Frage von NewKemroy, 32

Der Mensch ist für die Wirtschaft da, und im Mittelpunkt der Gesellschaft steht das Geld. Ist dies eine treffende Beschreibung des derzeitigen Ätz-Zustandes?

Ich beziehe mich mit der Frage auf die Bewerbungsrede von Jean Claude Junker, wo er sagte: Die Wirtschaft müsse für die Menschen da sein und nicht umgekehrt.

Und in dem 2. Halbsatz beziehe ich mich auf den Papst, der gefordert hatte, dass der Mensch wieder im Mittelpunkt stehen müsste und nicht das Geld.

Also wäre es nicht viel netter, wenn die Wirtschaft für die Menschen da wäre und im Mittelpunkt der Gesellschaft der Mensch stünde?

Antwort
von Dxmklvw, 1

Die Aussage "für die Wirtschaft" trifft nicht den Kern, denn Begriffe wie Wirtschaft, Staat usw. sind lediglich Hilfs- und Verwirklichungsbegriffe. Der präzise Punkt ist jedoch das Wesen von Menschen.

Es gibt zwei grundsätzliche Arten von Menschen und daraus resultierend diverse Zwischenstufen.

Eine Art hat eine Persönlichkeit wie ein nimmersattes Raubtier und sieht den Rest der Welt als Beute an. Dinge wie Wirtschaft, Staat u. v. a. sind dabei die Hilfsmittel, mit denen diese Art ihre Begehrlichkeiten befriedigt.

Die andere Art ist sozial gesinnt und legt Wert darauf, daß es allen gut geht, und nicht nur den Menschen, sondern auch der Natur. Diese Art wurde von der anderen Art als Beute auserwählt, und DInge wie Wirtschaft usw. sind die Fallen, mit denen die Beute gefangen wird.

Das Problem an allem ist, daß die Köder, mit denen die Fallen bestückt sind, gleichzeitig auch die Lebensgrundlage der sozialen Art sind und daß vorsorglich zwecks noch mehr Beute alternative Lebensgrundlagen zunehmend unbrauchbar gemacht werden.

Natürlich könnte Wirtschaft auch etwas völlig anderes sein, als sie es derzeitig ist. Wie sie strukturiert ist, hängt davon ab, wem sie zu welchem Zweck dienen soll.

Kommentar von NewKemroy ,

Also das Wesen des Menschen? Das kommt mir langsam auch so vor, dass dies die URsache ist. Also in dem Sinne, dass ihr keine weitere Ursache vorausgeht.

Da nun aber Kirchen, Sozial- und Umweltverbände seit Jahrzehnten oder teilweise auch seit Jahrhunderten versuchen den Menschen zu verändern und doch bis heute keinen Erfolg haben, stürtzt mich das in eine tiefe Traurigkeit.

Kommentar von Dxmklvw ,

Selbst dort, wo Institutionen die vermeintlichen Gegenkräfte sind, halte ich es für nicht abwegig, auch in diesen eine besondere Form des Raubtiermechanismus zu sehen, wobei der sozial gesinnte Mensch zur Beute von solchen Räubern wird, die soziale Gesinnung als Tarnung verwenden.

Antwort
von berkersheim, 1

Sprücheklopfer gibt es immer wieder. Ausgerechnet Jean-Claude Juncker, dieser Hühnerdieb. Als Premierminister von Luxemburg hat er Gesetzte gemacht, in denen er den Konzernen einräumte, in Luxemburg über Zweitstellen Steuern zu sparen und anderen europäischen Nachbarn zu entziehen. Das ist so ein typischer Politiker, der behauptet, bei mir gilt nur der Mensch und dann verkauft er seine Großmutter für drei Groschen. Jeder Mensch ist Wirtschaft, weil jeder Mensch zum Überleben wirtschaften muss, ob als Geldverdiener oder als Verbraucher. Wenn aber Leute wie Juncker dazu beitragen, dass im gegenseitigen Geflecht der Wirtschaft die Großen die Kleinen übers Ohr hauen können (siehe jetzt auch Irland: 13 Milliarden Steuervorteile für APPLE), dann sollte man sie auspeitschen und nicht noch ihrem Gesabere Glauben schenken. Juncker ist mit keinem Mandat gewählt, gibt aber unsere Steuergelder in Miliardenhöhe aus für windige Geschäfte. Der soll seine frommen Lehren für sich behalten.

