wtf001 am 02.12.2008 um 22:34 Uhr
Die deutsche Sprache soll nach dem Willen der CDU Verfassungsrang bekommen. (Änderung des Grundgesetzes)
Dem Artikel 22 soll hinzugefügt werden: „Die Sprache in der Bundesrepublik ist Deutsch.“
Die Befürworter sehen darin keine Ausgrenzungsgefahr für Bevölkerungsgruppen mit anderer Muttersprache.
Kritik kam von der Türkischen Gemeinde, Teilen der SPD, der FDP, Grünen und von CSU-Generalsekretär Guttenberg.
mehr:
http://www.focus.de/politik/deutschland/deutsch-ins-grundgesetz-merkel-bedauert-...
Was haltet Ihr davon?

Wenn ich einen Brief von einer Behörde bekomme, dann muss der in Deutsch abgefasst sein. Da bestehe ich drauf. (Dafür haben wir die Amtssprache Deutsch)
Wenn ich mich mit meinen Mitmenschen unterhalte, dann mache ich das wie ich will. Sollte es der Staat jemals wagen, sich da einzumischen gibt´s Ärger!

jeder darf sprechen was und wie er will!



Eine Änderung begrüße ich auf jeden Fall. Es kann nicht sein, dass bestimmte Gruppen im beisein von "Nichtverstehenden" irgendetwas sagen was dieser nicht versteht. In der Öffentlichkeit sollte Deutsch gesprochen werden, egal ob jetzt nur Andersprachige dabei sind oder nicht.
Stellen wir und mal vor, eine Gruppe von Fremdsprachlern bespricht im beisein eines nur deutschsprechenden den Überfall auf eine Tankstelle oder sonstiges. Dieser Deutschsprachige geht mit, ohne irgendeine Ahnung, was seine Kumpanen vor haben. Plötzlich zieht einer den Knüppel raus und bedroht den Pächter. Was macht nun der Deutsche der die Besprechung nicht verstanden hat? Er steht da wie angewurzelt und kann nicht glauben was seine "Freunde" gemacht haben.
Auch wenn es ein schlechtes Beispiel sein sollte, kann sich so ein ähnliches Szenario abspielen. Ich bin für die Änderung, wenn auch gewisse Personen damit nicht einverstanden sind. Auf deutschen Strassen muss Deutsch geredet werden, sofern die Menschen hier wohnen. Jemand der aus China zu besuch ist kann natürlich nicht dazu gezwungen werden Deutsch zu sprechen, aber der Türke xy sollte deutsch sprechen. Zuhause ist es wieder eine andere Sache.

Was bringts wenn man dass ins grundgestz schreibt??? Es spricht doch eh jeder wie er will!

