Frage von Quarkonkel, 110

Kennt Ihr derbe, brutale, blutige Romane?

Hi, ich bin auf der Suche nach richtig heftigen Romanen. Hab zuletzt alles von Erik Axl Sund gelesen (Victoria Bergmann Trilogie und Scherbenseele), sowie die Trilogie von Ethan Cross. Ich bin sehr angetan von diesem Genre. Nun bin auf der Suche nach weiteren Büchern in dieser Richtung. Es darf gerne sehr makaber, blutig, brutal etc sein, darf auch gerne richtung Fantasy oder Fiktion gehen.

Mit freundlichen Grüßen
Quarkonkel

Antwort
von Solaris80, 46

In der "Klingen" Fantasy Reihe von Joe Abercrombie geht es ganz gut zur Sache... und es ist auch etwas Humor dabei, das habe ich beim "Lied von Eis und Feuer" etwas vermisst. Aber sonst passt das natürlich auch darauf.

Ansonsten "American Psycho" von Bret Easton Ellis.

Das derbste, makaberste, blutigste Buch überhaupt ist wahrscheinlich "Die 120 Tage von Sodom oder die Schule der Ausschweifung" vom Marquis de Sade.

Allerdings solltest du da die Hintergründe etwas kennen:

De Sade war sicher kein "Heiliger" und hat einiges getan, was nichts mit einvernehmlichen BDSM zu tun hat (allerdings war er mindestens ebenso sehr "masochist" wie "sadist").
Aber er war in seinem Leben auch nicht das Ungeheuer, als das er oft dargestellt wird.
Ungefähr 12 Jahre hat er mehr oder weniger unschuldig im Kerker gesessen, in Vincennes und später in der Bastille. Unschuldig deswegen, weil er nicht von einem Gericht dazu verurteilt wurde, sondern seine Schwiegermutter einen "lettre de cache", einen geheimen königlichen Haftbefehl erwirkt hatte, um diesen "Schandfleck der Familie" wegzusperren.

Daher kann man sicher sagen, dass sein Werk u.A. auch "Wutabbau mit der Feder" war.
Weiterhin sind gerade die 120 Tage von Sodom eine Überspitzung des Treiben des französischen Adels. Viele andere haben es noch sehr viel "wilder" als de Sade getrieben, aber er war der einzige, der sein Treiben nicht verheimlicht hat, sondern es zur Schau gestellt hat.
So gesehen kann man die 120 Tage von Sodom als Satire betrachten. Vieles darin scheint tatsächlich eine sehr spezielle Art von Humor zu sein.

Bei de Sade gehen die Meinungen halt weit auseinander, für manche war er ein großartiges Genie, für andere ein perverses Monstrum.

Übrigens war er während der französischen Revolution kurze Zeit selbst Richter und hatte über das Schicksal seiner Schwiegereltern zu entscheiden. Anstatt seine verhasste Schwiegermutter, die ihn in den Kerker brachte, auf die Guillotine zu schicken, ließ er sie entkommen...

Kommentar von metalfreak311 ,

Die von Dir beschriebenen Hintergründe sind sehr interessant, das meiste davon kannte ich noch nicht. Das Buch fand ich persönlich ziemlich einschläfernd - weil eintönig - ich habe es immer noch auf dem Kindle, aber erst zur Hälfte gelesen. Aber ist schließlich Geschmackssache...

Kommentar von Solaris80 ,

Klar, alles ist Geschmackssache...
Allerdings steigern sich die beschriebenen "Leidenschaften" und das Geschehen im Schloß in den 120 Tagen von Sodom. Der vierte Monat ist am heftigsten.

Eintönig ist es teilweise, das stimmt.
Dazu sollte man wissen, dass das veröffentlichte Manuskript von de Sade nur ein Entwurf war. Ich kenne andere Ausgaben nicht, aber ich habe eine "Faksimile Ausgabe" (Orbis Edition), d.h. dort stehen auch die Anmerkungen drin, die de Sade für sich selbst im Manuskript eingefügt hat, also was er später noch genauer schreiben wollte.

Interessant ist ja auch, dass das Manuskript (eine eng beschriebene Rolle) beim Sturm auf die Bastille verschwunden ist und erst um 1900 herum wieder aufgetaucht ist.
(de Sade saß bis kurz vor dem Sturm auf die Bastille dort, als die Lage für die Besatzung schon brenzlig wurde und Kanonen auf den Wehrgängen positioniert wurden durfte er dort keine Spaziergänge mehr machen und bekam deshalb prompt einen seiner häufigen Wutanfälle... Dabei schrie er aus dem Fenster die Gefangenen der Bastille würden erwürgt, und die Leute sollten ihnen zu Hilfe eilen... Am Tag danach wurde er in die "Irrenanstalt" verlegt, in der er später unter Napoleon auch seinen Lebensabend verbringen sollte.)
Der Sturm auf die Bastille geschah dann einige Tage später.

