Frage von Serayla, 94

Der eigene Offenstall, soll ich es wagen?

Ich arbeite schon seit Jahren mit Pferden, misten, füttern etc. und hab immernoch Freude an meiner Arbeit. Vor einigen Jahren habe ich den Schritt gewagt und mir ein eigenes Pferd zugelegt. Damals hat einfach alles super gepasst, netter Stall in dem ich auch gearbeitet habe, finanziell abgesichert usw.

Kaum hatte sich mein Pferd eingelebt musste ich den Stall wechseln. Neuer Stall und wieder alles perfekt, Pferd hat sich erneut eingelebt und Freunde gefunden und nun steht schon wieder ein Stallwechsel an.

Ich bin es wirklich leid und möchte es auch meinem Pferd ersparen ständig umzuziehen. Nun habe ich mich mit meiner Familie zusammen gesetzt und beratschlagt. Natürlich würde sich ein neuer Stall finden aber ich hab ehrlich gesagt keine Lust mehr.

Anfangs war Pachten im Gespräch, das haben wir aber schnell wieder verworfen (was wenn der Pachtvertrag ausläuft) Also doch Kaufen. Der Plan meiner Eltern war schon immer ein kleines Bauernhaus fürs Alter. Nun überlegen wir diesen Plan jetzt schon zu verwirklichen, ein Haus mit Grund zu suchen in welches erst mal ich mit meinem Mann ziehe und dort unser eigenes Pferdeparadies schaffen. Meine Familie selbst ist sehr pferdebegeistert, meine Mama hat ein Pony, mein Vater hätte gerne zwei Esel und meine Freundin würde mich mit ihrem Pferd begleiten (stehen momentan zusammen) wir sind handwerklich begabt, zur Zeit schon Selbstversorger, ich habe meine Tiere auch durchgehend selbst versorgt ohne Hilfe. Nur eben nie in meinem eigenen Stall. Durch meine Arbeit bringe ich natürlich die nötigen Vorkenntnisse mit.

Trotzdem finde ich es ist ein großer Schritt. Es ist mein Lebenstraum aber bedenke ich alles? Klar muss abgeklärt werden wie es auf dem Objekt mit Baugenehmigungen und Tierhaltung aussieht.

Vielleicht gibt es hier ein paar die den Schritt gewagt haben und ein bisschen über ihre Erfahrungen berichten möchten?

Antwort
von unicorn202, 44

Das hört sich jedenfalls schonmal gut an. Ich wüsste auch nicht, warum du es nicht schaffen solltest. Solange ihr finanziell in der Lage seid und auch die Zeit habt. Da du ja sowieso bisher dein Pferd immer allein verpflegt hast im Stall, sollte es wohl privat auch passen, wohl sogar besser, wenn es direkt vor der Tür ist. Dein Pferd sollte halt nicht allein stehen (macht es ja auch nicht, wenn ich alles verstanden hab) und um die Besuche von Tierarzt etc. kann man sich ja auch problemlos allein kümmern, wenn du das nicht sowieso schon gemacht hast von vornherein. Ich (16) habe meine Ponys auch privat gehalten, mit Unterstützung meiner Eltern lief auch schon vor gut 8 Jahren alles gut und bei mir sind nicht grad alle so pferdebegeistert. (:

Kommentar von beglo1705 ,

Das klingt natürlich toll, aber nur, wenn man das Land dazu hat. Ansonsten wird´s schwierig und vor allem teuer. Sowas aufzuziehen geht richtig in´s Geld, auch wenn´s nichts großes werden soll.

Antwort
von beglo1705, 63

Ja, wir haben den Schritt gewagt. Ich hab meinen Mann geheiratet und wir wussten nicht recht, was wir mit dem 2. Anwesen machen sollten, da wir die Milchkuhhaltung und die Stierhaltung aufgegeben haben, also wurde umgebaut zur (kleinen aber feinen) Pferdepension.

Zwei Jahre später war dann soweit alles fertig: Koppeln eingezäunt, Offenstall fertig, Sandplatz, Roundpen, Reithalle, Solarium, Wasserlaufband und "Waschanlage" fertig.

Derzeit liegen wir in den letzten Zügen, auf Aktivstall umzustellen.

