Frage von Polskaszkola, 49

Derealisation, Depression, was tun?

Hallo, Kurze Vorgeschichte und dann direkt die Frage : Ich habe etwa Anfang Februar Kopfschmerzen bekommen. Diese sind etwa 2 Monate lang geblieben und haben mir das Leben zur Hölle gemacht. Ich war schrecklich besorgt, hatte Angst, es wäre etwas Schlimmes, bin in Selbstmitleid verfallen und habe gedacht, es würde für immer so bleiben. Trotzdem hatte ich unglaublich viel Stress und sehr viel zu tun in dieser Zeit. Letzten Endes stellte sich heraus, dass dies Spannungskopfschmerzen waren und sie weggingen, wenn ich nicht daran denken würde ( ich habe jede Sekunde immer daran gedacht und mich in die Situation vertieft) - Taten sie dann auch. Aber kurz nachdem sie verschwunden waren, kam die nächste "Krankheit" : Alles, die Welt um mich herum und ich selber, fühlt sich unreal an ( ich habe schon Ewigkeiten damit verbracht, darüber im Interner zu lesen, es ist ja sowas wie Derealisation/Depersonalisation), wenn ich spreche, handle, andere angucke und mir denke, sie seien unreal, wenn ich mich selber angucke... Auch Erinnerungen kommen so fern vor, ich hinterfrage ständig alles, denke die ganze Zeit an dieses Gefühl, habe Angst, dass es für immer so bleibt. Außerdem bin ich ständig müde, etwa seit Beginn dieses Gefühls. Ich kann mich über nichts mehr freuen, Gefühle habe ich nur noch sehr wenige, nur Trauer ( z.B. Während ich diesen Text schreibe).
Dennoch habe ich jetzt, Während dieser Zeit, immer noch super viel Stress und viel zu tun ( Wochenenden nie frei, wenig Freizeit, höchstens 7, meistens 6 Stunden Schlaf ) und denke auch permanent an das Gefühl. Es gab Phasen, da hatte ich das Gefühl für ein paar Stunden gar nicht mehr,und jeden Tag gibt es so eine ( wenn auch aktuell nur sehr kurze) Phase - nämlich immer, wenn ich nicht daran denke... Ich bin 14 Jahre alt, männlich, und möchte mich des Lebens erfreuen, und nicht mit diesem beschissenen Gefühl herumlaufen. Ich habe die Befürchtung, das kommt von dem ganzen Stress, dem wenigen Schlaf, der fehlenden Erholung und von meiner Psyche ( ich bin sehr sensibel, ein Hypochonder und das Ganze nimmt mich sehr sehr sehr stark mit).
Ich würde Einfach gerne wissen, ob es eine Chance gibt, dass das ( jemals) wieder vergeht ( ich fahre z.B. Jetzt für 3 Wochen in den Urlaub), dass ich wieder Freude empfinde und Spaß haben kann, ob es eine Möglichkeit gibt, dass ich nicht permanent daran denken muss. Was kann ich sonst noch tun, um dieses Gefühl wegzukriegen? Werde ich das jemals wieder wegbekommen? Kennt ihr solche Gefühle? ...

Antwort
von bikerin99, 27

Mit 14 Jahren nur 7 Std. Schlaf und wenig Freizeit, nur Stress. Dein Körper sagt dir doch schon die längste Zeit, dass das so nicht geht. Wie kann er es dir noch zeigen, dass du begreifst, dass du deine Situation ändern musst.
Ich wünsche dir, dass du die 3 Wochen Urlaub geniessen kannst, um einmal herunterzukommen.
Aber danach musst du dein Leben verändern, denn sonst wirst du deine Beschwerden nicht los, sondern sie werden mehr oder intensiver. Dein Körper ist das Stoppschild, wenn du es nicht begreifen willst.
Leben verändern bedeutet, dass du Pausen, Freizeit planen musst und deinen Schlafrhytmus findest. Dinge zu deinem Vergnügen und Freude machst, die dir guttun und ablenken von den Alltagsgeschichten.

Kommentar von Polskaszkola ,

Danke für die Antwort! Das habe ich auch vor.  Ich habe dieses Jahr wirklich viel zu viel Gemacht und gemerkt, dass das so nicht geht. Ich werde also wirklich etwas ändern!  Denkst du denn, dass die Beschwerden verschwinden, wenn ich mein Leben umgestellt haben werde? 

Kommentar von bikerin99 ,

Ich bin überzeugt, dass die Beschwerden verschwinden, wenn du dein Leben umstellst und auf deine Körpersignale achtest. Sie machen dich aufmerksam, dass du achtsamer mit dir umgehen musst (deine inneren Bedürfnisse befriedigen).

Antwort
von Sophilinchen, 32

Ich versprech dir es wird besser:)

Lenk dich ab, denk nicht mehr dran...und schlaf gefälligst genug, das verschlimmert es sonst erheblich! Schlafen ist sehr wichtig bei DP.

Du fühlst dich zurzeit anscheinend unwohl...dich beschäftigt was...dein Gehirn mag das nicht und schiebt es weg: "Wenn es nicht ich bin dann geht es mich nichts an." So ungefähr kannst du dir das vorstellen. So entsteht das Gefühl alles sei unreal und weit weg, du bist getrennt von deinem Körper, alles ist fremd und furchtbar. Das ist ein Schutzmechanismus deines Körpers. In Stresssituationen soll das helfen klar zu denken...wenn ein Tiger dich verfolgt und du das Gefühl hast, es passiert gar nicht in echt, macht es die Situation erträglicher, weisst du was ich meine? Du musst" deinen Tiger finden", also den Auslöser. Lass dir von dem Gefühl nicht alles versauen und achte nicht immer drauf. Und versuch nett zu dir selbst zu sein. Du machst das schon!

Kommentar von Polskaszkola ,

Vielen Dank für deine Antwort! 

Ja. Meinen Schlafrhythmus ( wenn man das überhaupt so nennen kann)  muss ich wirklich dringend in den Griff bekommen, und ich habe mir auch versprochen, ab jetzt länger zu schlafen ( Vor allem wenn ich höre, wie lange meine Freunde so schlafen...) Ich glaube, die treibende Angst ist die Angst vor gerade diesem Gefühl, und das könnte das Ganze natürlich noch mehr verschlimmern...

Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich eine Chance darauf habe, dass das Gefühl weggeht, Und ich hoffe wirklich wirklich sehr, dass es das wird... 

Kommentar von Sophilinchen ,

Ok...du bist schon nah dran. Das ist tatsächlich der springende Punkt bei der Sache: das schlimmste ist die Angst es könnte nicht mehr aufhören. Da das Gefühl aber aus Angst besteht, macht es das ganze erst total seltsam:D Daher musst du aus diesem bekloppten Teufelskreis raus. Da hilft nur es zu akzeptieren. Wenn du so sehr willst, dass es weggeht gibst du dem Gefühl macht über dich...lass es einfach nerven. Es geht weg sobald es dir egal wird. Versprochen. 100%ig! Das ganze wird nur schlimm wenn du dich reinsteigerst. Kann sein das du es noch ein paar Wochen, oder sofar Monate mit dir rumschleppst bis du es irgendwann nicht mehr schlimm findest. Aber sobald das so ist wirst du es los. 

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