Ach und der Papst. Er ist ja ein lieber Kerl und man sollte ihn in seinem Papamobil von morgens bis abends Kreise auf dem Petersplatz drehen lassen, dass er sonst nichts anstellt. Mit seiner Aussage beweist dieser Mann, dass er keine Ahnung hat, was Geld repräsentiert: Unsere Bewertungen. Wir bewerten die Welt mit dem, wofür wir unser Geld ausgeben. An der Mosel liegt Bernkastel-Kues. Da gibt es noch das Geburtshaus von Nikolaus von Kues, einem der ersten großen deutschen Philosophen in der Renaissance. Bei dem könnte der Papst genau das mal nachlesen, da steht das schon, geschrieben um 1540. Wenn dem Papst nicht passt, wofür die Leute ihr Geld ausgeben, muss er nicht das Geld, dann muss er die Leute ändern. Er hat doch einen direkten Draht nach oben! Geld und seine Verteilung repräsentiert die Wertschätzungen der Menschen. Ohne die Wertschätzungen der Menschen ist Geld nichts wert. Wenn aber die Kirche im bitterarmen Afrika einen Millionendom hinstellt und den afrikanischen Stammesfürsten, die ihre Armen an die Multikonzerne verkaufen, den Segen gibt, dann sollte man sich nicht so moralisch aufführen sondern sich selbst an der Nase packen. Meine verstorbene Mutter hat haufenweise ihr kleines Geld für die Mission in  Argentinien gespendet. Eine Sonderaudienz wie die Queen und andere hohe Tiere hat sie dafür nicht bekommen. Und in Argentinien hat ihre Spende auch nichts geholfen. Das Land ist pleite und die Reichen haben ihre Vermögen längst nach USA transferiert. Da kommt er doch her, der Papst. Oder die Korruption der Mächtigen in Brasilien. Soll er mal wieder nach Hause fahren mit seinen frommen Empfehlungen.

"Also wäre es nicht viel netter, wenn die Wirtschaft für die Menschen da wäre und im Mittelpunkt der Gesellschaft der Mensch stünde?" Ja wäre es. Wenn die Menschen alle miteinander das so wollen, wäre das so. Es heißt aber auch, dass sie angeblich Frieden wollen. Und was ist???

Kommentar von NewKemroy ,

Nun ja, man könnte ja Junker und dem Papst unterstellen, auch wenn sie sich in einem Strom von unlauterem Gebahren und Mitschurken befinden, dass sie von einem kurzen aufrechten Moment umfangen wurden und einen weisen Spruch tätigten, auch wenn Weisheit sonst möglicherweise nicht zu ihren Stärken zählt.

Aber das ist eine interessante Zuspitzung der Frage: Muss sich der Mensch oder das Geld ändern? Beim Menschen wurde es Jahrtausende erfolglos versucht.

Kommentar von berkersheim ,

Der Mensch hat das Geld erfunden, um seine Wertungen zu quantifizieren, nicht das Geld den Menschen. Das Geld ist Abbild seines Erfinders. Also, ändert den Erfinder.

Kommentar von NewKemroy ,

Hatte Cusanus sich als Universahlgelehrter auch mit der Natur des Geldes und der Wirtschaft befasst?

Kommentar von berkersheim ,

Cusanus stammt aus einer Händlerfamilie. Sein Vater soll sogar dem Bischof von Trier Geld geliehen haben. Er war ja Kardinal und Papststellvertreter und sollte u.a. das Bistum Brixen ökonomisch wieder auf Vordermann bringen. Seine Stiftung in Kues ist meines Wissens die älteste und funktioniert immer noch. Er hat Gott mit dem Geldpräger verglichen und die Menschen mit den Geldwechslern, die letztlich den Wert zuweisen. Geldwechsler waren damals wichtige Finanzleute, weil jeder Fürst seine eigene Währung prägte und die Wechsler innerhalb der kursierenden Münzen den relativen Tauschwert feststellten. Gott schafft und dem Menschen ist überlassen, ihren Wert zu bemessen.

