Der Brexit ist Fakt. Jetzt wollen die Niederländer und auch die Franzosen ein Referendum zum Austritt. Löst die EU sich bald auf?

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8 Antworten

Mehr Referenda wären zu begrüssen, denn sie schaffen klare Verhältnisse.

Denn sie werden alle scheitern, zumindest in den stabilen Volkswirtschaften, und die instabilen wären schön blöd. Wenn es das Vereinigte Königreich gerade so mit zwei, drei Prozent Mehrheit schaftt, und das obwohl

1. Das Land unter anderem schon immer in der EU war, um sie von Innen zurückzuhalten
2. seit Generationen konstitutionelle Feindschaft gegen alles Kontinentale herrscht
3. UK seit 20 Jahren einen reinen Blockadekurs fährt und damit maßgeblich am Reformstau der EU beteiligt ist
4. UK tatsächlich ein gloriöse Empire-Vergangenheit hat, die noch gar nicht so lange her ist, und man daher der eigenen Bevölkerung sehr leicht verkaufen kann
5. Der Wissenstand der Bevölkerung über die Abläufe der EU bekannt niedrig ist.

...dann braucht man wirklich nicht damit rechnen, daß in anderen wichtigen Ländern eine erkennbare Gefahr zum Exit besteht.

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Kommentar von bastidunkel
24.06.2016, 13:17

Ich habe den ganzen Morgen N-TV und andere Sender (auch BBC) geschaut, weil mich das Thema sehr interessiert. Ich habe bei den einzelnen Statements sehr stark den Eindruck gewonnen, dass die Niederländer schon lange rauswollen und sich jetzt erst trauen, weil GB den Anfang gemacht hat. Auch die Franzosen waren die ersten, die das Thema auf die Tagesordnung setzen.

Ich glaube, dass die Gefahr aktuell sehr groß ist.

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Die EU wird sich nicht auflösen. Die Briten konnten die EU recht unkompliziert verlassen, da sie einige Sonderstellungen innerhalb der Europäischen Union haben. Eine dieser Sonderstellungen ist die Währung. Großbritannien hat zu keiner Zeit den Euro eingeführt. Die Niederländer und auch die Franzosen haben diese Währung. Somit wird ein Ausstieg nicht so einfach möglich sein. Zudem wird ein Handelsabkommen mit der EU für die Briten wohl so unschön sein, dass es Nachahmer abschrecken soll ;)

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Soweit ich jetzt informiert bin, sprach in Frankreich nur Marie Le Pen davon, dass sie, wenn sie an die Macht kommen würde, ein Referendum zum Austritt aus der EU anstreben würde.

Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird!

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Kommentar von bastidunkel
25.06.2016, 06:53

Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird!

Da haben wir doch wohl alle jetzt das Gegenteil gelernt!!! Niemand hat den Briten zugetraut, dass sie den Brexit durchziehen. Aber dann haben sie es trotzdem getan. Soweit zu deinem geflügelten Wort.

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Die Bayern-Partei sammelt auch schon Stimmen für einen Austritt Bayerns, kein Witz. Allerdings sehe ich die Möglichkeiten in Zentaleuropa für den Erfolg eines solchen Refendums ungleich schlechter an. Dann dürften Holländer ja auch nicht mehr nach Deutschland zum Einkaufen und umgekehrt.

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Kommentar von bastidunkel
24.06.2016, 13:01

Die sind doch auch schon vor der EU in Heerscharen über uns hergefallen. Sagt mein Vater. An Konigintag waren unsere Geschäfte auch schon vor der EU immer überfüllt. Ich glaube, das schreckt keinen ab.

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Kommentar von Bambi201264
24.06.2016, 13:01

Die Bayern pochen schon seit Jahrzehnten darauf, dass sie ein "Freistaat" sind. Aber auch sie sind durch zahlreiche Verträge eingebunden.

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Ein Referendum ist eine Möglichkeit, verbindlich festzustellen, wie sich die Mehrheit verhält. Vom Ergebnis her kann man das nicht mit England vergleichen. Die wollten schon damals den Euro nicht und die Skepsis scheint dort größer zu sein als woanders. Eine direkte Befürchtung eines generellen Zerfalls scheint es noch nicht zu geben. Um die Engländer ist es auf jedenfall schade, sie sind mehr Europa als  etwa die Polen.

Manche wollten das vereinte Europa vielleicht etwas zu schnell realisieren, sodass viele sich dadurch übergangen fühlten.

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Das kann man nur vermuten, und die Bestrebungen, soweit möglich, unterstützen.

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Dass jetzt alle hyperventilieren, war ja so klar...

Seit drei Jahren wurde diese Geschichte vorbereitet, gestern war die Abstimmung, heute haben wir das Ergebnis.

Aber es wird noch Jahre dauern, bis die Verträge auslaufen und neue Bedingungen der Zusammenarbeit definiert werden.

Es ist nicht so, als würde man einen Raum verlassen, hinter sich die Türe schliessen und dann ist man draussen.^^

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Kommentar von bastidunkel
24.06.2016, 13:03

Oha, Auf N-TV sagt man, dass die den Austritt so schnell wie möglich abwickeln wollen. Und der niederländische Sprecher bereitet bereits das Referendum vor. Die haben nur auf die Entscheidung der Briten gewartet. Genau wie die Franzosen. 

Was nutzt uns die EU, wenn die finanzstarken Partner weg sind und wir nur noch die "armen" Ländern drin haben? 

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Möglich - sie kann dadurch aber auch besser und stärker werden.

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Kommentar von tanztrainer1
24.06.2016, 21:57

Da ich mich daran erinnere, dass oft GB der Bremsklotz in der EU war, könnte es schon sein, dass die EU stärker werden könnte.

Für einige Firmen, die viel nach GB exportieren könnte es zu Problemen kommen, aber meines Erachtens haben sich die Briten eher ins eigene Fleisch geschnitten! Sieht man ja auch daran, dass das GBP schon stark gefallen ist!

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