Frage von Goldblau, 101

Deutsches rotes Kreuz bzw. Rettungsdienst überheblich?

Hey ich bin eine kleine Nachtschwester in einem Pflegeheim, oftmals muss da ein Bereitschaftsarzt erscheinen, weil die Hausärzte immer auf diese verweisen, auch weil die Hausärzte nur 1x pro Monat -wenn überhaupt- zur Visite kommen und wenn die mal kommen dann machen die gleich alle HB per Bürokratie auf einmal ohne dabei den HB zu untersuchen, alles andere muss der Tagdienst per Fax mit den HÄ erledigen. Natürlich sind die Bereitschaftsärzte angepisst und reagieren auch zeitweise unfreundlich und mich kostet es in den Nächten sehr viel Zeit wenn ein BA kommen muss. Dann bin ich ständig sauer auf den Tagdienst, weil ich mir immer denke das ein BA doch am Tag kommen kann und nicht in den Nächten wo ich alleine bin und für 50 HB da sein muss und wenn dann der BA einen Patienten in ein Krankenhaus einweist kommt der Rettungsdienst, das kostet mich wieder enorm viel Zeit. Ich habe jedem DRK geholfen beim mobilisieren auf die Transport Matte, doch einmal kamen welche und ich war total im Stress, es klingelten 4 Leute, ich musste wegen Silvester auch noch 5 HB ins Bett bringen, mir tat wegen den letzten drei Nächten schon der Rücken weh. Meine Hände waren voll mit einem Injektions Set. Dann mault mich einer von dem DRK an ich solle denen doch verflixt noch einmal beim umbetten helfen und dann sollte ich die schwere Tasche bis zum Haupteingang tragen obwohl auf der Liege dafür eine platz Möglichkeit wäre. Einmal sollte ich sogar einen extrem schweren Notfallkoffer von denen zu ihrem Rettungsdienstwagen tragen. Ist das bitte normal? Zwei große Männer einer kleinen Frau so etwas aufbrummen? Dumm wie ich war habe ich das sogar gemacht, weil ich diese Idioten -sorry- so schnell wie möglich loswerden wollte. Aber heute frage ich mich, ob die sich nicht schämen?! Ich weiß das auch die sehr viel Stress haben. Nun ja wie gefragt, ist das normal? Bin ich verpflichtet denen zu helfen oder kann ich auch einfach den Arsc* raushängen lassen und ihnen sagen, dass sie ihre Arbeit selber machen sollen? Ich habe sonst immer von alleine geholfen, bestimmt schon 10 mal in 1,5 Jahren. Aber jetzt wegen diesen Zwischenfälle bin ich leicht entsetzt und wütend über diese Aktion. Sorry doofe Frage, aber ich mache mir gerade Gedanken darüber.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nomex64, 56

Da wo Menschen arbeiten wird es immer wider Reibungskonflikte geben.

Frag mal wie oft Retter in der Nacht Liegendtaxi spielen müssen weil die Ärzte in den Pflegeheimen ihren Job nicht machen und dann in er Nacht jemand auf die Idee kommt den Rettungsdienst zu rufen.

Kannst dazu ja mal das Buch "112 - Der tägliche Wahnsinn" von meinem Freund Ingo Behring lesen. http://www.rowohlt.de/taschenbuch/ingo-behring-112-der-taegliche-wahnsinn.html

In den meisten Pflegeheimen läuft in der Organisation was grundlegend falsch. Normaler Weise dürften solche Einsätze insbesondere in der Nacht eher die Ausnahme sein. Frag mal die Leute vom Rettungsdienst wann und für welche Krankheitsbilder die wirklich in die Pflegeheime gerufen werden.

Der Heimleitung ist das egal, die Hausärzte haben keinen Bock, ihr seit überarbeitet und der RD ist angepisst. Wer kann das Problem wohl lösen? In der Regel nicht die auf deren Schultern der Konflikt ausgetragen wird.