Antwort
von voayager, 12

Was heißt hier netter, so als wenn es mit Geld unkuschelig, ohne hingegen kuschelig wäre. Das trifft doch nicht das große Problem, dass der Mensch im Kapitalismus nur eine Ware ist, einige wenige kaufen diese ein, die große Mehrheit hingegen verkuaft sich, um so leben zu können. Wieder andere werden überhaupt nicht gebraucht, können noch nicht mal sich verkaufen, können also dann nur gerade so überleben.

Man sieht ja was bei all dem herauskommt:

  • Depressionen
  • Alkoholismus
  • harte Drogen
  • Ängste
  • Abgestumpfheit
  • Rambo-Manieren wozu maßgeblich eine Ellbogen-Mentalität gehört
  • Sexsucht
  • Konsumrausch
  • Esoterik-Trip
  • übersteigerte Hundeliebe
  • Arbeitssucht
  • Familismus

All das in Deutschland millionenfach, sowie in div. anderen Staaten.


Kommentar von RevatiKKS ,

Kannst du vielleicht einmal erklären, wie "Familismus" in diese Liste passt?

Kommentar von voayager ,

nun eine übermäßige Hinwendung zur eigenen Familie bedeutet auch eine Abkehr von der Außenwelt - oftmals - und ist auch ne Form von Störung, weil Schneckenhaus-Mentalität

Kommentar von NewKemroy ,

Also ich fände es gut, wenn Geld weniger wichtig würde. Stattdessen habe ich das Gefühl die Wichtigkeit von Geld steigt stetig noch an - also insbesondere, wenn ich einige Beiträge auf Gutefrage.net lese.

Kommentar von tapri ,

wie wichtig Geld in meinem Leben spielt, kann doch nur ich selber entscheiden und festlegen

Kommentar von NewKemroy ,

Natürlich gibt es eine Individual-Komponente.  Aber man kann die Wichtigkeit des Geldes auch technisch absenken.

Antwort
von AlexChristo,

Ich möchte noch einen Punkt hinzufügen, der meiner Meinung nach nicht erwähnt wird, aber doch ein wichtiger ist.

Was ist Geld überhaupt? Geld ist ein Mittel, mit dem wir es möglich machen, die unterschiedlichsten Waren zu bewerten und zu "tauschen".

Warum schreibe ich das?

Wenn man anstatt Geld die Dinge bezeichnet, die man dafür bekommt, kann man sich ja mal fragen, wie wichtig einem "Geld" ist. Also, welche Dinge bekommt man?

Nahrungsmittel
Wasser
Dach über dem Kopf
Heizung
Medikamente, ärztliche Versorgung
Bildung

Hier sind noch nicht einmal irgendwelche Luxusgegenstände aufgeführt, aber die Auflistung dürft klar sein, oder? Ist also Geld wichtig? Na klar, ohne könnten wir nicht überleben, denn ohne Geld keine Nahrungsmittel, kein Wasser, kein Dach über dem Kopf.

Jetzt könnte man sagen: "Ich mache das "Autark", also ich bau mir selber ein Haus aus Lehm, bestelle selber Felder usw.." Das ist kein Widerspruch, sondern eine Bestätigung. Ich muss Leistung erbringen, um zu überleben.

Unterm Strich ist es dann egal, ob ich Buchhalter bin, dafür Geld bekomme und dafür Nahrungsmittel kaufe, oder ob ich sie selbst anbaue. In beiden Fällen muss ich was tun, um mein Überleben zu sichern.

Das wir hier in Deutschland Sozialsysteme haben, die uns vor dem Verhungern (Verdursten....) beschützen, zeigt, wie weit wir hier sind.

Läuft was schief? Meiner Meinung nach ja. Und was? Keine Selbstverantwortung. Damit meine ich, dass wenn etwas nicht so ist, wie man es sich wünscht, sind die anderen:
Politiker
Vorstände
die Reichen
Job
Firmen
Banken
Nachbar
Frau
Ehemann
usw. schuld

Ein aktuelles Beispiel, was jetzt einfach gut passt: Es wird immer bemängelt, dass die Schere zwischen "Arm und Reich" immer weiter aufklafft. Gerne werden dann die "Reichen" an den Pranger gestellt.