Ich bin nicht sicher, ob ich etwas dazu sagen darf, als Japaner?
Ich finde aber, das Deutsch eine schöne, lebendige und konsequente, auch intelligente Sprache ist, wenngleich sie auch ist für manche Menschen, deren Ambition darin liegt, in Deutschland zu leben, teilweise hart oder auch schwierig ist zu erlernen. Lebendig sein aber heisst auch, zu wachsen, sich weiterbilden und nicht stehen zu bleiben.
Ein Gedankengang von mir wäre - Wo fängt an die deutsche Sprache, wo hört sie auf? - Oder auch - Wie soll verfahren werden mit Begriffen des sich stetig ändernden Alltags, für die es keine deutsche Bezeichnung, entgegen ihrer Natur als intelligente, konsequente Sprache, wie ich sie empfinde, Begriffe gibt. Warum heisst z.B. Interview (franz.) Interview - nicht Befragung oder eine reiche oder/und einflussreiche Person Bonze (das japanisch ist)?
Zur Frage über den Beginn und das Ende was deutsche Sprache ist, könnte ebenso gefragt werden - Was ist Deutsch, wie weit geht Deutschsein. Ist es lediglich der Bezug zur deutschen Sprache, wo selbst deutsche Sprachforscher darüber streiten wo oder wann die deutsche Sprache begann und wo sie enden würde. Nach Meinung einiger dann müssten sprechen wie der berühmte deutsche Minnesänger Walther von der Vogelweide. Hinzufügen man könnte in diesem Kontext die weitere Frage, ob Deutschsein sich nur über die Sprache definieren lassen dürfte oder ob zum Deutschsein nicht auch Werte wie Kultur, Tradition und auch Historie gehören. Ich finde, hier in diesen Bereichen liegt tatsächlich der 'Hund begraben'. Manliest immer häufiger von sich auflösenden Vereinen wegen Mangel an nachwachsenden Mitgliedern oder aber auch immer mehr Kirchen in Deutschland, die wegen nahezu menschenleerer GottesDienste und auch Geldmangel schliessen müssen/mussten.
Ich denke oder finde, das dieses auch deutsche Werte mit langer Tradition, jahrhundertelang über Generationen weitergegeben wurden, sind/waren, die mit dazugehören, sich mit diesem wunderschönen Land (aber für mich erst kommt Japan) zu identifizieren.
Warum oder auch wodurch ist dieser allgemeine Werteverlust von Deutschsein begünstigt worden?
Es gibt Parallelen hierzu zwischen meinem Heimatland Japan und dem (Heimat)Geburtsland meiner Mutter, Deutschland. In Japan waren uralte, jahrtausendalte Traditionen und Umgangsformen Grundbestandteil der japanischen Nation. Mit der Öffnung des Landes zu anderen Kulturkreisen hat es gegeben eine Bereicherung durch deutsche (von Siebold, Bälz) und auch niederländische Kenntnisse und Beziehungen mit Japan. Seit dem WW II. ist erkennbar für mich eine VerUSamerikanisierung in Deutschland und auch Japan mit grossem Anteil in Kultur und auch des alltäglichen Lebens (Musik, Unterhaltung allgemein usw.). Viele Taditionen, Werte und auch gesellschaftliche Normen werden hierbei einfach unterlaufen. Ein Beispiel dafür ist die als höflich angenommene Phrase aus den USA - Have a nice day - beim Abschied eines Kunden oder Gastes.
Desöfteren lese ich, deutsche Bürger hätten Zweifel, wegen der Geschichte deutsch sein zu dürfen oder zu sagen, man ist stolz, Deutscher zu sein. In meinen Augen sollte nieman sein in Deutschland, mit diesen Zweifeln zu leben. Es gibt kein Land auf dieser Erde, das sich so sehr bewusst hat auseinandergesetzt mit seiner jüngsten Geschichte, wie dies hat Deutschland getan.
Am Schluss besteht hier die Option zu fragen, ob durch Erweiterung des Grundgesetzes im Artikel 22 nicht vielleicht doch nur soll gestartet werden ein Manöver zur Ablenkung und frühzeitig der Wahlkampf.
Würde diese Änderung der Verfassung nicht bedeuten, das der gesamte deutsche Sprachgebrauch durcheinander geraten?
Würde man dann kaufen müssen statt der Pralinensorte Mon Chèri danach die gefüllte Schokolade in Bissengrösse (heisst Praline in AmtsDeutsch) 'Mein Schatz'?
Müsste sich dann nicht die CDU einer Änderung ihres ParteiNamens unterwerfen, die ja zwei Begriffe griechischer und einen lateinischer Herkunft zur Bildung ihres ParteiNamens verwendet hat?
Was wäre dann mit Telefon, Handy, Gymnasium, Internet, Cappuccino usw.?

