Derealisation zerstört mein Leben.?

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8 Antworten

Derealisation ist der absolute Horror!!! Ich leide noch heute darunter und gehe zeitweise immer noch die Wände hoch. Derealisation ist im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen relativ schwer Behandelbar, jedoch nicht unmöglich.

Erst muss abgeklärt werden, ob die Derealisation isoliert oder im Zuge einer anderen Erkrankung auftritt. Falls letzteres der Fall ist sollte die zugrunde liegende Erkrankung primär behandelt werden. Falls sie isoliert auftritt spricht man von einer Depersonalisations- und Derealisationsstörung. Eine Diagnose stellen kann nur eine Fachperson.

Es gibt verschiedenste Methoden eine solche Störung zu behandeln:

- Sport. Sport steigert das Selbst- und Körpergefühl, insbesondere Ausdauersportarten. Am besten sind 20-30min täglich. Es dauert ca. 1 Montat bis sich eine Wirkung entfaltet.

- Psychotherapie. Psychotherapie (und damit meine ich eine richtige Gesprächstherapie und nicht das Gespräch beim Arzt welcher anschliessend einfach Medikamente verschreibt) ist eines der effektivsten Mittel gegen Derealisation. Leider vergehen Monate wenn nicht Jahre bis eine Psychotherapie wirklich greift. Der Vorteil der Psychotherapie liegt darin, dass sie die Ursachen hinter der Erkrankung bekämpft und auch keine Nebenwirkungen hat.

- Medikamente. Zurzeit gibt es keine Medikamente welche eine Zulassung bezüglich Derealisation besitzen. Wenn Medikamente eingesetzt werden, dann im sogenannten "off lable use". Es gibt erste Studien, dass Lamotrigin und Aripiprazol gegen Derealisierung helfen können.

Es tut mir leid, dir keine bessere Antwort geben zu können. Hoffe trotzdem dir ein bisschen geholfen zu haben.

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Muss derzeit auch mit einer Derealisation und einer immer wieder auftretenden Depersonalisation leben. Samm hat dir schon ne grundsolide Antwort geliefert.

Ein paar Tipps hätte ich aber noch, folgendes hat mir geholfen:

1.)Ich kann mich noch gut an den Teufelskreis erinnern den ich zu beginn hatte. Andauernde Gedanken an die DR/DP führen zu angst, Depression und letztendlich zur Verstärkung der Symptome, was erneut zu den unerwünschten Gedanken führt....Es gilt also irgendwie diesem Teufelskreis zu entfliehen, die Symptome also gar nicht bewusst wahrnehmen

-----> Hierbei hat mir tägliches Meditieren definitiv geholfen (Tutorials sind überall im Netz zu finden :) ). Zu Beginn fällt es dir evtl schwer aber mittlerweile schaffe ich es problemlos 1 stunde intensiv zu meditieren. 


2.)Wie schon erwähnt ist auch Sport immens wichtig. Ich für meinen Teil gehe jeden tag joggen und 1-2 in der Woche Bouldern/Klettern.

3.)Such dir ein Hobby, dem du jederzeit nachgehen kannst. Neben dem Sport mache ich noch Musik.

4.)In den ersten Monaten hatte ich ziemliche Schwierigkeiten damit, das Haus zu verlassen, was aber eher kontraproduktiv war. Unternehm was mit Freunden oder Familie und wenn du schon in dem Alter bist geh feiern ...versuch einfach das Leben zu genießen. Tu was dir vor deiner Derealisation Freude gemacht hat.

5.)Bezüglich der langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz:Ich bin zu meinem Hausarzt welcher mich auf Nachfrage sofort an eine ambulante psychiatrie überwiesen hat. Dort wurde mir dann mit der Suche eines passenden Therapeuten ( bin leider immernoch auf der warteliste...) geholfen.Noch dazu hatte ich bei einer dort praktizierenden Therapeutin für 2 monate ( ca. alle 2 wochen) gesprächstherapeutische Sitzungen. Von dort gings dann zur Hypnosetherapie (Selbsthypnose praktiziere ich täglich) die ich erst vor kurzem beendet habe, somit die Wartezeit verkürzt habe UND meinen Zustand schon vor der eigentlichen Therapie deutlich bessern konnte.

6.) Drogen/MedikamenteDas beginnt schon beim Koffein und beim Zucker...zuviel davon tut mir definitiv nicht gut. Alkohol evtl 1 bis 2 mal im Monat aber auch maximal 1-2 Bier. Am besten man verzichtet ganz :). Gras, MDMA, und alles andere was das Partyhungrige Volk sich einwirft gilt es KOMPLETT zu vermeiden. 

Citalopram (ssri) hat mir im übrigen nicht geholfen. Wenns bei mir mal stressiger wird hilft mir Johanniskraut (Präparat: Pascoflair)Ist jetzt doch etwas länger geworden als ich gedacht hatte....kann ja nicht schaden :D

Zum Abschluss Empfehle ich dir noch folgenden Link:

http://diescheibe.blogspot.de/search?updated-max=2011-09-07T22:38:00-07:00&max-results=7

Nicht den Kopf hängen lassen...du schaffst das!

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Kommentar von carradine
09.06.2016, 02:38

Verdammt... irgendwas ist bei der Formatierung schief gelaufen. Hoffe es ist noch übersichtlich genug !

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Das deine Leistung sinkt, hat nichts mit Derealisation zu tun. Es hilft nucht wenn man wartet und es auf eigene Faust aufnehmen will. Geh zu einem Psychiater und lass fir helfen, sonst kannst du nichts tun, glaub mir.

(Eigene Erfahrung und Recherche)

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Psychiater mit psychotherapeutischer Ausbildung wäre eine Möglichkeit. Erstmal gibt es 5 Termine, am 5ten bekommst du deine Diagnose und dann wird die Therapie, ggf medikamentösen begleitet, gestartet.

Womöglich steckt noch mehr dahinter, als nur Derealisation. Vielleicht ist dies die Folgen, eines oder mehrerer Traumata.

Ich hab auch solche dissoziativen Zustände, bin aber schon so daran gewöhnt. Kenn es nicht anders. In der Therapie lernst du vieles, dass dir hilft damit umzugehen.

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Hallo!

Mich wundert, da du beim Art warst, dass du nicht zu einem Facharzt überwiesen wurdest?!

VG

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Weiss nicht ob das auch eine doofe Antwort ist und vielleicht hast du das auch schon alles probiert.. 

Aber sprich offen und ehrlich mit Familie und Freunden über deine Derealisation.. Suche gemeinsam mit ihnen nach Lösungen und sonst kann ich dir nur eine Therapie bei einem Psychiater empfehlen..

Wünsche dir alles Gute

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Und noch ein Oooooops.... Pascoflair enthält kein Johanniskraut sondern Passionsblumenkraut. 

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Das tut mir echt leid für dich :/ hatte das auch ne Zeit lang

Bist du den schon bei einem Psychologen? angeblich soll Methylphenidat was bringen

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Kommentar von blxee
03.06.2016, 15:38

Nope war bisher nur beim Arzt hab mal alles checken lassen

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Kommentar von Seanna
03.06.2016, 21:07

Notfall Termin?! Das ist ja kaum ein Notfall. Suizidalität oder akutes Trauma ist ein Notfall. Und Methylphenidat verstärkt die Symptome höchstens... erhöhte Aufmerksamkeit und Erregung = erhöhter Fokus auf Körper und Derealisation und Veränderungen der Wahrnehmung, erhöhte Anfälligkeit für Stress.... schlechte Idee.

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