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Der Hexenhammer

gefragt von marxxmarxx am 13.06.2007 um 16:57 Uhr

Was ist das? Erzählt doch mal, was das ihr wisst und welche geschichtliche Hintergründe es hierzu gibt?

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anonym
beantwortet von ravenmuc am 13. Juni 2007 17:12
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Das war im Mittelalter der "Leitfaden" der Inquisiteure, wonach sie ihre Hexenjagden betrieben - kurz gesagt...


soust
beantwortet von soust am 13. Juni 2007 17:26
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Einfach hier nachsehen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hexenhammer

Den "Hexenhammer" und das folgende Buch "Geschichte der Hexenprozesse" von W.G. Soldan und Henriette Heppe, das schon 1880 erschien und fast hundert Jahre später nachgedruckt wurde, kannst Du z.B. bei amazon erstehen. Das Buch von Soldan/Heppe ist randvoll mit Beispielen, sehr ausführlich und toll zu lesen.

Natürlich gibt es auch modernere Werke zu diesem Thema. Gib in die Suchseiten eines Buchanbieters einfach "Hexenprozesse" ein.


WildeFee
beantwortet von WildeFee am 13. Juni 2007 19:23
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Wenn Du nach geschichtlichen Hintergründen fragst, was schwebt Dir da vor? Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, es könnte mit einem aktuellen Thema zusammen hängen.

Im Spätmittelalter, um das 15. Jahrhundert gab es einen Klimawandel (nein, das ist kein Witz), die "kleine Eiszeit", der Missernten, Hungersnöte und Teuerungen mit sich brachte. Die Menschen waren verunsichert und hatten keine Erklärung. Somit waren viele Menschen offen für die Entwicklung, die dann in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts folgte.

Es war Heinrich Institoris, der dem Papst Innozenz VIII. die Hexenbulle, die er selbst entworfen hatte, unterbreitete. Dieser lies die Bulle 1484 durch seine Kanzlei veröffentlichen, womit er offiziell die Existenz von Hexerei proklamiert, obwohl dies der derzeitigen kirchlichen Lehrmeinung widerspricht, und Heinrich Institoris bevollmächtigt, als Inquisitor zu agieren.

Dieser macht sich eifrig auf Hexenjagd und erkennt schnell, dass es eine mühsame Arbeit ist, die ihm manchen Misserfolg einbringt. Um sich die Arbeit zu erleichtern, verfasst er den Malleus Maleficarum, den Hexenhammer, eine Anleitung zur Hexenverfolgung, eine Rechtfertigung für seine "Arbeit", die aus seiner Phantasie entspringt und seinem Hass auf die Weiblichkeit.

Der Hexenhammer hat 1486 seine erste von 29 Auflagen.

Wäre es nicht zur Zeit der Erfindung des Buchdruckes geschrieben worden, hätte dieses Buch sich weder so unglaublich verbreiten, noch einen solchen Schaden anrichten können. Und wie ich oben bereits schrieb: bei der verunsicherten Bevölkerung fiel das Ganze auf fruchtbaren Boden.

Der Hexenhammer hat die Hexenbulle zur Einleitung und wird in drei Bereiche untergliedert:

Teil 1:

Was sich bei der Zauberei zusammenfindet 1. Der Teufel 2. Der Hexer oder die Hexe 3. Die göttliche Zulassung

Teil 2:

Die verschiedenen Arten und Wirkungen der Hexerei und wie solche wieder behoben werden können.

Teil 3:

Der Kriminal-Kodex: Über die Arten der Ausrottung oder wenigstens Bestrafung durch die gebührende Gerechtigkeit vor dem geistlichen oder weltlichen Gericht.

Ich hab das Ding hier und ich hab ihn auch gelesen. :( Man wurde damals schon wegen der Leugnung des Hexenglaubens verurteilt. Es gab im Prinzip keine Möglichkeit, das "Richtige" zu sagen oder zu tun, wenn der Verdacht erst auf einen gefallen war.

Ich empfehle als Zusatzliteratur Elmar Bereuters Hexenhammer, in dem er in Romanform historisch belegte Personen zu Wort kommen läßt.


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