LeonhardvL am 03.12.2008 um 5:08 Uhr
Hallo zusammen!!
Welche literarischen Werke vereinen Romantik und Tod? Warum werden diese beiden Dinge immer wieder miteinander verbunden??
Besten Gruß, Andreas
Bild/er:

Ich schlage vor "Die Leiden des jungen Werthers", siehe http://de.wikipedia.org/wiki/DieLeidendesjungenWerthers
Generelle Anmerkung: Ich kann nicht verstehen, warum Selbstmord manchmal als was Tolles dargestellt wird. Der Tod ist nicht romantisch!!

Ich schließe mich unumwunden unsrem letzten Poster an und postuliere hiermit: an sich ist es schwer in der Romantik (so man damit die Epoche meinen sollte) überhaupt ein Werk zu finden, dass sich absolut nicht mit der Todesthematik beschäftigt...
ETA Hofmann - und hier meine ich beinah sämtliche Werke - kann ich in dieser Angelegenheit ebenso empfehlen wie Novalis, während mir auch außerhalb der Definitionsgrenzen der Epoche respektive des Genres etwa Georg Büchner als jemand, dessen Werk sich maßgeblich mit Empathie, Emotionsdimensionen sowie Schicksal und Wahnsinn auseinandersetzt, in den Sinn...
Ein charakteristisches Merkmal der romantischen Dichtung ist die Betonung des Unheimlichen und Dämonischen, damit auch des Todes. Diese Betonung spiegelt als Element der literarischen Wirklichkeitserfassung sowohl die zu dieser Zeit als bedrohlich empfundene undurchschaubare gesellschaftliche Wirklichkeit als auch die Tiefen und Untiefen der menschlichen Seele, die von den Romantikern als Sujet entdeckt worden waren - die Kräfte des Unbewussten, des Magischen. Aus diesem Grund brachte die europäische Romantik nicht nur den spezifischen Schauerroman und die Gothic Novel hervor (Walpole, Radcliffe, Beckford, Stoker, Wollstonecraft, Shelley), sondern durchzog alle Genres, oftmals bis ins Grausige gesteigert und mit mystisch-okkultistischen Vorstellungen verbunden (E.T.A. Hoffmann, E.A. Poe, Ludwig Tieck). Ganz allgemein erstrebte die Romantik auch jenen Bereich menschlicher Existenz zu erfassen, der der Philosophie und dem reinen Verstand als unzugänglich angesehen wurde, dabei eben auch der Tod als Erweiterung der Erlebnisfähigkeit.

Der Roman Romeo und Julia vereint z.B. beide Aspekte obwohl er eigentlich eine Gesellschaftkritik darstellt. Durch die romantische Verklärung des Todes verliert er anscheinend seinen Schrecken.
Der "Werther" zählt zum Sturm und Drang, nicht zur Romantik.
Das weiss ich auch. Allerdings habe ich in der Frage nicht die Definition "Romantische Literatur" herausgelesen sondern die umgangssprachliche Bedeutung von Romantik.