Kommentar von Goldblau ,

Ich habe immer nur einen Notruf gemeldet wenn jemand extrem stürzte, blutete, erschwerte Dyspnoe hatte und schon zyanotisch war. Jetzt wegen dem verfluchteten MDK, die Krankenkassen oder auch wegen den Angehörigen müssen wir IMMER einen Arzt holen. Ein HB pupst flüssig, erbricht etwas weil er einfach überfuttert wurde, hat etwas erhöhte Temperatur, ist erkältet, hat Bauchweh (Blähungen)= HA informiere oder Notarzt holen, obwohl dieser Patient Bedarfsmedi. dafür hat. Die HÄ  müssen ja auch schon einen Vogel bekommen. Bei mir wäre ein Notfall wenn jemand schwallartig mehrfach in bestimmten Farben erbricht oder Anzeichen eines Ileus hätte. Oder denke ich da falsch?????? Wir werden regelrecht jedoch wegen dem MDK gezwungen so übertrieben zu handeln. Die finden immer was oder die Krankenkassen verklagen uns ja so gerne wegen alles. Unsere PDL erwähnte immer wieder. Egal wie der HB stürzt sollen wir IMMER den BA holen ob der HB nun schmerzen hätte oder nicht. Es gibt auch sehr leichte stürzte wo man eher runterschleift statt fällt, das zahlt jedoch nicht...

Kommentar von Goldblau ,

Ich bin der Meinung das dieser MDK abgeschafft werden soll. Ja da sollte man sparen und nicht in der Altenpflege zB. am Inkontinenz Material. Damals haben alle Windeln bekommen, jetzt nur noch Einlagen die nicht mal 2-3h halten! Doppelte wenn nicht Dreifache Belastung für uns Nachtwachen. Gegen die Heimaufsicht habe ich nichts. Diese sollten schon noch öfters kommen, vor allem wenn es viele Beschwerden gibt oder etliche HB kollabiert sind aufgrund Dehydration, viele Dekubitus haben, die ja dann der Hausarzt einschalten könnte. Alles andere ist total unnötig! Natürlich gibt es schlechte, schlampige, faule, launische Schwestern. Diese bleiben jedoch nicht lange in der Pflege. Also wo stünde da immer so eine große Gefahr das der MDK immer überprüfen soll/muss. Steinigt mich nicht, aber so alte, zerbrechliche Menschen wachsen einem stark ans Herz da handelte auch früher schon jede Schwester für den Bewohner und nie gegen ihn. Trotzdem warten alle HB nur noch auf ihren tot. Das offenbarte mir wirklich immer jeder HB fast täglich, jetzt beinahe jede Nacht sagt mir mal ein HB das er so gerne endlich sterben würde weil er schon >90 ist usw. Natürlich bekommt er dann Medikamente. Selbstmorde sind auch schon in Pflegeheimen passiert trotz Medikamente. Was ich damit sagen will ist, man behandelt automatisch solche zerbrechlichen Leute gut. Also wofür dieser MDK?

Antwort
von Papabaer29, 18

Das Problem an dem System ist das System!

Die Pfleger und Rettungsassistenten sind nur das letzte Glied in der Kette, die den Mist dann ausbaden müssen.

Und es ist für die "oberen Etagen" natürlich sehr schön und bequem, wenn die sich dann noch gegenseitig zerfleischen, anstatt das Problem zu benennen!

Überall wird gespart, überall zuwenig Personal und billiges Material, und diejenigen ganz unten müssen dann damit klar kommen und vernichten dabei ihre Gesundheit.

Deine Wut sollte sich nicht gegen den Rettungsdienst richten, sondern gegen das Gesundheitssystem!

Wenn du die Möglichkeit hast, solltest du versuchen eine bessere Arbeitstelle zu bekommen. Jobs in der Pflege gehören zu den undankbarsten, die unsere Gesellschaft zu bieten hat.