Wenn man jetzt aber mal so rumfragt, wie spart ihr denn Geld, z. B. für eure Altersvorsorge? Dann kommen teilweise noch Antworten wie z. B. Sparbuch, Tagesgeldkonto usw, also Anlagearten, die kein Geld bringen. Da brauch man sich doch nicht zu wundern, warum die "Reichen" oder "Wohlhabenden" noch reicher werden. Die werden ihr Geld bestimmt nicht auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten anlegen.

Anderes Beispiel: Es gibt viele Menschen, die motzen über ihren Job, aber sie ändern nichts. Ein Freund von mir hat aufgehört zu motzen, sich weiter qualifiziert und macht nun eine Tätigkeit, die ihm viel Spaß macht.

Und so gibt es noch viele andere Beispiele. 

Kommentar von NewKemroy ,

Ja, aber Selbstverantwortung hieße, man käme schon auf einen "Grünen Zweig" wenn man sich bloß anstrengt und seine Ersparnisse in einem breit angelegten Portfolio streut. Das galt einmal, stimmt. Aber darüber sind wir schon lange hinaus.

Das Spiel ist mittlerweile so gestrickt, dass viele nicht mehr auf einen grünen Zweig kommen können - es sei denn sie bedienten sich unlauterer Methoden. Logisch, wenn mein Auto über die Firma läuft, ich in Nahrungsmittel investiere, Grundstücksspekulationen in Afrika mache und meine Ersparnisse Offshore vor dem Fiskus verstecke - ja, dann komme ich vielleicht ganz gut weg.

Kommentar von AlexChristo ,

Ja, aber Selbstverantwortung hieße, man käme schon auf einen "Grünen Zweig" wenn man sich bloß anstrengt und seine Ersparnisse in einem breit angelegten Portfolio streut. Das galt einmal, stimmt. Aber darüber sind wir schon lange hinaus.

Das stimmt meiner Meinung nach nicht. Mit seinen Ersparnissen kann man schon durchaus etwas anstellen.

Das Spiel ist mittlerweile so gestrickt, dass viele nicht mehr auf einen grünen Zweig kommen können

Das sehe ich auch anders. Natürlich gibt es Menschen, die Aufgrund z. B. von Behinderungen, Schicksalsschlägen usw. aus eigener Kraft kaum etwas leisten können. Jedoch gibt es genug Menschen, die schon etwas mit sich und ihrer Leistungsfähigkeit etwas anfangen könnten. 

Du machst gerade "das Spiel" (meinst du damit das Leben) verantwortlich. Ich sehe das so: Das Leben gibt uns viele Möglichkeiten, es ist die Frage, was wir daraus machen.

Logisch, wenn mein Auto über die Firma läuft, ich in Nahrungsmittel investiere, Grundstücksspekulationen in Afrika mache und meine Ersparnisse Offshore vor dem Fiskus verstecke - ja, dann komme ich vielleicht ganz gut weg.

Für mich sind das Plattitüden und Vorurteile. Wie wäre es einfach z. B. damit, seine Kosten im Monat möglichst gering zu halten, das Ersparte monatlich in ETFs zu investieren und dann eine ordentliche Summe anzusparen?

Antwort
von DocShamac, 12

Der Erfolg der Wirtschaft ist eine Voraussetzung für Wohlstand. Da wir es ja eigentlich ganz gern haben, in Wohlstand zu leben, tragen wir üblicherweise zum wirtschaftlichen Erfolg gerne bei.

Leider funktioniert die Verteilung des Wohlstands nicht gut. Aus diesem Grund gibt es dann Betroffene der unfairen Verteilung, die der Wirtschaft die Schuld an ihrer Misère geben.

Ich bin der Ansicht dass nicht die Wirtschaft schuld ist, sondern die Unfähigkeit der Gesellschaft zu einer gerechteren Verteilung.

Kommentar von DocShamac ,

(Ergänzung nach dem Lesen der Antwort vom tapri.)

Auch eine warme Wohnung und ein Anspruch auf eine ärztliche Behandlung sind Wohlstand. Viele vergessen das und halten es für selbstverständlich.

