Derr Herr der Ringe gefährlich?

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12 Antworten

Der Herr der Ringe ist ein Buch, das auch ich gelesen habe, doch nicht im geringsten gefährlich. Ich weiß nicht, wie du auf die Idee gekommen bist, das zu glauben. Denn das abtauchen in eine andere Welt ist auch nicht anders, als einen Film zu schauen.

VG Leo

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Ich kenne eine ganze Menge Leute die den HDR gelesen haben (ist immerhin eines der meitverkauften Bücher). Die meisten von denen lesen auch noch regelmäßig andere Fantasy-Bücher, die im Umfang teilweise deutlich stärker sind. Eine "ungesunde Entwicklung der sozialen Kompetenz" ist mir bei denen eindeutig nicht aufgefallen.

Lesen bildet. Auch wenn das, was gelesen wird, nicht zwangsläufig mit der realen Welt in Verbindung steht, so kann man damit im Zweifelsfall doch immer noch seinen Wortschatz und seine Orthographie verbessern.

Wenn du den Sinn von Unterhaltungsliteratur und der Förderung von Fantasie und Kreativität generell in Frage stellst, dann solltest du vielleicht in Betracht ziehen deinem Kind ein Buch über Wirtschaftsinformatik oder dergleichen zu kaufen... ob es damit Spaß haben wird wage ich aber zu bezweifeln. Mit Fantasie kann man vielleicht kein Geld verdienen, aber Geld allein macht auch nicht glücklich.

Das Lesen von Unterhaltungsliteratur mag Zeit sein, die man nicht aktiv für die Verwirklichung irgendwelcher Ziele verwendet. Verschwendet ist diese Zeit aber deshalb noch lange nicht. Man kann nicht immer nur vollgas auf dem Karriere-Highway fahren, man muss sich selbst auch Erholungsphasen gönnen, in denen man sich Dingen wie Kunst, Musik oder eben Literatur zuwenden kann. Vom bloßen praktischen Standpunkt aus betrachtet sind diese Dinge alle nutzlos...aber sie erfüllen das Bedürfnis sich jenseits des Lebenserhalts verwirklichen zu können.

Ich persönlich finde die Einstellung, das alles immer einen praktischen Nutzen oder Sinn haben muss wesentlich bedenklicher, als ab und zu Mal in fremde Welten abzutauchen, um sich vom Alltag erholen zu können.

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Verstehe ich dich richtig, dass du deinem Kind nicht den Herrn der Ringe gekauft hast und der in deiner Frage nur als Beispiel für Fantasy herhalten muss?

Das Problem für mich bei deiner Frage ist, dass du das einerseits generalisierst - alle Fantasy-Literatur ist gleich -, andererseits spezialisierst - das Lesen von Fantasy-Literatur ist nicht wie das Lesen anderer Literatur. 

Generell sollte man sich freuen, wenn Kinder überhaupt lesen. Das fördert die Sprachkompetenz und die Phantasie. Dabei ist vielleicht zu unterschieden zwischen sprachlich hochwertiger Literatur und Groschenromanen. Der Herr der Ringe speziell ist sprachlich recht hoch angesetzt und braucht keinen Vergleich mit Hochliteratur zu scheuen, in der Hinsicht brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Man kann aber nicht alle Fantasy-Literatur über einen Kamm scheren.

Die sozialen Kompetenzen werden vor allem durch soziale Interaktion gebildet, wenn du deinem Kind alles dafür Notwendige mit auf den Weg gibst, ist das Thema Literatur sekundär. Was Literatur stärker leistet als alles andere (außer vielleicht intensiver Kommunikation darüber, wie das eigene Handeln sich auf das Gegenüber auswirkt - aber welches Kind tut das schon oder will das?), ist die Bildung von Empathie. Das hängt aber natürlich vom Autor und dem jeweiligen Buch ab. In der Hinsicht muss Fantasy sich nicht von anderer Literatur unterscheiden (tut es aber meist). Aber auch hier gilt: Man kann nicht alle Fantasy-Literatur über einen Kamm scheren.

