Ludwig Wittgenstein zeigt mit der Aussage, der Mensch sie nicht verückt, sondern philosophiere nur, Humor. Er war ja selbst zeitweise Philosphieprofessor und ein als seltsam erscheinendes Verhalten wird ein Stück weit damit entschuldigt, es handele sich nur um Philosphieren. Philosphieren ist in diser Sichtweise auch eine Absonderlichkeit, nur eine harmlosere als Verrücktheit.
Zugleich steckt aber eine Aussageabsicht dahinter. Der Text stammt aus Aufzeichnungen, die unter dem Titel "Über Gewißheit" später veröffentlicht wurden (Nr. 467). Wittgenstein vertritt eine radikale Sprachkritik. Wenn sprachliche Äußerungen über einen konkreten Lebenszusammenhang hinauszugehen und etwas Bedeutungsvolles, Tiefgründiges, Wesentliches auszudrücken versuchen, kommt es zu philosophischen Problemen und es können Verwirrungen entstehen. Sein Therapieprogramm dagegen besteht darin, Wörter wieder auf ihre alltägliche Verwendung zurückzuführen.
Der "Baum" genannte Gegenstand kann auch anders bezeichnet werden. Allesss, was zur Bezeichnung in den Sinn kommt, ist dann ein Sprachgebrauch. Das Hindeuten (Gestik und Mimik) dient in Bezug auf den Satz über den Baum dem Beweis der Existenz der Sache "Baum" und dem Unterstreichen des Anspruchs, ein Wissen darüber zu haben. Wittgenstein hat über so etwas mit Georg Eduard Moore, seinen Lehrstuhlvorgänger in Cambridge diskutiert, der durch eine Kombination von sprachlicher Aussage und hinzeigender Geste die Existenz von Außendingen (Sachen außerhalb unseres Bewußtseins) beweisen zu können meinte, in einer Art Berufung auf den "gemeinen/gesunden Menschenverstand" (common sens).
Nach Ansicht von Wittgenstein wird damit die Skepsis gegenüber der Realität von Außendingen nicht ernst genug genommen, ein unbezweifelbares Wissen über die Sache "Baum" und ihre Existenz gebe es auf diese Weise nicht. Zum anderen läuft die Aussage "Ich weiß, dass das ein Baum ist" weitgehend ins Leere, weil die Mitteilung kaum eine praktisch verstehbaren Sinn hat. Denkbar ist höchstens so etwas wie die Beantwortung einer Frage eines Menschen mit sehr wenig Verstand und Wissen, ob jemand glaube, das, was zu sehen ist, sei ein Baum.
Nach Meinung von Wittgenstein kann Philosophie den tatsächlichen Sprachgebrauch letztlich nur beschreiben, aber nicht aufgrund eines Wissens über das Wesen von Sachen und Begriffe begründen.
Eine Aussage der Erkenntnistheorie stößt hier auf Grenzen, weil eher der alltägliche Zusammenhang sinnvoll ist.
"Ich weiß, dass das ein Baum" ist aus der Sicht Wittgensteins ein Sprachspiel einer speziellen Gruppe, der Philosophen.
ich glaube deine antworte liegt etwas neben der frage..
Kam mir so in den Sinn als ich den Text las.