Frage von The5thElement, 49

der tourismus lommt dem naturschutz zu gute?

Was heißt diese Aussage?

Antwort
von Bitterkraut, 18

Banal gesagt: Aus Wilderen werden Wildhüter. Bezahlte Wildhüter, die haben dann auch keinen Bedarf mehr an Wilderei, mehr Tiere überleben. Das ist nur ein Beispiel, aus Afrika. Den Gedanken kann man aber auf viele Bereiche übertragen.

Das ist nur ein Aspekt, gleichzeitg wird natürlich auch mehr Wissen über die Natur verbreitet, auch bei Einheimischen. Das steigert das Schutzinteresse.

Antwort
von safur, 21

Na ja oft werden dann halt Korallenriffe oder Wildlife-Sanctuaries gekauft bzw. umzäunt. Behütet / gepflegt.

Da helfen dann die Touristen die das finanzieren.

Antwort
von larry2010, 26

man kann dadurch die leute besser informieren, was geschützt wird.

und man nimmt geld ein, um entsprechende lehrpfade und wege einzurichten.

im ort meiner eltern gibt es entsprechende flyer und lehrpfade, wo man wandern kann. entsprechend findne pflanzen und tiere auch rückzugsgebiete oder neue heimat.

Antwort
von DerandereAchim, 5

Hej The5thElement,

da Du Deine Frage auch dem Themenkreis Galapagosinseln zugeordnet hast, möchte ich dazu an zwei Beispielen aufzeigen, dass die Aussage, die Deiner Frage zugrunde liegt, keineswegs immer stimmt.

Ich war in den letzten 30 Jahren mehrfach aus beruflichen als auch privaten Gründen auf diesen Inseln. Als ich erstmals dorthin kam, fand ich auf einer der Hauptinseln, Santa Cruz, von der Küstenlinie zur Vulkanspitze aufsteigend sieben unterschiedliche, weitestgehend unberührte Vegetationszonen vor. Den Weg musste ich mir dabei streckenweise mit einer Machete bahnen. Am Rande einer sehr abgelegenen und auf dem Landweg kaum erreichbaren Bucht befand sich einer der größten Nistplätze von Meeresschildkröten. Seinerzeit gab es dort nicht viele Touristen und die Telekommunikation mit der Außenwelt funktionierte nur über die Darwin-Station, eine Marine Basis und den Seefunk eines alten Kapitäns.

Anfang der 90-er Jahre stapelten sich auf Santa Cruz schon die Rucksacktouristen. Es gab bereits ein Satelittentelefon. Überall in Puerto Ayora, der "Hauptstadt" wurden neue Häuser gebaut, teilweise bis an die Küstenlinie. Stellenweise wurden die Meeresechsen zurückgedrängt.

1996 gab es bereits einen Trampelpfad bis hinauf zur Spitze des Vulkans Cerro Crocker. Dort feierten ecuadorianische Schüler- und Studentengruppen ihre Feste. Die Musik war schon von weitem zu hören. Für die weggeworfenen leeren Flaschen gab's leider keinen Pfand. Ein weiterer Pad war entlang der Küste durch den ursprünglich fast undurchdringlichen Kandelabrakakteenwald geschlagen worden. Vereinzelte Touristen näherten sich der noch versteckt liegenden Schildkrötenbucht.

2002 war der Weg zum Vulkan gefliest. Die von der Küste aus betrachtet dritte und vierte Vegetationszone war verschwunden - platt gemacht, um einen guten Rundumblick zu gewähren? Auch der Weg durch den Kakteenwald war gefliest und ordentlich verbreitert worden. So konnten die Touristengruppen mit Kühlboxen, Sonnenschirmen und Liegen bequem in Badelatschen zu zweit oder dritt nebeneinander latschend laut lärmend zu dem herrlichen dahinter liegenden Strand kommen. Die Schildkrötenbucht war noch weiterhin weitestgehend unberührt, aber von den ehemals tausenden Galapagoswinkerkrabben war an dem Strand nichts mehr zu sehen.

Seit 2005 bin ich nicht mehr zum Cerro Crocker aufgestiegen. Das wirkt auf mich schon fast wie eine Annäherung an Schloss Neuschwanstein. An der Schildkrötenbucht gab es ab vormittags keinen Platz mehr, um ein Badehandtuch hinzulegen und die ehemaligen Nistplätze der Schildkröten bildeten den Ersatz für die fehlenden öffentlichen Toiletten. Es gab in Puerto Ayora schon weit mehr Autos als Einwohner.

Seither war ich noch einige Male dort, aber nicht mehr um dort Urlaub zu machen oder einem mir wichtigen Menschen etwas seltenes und schönes Unberührtes zu zeigen. Das findet sich dort leider kaum mehr.

Über die weitere traurige Entwicklung der Insel Santa Cruz möchte ich nicht mehr berichten. Dazu findet sich etwas im Net.

Resumé meiner Geschichte:

Das Fragezeichen steht zurecht hinter der o. a. Aussage. Diese gilt es kritisch zu diskutieren. Weitere Beispiele wie die meinen finden sich zu Genüge, in vielen Ländern, auch in Deutschland.

Liebe Grüße

Achim

Kommentar von DerandereAchim ,

Dank des "kontrollierten" Tourismus ist Galapagos die reichste Provinz Ecuadors. Dahin gehend lohnt es sich.

Antwort
von KlugwieGott, 17

ohne geld kein naturschutz

touristenländer sind meist arme länder

ohne tourismuseinnahmen haben die ganz sicher kein geld mehr für naturschutz übrig

und sie würden dann auch die natur den interessen der menschen viel stärker unterordnen und zb wälder roden und da wohnungen bauen oder mais anbauen


jetzt tun sie das nicht, weil leute extra dafür kommen, um es zu sehen

es ist kapital für sie, fällt das weg, wird es auch weggemacht, wenn es ihnen andere vorteile bringt


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