Frage von DanMe, 66

Deutsche Bahn Forderung über Rechtsanwaltskanzlei die mir auch nach 3 Schreiben keine Auskunft geben möchte wofür ich zahlen soll. Wie reagiere ich am Besten?

Ich fahre seit ungefähr 2 Jahren, 2x wöchentlich mit der Regionalbahn in die Nachbarstadt & zurück. Im Januar wurde ich nach der Fahrkartenabsegnung von der Zugbegleiterin gefragt ob Sie denn mal meinen Ausweis zur Identitätsprüfung haben könnte. Ich habe kein Problem mit einer stichprobenartigen Überprüfung der Fahrgäste & habe ihr meinen Ausweis gern gegeben. Die Zugbegleiterin war gute 10 Minuten verschwunden, hielt mir dann plötzlich meinen Ausweis vor die Nase & ist ohne etwas zu sagen gegangen.

Hier nun das Problem: Im April habe ich Post von einer Rechtsanwaltskanzlei bekommen, diese vertritt die DB & forderte ca. 170 Euro. Mittlerweile habe ich schon 2x dort per Brief erfragt für was die DB denn 170+ Euro fordert, aber auch nach dem dritten Antwortschreiben dieser Rechtsanwaltskanzlei möchte man mir keine Auskunft geben. Die Kanzlei hat bisher nur gemeint es gab eine Identitätsprüfung & dafür soll ich jetzt über 170 Euro zahlen.

Wie verhalte ich mich bei dieser Angelegenheit am Besten, kann mir wer Rat geben? Danke im Voraus

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Andreas Starke, 23

In derartigen Fällen schreibe ich auf Anraten meines Sohnes, der Richter ist, immer Folgendes:

"Zu Ihrem Schreiben vom xx.xx.xxxx möchte ich Sie bitten, mir die Forderung Ihres Mandanten mit allen Beweismitteln bekannt zu geben."

Wenn dann noch ein Schreiben kommt ohne die entsprechenden Angaben oder wenn Du die Forderung für unberechtigt hältst, schreibst Du im nächsten Brief:

"Zu Ihrem Schreiben vom xx.xx.xxxx teile ich Ihnen mit, dass ich Ihre Forderung nicht bezahlen werde. Zur Durchsetzung verweise ich Sie auf den Rechtsweg. Von weiteren Anschreiben dieser Art bitte ich abzusehen."

Wenn Du die Forderung für berechtigt hältst, musst Du die ursprüngliche Forderung der DB, nicht aber die Rechtsanwaltsgebühren, bezahlen. Mir erscheint die Forderung der DB nach dem, was Du schreibst, ganz unberechtigt. Es erscheint mir sogar fraglich, ob die DB verlangen kannst, dass Du Dich immer, wenn Du Deine Fahrkarte vorzeigst, ausweisen kannst. Gesetzlich müsst Du das nämlich nicht. Du musst nur einen amtlichen Lichtbildausweis (Pass oder Personalausweis) besitzen, nicht aber ständig bei Dir haben. Das ist z.B. bei der BahnCard anders. Die ist nur gültig mit einem amtlichen Lichtbildausweis. Das steht auch drauf. Steht das auch auf Deiner Fahrkarte (ich nehme an, einer Dauerkarte)? Aber für die Identitätsprüfung selbst darf die DB natürlich keine Gebühren verlangen. Damit wird die DB vor Gericht, und nur darauf kommt es an, niemals durchkommen. Und wenn die DB keine Chance hat, hat der Rechtsanwalt auch keine.

P.S. Was war denn das mit der "Absegnung". War ein Priester (oder ein Imam) dabei?

Kommentar von DanMe ,

Danke für die Antwort.

Ich habe die Kanzlei wie gesagt schon 2x aufgefordert mir denn die entsprechenden Angaben zu übermitteln aber auch im zweitem Schreiben wird dies verweigert & weiter diese Summe für eine stinknormale Routineüberprüfung meiner Identität gefordert. Nach meinem Wissensstand kann & darf man für sowas kein Geld fordern. Es war auch nicht das erste Mal das ich von Zugbegleitern nach meinem Ausweis zur Identitätsprüfung gefragt wurde aber dies ging in ein paar Sekunden vonstatten, mußte auch nie Irgendetwas bezahlen für diese Prüfung meiner Personalien nicht wie in diesem Fall wo die Zugbegleiterin einfach mal ca. 10 Minuten mit meinem Ausweis verschwunden war & man von mir 170€ fordert aber mir keine Auskunft geben möchte wofür überhaupt (Ausser die Aussage für diese Identitätsprüfung). Ich hatte bisher auch noch nie von so einer Vorgehensweise einer Anwaltskanzlei gehört, gelesen oder selbst erfahren da es einfach ein unübliches Verhalten einer Kanzlei ist. Ich habe nun das dritte Schreiben fertig wo ich nochmals die entsprechenden Angaben fordere & wenn dies nicht geschieht, werde ich auch Anzeige erstatten.

Ich habe bisher der Forderung in allen Schreiben der Kanzlei widersprochen & werde dies auch weiterhin tun.

Wie möchte diese Kanzlei auch egal was für eine Summe fordern wenn Sie in keinen ihrer Schreiben eine Begründung oder überhaupt irgendwelche Angaben abgibt wofür, weshalb oder warum?!

Zu dem P.S. - abgesegnet war schlecht formuliert, anders gesagt die Fahrkarte wurde kontrolliert / abgestempelt.

Danke für die Antwort, war zum größten Teil auch mein Gedankengang der bestätigt wurde.

Kommentar von Andreas Starke ,

"Anzeige erstatten" bedeutet einen Strafantrag stellen, also, dass der RA für diese Schreiben bestraft wird. Das könnte klappen, wenn ein Richter diese als strafwürdige Belästigung wertet. Aber, wirklich bewirken wird die Anzeige nichts. Man muss eben sehen, dass viele Anwälte diese Inkasso-Dienste rein routinemäßig abwickeln nach dem Motto: Viel Gewinn für wenig Aufwand. Ich kenne zwei Söhne eines Richters (Spielkameraden meiner Kinder), die mit diesem Schmutzgeschäft in kurzer Zeit ziemlich reich geworden sind. Der Schlüssel des Konzepts ist der geringe Aufwand, d.h. alles, was Arbeit macht, tun sie einfach nicht. Meine Standardschreiben wirken Wunder, nutze sie. Dann hörst Du wahrscheinlich von der Sache nie wieder etwas.

Antwort
von FemaleVampyre, 40

Geh zu einem Anwalt und lass dich dort beraten, das erste Gespräch kostet nicht viel, aber es nützt, wenn ein Anwalt schon einen Brief schreibt, darauf reagieren sie in der Regel schneller und genauer.

Kommentar von Andreas Starke ,

Ich schreibe als zweite Antwort immer dies:

"Zu Ihrem Schreiben vom xx.xx.xxxx teile ich Ihnen mit, dass ich Ihre Forderung nicht bezahlen werde. Zur Durchsetzung verweise ich Sie auf den Rechtsweg. Von weiteren Anschreiben dieser Art bitte ich abzusehen."

Dann bekomme ich keine schnelle und keine genaue Antwort, sondern gar keine. Einen Anwalt konsultiere ich erst dann, wenn ich einen gerichtlichen Mahnbescheid erhalte. 

Kommentar von FemaleVampyre ,

Gut, das ist auch eine Möglichkeit und spart das Geld für eine Beratungssitzung beim Anwalt schon mal ein. Finde ich auch besser. Ich würde es auch so machen wie starkea schreibt, dann verläuft sich das vielleicht auch alleine im Sand.

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