Frage von Dodiplayer, 139

Der Mensch entwickelte sich vom Affen aber warum gibt es dann noch Affen?

Wird es dann in der Zukunft wenn es eine Art noch höher entwickelten Menschen gibt immer noch "unterentwickelte" heutige Menschen geben?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Assix, 64

Zunächst einmal geht man heute (durch Funde belegt) davon aus, dass der Mensch und der heutige Affe denselben Vorfahren haben, der Mensch hat sich also nicht aus dem Affen entwickelt, sondern Mensch und (Teile der) Affen aus dem gleichen Vorfahren. Kleiner, aber wichtiger Unterschied. Somit ergibt sich nämlich auch, dass die Affen offensichtlich andere ökologische Nischen (Gesamtheit der biotischen und abiotischen Umweltfaktoren, die das Überleben einer Art beeinflussen) erobert haben als der Mensch, wobei sich der moderne Mensch natürlich momentan quasi überall ausgebreitet hat und auch dem Affen den Lebensraum teilweise zerstört. Der Homo sapiens hat aber ältere Menschenarten verdrängt, darunter den Homo ergaster, den Homo heidelbergensis, in Europa den Homo neanderthalensis usw. Die Affen jedoch haben sich von uns so weit "wegentwickelt", dass wir ihre ökologische Nische (zumindest bis heute) noch nicht erobert haben (durch die Zerstörung des Lebensraums ändert sich das ja). Zu deiner zukunftsgerichteten Frage: Theoretisch ist es möglich, dass mehrere Menschenarten nebeneinander existieren oder sich sogar vermischen (so war es wahrscheinlich zeitweise mit dem Homo neanderthalensis). Es ist aber ziemlich unwahrscheinlich, dass eine höhere entwickelte Spezies und eine weniger weit entwickelte Spezies, die die selbe ökologische Nische besetzen und direkten Kontakt miteinander haben, über lange Zeit parallel leben. In diesem Fall wird wohl die höher entwickelte Art dominieren. Dies muss nicht heißen, dass es einen gewaltsamen Konflikt gibt, sondern es ist wahrscheinlicher, dass sich langfristig Gene durchsetzen oder dass die Population einer Art langfristig ausgelöscht wird.

Bitte beachte, dass die Evolution kein Ziel hat, sie findet einfach statt. Somit ist auch die Verwendung von "höher entwickelt" nicht korrekt, denn es gibt per Definition nur an den aktuellen Lebensraum besser oder schlechter angepasste Arten und Individuen. Ändert sich der Lebensraum, kann ein ehemaliger Vorteil schnell zum Nachteil werden und umgekehrt.

Kommentar von Dodiplayer ,

Super Antwort! Danke

Antwort
von kami1a, 20

Hallo Dodiplayer!  Es ändert sich vieles - rasant schnell. Wir werden inner dicker - aber auch schlauer, 

Aber der Körper?? Es besteht schon die Gefahr dass die Verfettung ein Teil unserer fortschreitenden körperlichen Degeneration ist. Schau Dir Tiere in der Natur an - die sind nicht dick. Waren Menschen früher auch nicht. Die Evolution hatte da ein gesundes Gleichgewicht geschaffen. Was wir gegessen hatten brauchten wir zum Überleben. Und heute? Unsere Muskeln verkommen und der Körper mit.

Die Evolution hat die Muskeln zu einer effektiven Fabrik im Körper gemacht. Die Muskeln sind ein sehr effektiver Motor mit vielen Funktionen. Dazu gehört wie man heute weiß neben der Fettverbrennung auch die Versorgung des Gehirnes, es gibt sogar regenerative Wirkungen. Der Motor Muskel muss aber permanent beschäftigt - also trainiert - werden. Im Leerlauf baut er sich selbst ab, beginnt zu stottern und fährt wichtige Funktionen herunter. Früher haben schon die Lebensumstände den Motor Muskel in Form gehalten - heute muss das oft durch Training ersetzt werden. Sonst wird man halt dick und krank.

Dafür werden die Menschen nachweislich immer intelligenter. 

Ich wünsche Dir alles Gute.

Kommentar von Dodiplayer ,

Danke für deine Antwort

Expertenantwort
von DiegoderAeltere, Community-Experte für Biologie & Evolution, 50

Evolution verläuft nicht linear wie eine Treppe oder eine Leiter von unten nach oben, sondern wuchert eher wie ein Busch in alle Richtungen. Der Mensch zählt selbst zu den Affen, und von seinen Vorfahren stammen andere Affenarten ebenso ab wie er selbst. Die Entwicklungslinien der verschiedenen Arten haben sich aber an bestimmten Punkten getrennt, als sie sich an verschiedene Umstände angepasst und sich deshalb in unterschiedlicher Weise, aber parallel zueinander entwickelt haben. In der Buschmetapher entsprechen die jetzt lebenden Arten den Zweigspitzen.

Dass in der Zukunft neue Menschenarten auftreten, ist sehr unwahrscheinlich. Durch die gesellschaftlichen Errungenschaften wurde die menschliche Evolution weitestgehend zum Stagnieren gebracht. Die Menschen heutzutage müssen sich nicht mehr im Überlebenskampf behaupten, und durch medizinische Hilfen sind auch genetisch bedingte Krankheiten kein Vermehrungsnachteil mehr. Die Selektion als wichtigster Evolutionsfaktor fällt damit weg, und die Menschheit wird nur noch durch die weniger wichtigen beeinflusst. 

So ist es z.B. denkbar, dass im Zuge der Globalisierung die Ethnien und Völker, die sich zuvor auseinanderentwickelt haben, aufgrund der wegfallenden Isolation voneinander wieder "zusammenwachsen" und damit die Unterschiede verschwinden. Zumindest aber werden Meschen auf verschiedenen Kontinenten nicht in verschiedene Arten zerfallen.

Kommentar von Dodiplayer ,

Wow ihr habt alle sehr umfangreiche Antworten Danke!

Kommentar von Garfield0001 ,

"der mensch zählt zu den Affen" oder "der mensch zählt sich zu den Affen"?

Kommentar von Trashtom ,

Der einzige Affe bist du.

Antwort
von Shiftclick, 60

Es stimmt nicht, dass der Mensch vom Affen abstammt, das hat auch niemand behauptet. Behauptet wird, dass alle heute noch lebenden Primaten (und auch die, die schon längst ausgestorben sind) gemeinsame Vorfahren hatten. Immer dann, wenn sich z.B. die Lebensverhältnisse geändert haben, haben sich leicht veränderte Lebensformen unter Umständen besser behaupten können als ihre Vettern. Als z.B. die Wälder aufgrund von Versteppung und Klimawandels zurückgegangen sind, sind die Lebensbedingungen in den Wäldern schwieriger geworden und einige haben sich darauf spezialisiert, aufrechten Gangs in der Savanne zu überleben. Andere sind dort geblieben, wo sie bislang waren oder haben sich an andere ökologische Nischen angepasst. Insgesamt sind Dutzende Verwandte bzw. Vettern von Homo Sapiens bekannt, die meisten haben es nicht bis zur Heutzeit geschafft. Am längsten noch der Neandertaler, der aber am Ende der Eiszeit ausgestorben ist oder verdrängt wurde.

Antwort
von voayager, 30

sieh`s mal nicht gar zu linear, schließlich schlägt die Natur etliche verschiedene Wege ein

Kommentar von Garfield0001 ,

"die Natur" ist kein denkendes Wesen was Wege einschlagen kann.

Kommentar von voayager ,

Sie tut es nicht bewußt, es ergibt sich ganz einfach, auf Grund gegebener Unterschiede innerhalb der Natur.

Antwort
von BatmanZer, 58

Stopp! Das ist ist ein weit verbreitetes Falschwissen. Der Mensch stammt NICHT vom Affen ab. Der Mensch und der Affe haben aber einen gemeinsamen Vorfahren. Warum sich jetzt aber nur der Mensch - und nicht der Affe weiterentwickelt hat, kann man noch nicht sagen.

Kommentar von Dodiplayer ,

Ok danke!

Antwort
von JanEricBa, 59

Klar, die gitbs doch schon! Menschen die Bild Zeitung lesen und RTL gucken sind die unterentwickelten!

Antwort
von FranziiCookiie, 53

Wir kommen nicht vom Affen, wir haben nur gleiche Vorfahren.

Der Mensch evolutioniert nicht mehr, glaube ich.

Kommentar von Garfield0001 ,

... wäre aber unlogisch weil Evolution ein Prozess ist. und woher will man wissen dass dann nix neues mehr kommt?

Kommentar von FranziiCookiie ,

Evolution kam wegen Zufall, Mutationen und natürlicher Selektion zusande. Aber es gibt in der westlichen Mensch eigentlich gar keine natürliche Selektion. Denjenigen, die nicht selbständig leben kommen, wird geholfen. Es ist nicht mehr so, wie bei den Giraffen, dass die mit dem längeren Hals überlebt haben, weil die mit kürzerem Hals verhungert sind.

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