Zu sagen de Sade hätte den Sturm auf die Bastille verursacht wäre wohl übertrieben. Aber vielleicht hat er ein wenig dazu beigetragen...

Kommentar von Hostile ,

Echt tolle und interessante Ausführungen. Hab de Sade schon lange auf meiner "must read"-Liste, hatte aber durch der oft genannten eintönigen Stil dann eher keine Lust. Jetzt ist mein Interesse wieder geweckt.

Kommentar von Solaris80 ,

Vielen Dank,
ich habe mich vor Jahren mal intensiv mit de Sade beschäftigt. Alles muss man tatsächlich aber auch nicht lesen.

Bei "Aline & Valcour - Der philosophische Roman" habe ich irgendwann aufgegeben, weil es mir zu langweilig war. Die "Justine und Juliette" in 10 Bänden war mir immer zu teuer, und ich finde, die muss man auch nicht gelesen haben. Hat er auch hauptsächlich geschrieben um Geld zu verdienen.

Die wichtigsten sind m.E. neben den "120 Tagen" die Einzelromane "Justine oder das Mißgeschick der Tugend", "Juliette oder die Vorteile des Lasters" und "Die Philosophie im Boudoir".

Manche Leute erwarten vielleicht auch bei de Sade etwas anderes und sind dann enttäuscht. Viel bei ihm ist seine "ultrapessimistische" Philosophie.

Ich habe mal einige von seinen philosophischen Ansätzen in einer Abhandlung zusammengefasst, falls es dich interessiert:

http://solaris93.beepworld.de/marquis\_de\_sade.htm

Antwort
von metalfreak311, 49

Wrath James White - "Schänderblut": http://www.amazon.de/Sch%C3%A4nderblut-Wrath-James-White-ebook/dp/B00D9976KQ/ref...

Tim Curran - "Maden" (eher 'ne Erzählung und nur als Kindle-Edition oder in der Anthologie "Kannibalen" erhältlich

Mo Hayder - "Der Vogelmann": http://www.amazon.de/Vogelmann-Fall-Caffery-Roman-Inspektor-Caffery-Thriller-ebo...

LG metalfreak311

Antwort
von bauernmaedl, 61

Da kann ich dir bücher von joy fielding empfehlen. Die sind meist recht anspruchsvoll und es geht meist um iwelche gewalttaten.
Außerdem fand ich die totenleserin recht gut, da geht es im 11. Jhd glaub ich, um eine ärztin die eine kindermordserie aufdecken will.

Kommentar von MaSiReMa ,

Jaa, Joy Fielding ist sehr gut, ebenfalls Mary Higgins Clark. ;o))

Antwort
von xrobin94, 50

Richard Laymon - In den finsteren Wäldern

Tim Curran - Zerfleischt

Jack Ketchum - Evil

Lg:)

Antwort
von MaSiReMa, 63

Hallo,

dann lies mal die Bücher von Michael Robotham, die haben es schon odentlich in sich!!

Schau mal, hier sind die Bücher aufgelistet. ;o))

http://www.krimi-couch.de/krimis/michael-robotham.html

LG

Kommentar von Quarkonkel ,

was haltet ihr von den Büchern von Fitzek?

Kommentar von MaSiReMa ,

Habe ich, ehrlich gesagt, noch keines von gelesen, aber hört sich sehr gut an. Hab mal eine kleine Leseprobe gemacht bei "Die Therapie"

Sollte ich mir wohl mal zulegen. ;o)

Vielen Dank für den Tip.

Kommentar von Hostile ,

Ich habe schon sehr viele von Fitzeks Büchern gelesen. Sein Stil ist sehr angenehm und die Geschichten schön kurzweilig. Blutige und brutale Bücher solltest du aber wirklich nicht erwarten. Am besten hat mir "Noah" gefallen. Einziges Manko bei Fitzek ist, dass man nach ein paar Büchern das Ende ziemlich vorhersagen kann.

Kommentar von MaSiReMa ,

Ah, ok. Na, es muß für mich auch nicht unbedingt blutig sein, auf Robotham bin ich zufällig gestoßen und finde die Bücher schon seeeeeeeeeehhhhhhhhhhhr heftig, aber ich mag die Geschichte rund um Proffesor Joseph o`Laughlin. ;o))

Antwort
von LillyLP, 39

Creepers von David Morrell

Kommentar von metalfreak311 ,

... und wenn Du mal bei dem bist, würde ich noch "Totem" empfehlen, das ist auch cool. So richtig makaber.

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