Mancher würde die Anarchie ausrufen und sich später wundern, warum nicht einmal mehr Wohnen und Gesundheitswesen gut funktioniert.

Kommentar von NewKemroy ,

Ne, wenn jemand schuld ist, falls überhaupt jemand schuld ist, dann doch die Politik bzw. jene die Politik machen. Denn die organisieren ja die Wirtschaftsordnung.

Kommentar von DocShamac ,

Und eben jene Politiker sind es ja auch, die den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen versuchen. Warum denkst du gibt es:

  • Arbeitslosengeld und Sozialhilfe?
  • Krankenversicherung auch für Leute, die nicht einzahlen (können)?
  • Elternzeit?
  • Die Möglichkeit, sogar Behörden zu verklagen?
  • ...

Leider (und auch glücklicherweise) ist es in der Politik so, dass man seine Absichten als Politiker nicht immer so umsetzen kann, wie man sich das wünschen würde. Dazu gibt es im politischen Dialog zu viel Widerspruch und die Notwendigkeit zu Kompromissen, um überhaupt etwas erreichen zu können.

Das bedeutet zum Einen, dass große Mistkerle keinen allzu großen Schindluder treiben können. Das bedeutet auf der anderen Seite aber auch, dass jene, die Regeln zum Wohl der Menschheit aufstellen wollen, Kompromisse eingehen müssen. Weil sie die nötige Zustimmung von verschiedenen Interessensgruppen sonst nicht erhält.

Das Resultat ist dann oft etwas das gut gemeint ist, aber nicht gut funktioniert weil es in der Diskussion mutiert ist.

Man kann die Schuld "der Politik" geben, aber in aller Regel nicht "dem Politiker" und schon gar nicht einer einzelnen Person.

Kommentar von atzef ,

Da die gewählt werden, ist dann wieder wer schuldig...?

Kommentar von OlliBjoern ,

Woher kommt eigentlich diese einseitige Fokussierung auf die Politik? Die Politik bestimmt Gesetze, diese bilden lediglich einen Rahmen, innerhalb dem ca. 80 Millionen Menschen wirtschaftlich handeln hierzulande.

Und nun kann man kaum behaupten, die Gesetze würden hierzulande das wirtschaftliche Handeln stärker bestimmen als die Millionen Teilnehmer an der Wirtschaft (seien es Konsumenten oder Produzenten von Waren).

Dinge werden dann hergestellt, wenn sie gekauft werden. Und die Kaufentscheidung trifft der Konsument. Mit Politik hat das erst mal nichts zu tun. Leute mögen Burger mit Pommes, und McDonalds stellt sie her.

Firmen treffen eigene Entscheidungen (McDonalds bringt einen neuen Burger raus). Konsumenten treffen eigene Entscheidungen (gehen zu McDonalds, zu BurgerKing, oder bleiben auch zu Hause).

Und woher kommt dieses Schweigen darüber, was man mit dem angeblichen "Ätz-Zustand" meint? Ich kann nicht hellsehen. Bitte kläre mich auf.

Antwort
von atzef, 10

Welchen "Ätz-Zustand" meinst du?

Und wann war es mal besser und "netter"?

Tatsächlich leben wir in den wohlhabendsten und sozial abgesichersten Verältnissen, in denen Deutsche jemals in der Geschichte gelebt haben.

Nenn und beschreib mal deine Alternativen.

Kommentar von NewKemroy ,

Den großen Volksparteien laufen die Wähler davon. Immer mehr Leute sind reine Protestwähler. Also wenn da nicht was faul ist im Staate Dänemark (gemeint ist Deutschalnd)? Ich finde gerade angesichts dieser Tatsache, dass im Moment sehr viele Menschen angeätzt sein müssen.

Wozu benötigst Du Alternativen? Du lebst Doch in den wohlhabendsten und sozial abgesichersten Verältnissen, in denen Deutsche jemals in der Geschichte gelebt haben.

Kommentar von atzef ,

Große Volksparteien die miteinander eine Regierungskoalition bilden, haben immer schon Wählerinnen verloren. Das ist nichts ungewöhnliches.

Neu ist lediglich, dass der rechte Rand der Wählerinnen, der bisher von der Union gebunden werden konnte, sich nun in Form der AfD verselbstständigt.