Es ist schon schön, den eigenen Pferdestall zu haben, aber:

-Kostet (nach oben keine Grenzen, auch wenn man handwerklich begabt ist)

-Überlegt euch reichlich, mit den Alten zusammen zu ziehen. Das Problem habe ich hier auch und ergab sich auch erst später, dafür aber nachhaltig.

-Sind Landwirtschaftliche Kenntnisse vorhanden?

-Könnt ihr (mit Agrarland) eure Pferde selbst versorgen oder müsst ihr Heu/Stroh/Grünhafer zukaufen? Das wird u.U. teuer.

-Wer hilft euch im Krankheitsfall oder Urlaub?

-Ihr fallt unter Umständen als Vollerwerbslandwirte in die Alterskasse der Bauern, die recht teuer ist und minimalste Renten zahlt? Oder habt ihr euch abgesichert?

-Solltet ihr auf dem Hof wohnen, seid ihr immer auf Abruf für die Einsteller. Die kennen keinen Sonntag oder Ruhetag.

Bei Fragen, gerne drunter schreiben.

Kommentar von Serayla ,

ohje ohje soooo groß ist das ganze nicht geplant 😊 Wahnsinn was ihr auf die Beine gestellt habt das muss ein Traumstall sein. Also es geht nur um 4-5 Pferde, keine Einsteller, keine Reithalle. Die Tiere sind alle schon älter. Der Plan ist ein Offenstall mit angrenzendem befestigtem Paddock und anschließenden Weiden mit etwas Wald oder Baumbestand. Vielleicht ein kleiner Platz aber das ist kein Muss, wir sind wenn überhaupt Freizeitreiter arbeiten aber größtenteils vom Boden aus. Ziel ist die (in meinen Augen, darüber lässt sich natürlich streiten) optimale Haltung, viele Platz, viel Bewegung und eine harmonische Herde. Im Sommer nach Möglichkeit 24h Weide. Futterkosten haben wie momentan schon, wir besorgen und bezahlen unser Heu selbst. bringen es auch in Eigenregie zum Stall. Urlsubs- oder Krankheitsvertretung wären meine Eltern, mein Mann oder meine Freundin. Meine Eltern bleiben in ihrem aktuellen Haus wohnen, nur wir ziehen zu den Pferden. Sollten sie irgendwann zu alt für das große Haus werden tauschen wir. Mir geht es hauptsächlich darum dass immer jemand vertrauenswürdiges ein Auge auf die Tiere hat. Ich könnte sie nicht alleine auf einem abgelegenen Grundstück halten da hätte ich keine ruhige Minute

Kommentar von beglo1705 ,

So riesig ist unser Stall nicht, 12 Pferde, davon 2 eigene und insgesamt 4 Hengsten. Auch so, dass die Pferde immer draußen sein können, wenn sie wollen.

Wenn ihr Land kauft, sucht euch bitte was, wo ihr auch Landwirtschaft betreiben könnt, um die Tiere zu versorgen. Die Preise für Futtermittel schwanken enorm, in schlechten Sommern ist gutes Heu schier unbezahlbar, wenn man alles komplett zukaufen muss.

Es ist schon auch vom betriebswirtschaftlichen Aspekt zu sehen, dass da gut kalkuliert werden sollte, um nicht hernach in der Insolvenz zu landen.

Kommentar von Serayla ,

Wir haben leider wenig Ahnung von Landwirtschaft und vor allem keine Geräte oder Fahrzeuge. Heu würden wir im kleinen Stil noch hinbekommen aber keine großen Mengen.

Kommentar von beglo1705 ,

Dann wird´s schwierig. Ein kleiner Schlepper mit Anhänger sollte min. vorhanden sein, evtl. mit Frontlader um Heu und Strohballen sowie Mist nicht zeitaufwändig oder gar per Hand aufräumen zu müssen, das macht euch sonst körperlich dauerhaft kaputt, auch wenn´s "nur" 5 Pferde sind.

Landwirtschaftliche Kenntnisse wären von Vorteil, um sich auch entsprechen um den Wald und die Koppeln (auch da gibt´s Krankheiten und Pflegebedarf) lange gesund zu halten.

Kommentar von beglo1705 ,

Sorry Zeile gelöscht...

Ich meinte, um sich entsprechend darum zu kümmern und Wald und Koppeln gesund zu halten.

Es soll ja nachhaltig sein.

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