Frage von MarieJeanneLe, 71

Depressive Demenz ?

Hallo ihr lieben,

ich schreibe hier rein, in der Hoffnung, dass sich vielleicht jemand gibt der selber damit Erfahrung gesammelt hat und evtl. Lösungsansätze, durch seine Erfahrungen hat.

Mein Opa ist 87 Jahre alt und seit knapp zwei Jahren sind Anzeichen von Vergesslichkeit und Versiertheit aufgetreten. Er vergisst z.B. das ich seit einem Jahr über ihnen wohne und das ich nicht seine Tochter bin sondern die Enkelin. Aber dann gibt es wiederum Tage an denen er völlig klar ist und mir sogar richtige Ratschläge gibt. (aber diese werden leider immer weniger)

Seitdem das alles anfing schläft er permanent, Tagsüber, wie auch Nachts. Er weigert sich oftmals sich auch morgens anzuziehen und bleibt einfach gleich im Bett. Meiner Oma geht es damit oftmals nicht gut, sie sind die Generation "sehr geordnetes Leben", also Tagsüber auch immer schick und nach außen hin immer eitel Sonnenschein.

Vor einem halben Jahr hat Inkontinenz angefangen, wir wissen nicht, ob er es einfach nicht spürt, wenn er mal aus Klo muss oder es einfach vergisst?

Er war früher immer schon sehr stur und hat sich kaum was sagen lassen, ein sehr stolzer Mann. Heute ist dass noch mehr ein Problem geworden, da er weder auf Oma noch auf mich hört. Er weigert sich einfach, wenn wir sagen, das er aufstehen soll, sich duschen soll etc. ganz alltägliche Dinge.

Dann steht er einfach Nachts um 4 auf zieht sich an und will nach Hause, Oma fragt ihn dann immer wo sein Zuhause denn wäre und er antwortet Städte oder so mit den er zwar in Berührung stand, aber nie gelebt hatte und oftmals ist es dann so das er auf irgendeiner anderen Coach aufwacht. Meine Oma hat in drei weiteren Zimmern Schlafcoachs. Wenn Oma ihn dann weckt will er meistens da liegen bleiben, anstatt in sein eigenes Bett zu gehen.

Wir haben jetzt, nach einigen Vorfällen, wo er nicht mehr aufstehen konnte, wie in prekären Situationen z.B. auf der Toilette, die Pflegestufe beantragt, das jemand morgens kommt, der ist noch nicht durch, aber wir hoffen dass das bald passiert. Er wiegt nicht wenig und Oma und ich sind beide sehr schlank und können Opa nicht heben, wir haben es zwar immer irgendwie geschafft, aber auch erst nach längerer Zeit.

Vielleicht hat jemand eine Idee wie wir Opa wieder etwas agiler bekommen, sodass er nicht immer den ganzen Tag schläft oder wir sein Kreislauf so in Schwung bringen das er selber aufsteht...

vielen dank für eure Hilfe

Antwort
von FantaFanta76, 34

Wenn eine Altenpflegerin täglich kommt, wird es besser. Die kennen sich richtig gut damit aus!! So lange macht einfach nur Schadensbegrenzung und tragt es mit Humor und Fassung.

Antwort
von Kleckerfrau, 42

Besprecht das mal mit eurem Hausarzt. Mein Vater war ähnlich. Aber er wurde dann auch aggressiv.

Demenz zerrt ziemlich an den Nerven, nicht jedes Familienmitglied kommt damit zurecht.

Deine Oma sollte jede Hilfe annehmen die sie bekommen kann.

Mein Vater war dem Pflegepersonal gegenüber immer lammfromm. Anders als zu den Familienmitgliedern. Wenn also dein Opa auch so ist, könnte man ihn durch die Pflege dazu bringen morgens aufzustehen., Auch mein Vater hat viel geschlafen., Aber ist wenigstens morgens aus dem Bett gekommen bzw. die Pflege hat ihn raus geholt.

Und ganz wichtig: Deine Mutter sollte sich einen  Tag wenigstens in der Woche frei nehmen. Dein Opa kann dann solange in eine Tagespflege gehen. Das zahlt die Pflegekasse.

Antwort
von pn551, 45

Starrsinn wird sehr häufig mit Stolz verwechselt. Im Alter verschärft sich der Starrsinn auch noch - der so genannte Altersstarrsinn. 

Da werden deine Oma und auch Du nicht umhinkommen, ärztlichen Rat einzuholen, denn der Zustand wird eher schlimmer als besser. Die Pflege des Opas wird Deine Oma nicht mehr lange alleine bewältigen können. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community