wir nicht einen "Extremfall" seit dem Terror in Paris?

So paradox das klingt, aber - nein, den haben wir nicht. Wenn man sich die Terroranschläge seit dem 11. September 2001 ansieht, dann gehört Paris in genau die Kategorie von Anschlägen, die seit diesem Zeitpunkt (und eigentlich schon sehr viel länger) in der westlichen Welt zu erwarten waren und sind. Es ist eher verwunderlich, dass nicht öfter etwas passiert - eher ein Beleg für Erfolge der Sicherheitskräfte.

Hundertausende kommen unkontrolliert ins Land...

Jeder Terrorexperte wird Dir bestätigen, dass Terroristen ohnehin ins Land kommen werden, wenn sie das wollen - Flüchtlingsstrom hin oder her.

Sollte man nicht wenigstens versuchen zumindest größere Mengen von radioaktivem Material in Fahrzeugen durch Sensoren an Straßen  zu erfassen?

Das ist weder technisch noch organisatorisch in diesem Umfang durchführbar. Zudem ist genügend Material vorhanden - viel kritischer ist es, wer darauf Zugriff gewinnt.

Kommentar von roki3000 ,
Antwort
von himako333, 49

wer das  World Trade Center  zum einstürzen bringen kann, hat auch die Leute, die ein AKW sprengen können.. 

Kommentar von Chris10021999 ,

Ja, dazu müsste man ein Flugzeug klauen und auf ein AKW zu fliegen können...

Kommentar von himako333 ,

man kann auch eines mieten., oder eines kaufen

m-l- G.;)h

Kommentar von AssassineConnor ,

dagegen sollen AKWs mMn aber geschützt werden...bzw auch geschützt sein.

Kommentar von himako333 ,

leider nein .. aus tagesspiegel.de vom 10.7.2013

Mitte Juni hat das Oberverwaltungsgericht Schleswig die Betriebserlaubnis für das Atommüll-Zwischenlager Brunsbüttel kassiert. Bei der Genehmigung seien die Risiken beim Absturz von großen Flugzeugen nicht ausreichend berücksichtigt worden, hieß es in der mündlichen Begründung. Nun stellt ein Gutachten im Auftrag des Anti-Atom-Netzwerks „Ausgestrahlt“ fest: Kein deutsches Atomkraftwerk ist gegen den Absturz auch nur mittelgroßer Flugzeuge ausgelegt. Weil es kaum Nachrüstungsmöglichkeiten gebe, sei die Abschaltung der Reaktoren geboten.

Verfasst hat die Studie der pensionierte Ministerialdirigent Dieter Majer. Der Ingenieur war der ranghöchste Technikexperte der Atomaufsicht.

gebe bitte das bei google ein :::/www.google.de/search?q=risko+für+akw+flugzeugabsturz&rls=com.microsoft:...

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