Frage von lichtwelle2k, 37

Der Mensch ist meiner Meinung nach ein Rollentier und verkettet jede Rolle mit erlernten Verhalten und Gewohnheiten aber wie wird man dieses wieder los?

Beispielsweise kenne ich Personen die mit sehr cholerischen Eltern, Müttern, Vätern aufgewachsen sind. Bei diesen lässt sich immer wieder erkennen, dass Sie in Situationen wo es darum geht fragen zu stellen, um etwas für sich zu erklären, mit sich selbst hadern. Diese Fragen vertragen, aufschieben und niemals mehr beantworten und am Ende ihre Entwicklung verzögern. Dieses Verhalten ist mir auch zum Teil an mir aufgefallen. Ich fühle mich unwohl im echten Leben Fragen zu stellen und komme mir dabei nicht nur Blöd vor, sondern schlüpfe tatächlich in eine Rolle, die eigentlich dieses Blödheitsgefühl vermeiden möchten, und dieses überspielen als Kompensation lässt mich aber mich aber erst blöd rüberkommen und führt auch immer mehr dazu, dass gar niht mehr der Wissensabgleich das Problem ist, sondern der Umgang mit der eigenen Unwissenheit.

Antwort
von moonchild1972, 8

Aufgrund der Prägung durch das Familiengefüge, das Schulsystem, Freunde, und andere Personen im Umfeld, mit denen wir zu tun hatten und haben, übernehmen wir Muster und Verhaltensweisen jener Menschen, die auf uns Einfluss nehmen, ob nun bewusst oder unbewusst.

Das was wir bewusst mitbekommen, lässt sich relativ leicht ändern, da wir uns darüber bewusst sind, aus welcher Ecke es kommt.

Das Meiste jedoch spielt sich im Unbewussten ab, und dann wird es schon schwieriger.

Ein Beispiel: Das meiste eines Eisberges befindet sich unter Wasser. Diese Masse ist so mächtig, dass er immer in die Richtung treibt, wohin die Strömung ihn zieht. Der Wind an der Oberfläche vermag an dem Eisberg kaum etwas zu bewirken.

Du willst etwas bewusst ändern, was sich im Unbewussten abspielt. Dort finden die Glaubenssätze statt, die wir übernommen haben. Glaubenssätze, die ganz nebenher im Alltag als subtile, "unbedeutende" Botschaften von uns wahrgenommen werden und die wir als die eigene - über uns gemachte Sichtweise annehmen, ohne dass wir es wirklich merken.

Wenn Du daran etwas ändern willst, musst Du wissen, wer Du bist und wohin Du willst. 

An sich glauben heißt:  Dich mit Deiner Kraft, Deinen Wissen, Deinen Überzeugungen und mit Deinem Kampfgeist, Deinem Ehrgefühl in Verbindung zu setzen. Das kannst Du am Besten, wenn Du das, was Du bewunderst und wofür Du Dich interessierst als Identifikationsmittel annimmst. Tu es für Dich selbst.

Gruß, moonchild

P.S. Du sprichst von Unwissenheit. Nicht einer ist wirklich unwissend. Baue das was Du kannst und weißt, weiter für Dich aus. Mache Dich zu einem Experten in einer Sache, für die Du eine Obsession hast.


Antwort
von TorDerSchatten, 19

Du verallgemeinerst ein Problem, das anscheinend du selbst zu haben scheinst.

Ich hinterfrage zum Beispiel fast alles, mein eigenes Verhalten und Denken im Kontext zu Dritten, sowie auch das Verhalten und die Beweggründe Dritter im Kontext zur Gesellschaft.

Oder liegt es daran, daß meine Eltern nicht cholerisch waren?

Informationen besorge ich mir stets selbst aus sicheren Quellen und glaube nicht jeder Schlagzeile in der Bild oder im Internet oder "was Leute sagen" sondern forsche erstmal selbst nach, ob die Information im richtigen politischen oder physikalischen Kontext steht (je nachdem).

Es gilt stets, sich selbst zu reflektieren, seine Stärken zu fördern und versuchen, die Schwächen zu kompensieren - sich weiterentwickeln, Erfahrung und Weisheit sammeln und immer vorwärts sehen - nicht zurück.

Spähe nicht auf das Mißverhalten deiner Eltern in der Vergangenheit, sondern sehe in deine eigene Zukunft und schau, was du dort besser machen kannst

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten