Frage von Paperflower, 39

Der Kirche wurde eine Unabhängigkeit von der Krone garantiert. Wie soll ich dieses Satz verstehen?

Es geht ums 12. Jahrhundert, inwiefern war die Kirche denn vom König abhängig?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von josef050153, 8

Das kannst du nur aus der Sicht des Investiturstreites verstehen.

Der König hat sich das Recht herausgenommen, die Bischöfe und Äbte seines Herrschaftsbereiches zu bestimmen und die Kirche hat dem zugestimmt, weil sie zu schwach war, sich dagegen zu wehren.

Als die Kirche aber erstarkte trat ein Phänomen auf, welches auch bei den Moslems zu beobachten ist. Mit der stärkeren Macht wurden auch religiöse Rechte anderer in Frage gestellt. In diesem Fall hat sich der Papst dagegen gewehrt, vom Kaiser in der Ämterfrage, die ja immer mit Geldzahlungen verbunden war, bevormundet wurde.

Höhepunkt dieses Streits war ja der Gang von König Heinrich IV. nach Canossa. Das Ende sah wie ein Sieg des Papstes aus, war aber in Wirklichkeit eine Niederlage für ihn. Er wollte nämlich Heinrich absetzen, was gründlich misslang. Deshalb ist ja Papst Gregor VII. auch wütend abgereist.

1122 wurde dann im Wormser Konkordat ein Kompromiss verabschiedet, in dem beide Seiten ihr Gesicht wahren konnten.

Antwort
von Liesche, 19

Die Kirche mußte sich nicht vom König oder Kaiser befürworten lassen. Sie war selbständig handelnd.

Antwort
von hydrahydra, 22

Wer sagt denn, dass sie abhängig war? Ihr wurde lediglich Unabhängigkeit garantiert, das heißt nicht, dass es vorher anders war.

Antwort
von nowka20, 2

kirchenrecht ist nicht herrscherrecht

Antwort
von faffian79, 16

Nach der ursprünglichen Auffassung der römisch-katholischen Kirche begegnen sich Staat und Kirche als selbstständige souveräne Mächte eigenen Rechts. Der Staat besitzt im irdisch-politischen Bereich Selbstständigkeit, während die Kirche ihre Heilsaufgaben selbstständig wahrnimmt. Mit diesem Prinzip sind Bestrebungen der Staatsgewalt, die Kirche dem Staat zu unterstellen und durch staatliches Recht die innere und äußere Ordnung der Kirche zu bestimmen, nicht zu vereinbaren. Im Mittelalter beanspruchte die Kirche mit der „Zwei-Schwerter-Theorie“ nicht nur Selbstständigkeit gegenüber dem Staat, sondern begründete theologisch eine Überordnung der Kirche über den Staat.

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