Morphologie bedeutet wörtlich "Lehre von der Gestalt", im Zusammenhang mit Kunststoffen ist damit meistens die Struktur gemeint, die sich durch die Zusammenlagerung vieler Makromoleküle ergibt. Dementsprechend gibt es mehrere Ebenen der Morphologie, diese reicht von kleinen Strukturen im Nanometerbereich bis in den (optisch)mikroskopisch -sichtbaren- Bereich hinein, wobei die Strukturebenen hierarchisch aufeinader aufbauen. Im Sinne der morphologischen Definition sind die genannten Polymertypen kaum voneinander zu unterscheiden,- offensichtlich hat hier jemand "Morphologie" im Sinne supramolekularer Überstrukturen mit "Struktur / Eigenschaften der Makromoleküle" verwechselt.
Gemeint ist eher folgendes:
Die üblichen Makromoleküle bestehen aus langen Ketten kleinerer Bausteine (den Monomeren), die über chemische Bindungen aneinander gebunden sind. Sind die Makromoleküle in einem Kunststoff nicht chemisch miteinander verbunden, so ist dieser Kunststoff schmelzbar und kann durch Erhitzen über seine Glas- und Schmelztemperatur fast beliebig verformt werden,- man hat einen Thermoplasten. Einzige Bedingung für Thermoplastizität ist, daß die Polymerkette nicht zu steif wird (kleine Seitengruppen und keine Doppelstrang-/Leiterstrukturen in der Hauptkette).
Werden die Makromoleküle miteinader vernetzt, d.h. chemisch aneinander gebunden, dann ist das Produkt unschmelzbar,- man hat einen "Thermodur" (auch Duroplast,- aber dieses Wort ist ein Widerspruch in sich). Man kann also praktisch alle denkbaren Thermoplasten durch Vernetzung in Thermodure verwandeln.
Wenn man nur wenige Netzpunkte pro Makromolekül vorliegen hat und die Glas (=Erweichungs)temperatur des vernetzten Polymeren deutlich unterhalb der Raumtemperatur liegt, dann hat man ein Elastomer: Die Polymerketten sind eigentlich flüssig,- können aber nicht wegfließen, weil ja alle aneinander festgebunden sind. Aber verstrecken läßt sich so ein Elastomer dann sehr gut. Bedingung für ein Elastomer ist also: (1) vernetzt (aber nicht zu viele Vernetzungsstellen,- sonst wirds hart), (2) Glastemperatur unter Gebrauchstemperatur.
Als chemische Strukturelemente eigenen sich hier besonders Butadienbausteine: [CH2-CH=CH-CH2] oder Siloxane [Si(CH3)2-O-].
Morphologisch gesehen kann man versuchen so zu antworten:
Thermoplaste: einzelne Makromoleküle
Thermodure: vernetzte Makromoleküle mit hoher Netzwerkdichte und Ketten mit hohem Erweichungspunkt,
Elastomere: vernetzte Makromoleküle mit geringer Netzwerkdichte und niedriger Erweichungstemperatur.
ja sehr sogar, also könnte man sagen, das es ein anderer Begriff für Struktur (Aufbau->chemischer Struktur?) bedeuetet? Weil dann würde das zutreffen was ich auch vermutet hatte.