Leider beobachte ich bei einem meiner besten Freunde folgendes:
Er war 18 Jahre in einem Betrieb tätig. Es folgte die Insolvenz des Betriebes und die Übernahme durch den neuen Firmeninhaber.
Da lief dann Mobbing vom Feinsten. Klar, man wollte ihn los werden, um das eigene Team dort zu wesentlich günstigeren Konditionen arbeiten zu lassen.
Es folgte dann eine Abmahnung nach der anderen, diverse Termine vor dem Arbeitsgericht.
Es kam zu einer Kündigung mit einer eher lächerlichen Abfindung.
Aber er hat sofort einen neuen Job gefunden, war keinen Tag arbeitslos.
Und nun, nach 3 Jahren im neuen Betrieb ist es so, daß er total platt ist. Der neue Arbeitgeber verlangt von ihm immer mehr, macht ihn für was weiß ich alles verantwortlich (z.B. die sinkenden Umsätze, die aus der allgemeinen Wirtschaftskrise resultieren) usw.
Dieser Freund ist nun 52 und wird wohl kaum einen gleichwertigen Job mehr finden, jedenfalls nicht mit einer seiner Qualifikation entsprechenden Bezahlung.
Das weiß er- also hält er die Klappe und quält sich durch jeden Arbeitstag.
Ich würde ihm gern helfen, weiß aber wirklich nicht wie. Fast täglich redet er von seinen Überlegungen, einfach alles hinzuschmeißen und sich kündigen zu lassen. Aber er weiß auch, daß am Ende Hartz IV lauert.
Der Unternehmer ein Mann, der alles ererbt hat und keine Ahnung hat, was ehrliche Arbeit ist.
Ich würde mit meinem Arzt sprechen und mir eine Kur geben lassen.
Warum geht man in die Arbeit?
Entweder, um darin die totale Erfüllung zu finden, oder um Geld zu scheffeln. Idealerweise stimmen diese Ziele überein.
Erfüllung findet er wohl keine, also sollte er überlegen, wieviel Stress es ihm Wert ist, das Geld zu bekommen.
Geld ist dazu da, es auszugeben. Es spiegelt die Arbeitszeit wider, die man geleistet hat, um das Geld zu bekommen. Legt man das Geld zur Seite, hat man umsonst gearbeitet, weil man aus seiner Arbeitszeit keinen Nutzen zieht.
Jetzt sollte man sich überlegen, wieviel Geld man wirklich zum Überleben braucht und wieviel unter den Begriff Luxus fällt.
Der Verlust des Arbeitsplatzes muß nicht notwendigerweise das Lebensende bedeuten. Es kann auch durchaus eine Chance sein, daß man mal nachdenkt über seine Lage und ob das, was man bisher immer gemacht hat, das war, was man eigentlich wirklich wollte.
Es wäre eine Umstellung, und vor dem Unbekannten hat man mitunter mehr Angst, als vor dem Übel, was man schon seit Jahren kennt. Darum läßt man ja auch oft soviel über sich ergehen.
Ich persönlich frage mich dann schon: Ist es wirklich notwendig, daß ich mir diktieren lasse, wie mein körperliches Befinden ist? Daß ich meine Lebenszeit verschwende mit Dingen, die ich eigentlich garnicht will?
Solange der Druck nicht groß genug ist, sind viele Menschen einfach zu phlegmatisch und sind die Spielbälle; sie haben Angst vor einer Änderung und blockieren sich selber. Und dann gibt es natürlich auch die Spieler. Zu welcher Gruppe man gehören will, entscheidet mal letzten Endes selber.

vielleicht sollte er nebenbei nach einer anderen arbeit ausschau halten....kann ja sein,das es klappt.
Das macht er ohnehin. Aber es kommt erschwerend hinzu, daß seiner jetzigen Firma nicht unbedingt der beste Ruf voraueilt. Ich meine in Sachen Zuverlässigkeit, Vertragstreue usw.
Da kann sich der Arbeitnehmer krumm machen wie er will, wenn der Big Boss Verträge und Absprachen nicht einhält, dann ist man machtlos. Und man rutscht automatisch im Ansehen innerhalb der jeweiligen Branche ab.

Das kenn ich aus eigenem Erleben. Dein Freund muss lernen, auch selbst Verantwortung für die Situation zu übernehmen. Er ist nicht nur Opfer, sondern kann auch für sich Kraftquellen erschließen und vieles nicht mehr an sich ranlassen. Eine Psychotherapie hilft viel. Ich habe mich nach all den vielen gequälten Jahren selbständig gemacht und arbeite jetzt in meinem Traumberuf. Ohne Chef grins

tragische situation, heute in unserem land leider fast standard.. schlimm. tut mir leid, weiß keinen rat, außer vielleicht mal zum arzt gehen... (mir ist schwindelig und es geht nicht weg! usw..)
Floh2 am 29. August 2009 23:14 ich stimme Dir zu, aber ein Arzt wird auch nichts an der ´Situation ändern können, ich denke mal damit er nicht ´ganz kaputt geht an der Situation bleibt nur die Kündigung, so weh das auch tut.

Klingt nach Burn-Out - dafür gibt es (berechtigt!!!) Kankenstand für mehrere Monate zur Erholung

ich würde kündigen !!
Gerd2 am 29. August 2009 23:13 sich kündidgen lassen ist eher angebracht
So ist das Leben! Ein 52-jähriger sollte inzwischen bemerkt haben, dass das Leben kein Honiglecken ist! Also nicht jammern und brav weiter arbeiten.
Gerd2 am 29. August 2009 23:15 'Arbeit wird wohl keinen schaden und dafür beschwert sich ja niemand. Die Frage ist unter welchen Voraussetzungen, die hast Du wohl noch nicht erfahren wie aus Deinem Ratschlag zu ersehen ist.
wenn du deinen job behalten will st kannst du nix machen