Es gibt Fantasy-Literatur, deren Inhalt sich darauf beschränkt, dass Zwerge Orks metzeln und umgekehrt; aber es gibt auch Fantasy, die sich - im Rahmen einer Fantasy-Handlung - mit persönlicher Reifung beschäftigt und psychologische Tiefe aufweist (die Erdsee-Trilogie - mittlerweile gibt es noch mehr Bände, wenn ich recht orientiert bin - von Ursula K. LeGuin ist hierfür ein Beispiel).

Der Herr der Ringe beschäftigt sich unter anderem mit Freundschaft, mit Loyalität, mit dem Ringen um richtiges Handeln; damit hat er durchaus positive Aspekte. Allerdings verwendet er auch stereotype Vorstellungen von Gut und Böse und biologistische Denkmuster. In der Hinsicht ist es ein Märchenbuch (die du deinem Kind hoffentlich nicht vorenthalten hast ...). All das findest du auch in Büchern anderer Genres. Und verglichen mit Rosamunde Pilcher oder Hedwig Kotz-Mahler bietet Fantasy durchaus lebensechte Charaktere und realistische Handlungen. (Obwohl es auch da anderes gibt ...)

Zwei Problempunkte sehe ich: Zunächst geht es bei Fantasy um Welten, in denen Magie eine Rolle spielt. Das macht sie eventuell zu Regressionsangeboten für Menschen, sofern sie Omnipotenzphantasien anspricht. Vergleichbares findet sich nur in Superhelden-Comics, und verglichen damit ist Fantasy durchaus realitätsbezogen. Dann geht es bei Fantasy oft um einen elementaren Kampf Gut gegen Böse, um die Rettung der Welt und massive Bedrohung des Lebens. Welches reale Leben kann damit schon mithalten? Das ist vielleicht das größte Problem bei Fantasy: Fantasy als Fluchtliteratur. Hier ist es neben dem Charakter des jeweiligen Buches (du ahnst es schon: Man kann nicht alle Fantasy ...) auch eine Frage, wie viel sich dein Kind damit beschäftigt. Aber ja, die Gefahr einer Sogwirkung besteht.

Am Ende läuft es wohl vor allem darauf hinaus, welches Buch von welchem Autor du deinem Kind anbietest und ob du in der Lage bist, deinem Kind ein Korrektiv zu sein und ihm akzeptable Relitätsangebote zu machen. Unsere momentane politische und ökonomische Realität ist da sicher nicht förderlich, sondern wesentlich verantwortlich dafür, dass Menschen ventile außerhalb der realen Welt suchen: Sie brauchen Ventile. Insofern fördert Fantasy (wenn auich nicht jede ...) womöglich sogar die Stabilität der Menschen. In jedem Fall ist Fantasy hier besser als der Abstieg in den Drogensumpf.

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Mal abgesehen davon, dass deine Aussage Fantasy Leser seien Freaks ziemlich beleidigend ist, ist deine Angst vollkommender Quatsch.

Nur wenn man ein Buch liest (und die meisten Eltern würden so einiges geben, ihren Sprössling dazu zu bringen) heißt das dich noch lange nicht, dass man den Bezug zur Realität verliert.  Man begeht ja auch nicht gleich Sebstmord nur weil man Romeo und Julia gelesen hat.

Lesen bildet. Es fördert den Wortschatz, die Rechtschreiben und lässt Menschen zu gebildeten, kreativen, frei denkenden Menschen werden und nicht zu willenlosen Arbeitstieren, was ofenbar dein Plan für deune Kinder ist, traurig.

Ich lese Fantasy seit ich ein kleines Mädchen war. Hab mein Abitur mit 1.1 gemacht und Jura erfolgreich studiert.

