Frage von nationalskull89, 83

"Der Kater hat die Kätzchen geholt" .. kennt ihr den Spruch?

Die Geschichte hat mich echt verstört. Mutti kommt ursprünglich vom Dorf. Damals bekamen die Kätzchen babys öfter mal. (kein Plan wieso es keine Sterilisation gab) und irgendwann anch der Geburt wurden diese erschlagen oder auf den Boden geschmissne (u getötet) und den Kindern wurde erzählt der Kate rhätte diese geholt.

Mutter erzählte mir das schon etwas bestürzt aber irgendwie auch total "normal".. als wäre da süberall so gewesen.

Kennt ihr die Redewendung ?!

Antwort
von Dackodil, 18

Den Spruch kannte ich nicht. Was damit gemeint ist, ist aber unschwer zu erkennen.

Zu Zeiten, als es die Möglichkeit der Kastration noch nicht gab, habe ich noch ein gewisses Verständnis für diese Art der Geburtenkontrolle.
Seit es diese Möglichkeit aber auch wegen geeigneter Narkosemittel für Katzen gibt, können sich Bauern die Kastration nicht leisten, weil die ja ach so teuer ist.
Dies Argument wurde in den letzten 2 Jahren ad absurdum geführt. Da gab es in Schleswig-Holstein 3 x 2 Wochen, in denen Katzen für lau kastriert wurden. Nur wenige Bauern nahmen dieses Angebot wahr. Selbst die Mühe einen Termin abzumachen, die Katze einzutüten und hinzubringen war für die meisten offenbar zuviel. Das mußten dann auch noch Freiwillige aus dem Tierschutz erledigen.

Überhaupt hätten wir, nicht nur die Bauern, allen Grund diesen kleinen Tieren dankbar zu sein.
Bevor Katzen nach Mitteleuropa kamen, wurde fast die Hälfte der Ernte von Ratten und Mäusen aufgefressen. Man versuchte sich z.B. mit Frettchen zu helfen. Die nahmen aber auch gerne mal ein Huhn mit.
Erst als sich Katzen, aus dem mittleren Osten kommend, flächendeckend ausbreiteten, blieb so viel von der Ernte übrig, daß wir hier in die Gänge kamen. (Natürlich gab es auch noch die kleine Eiszeit und ihr Ende und einige andere Faktoren, die Einfluß auf die Landwirtschaft nahmen.)

Das Unglück der Katzen ist ihre Zähigkeit und Leidensfähigkeit und ihre Fruchtbarkeit.
So ist der Mensch - was es häufig und geschenkt gibt, ist nichts wert.

Es müßte sein, wie seinerzeit in der DDR mit dem Trabbi. Gibt es erst nach jahrelanger Wartezeit (natürlich nur kastriert), und wer eine ergattert hat, hütet sie wie seinen Augapfel.

Aber so sind sind Menschen - das letzte Gesocks.

Expertenantwort
von palusa, Community-Experte für Katze, 33

das ist sowohl total krank als auch traurige realität auf vielen bauernhöfen. eine kastration kostet pro katze 100 euro, bei vllt 5 weiblichen katzen (was wenig wäre) wären das schon 500. jedes jahr 30 kitten erschlagen ist günstiger. bauern sind da leider oft pragmatiker

wenn der tierschutz derartige praktiken beweisen kann wirds für den betreffenden bauern aber teuer

der spruch "die hat der kater geholt" kann daran liegen dass potente kater hin und wieder mal kitten totbeißen. gehört als verniedlichung für tausende tote katzen hab ichs aber noch nie

Antwort
von wiesele27, 13

das war nur teilweise so. Ich bin 70 Jahre alt und bei meinen Großeltern wurde das nie so gemacht.

Die Katzen durften auch ins Haus, sogar ins Wohnzimmer. Bekamen regelmäsig auch Milch (dortmals vertrugen Katzen noch Kuhmilch)

Die Katzen gingen sehr gerne im Heu schlafen oder im Winter in den Stall, dort war es warm. Sie hätten auch ins Haus können, wollten aber nicht.

Es gab und gibt noch immer Unterschiede.   

Antwort
von Tanja28052012, 24
ja leider traurige realität

Ja stimmt auch teilweise wirklich. Potente Kater töten wirklich die Kitten anderer Kater. Den eigenen Nachwuchs nicht. Aber auf vielen Bauernhöfen ist das heute auch noch so, dass die Katzen entweder ertränkt oder erschlagen werden oder verwildern. Wir haben auch vier Katzen auf dem Hof, die kaum ins Haus dürfen, die sind draußen, im Stall und in der Scheune. Sind aber bestens versorgt. Der Tierarzt kommt regelmäßig, drei sind schon kastriert. Die vierte hat im Januar Termin. Sie werden auch gefüttert. Aber sie leben eben hauptsächlich draußen und ich glaube ihnen geht es weit besser als mancher Großstadtwohnungskatze. 

Antwort
von Kandahar, 42
ja leider traurige realität

Das war früher Gang und Gäbe. Auf dem Land waren Katzen Nutztiere, die nur gehalten wurden um die Mäusepopulation in Grenzen zu halten. Die waren auch nicht im Haus, sondern lebten draussen. Niemand hat in diese Katzen Geld investiert. Die wurden weder gefüttert, noch geimpft und auch nicht kastriert. Die waren sich selbst überlassen. Um dem Nachwuchs Herr zu werden, wurden die Kidden meist getötet. Sie zu ertränken war die häufigste Methode, den Nachwuchs los zu werden.

Das mag heutzutage grausam klingen, damals war es normal. Niemand hätte es sich leisten können, die Tiere kastrieren zu lassen. Das war damals auch nahezu unbekannt.

Kommentar von nationalskull89 ,

:( danke für deine Antwort

Kommentar von Kandahar ,

Gerne!

Antwort
von DCKLFMBL, 37
ja leider traurige realität

Früher waren Katzen nur da um Mäuse zu Fangen und durften auch meistens nicht ins Haus, wurden nicht Gefüttert und nicht Kastriert oder Sterilisiert, wenn es zu Viele waren wurden sie Ertränkt, Erschlagen, sind von selber Gestorben oder Bestenfalls Eingeschläfert!

das ist Früher Leider Wahr gewesen :-(

Antwort
von josef050153, 6
ja leider traurige realität

War am Land sehr verbreitet.

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