Der Milchpreis macht die Landwirtschaft kaputt?

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12 Antworten

Ich denke einfach mal kurz ( mit Blick auf etliche kleine Familienbetriebe in Milchviehhaltung ), dass die beste Lösung der Kauf der Milch direkt beim Erzeuger schon lange vorher das beste Mittel war.

Heute ( und schon seit Jahren ) ist es dazu allerderdings schon längst zu spät, weil das Preisdumping bei der Milch halt schon deutlich länger als 10 - 15 Jahre fortschreitet ( leider ) zu Gunsten von Massentierhaltung in industriellem Stil.

Aber gehe mal zum nächsten Bauern und hole Dir einen Liter ganz frisch gemolkene Milch und vergleiche sie mit "frischer Vollmilch" aus dem Supermarkt.

Da liegen WELTEN zwischen. Pro Liter Milch müssten die kleinen Familienbetriebe ( aussterbende Art ) doch schon etwa mindestens 1 Euro "BAT" bekommen.

Soweit nur mal ganz oberflächlich "angekratzt" abseits von schon lange existierenden "Milchquoten" und Preisdruck.

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Im Einzelhandel findest Du keine nachhaltigen Marken, das einzige was relativ preisstabil bleibt (beim Erzeuger) ist Biomilch. Ansonsten geh zum regionalen Erzeuger, dort darfst Du sogar einen Euro für den Liter bezahlen und das ist OK.

Grundsätzlich jammern die Milchbauern ja auf jedem Niveau - und wehe dem der in der Genossenschaft einen halben Cent mehr bekommt als der Nachbar - (dann ist "Polen sprichwörtlich offen"), allerdings ist das jetzige Niveau in der Tat existenzbedrohend.

Das Exportgeschäft kann leider zu keinem Zeitpunkt das fehlende Geschäft mit Russland komplett ersetzen, zudem sind in diesen Wochen die saisonalen Höhepunkte auf die erwirtschafteten Milchmengen bezogen. Es kann also nur besser werden. Dumm für die, die auf diesem Preisniveau langfristige Kontrakte akzeptiert haben.

Eine Generallösung habe ich leider auch nicht. Den Kräften des Marktes muß sich jeder stellen, und es ist immer blöd wenn dabei die eigene Existenz über die Wupper geht. Aber es wäre ein guter Anfang, wenn unser aller Kanzlerin mal wieder vernünftig mit Russland umgehen würde.

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Kommentar von Fielkeinnameein
19.05.2016, 11:26
Eine Generallösung habe ich leider auch nicht.

Sanktionen gegen Russland beenden wäre ein Anfang :)

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Als Landwirt hat man noch nie viel Verdient, wenn man denkt das die ohne Ausnahme jeden Tag arbeiten müssen und so um 5 morgens mit der rbeit beginnen müssen und was für Ausgaben die alles haben...(rede aus Erfahrung) Trotzdem ist es ein sehr schöner Beruf (viel Natur, selber Entscheidungen treffen ohne auf einen Chef hören zu müssen und viele Sonderrechte z.B. mit Fahrzeugen und wann die fahren dürfen. Da gibt es viele die trotzdem den Job lernen wollen, das wird nicht einfach aussterben (sonst würde es jeder andere auch) gebe dir aber Recht ich würde auch gerne mehr dafür zahlen damit die mehr bekommen. Aber wenn du mehr dafür zahlst heisst das nicht automatisch das die Bauern mehr kriegen für ihre Milch, ist leider nicht so einfach zu ändern.

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Kommentar von Idalaura
17.05.2016, 21:38

die fangen mit unter schon gegen 3:30 Uhr an, hab da auch mal gearbeitet

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Vielen Dank für alle Antworten! Wie es aussieht werden wir die Milchviehhandlung in die nächsten 5 Jahre dramatisch zurück gehen, der Klassische Kuhbauer wird dann wahrscheinlich durch Bio- Gas, Photovolotaik Bauer und ähnliches ersetzt, ich finde es eigentlich Schade darum das es soweit kommt, aber es ist der Preis der Industrealisierung und der Globalisierung.

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der Milchpreis wird reguliert über Angebot und Nachfrage, im Moment wird viel zu viel produziert, deshalb ist die Milch auch so billig, und wenn der Discounter diese so billig angeboten bekommt, dann gibt er den Preis auch an seine Kunden weiter. Auch "Markenmilch" wird billig eingekauft.

So lange die Milchproduktion vom Staat gestützt wird, wird sich da nix ändern, da die Bauern versuchen über die Menge ihr Geld rein zu holen.

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Kommentar von Nogli
18.05.2016, 09:25

Warum wird die Milchproduktion durch den Staat gestützt?. Es ist doch eher andersrum, das die billigen Lebensmittel in D als Inflationsratenbremse funktioniert. Daher hat auch die Politik kein Interesse an fairen Preisen für die Bauern. Agrarsubventionen aus Brüssel verteilt sich wiefolgt: von 87 aus Brüssel versendete Euronen Agrarsubvention kommen "17" bei dem Bauern als Direkthilfe an. Der Rest wird in der 2. Säule als ...unser Dorf soll schöner werden, Waldwegebau, Deichschutz, Umweltprojekte, ländl. Straßenbau, ländliche Entwicklung etc, etc verwendet.