na aber hallo! und was bitte haben die türken in deutschland zu melden, wenn den was nicht passt dann können sie ja den nächsten flug nach istanbul nehmen.
abibremer am 7. Dezember 2008 11:36 na, und wo schicken wir z.b. dich hin?? mit deinen deutsch-kenntnissen scheint es ja auch nicht wirklich gut zu stehen.
meine deutsch kenntnisse sind hervorragend, ich mag nur die feststelltaste nicht. außerdem geht es nicht nur um die sprache, sondern auch um alles andere, wer sich nicht anpasst kann gehen.
ach noch was zu meinen deutschkenntnissen: 1. für ne akademische arbeit hat es gereicht, so muss ich mir nicht "ex chemiestudent" ins profil schreiben ;-) und: "deutsch-kenntnisse" wird ohne bindestrich geschrieben. also: glashaus und so.
abibremer am 7. Dezember 2008 11:36 na, und wo schicken wir z.b. dich hin?? mit deinen deutsch-kenntnissen scheint es ja auch nicht wirklich gut zu stehen.

wo haben wir denn "sprachwächter" bzw. jemanden, der verbindlich festschreibt wie die sprache "aus zu sehen hat??? diese sprachreform-künstler, der vergangenen versuche einer allgemeinen verbindlichkeit können es wohl nicht sein. Wer will denn diese blödsinnig gewordenen werbesprüche-macher an die leine nehmen? (come in and find out!)lernen wir doch besser erst mal rechtschreibung ansonsten bleibt es uns unbenommen mal nachzufragen, was diese großen "sale"-schilder,in jedem zweiten schaufenster zu bedeuten haben. "shopfläche zu vermieten" las ich neulich auf einem angeklebten zettel -mögen sie keinen mieter finden.
Deutsch im Grundgesetz ausdrücklich zu verankern, würde nicht zur Folge haben, dass hier nur noch Deutsch gesprochen wird, es wird auch kaum verhindern, dass die Bedeutung des Deutschen mittelfristig geringer wird: http://www.interkorrektor.de/sprachblog-deutsch-arbeitssprache.html.
Dagegen spricht aber auch nicht wirklich etwas.
Albern

Es gibt keinen Grund, etwas verfassungsmässig zu verankern, was ohnehin selbstverständlich ist.


Haben die Franzosen schon seit Jahren. Würde uns auch nicht schaden, wegen den vielen Anglizismen können die Jungen ja schon fast kein Deutsch mehr. Wobei sie den Wortsinn oft gar nicht verstehen...

Was is mit bayrisch, fränkisch, rheinländer platt, usw.usw. Also, Sorgen haben die... Und ohne sächsische Zustimmung läuft hier nix...


tja, ich will ja nicht gehässig sein, aber dann würden endlich alle deutsch in wort und vor allem in schrift lernen müssen!!!! gell G....dann klappt es auch mit dem richtig lesen...
Oh, das glaube ich aber nicht, selbst viele Muttersprachler beherrschen hier schließlich kein vernünftiges "Schrift-Deutsch"! Über Deine nicht vorhandene Großschreibung sage ich jetzt mal nichts...

Ob das nun im Gesetz steht oder nicht, ist doch echt wurscht, nur weil´s im Gesetz steht, werden Türken, Engländer und andere UNTEREINANDER hier trotzdem nicht Deutsch sprechen. Das kann ich auch verstehen. Wenn ich in einem anderen Land leben würde, würde ich mit meiner Familie z.B. trotzdem weiter Deutsch sprechen.

die seite kann nicht angezeigt werden
Es sollte ja nicht nur Deutsch gesprochen werden. Aber ein bisschen mehr Respekt und Pflege für unsere Muttersprache wäre schon wünschenswert. Und dann gehört es auch an prominente Stelle - nämlich ins GG!

dummes zeug: mehr geld in die bildung stecken.außerdem fehlt eine glaubwürdige instanz, die verbindlich regelt, was denn überhaupt "richtiges" deutsch ist. herr rrreich rrranittfki ist schon zu alt: ein "sprachpapst" auf abruf so zu sagen. einen richtig bekannten guten deutsch-sprecher wüßte ich nicht zu benennen (vielleicht Ulrich wickert?)

DH