Dabei hat die Groko bundesweit weiterhin eine Umfragemehrheit und die Opposition praktisch keine überzeugungsfähigen Alternativen.

"Füchtlinge raus!" - das ist doch das einzige greifbare oppositionelle Statement, dass momentan zu vernehmen ist. Das plärrt aber im Wesentlichen nur der rassistische, rechtsextremistische und von Sozialneid zerfressene Bodensatz. Und was glaubst du wohl, wie dumm der aus der Wäsche schauen würde, würde die AfD beginnen können, ihre Programmatik umzusetzen.

14 % AfD-Motzkis und ansonsten eine plurale und grundsätzlich miteinander koalitionsfähige Parteienlandschaft.

Ich brauche keine Fundamentalalternative, du beschreist sie aber. Also sollte man doch meinen, du könntest da auf irgendetwas Überzeugunggsfähiges verweisen...

Kommentar von OlliBjoern ,

Ach so. Es ist mir erst bei diesem Kommentar klar geworden, was du meinst (du meinst anscheinend die Abkehr vieler Wähler von der politischen Mitte hin zu den Rändern des politischen Spektrums). Ja, ich betrachte das auch mit Sorge.

Ich denke, es findet da einiges an Projektion statt. Menschen projizieren ihre persönlichen Probleme sehr stark auf die Politik, die als "Alleinverantwortlicher" für jedweden unschönen Zustand angesehen wird. Natürlich ist es wichtig und auch richtig, politische Dinge mitzugestalten. Aber es sollte in einer positiven Weise passieren (man sollte für Konzepte sein, und nicht aus einer reinen "Anti-Haltung" gegen viele Konzepte sein, ohne diese Anti-Haltung mit eigenen positiven Konzepten zu versehen).

Antwort
von Rosenblad,

Mir sei als Antwort ein Zitat gestattet: "Kapitalismus ist für mich die uneingeschränkte Herrschaft des Geldes. ,Schon in früheren Zeiten war diese Macht groß, aber heute ist sie absolut. Das Schreckliche daran ist, dass wir gar nicht überblicken können, wohin das führt. Wir kontrollieren diese Prozesse nicht mehr. Weder Europa noch Russland noch Asien können das. Wir haben uns verrannt. Die ganze Menschheit rennt dem Geld hinterher und hat dabei völlig die Orientierung verloren. Wir sind auf dem falschen Weg."
(Alexander Sokurow)

Antwort
von kubamax, 8

Es gibt ein Dreieck. Geld - Sex - Macht. Irgendwo in diesem Dreieck musst du dich befinden. Am besten in der Mitte. Wenn nicht, bist draussen aus dem Spiel.

Antwort
von josessos,

ja. soweit alles richtig.

Die wirtschaft ist längst nicht mehr für den menschen, es wird sinnlos produziert, und bedürfnisse künstlich erzeugt, um geld zu verdienen und arbeitsplätze zu erzeugen. Die ursachen sind natürlich im Menschlichen wesen selbst, die breite masse ist von Dogmen vergiftet, alles folgt dem Geld.

Kommentar von NewKemroy ,

alles folgt dem Geld.

Das wäre ja nicht das Problem, das technisch zu verändern, z.B. indem man die Verfügbarkeit und den Angebotsdruck von Geld steigert. Bloß liegt es wohl am Wesen der Menschen, dass dies nicht gewollt ist. Traurig.

Antwort
von tapri, 16

stimmt. na und?

Wir als Menschen wollen doch immer mehr und alles haben.... woher soll es denn kommen wenn nicht von der Wirtschaft und wer soll es bezahlen und mit was?

Verzichte doch auf den Konsum. Lebe soweit es geht autark. 

Keiner zwingt dich zu arbeiten und die Wirtschaft zu unterstützen. Aber dann musst du konsequenterweise auch auf die Annehmlichkeiten wie ALG und Krankenkasse und warme Wohnung verzichten......

Kommentar von NewKemroy ,

Aber Du würdest schon sagen, dass es einen Ätz-Zustand gibt, der angesichts der Best-Noten, welche Deutschland von innen und außen erhält merkwürdig ist. Wie erklärst Du ihn?

