Frage von Tryinghart, 75

Deutsche Firmen aufgekauft, wirtschaftliche Folgen?

Letzer Zeit lese ich oft das, ein Großteil der Deutschen Aktien im Ausland liegen. Da scheinbar viele Firmen besonders Chinesische , deutsche Firmen aufkaufen. Hat dies auf kurz oder lang gesehen Folgen für die Deutsche Wirtschaft ?

Welche Probleme ( falls es da welche gibt ) könnten auf Deutschland zukommen?

Antwort
von archibaldesel, 27

Das kommt drauf an, mit welcher Art von Aktien man es zu tun hat.

Bei Stammaktien können die Aktionäre beispielsweise die Aufsichtsratsmitglieder bestimmen, außer die Mitarbeitervertreter. Der Aufsichtsrat wiederum bestimmt die Vorstandsmitglieder, die Vorstandsmitglieder führen die Geschäfte. Insofern haben ausländische Käufer schon erheblichen Einfluss auf die Geschäftspolitik.

Es gibt aber auch unternehmen, die "stimmrechtslose Vorzugsaktien" ausgegeben haben. Dann haben die Aktionäre überhaupt keinen Einfluss aufs Unternehmen.

Variante drei, die ist allerdings außergewöhnlich, ist das Modell VW. Dort hält das Land Niedersachsen zwar "nur" 25% der Aktien, hat aber trotzdem gegen alle Entscheidungen der Anteilseigner ein Vetorecht.

Antwort
von Reanne, 43

Wenn die Aktienmehrheit in ausländischer Hand ist,kann die Produktion ins Ausland verlagert werden und dann werden die Mitarbeiter ihre Arbeit los.

Kommentar von Havenari ,

Dazu ist es allerdings keineswegs erforderlich, dass die Aktienmehrheit in ausländischer Hand liegt. Ich bezweifle sogar sehr stark, dass in nennenswerter Zahl Unternehmen mit deutscher Produktion aufgekauft werden in der Absicht, die Produktion in ein anderes Land zu verlagern.

Kommentar von Reanne ,

Hier ist ein Beispiel, für eine Zerschlagung, zwar nicht durch Chinesen, aber bei KUKA hat sogar der Wirtschaftsminister arge Bedenken.

Kommentar von kingbongo ,

Der Siggi war mal Häuptling bei der "Sozialistischen Jugend Deutschlands", der hat überall arge Bedenken was mit freier Marktwirtschaft zu tun hat und nicht gewerkschaftlich platt gemacht wird. So einer kann auch nur in D Wirtschaftsminister werden. Seine Meinung braucht man nicht wirklich ernst nehmen, dafür fehlt dem als Lehrer die Kompetenz.

Kommentar von Reanne ,

Ich vergaß, einen Link anzuhängen, mit der Zerschlagung war WMF gemeint.

Antwort
von BTyker99, 25

Du spielst sicherlich auf den Roboter-Hersteller "Kuka" an? Ich denke, dass nach den 7 Jahren Schutzzeit, in denen die deutschen Angestellten nicht entlassen werden sollen, der Betrieb in Deutschland komplett aufgegeben werden wird. Bis dahin wird der chinesische Mutterkonzern sich die Technologie aneignen, und langsam im Heimatland die Produktion aufbauen. Ich denke dass Chinesen in solchen Fragen wesentlich patriotischer denken, bzw. dass die Regierung da etwas mit zu sagen hat.

Die deutsche Regierung scheint hingegen reichlich inkompetent, weil der Wirtschaftsstandort Deutschland ein wichtiges Fundament verliert, wenn immer mehr High-Tech abfließt (viel ist ja nicht mehr übrig). Eine Firma wie Kuka hat sicherlich auf Synergie-Effekte auf andere Deutsche Unternehmen, wie die der Automobilindustrie...

Beim Kauf von der Handy-Sparte von BenQ hat man vor einigen Jahren ja auch gesehen, dass der Kauf keinen Vorteil für Deutschland hatte. Die Firma wurde dicht gemacht, und die Arbeitnehmer wurden arbeitslos.

Kommentar von kingbongo ,

BenQ und kuka lassen sich nicht vergleichen. Mit einem finanzstarken chinesischen Investor stehen kuka die Türen für den chinesischen Markt offen. Das Know How und die Ingenieurskunst wird man bei einem solchen Unternehmen nicht innerhalb von 7 Jahren komplett transferieren und auslagern können. Sehe die Entwicklung für kuka positiv. 

Kommentar von BTyker99 ,

Ich meinte eigentlich die Handy-Sparte von Siemens, die von BenQ gekauft wurde, hatte das irgendwie vergessen zu schreiben. Ich verstehe aber nicht, welcher Unterschied zwischen den Situationen sein soll. Meiner Vermutung nach, dürften 7 Jahre problemlos ausreichen, um das Know-How zu transferieren. Man könnte ja auch nach den 7 Jahren eine Hand voll der wichtigesten Angestellten anbieten, in China weiter zu arbeiten...

Kommentar von FrageSchlumpf ,

Ganz wichtig : Freier Markt und Börse.

Jeder legt Wert darauf, eine AG zu sein, und an der Börse zu notieren. Aber kaufen darf die Aktien nicht jeder !! So ein Schwachsinn.

Wenn ich nicht will, dass jemand bestimmte Aktien kaufen kann, muss ich sie einfach nicht an die Börse bringen......

Kommentar von BTyker99 ,

Das stimmt sicherlich, aber soweit ich weiß, wäre es in anderen Ländern so, dass es staatliche Institutionen gibt, die einem vergleichbaren Verkauf wie im Falle von Kuka hätten zustimmen müssen. Angeblich wäre ein solcher Verkauf gerade in den als marktwirschaftlich liberal geltenden USA von der Regierung verhindert worden, allerdings weiß ich nicht mit Sicherheit, ob meine Quelle damit recht hatte.

Antwort
von soissesPDF, 30

Zunächst einmal haben die vormaligen Inhaber der Aktien jetzt das Geld der Chinesen.
Letztlich dreht sich das Spiel nur um Geld, nicht verträumt um Wirtschaft.

Antwort
von berkersheim, 19

Das ist eine Reaktion (beängstigende?) auf die gesamtwirtschaftliche Lage. Siehe:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/07/04/weik-friedrich-wir-erwarte...

Wenn Euopa im Schuldenchaos versinkt, ist es klug, sich das Know-How zu sichern, das in vielen deutschen Firmen steckt. Die deutschen Kapitalinhaber treten im Gegengeschäft die Flucht in die aussichtsreichere chinesische Wirtschaft an oder investieren in USA. Deutschland und Europa sind für die Abbruchbirne.

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