Der Professor bzw. der Dozent der Mathe an der Uni schreibt nur was auf dem Zettel steht ab, und Tschüss. Ist dies eine gute Weise um Mathe zu Lernen?

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8 Antworten

Hallo,

da Du Physik studierst und nicht Mathematik, hast Du sicher recht. Du brauchst die Mathematik als Werkzeug, um in der Physik weiterzukommen, und Du brauchst Dozenten, die Dir zeigen, wie man dieses Werkzeug handhabt. Als Mathematiker müßtest Du mit den Werkzeugen nicht nur umgehen, sondern sie herstellen können.

Dennoch mußt Du verstehen, was hinter den Formeln, die Du anwendest, steckt, welche Ideen sich dahinter verbergen. Möglicherweise möchte Euer Prof. Euch eine Welt zeigen, die Normalsterblichen nicht ohne weiteres zugänglich ist, hat sich aber soweit aus der normalen Welt entfernt, daß er die Schwierigkeiten, die Studenten auf dem Weg in diese Welt begegnen, nicht mehr wahrnimmt oder nachvollziehen kann. Ein Reinhold Messner in seinen besten Jahren konnte sich wahrscheinlich auch nicht mehr vorstellen, wie man bei einer Bergwanderung durch das Voralpenland außer Atem kommen kann. Er könnte auch nicht den Wunsch verstehen, sich in die bequeme Kabine einer Seilbahn zu setzen, um auf einen Berggipfel zu kommen.

Da du mit diesem Prof leben mußt, kann ich Dir nur raten, den Stoff in Eigeninitiative - auch zusammen mit Mitstudenten - aufzuarbeiten. Es gibt ja eine Menge Literatur zu allen möglichen mathematischen Themen, deren Autoren didaktisch vielleicht etwas geschickter sind, so daß man den einen oder anderen Gedankengang leichter nachvollziehen kann. Dieser Weg ist sehr mühsam und hart, aber am Ende vielleicht lohnender, als wenn einem alles vorgerechnet und vorgekaut wird. Der Blick von einem Gipfel, den Du selbst bestiegen hast, ist ein ganz anderer, als wenn Du Dich nur hättest hochfahren lassen.

Bildet Arbeitsgruppen, besorgt Euch gute Bücher und denkt daran, daß diese Definitionen, die da an die Tafel geknallt werden, möglicherweise lästig und trocken scheinen, aber im Endeffekt höchstwahrscheinlich unglaublich wichtig sind.

Alles Gute und laß Dir die Laune nicht verderben,

Willy

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Kommentar von Raskolnikow21
19.11.2016, 00:16

In der Vergangenheit haben Physiker allerdings oft die Mathematik, die sie benötigen, selbst entwickelt.

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Dozenten sind oftmals keine Pädagogen, weshalb sie (falls sie kein natürliches Gespür für das Lehren haben) nicht wissen wie man Lehrstoff angemessen an die Studenten weitergibt. Allerdings ist die Uni auch nicht mehr die Schule und erwartet von vorneherein mehr selbstständige Arbeit.
Aber zurück zu deiner Frage bezüglich der Lehrmethode. Sie scheint definitiv verbesserungswürdig zu sein, denn nicht jeder Mensch kann nur mit Variablen lernen und ohne ein passendes Beispiel verstehen was gemeint ist
Auch wenn es immer mal wieder Ausnahmen gibt.

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Ich weiß, man soll eine Frage ja nicht mit einer Gegenfrage beantworten, aber:

Warum heißt eine Vorlesung wohl VORLESUNG?   :-)

Richtig gelernt habe ich auf jeden Fall erheblich mehr durch die Übungen. Aber das ist ja auch in der Schule schon so: Übung macht den Meister. Erst bei den Übungen durchdringt man den Stoff so richtig.

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Kommentar von Ankido
18.11.2016, 18:29

Das meine ich genau! Danke :-)

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Beim Dozieren über Mathe ist der Zettel wohl unvermeidlich, damit man keine Fehler macht. Mein Professor für lineare Algebra hatte ein Buch auswendig gelernt, das er vortrug ohne Zettel, und er machte Fehler. Insbesondere schrieb er "Linie" immer mit ie - vor dem n. Aber jetzt im Ernst - das Semester hat doch gerade erst angefangen; zuerst kommen halt Definitionen, später dann Beweise; die sind aber deutlich schwerer.

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Kommentar von Ankido
18.11.2016, 18:26

Dein Prof braucht wahrscheinlich Deutschkurse. Allerdings wir haben schon die Beweise der Mengen und Logik etc. in Algebra durchgeführt. Meinst du die?

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Definition - Satz - Beweis. So werden mathematische Inhalte dargestellt. Nicht nur in Vorlesungen - und das schon seit Euklid. Beispiele kann (und soll) man in den Übungen und zu Hause rechnen.

Mathematik ist eben abstrakter als die Physik. Experimentalphysik ähnelt ja gelegentlich einem Kuriositäten-Kabinett...

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Dann beschwer dich beim Prof und nicht bei uns.

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Kommentar von Ankido
18.11.2016, 18:04

Ich Frage ob diese Weise eine gute Weise um Mathe zu lernen.

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du denkst falsch... man lernt nicht mathe durch beispiele, sondern Rechnen

deswegen lernt man in der Schule auch hauptsächlich rechnen und sehr wenig Mathe

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Kommentar von Ankido
18.11.2016, 18:21

Ich erzähle dir gerne was mit Studenten passiert. Die Studenten lesen das Skriptum einer Vorlesung 10 mal, und wenden sie sich dann zu den Übungen, finden sie plötzlich heraus, dass sie eine dringende Hilfe brauchen um irgendeine Lösung zu finden oder die Übung überhaupt zu verstehen. Sie wenden sich also dann zur GuteFrage bzw. zum Internet, um irgendeinen Tipp oder ein Beispiel zu finden. Das Skriptum hilft nicht, denn es nicht praktisch ist, es ist nutzlos.

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Kommentar von Raskolnikow21
19.11.2016, 00:19

"du denkst falsch... man lernt nicht mathe durch beispiele, sondern Rechnen" eine Einstellung, die geeignet ist,"Mathematiker" heranzuzüchten, die nach zwei, drei Semestern oder mehr merken, dass sie von Mathematik eigentlich gar nichts verstanden haben.

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Das ist in der Vorlesung normal. Fürs Üben oder Fragenstellen sind Seminare da.

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