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Deine Sorge kann ich durchaus nachvollziehen. Ich habe den "Herrn der Ringe" erst im Alter von fast 40 Jahren gelesen,- und anschließend Hesse,- und war dadurch für eine ganze Weile für "andere" Literatur verdorben. Aber; es ist ein Geschenk, in eine andere, virtuelle Welt abtauchen zu können. Setzt nur voraus, daß man wieder "auf die Erde zurückkommt". Darum ist es möglicherweise durchaus eine Frage des Alters, wann man Bücher wie Herr der Ringe lesen sollte. Wenn jemand dabei bleibt und weiterliest,- scheint er (oder) sie nicht mehr wirklich gefährdet, in eine Scheinwelt abzudriften.

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Der Herr der Ringe - gefährlich? Das ist ein Buch! (ein sehr gutes um genau zu sein) :D das bildet!

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Kommentar von KingQualle
23.02.2016, 23:07

Ich glaube wir haben eine unterschiedliche Auffassung von dem was man unter Bildung versteht. Bilden tut etwas das dich bildet um später einen Nutzen aus dem gelernten zu ziehen. Ich glaube kaum das dies bei J.R.R. Tolkien der Fall ist  somit würde ich prägen wohl eher in diesem Fall verwenden und mich fragen ob es denn gesund sei von Herr der Ringe geprägt zu sein xDDD

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Kommentar von TheFro
23.02.2016, 23:09

Naja, wie man es nimmt :D aber wenn du meinst...dann gebe deinen Kindern doch ein Biologie Buch zum lesen

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Sieh es doch mal so, das Buch regt die Fantasie an. Das ist durchaus etwas positives.

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Der Herr der Ringe ist einer der meistverkauften Bücher der Welt. Davor kommen nur noch Bibel, und ich glaube ein paar Bücher von Mao und so. Warum?

Es stimmt, es beschreibt eine andere Welt. Der Autor war ein Professor für das Englisch des Mittelalters, hat sich viel mit den nordischen Sagen befasst. Er hat diese alte Kultur in das Buch eingebracht, die Sprachen, aber noch viel mehr.

Es ist wie ein Märchen, voller Moral, man kann viel daraus Lernen. Ja, man kann darin eintauchen, aber wenn man wieder auftaucht ist man bereichert.

Daher zählt dieses Buch zur "High Fantasy". Ganz anders die "Low Fantasy", die eher Schund sind.

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Kommentar von KingQualle
23.02.2016, 22:57

Ich denke nicht das es eine fortwährende Bereicherung ist. Ich denke eher das es  eine passive Aktivität ist, die nur in dem Zeitraum währt in der man sich damit auseinandersetzt. Soll nicht negativ sein nur finde ich es gibt wichtigere Dinge als Herr der ringe

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Uiui. Deine Kinder müssens schwer haben wenn du ein fantasybuch für gefährlich hälst :D die meisten Eltern würden sich freuen

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Kommentar von KingQualle
23.02.2016, 22:44

Nicht alles ist fiktiv auf dieser Welt. 

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Ich schließe mich der Meinung meiner Vorredner an. Was für Ängste hast du denn dabei? Dass dein Kind aus der irrealen Welt nicht zurückkehrt?

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Nein, das ist gut für die Phantasie ;)

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Kommentar von KingQualle
23.02.2016, 22:45

Mit Phantasie kann man aber später kein Geld verdienen xDDD Ok es sei denn du schreibst selbst eine fiktive Geschichte

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ich weiß nicht was ich von der Frage halten soll.

Zum einen schreibst du so, als hättest du das Buch selbst nie gelesen. Aber dann nutzt du wieder Worte wie "Hobbit" oder "Auenland" ... dann müßtest du das Buch ja doch gelesen haben, und es beurteilen können?

Mal davon abgesehen:

wenn es sich in eine irreale Welt abtaucht, die völlig abseits von der hiesigen ist?

Mit diesem Argument dürfte dein Kind kein einziges Fantasybuch lesen. Selbst Märchenbücher nicht.

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