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Ich mach mich wirklich Sorgen um die Landwirtschaft das immer mehr Betriebe dicht machen müssen.

Und das fängt bereits an! Schade...

Kann mir jemand sagen auf was für Milchmarken verzichten soll? 

Weiß nicht ob das das richtige ist! Wenn keiner mehr dessen Milch kauft, dann gehen die Betriebe erst recht kaputt. Die Politik muss endlich handeln und ein Regulierungsgesetz oder sowas verabschieden. Und nicht erst in 2 Jahren, sondern JETZT!

Wenn du es dennoch willst, dann musste dir ein Gehöf suchen, die direkt vor Ort verkaufen.

Und welche Milchmarken sind nachhaltiger, wo auch der Landwirt mehrer Geld daran verdient?

Glaube kaum, dass man das an Marken ablesen kann! Wenn dann geht das nur, wenn der Bauer die Milch selbst verkauft, weil ER dann den Preis diktiert.

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Es wird zu viel Milch produziert! Sie sollten es einfach mal sein lassen, dann gäbs das problem auch nicht

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Kommentar von greenhorn7890
18.05.2016, 10:23

Und dann würden sie auch nichts verdienen.

Die Landwirte versuchen die schlechten Preise mit einer höheren Milchproduktion auszugleichen, was selbstverständlich nicht funktionieren kann. 

Das ist ein Teufelskreis, welcher nur durch die Politik unterbunden werden kann.

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Kommentar von AppleTea
18.05.2016, 10:51

logisch. deshalb sollten sie es komplett lassen und lieber Pflanzen anbauen

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vor Ort nach Frischmilch suchen.... lass lieber weg sollen die bauern halt pleite gehen wenn keine Nachfrage mehr besteht werden die Tiere auch nicht mehr so geschunden... sollen sie lieber gemüse anbauen und die massentierhaltung aufgeben...

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Die Bauern machen sich selber kaputt indem sie immer größere Ställe bauen, die Tierzahl erhöhen und sich so in die Abhängigkeit von Banken und Discountern begeben. Stattdessen sollte sie sich EU-weit zusammentun, ab sofort kein Kraftfutter mehr zufüttern, möglichst viele Kühe trocken stellen und somit das Angebot drastisch verknappen. Aber versuche mal zwei Bauern unter einen Hut zu bringen, da musst Du schon einen totschlagen!

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Kommentar von greenhorn7890
18.05.2016, 11:12

Das Problem kann man nicht einfach von heute auf morgen mit einer Europäischen Lösung beheben. Natürlich ist die EU die Langfristige Lösung, aber zuerst muss die Politik mit Milchpreisuntergrenzen oder anderen Mitteln einspringen.

Die Bauern machen sich nur selbst Kaputt, weil sie schon seit Jahren keine andere Möglichkeit haben. Die die sich nicht vergrößert haben sind schon vor Jahren Pleite gewesen oder mussten in den Nebenerwerb. Jetzt sind die Bauern dran, die sich vergrößert haben und das nur, weil die Händler das meiste Geld für sich behalten.

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Kauf bei Alnatura, die zahlen faire Preise an die Milchbauern. So einfach gehts.

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Die Bauern sollten erst mal die Grundlagen von VWL und BWL lernen, bevor sie sich damit beschäftigen, wie man am schnellsten zum größten Schlepper im Ort kommt. Sie produzieren alle das gleiche Produkt und sind dadurch abhängig und austauschbar.  Ein Schreiner, der nur Stühle bauen kann hat dann ein Problem, wenn die Kunden plötzlich Tische brauchen. Ich kenne Bauern, die werden von ihren Kollegen ausgelacht, weil sie spezielle Rosen züchten oder bestimmte Linsen anbauen. Aber sie verdienen gutes Geld damit. Jeder Handwerker oder Dienstleister muss die Leistung anbieten, die nachgefragt wird. Glaubst du, die Bauern würden ihre Milchmenge reduzieren, wenn sie je Liter 20 Cent mehr bekämen? Nein - sie würden einen neuen Melkroboter kaufen, um noch mehr Milch abliefern zu können. Ein Teufelskreis, aus dem nur sie selbst sich befreien können.

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Kommentar von Imago8
17.05.2016, 23:51

Glaubst du, die Bauern würden ihre Milchmenge reduzieren, wenn sie je Liter 20 Cent mehr bekämen? Nein - sie würden einen neuen Melkroboter
kaufen, um noch mehr Milch abliefern zu können

Ist das nicht der sogenannte Rebound-Effekt?

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Kommentar von alphonso
18.05.2016, 20:31

1. wenn sie den Marktgesetzen folgen würden,  wüssten sie, dass ein hohes Angebot zu niedrigen Preisen führt.
2. wenn man den Aussagen der Bauern Glauben schenken darf, legen Sie bei jedem Liter Milch seit Jahren drauf. Dann hätten sie, bevor sie neue Ställe bauten schon wissen müssen, dass sie mit steigenden Mengen auch ihre Verluste steigern würden.

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Mein Vater ist Landwirt und hat einen neuen Stall gebaut, da die Preise während der Planungsphase noch recht gut aussahen. Jetzt sitzt er auf einem Millionen schweren Darlehen und kann in spätestens einem halben Jahr den Laden dicht machen, wenn nichts passiert! 

Also ja, die Preise zerstören die Europäische Landwirtschaft!

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