Frage von CamelWolf, 63

Der deutsche Durchschnittsverdiener muss die Armen im Land versorgen und den Reichen beim Sparen helfen?

Wie steht ihr zu dieser Aussage ? Bitte mit Begründung. DANKE !

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 18

Was richtig ist an der Aussage ist sozusagen der Hintergrund, weil der Durchschnittsverdiener tatsächlich relativ hoch belastet ist, denn unser progressiver Einkommensteuertarif ist nicht llienear progressiv, sondern hat einen "Höcker" auch "Mittelstandsbauch" genannt.

Sonst ist die Aussage nicht richtig.

die 10 % der Bevölkerung mit den höchsten Einkünften zahlen 50 % der Einkommensteuer.

die folgenden 50 % der Bevölkerung zahlen die übrigen 50 % und die restlichen 40 % zahlen keine Einkommensteuer (Lohnsteuerenthalten).

Antwort
von Funfroc, 26

Hallo,

ja, das ist leider Grundsätzlich richtig. Die meisten Berufsgruppen mit höheren Löhnen und Gehältern, haben sich aus der Solidargemeinschaft weitgehend ausgeklickt. Anwälte, Beamte, Ärzte... haben Ihre eigenen Pensionsfonds und sind privat krankenversichert (die Meisten jedenfalls).

Unser altes Rentensystem wäre nach wie vor sinnvoll und tragbar und würde es auch in 50 Jahren noch sein, wenn denn auch wirklich alle darin einzahlen würden.

Zum Thema den Reichen beim Sparen helfen, kommen wir vor allem auf die Millionäre... die keinen Lohn und kein Gehalt haben, sondern Einkommen. Dieses wird in der Regel erwirtschaftet durch Renditen und Dividenden, und diese wiederum erwirtschaftet der "einfache Arbeiter".

Insofern kann man der Aussage grundsätzlich zustimmen. Aber man muss natürlich auch dazu sagen, dass auch hier nicht alles schwarz / weiss ist.

LG, Chris

Antwort
von teafferman, 3

Dieser Satz wurde mal vor manchen Jahren so formuliert von einer im Fachbereich arbeitenden angesehenen Person. 

Er ist so richtig, wird so von Politik immer weiter betrieben. 

Warum sollte ich begründen? Gibt schließlich reichlich Worte dazu sowohl on- als auch offline. Nutze doch einfach mal die Suchfunktion des Browsers. Dann hat dradio ein umfangreiches Archiv, Spiegel, Handelsblatt, Financial Times Deutschland - um nur wenige zu nennen. 

Ich überlege gerade, wann der Satz wohl das erste Mal an meine Ohren und vor meine Augen kam. ---

Wenn ich recht erinnere, war es im Zusammenhang mit der damaligen Tatsache, dass so große Konzerne wie Siemens, Daimler nicht einen Pfennig Steuern in diesem Staat zahlten. Keinen einzigen. 

Bevor jetzt hier irgendein Mensch in die Tasten haut und behaupten will, solche Zeiten habe es bei uns nicht gegeben, darf ich empfehlen, sich einfach mal wenigstens eines der von mir oben genannten Archive zur Brust zu nehmen. Der Skandal war immerhin einige Zeit Thema in den Medien. 

Keine Ahnung, wann. So in den 1980-igern bis 1990-igern. 

Antwort
von atzef, 20

Die Aussage ist Usinn.

Niemand muss den Reichen beim Sparen helfen. Den Armen wiederum greifen nicht nur die Durchschnittsverdienner vermittels Sozialstaat und Solidarprinzip unter die Arme, sondern alle, die oberhalb der Steuerpflichtigkeit arbeite.

Kommentar von CamelWolf ,

Fakt bleibt, dass die Normalverdiener im Verhältnis zu ihrem Einkommen durch Einkommensteuer, Sozialabgaben und indirekte Steuern höher belastet werden als die "oberen" 10%. 

Den einzigen Unsinn in diesem Zusammenhang kann ich darin erkennen, dass ein Einkommensmillionär (wäre er denn in der gesetzlichen KV) genau so viel in die Krankenkasse (in ihrer Eigenschaft als Umverteilungsmaschine nach unten) einzahlen müsste wie ein "Normalverdiener" mit rd. 4.300 €.  


Kommentar von atzef ,

Ich kann deiner Behauptung nicht folgen. Inwiefern werden die oberen 10% "weniger" belastet? Natürlich relativiert sich bei denen die Bedeutung der Abgaben. Nichtsdestotrotz zahlen die mehr ein, als ein "Durchschnittsverdiener".

Ferner schimmert der Aberglaube bei dir durch, man müsse nur die Oberen etwas mehr abmelken und könne dann sowohl die Durchschnittsverdiener spürbar entlasten UND die Armen besserstellen.

Das übersieht aber die Mengenrelationen.

Und auch hier kann man den Bogen nicht überspannen. Z.B. stand ein Kumpel von mir jetzt vor der Wahl, in England weiterzuknechten oder zurück nach Deutschland zu kommen. Der bewegt sich einkommenstechnisch über der Sechsstelligkeit. Der hat sich u.a. angeschaut, wie er so nach Abzügen dasteht...:-) Kommt aber dann doch nach Deutschland zurück und zahlt hier ein. Hätte er bei anderen terms of trade sich nicht getan. :-)

Antwort
von Ursusmaritimus, 25

Danke ich habe meine Hausaufgaben auch Selbst gemacht.....

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