Frage von ladyflower, 41

Der zuletzt Lebende eines Berliner Testamentes hat sein Haus an die Enkeltochter verschenkt. Fällt es in den folgenden 10 Jahren der Erbmasse wieder zu?

Meine Mutter als zuletzt lebende eines Berliner testamentes, in dem wir 5Kinder als schlusserben eingetragen sind, hat ca. 7jahre vor ihrem Tod das haus an Tochter meiner Schwester verschenkt. Wird es nun der Erbmasse wieder zugerechnet? Was passiert wenn das haus nur noch eine Ruine ist ? Bedarf es bei einer Immobilienschenkung immer einer gegenleistung. ist eine immobilienschenkung ohne uebergabevertrag gueltig. Durch die ImmobilienSchenkung ist die Erbmasse ca. um 5/6 gesunken. Meine Mutter hat was sie ja auch darf, Bargeld verschenkt aber nicht an mich, nun nehme ich an das sie mich auf diese Art und Weise enterben wollte, denn es gibt nur noch einen kleinen garten und ein Stueck Wiese. Das Konto reicht auch gerade um alle Unkosten zu decken.

Antwort
von FordPrefect, 20

Meine Mutter als zuletzt lebende eines Berliner testamentes, in dem wir
5Kinder als schlusserben eingetragen sind, hat ca. 7jahre vor ihrem Tod
das haus an Tochter meiner Schwester verschenkt.

Zu Lebzeiten können die Eigentümer (!) über ihren Besitz nach Belieben verfügen.

Wird es nun der Erbmasse wieder zugerechnet?

Eine Schenkung würde im Zeitraum von 10 Jahren, gerechnet vom Tag der Schenkung an, bei der Berechnung des sog. Pflichtteilergänzungsanspruchs (siehe § 2325 BGB) entsprechend abgeschmolzen (jedes Jahr 1/10) dem Erbe wieder zugeschlagen.

Was passiert wenn das haus nur noch eine Ruine ist ?

Nichts. Es ändert sich ggfs. der Restwert, jedoch nicht der Grundwert der Schenkung (da gilt der Wert zum Zeitpunkt der Schenkung).

Bedarf es bei einer Immobilienschenkung immer einer gegenleistung.

Es liegt im ureigenen Wesen einer Schenkung, dass sie keiner Gegenleistung bedarf.

ist eine immobilienschenkung ohne uebergabevertrag gueltig.

Eine Immobilienschenkung kann nur durch notariellen Vertrag und Grundbucheintrag vollzogen werden. Ist dies nie erfolgt, handelt es sich auch nicht um eine rechtskräftige Schenkung.

Durch die ImmobilienSchenkung ist die Erbmasse ca. um 5/6 gesunken.

Nachvollziehbar.

Meine Mutter hat was sie ja auch darf, Bargeld verschenkt aber nicht an
mich, nun nehme ich an das sie mich auf diese Art und Weise enterben
wollte, denn es gibt nur noch einen kleinen garten und ein Stueck Wiese.

Das wäre denkbar. Denkbar wäre aber auch, dass die Mutter die anderen Kinder als bedürftiger einschätzte (nur so am Rande angemerkt).

Wie gesagt - wenn die Schenkung nie notariell beglaubigt wurde. ist sie rechtlich nie vollzogen worden und das Haus fällt komplett in die Masse.

Antwort
von WosIsLos, 22

Eine Immobilienschenkung wird nur durch notariellen Eintrag ins Grundbuch gültig.

Falls du einen Pflichtteil einklagen willst, solltest du zu einem Anwalt für Erbrecht.

Bedenke aber die Kosten für Anwalt und Gerichtsverfahren.

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