Kommentar von tapri ,

nein, ich finde es nicht Ätzend, denn das ist der Preis den man bezahlt für Wohlstand, Gesundheitswesen, Strom und Demokratie.Die außen- und Innenwahrnehmung misst Faktoren wie Arbeitslosigkeit, Schulbildung, cash flow, Gesundheitswesen..... und nicht den Preis den man damit zahlt.

Was du ätzend findest ist doch nicht die Tatsache, dass es uns gut geht (Grundversorgung, Krankenversicherung, Recht auf Bildung, freies Wahlrecht Demokratie, Sicherheit, Gewaltenteilung) sondern den Preis den man dafür bezahlt, nämlich dass Geld und Wirtschaft die Macht haben. Wäre es nicht ätzender, wenn ein Diktator oder einzelner König die Macht hätte?

Kommentar von NewKemroy ,

Na, nun dass es noch Schlimmeres als das Schlechte gibt, macht das Schlechte nicht gut.

Kommentar von tapri ,

das sage ich auch nicht.

Das Leben besteht aus Kompromisse und da Gott uns den freien Willen gegeben hat, können wir entscheiden!

Ich habe mich für dieses Land entschieden mit allen Konsequenzen und es geht mir gut dabei. WEIL ich Kompromisse mache, weil ich sehr viel Arbeite und wenig Freizeit habe, ABER..... dennoch sage ich, es geht mir gut und ich für MICH finde das nicht ätzend, denn jeder der möchte kann von Geld und Wirtschaft profitieren. JEDER......

Kommentar von NewKemroy ,

Naja, siehst Du in deinem letzten Satz erhebst du beides ja beinahe zu einem Gott. Ich für meinen Teil will auch ich nicht ohne Geld und ohne Wirtschaft leben, nur sollte beides nicht das Wichtigste im Leben sein. Daher fände ich es höchste Zeit den Menschen und auf der anderen Seite Geld und Wirtschaft wenigstens auf das gleiche Level zu bringen. Aber dass der Mensch dem Gelde und der Wirtschaft dienen muss, wie ein Leibeigener seinem Herrn im Mittelalter, das ist nicht meine Vorstellung einer gesunden Gesellschaft.

Kommentar von OlliBjoern ,

Sowohl der "Ätz-Zustand" als auch das "Dienen des Menschen der Wirtschaft" sind reichlich leere Floskeln. Ich mache mal ein konkretes Beispiel:

Jemand geht zum Friseur. Er bekommt einen neuen Haarschnitt, und ist damit zufrieden. Der Friseur ist auch zufrieden, er hat etwas Geld bekommen.

Ok. Klingt für mich erst mal nicht verkehrt.

Und haben beide nun "der Wirtschaft gedient"?
Und ist dies nun schlecht oder gut?

Wäre etwas besser, wenn kein Geld im Spiel wäre (und der Kunde mit Nahrungsmitteln bezahlt hätte)?

Antwort
von barfussjim, 5

"Mensch" und "Wirtschaft" stehen seit Anbeginn der Menschheit in einem wechselseitigen Verhältnis und sind keine Kategorien, die man einfach so voneinander trennen kann. 

Phrasen wie "die Wirtschaft muss für den Menschen da sein" erscheinen deshalb ziemlich inhaltsleer, selbst ein Firmenchef, FDP-Politiker oder ein Herr Trump, Albrecht, Jobs, Zetsche, Müller oder Gates wird nicht das Gegenteil propagieren oder für richtig halten.

Kommentar von NewKemroy ,

Sehe ich anders. Seit feststeht, dass sich das Unternehmen vorrangig um den Sharehoulder Value bemühen muss anstatt um sinnvolle Produkte mit langer Lebensdauer und anstatt ein fairer Partner für die Angestellten und Arbeiter des Unternehmens zu sein, seit diesem Zeitpunkt hat sich die Wirtschaft über den Menschen erhoben.

Antwort
von NochWasFrei, 6

Nein.

Kommentar von NewKemroy ,

Du meinst es gibt keine Ätz-Stimmung in Deutschland? Oder meinst Du nur, dass ihre Ursachen-Umschreibung anders lauten müsste?

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