Antwort
von viomio82, 54

Also ich bin immer so zu Kollegen wie die zu mir....und Tasche schleppen??? Nein.. würde ich nie machen.
Habe nach Ausbildung 2 Jahre in einem Pflegeheim gearbeitet bevor es wieder zurück ins KH ging. Da lernte man dann so einige verschiedene Charaktere kennen vom DRK. Meist war es so, das sie mich sofort ablösten wenn sie eintrafen z.B. bei Reanimation. Oft half ich aber trotzdem noch beim umbetten usw. Nachdem ich meine Übergabe gemacht habe. Eine Tasche tragen musste ich aber nie. Habe denen die immer gleich in Hand gedrückt. Aber wie gesagt einige Mitarbeiter dort sind unglaublich überheblich. Da muss man drüber stehen.

Kommentar von viomio82 ,

und die Sache daß der Tagdienst gerne was auf den Nachtdienst schiebt kenne ich auch zu Genüge. Da hilft nur die Kollegen persönlich anzusprechen

Kommentar von Goldblau ,

Ja das ist richtig ätzend. Das kostet mich jedesmal eine Stunde. Meine Arbeit bleibt liegen und die im Tagdienst haben ihre Helfer. Ich mach den Kack nicht mehr lange mit. Wenn mein Vertrag ausläuft mach ich die fliege! Was ich noch perfider finde ist, obwohl der Tagdienst weiß wie hart die Nachtwache ist, wird man trotzdem vehement blöd angemacht. Wie zB. "Heute morgen waren ALLE nass." Alle? "Ja X,Y und Z." Aha drei HB = Alle....  

Kommentar von viomio82 ,

Ja ja kenn ich. vor allem meinen viel man hätte Nachts ja kaum zu tun....dass Nachtarbeit aber für den Körper Höchstleistung bedeutet verstehen die nicht. Hatte es wie oft dass die Betten vom Tagdienst aussagen wie Sau oder der Brei noch am Mund hing. habe mir aber einfach angewöhnt den Mund aufzuwachen obwohl das bei manchen Kollegen auch nichts bringt. War froh wieder im Krankenhaus zu sein aber war auch interessant mal in einem Pflegeheim zu arbeiten. Faule Kollegen hat man überall!

Kommentar von viomio82 ,

Sorry meine Worterkennung hat ein paar Fehler reingehauen....aber wirst es sicher verstehen.

Kommentar von Goldblau ,

Ja da hast Du vollkommen recht und wenn die dann selber nachts einspringen müssen werden die wieder kleinlaut. Bis es dann wieder anfängt. Die Mehrzahl weigert sich ja nachts zu arbeiten und bringen Krankenscheine, dass sie nachts nicht arbeiten "können." Und genau die motzen am meisten.

Antwort
von gallandgalland, 34

Also ich sag immer wie es in den Wald reinruft so schallt es auch heraus sicherlich musst du dir nicht alles gefallen lassen und auch keine Taschen schleppen, allerdings bist du erstmal verpflichtet dazu ne anständige Übergabe zu machen denn wenn wir (der Rettungsdienst) kommen wissen wir ja in der Regel erstmal nur grob was ist und wenn du dann eh gerade im Zimmer bist und mir ne Übergabe machst würde ich dich auch fragen ob du mal eben mit anpacken kannst:-)

Kommentar von Goldblau ,

Ja fragen und nicht anmaulen. Ich war auch sehr gestresst trotzdem artikuliere ich mich nett. Wohl möglich zu nett. Hab eh schon bemerkt, je netter man ist desto fieser sind die Anderen zu einem.

Kommentar von gallandgalland ,

Deshalb sagte ich ja wie man rein ruft so schallt es raus :-) wollte die Kollegen jetzt nicht in Schutz nehmen also nicht falsch verstehen :-) und das mit je netter desto fieser sehe ich anders aber da hat ja jeder so seine Erfahrungen :-)

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