Frage von Anon0, 25

Depressiv und alleine. Was tun?

Hallo, bevor ich meine Position genauer erläutere, vielleicht erst ein paar Details über mich. Ich bin 27 Jahre, studiere, lebe alleine und arbeite also studentische Hilfskraft nebenbei. Seit einiger Zeit bin ich depressiv und ich merke, dass es immer schlimmer wird. Angefangen hat es mit leichten Selbstzweifeln und mittlerweile habe ich auch schon über Suizid nachgedacht. Nicht in dem Sinne, dass ich mich mit allen Mitteln umbringen will aber ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was wohl passiert, wenn ich einfach nicht mehr da bin und abgesehen davon, dass meine Eltern vielleicht eine Zeit trauern werden, wird sich absolut nichts ändern. Zum Arzt möchte ich deswegen nicht und mit meinen Eltern möchte ich darüber auch nicht reden. Ich habe die Vermutung, dass die mich sowieso nicht ernst nehmen werden. Freunde habe ich nicht wirklich viele, die meisten sind weggezogen und die, die noch da sind haben ihre eigenen Probleme. Wenn ich mir Gedanken über meine Zukunft mache, bekomme ich oft Panikattacken, ich kann Nachts nicht schlafen und bin deswegen den ganzen Tag über müde. Mein Studium gefällt mir eigentlich nicht mehr aber da ich nur noch die Abschlussarbeit habe, werde ich es wohl abschließen, auch wenn ich meine Abschlussarbeit schon ein halbes Jahr vor mir her schiebe. Hinzu kommt, dass ich absolut unzufrieden mit mir selbst bin - in jeglicher Hinsicht- ich kann mir im Spiegel nicht einmal in die Augen sehen. In den letzten Wochen verkrieche ich mich eigentlich nur in meinem Schlafzimmer, sitze vorm PC und weiß nichts mit mir anzufangen. Hinzu kommt, dass ich auch eine relativ schwierige Person bin. Ich sage was ich denke und halte viel von persönlicher Integrität, was den meisten Leuten wohl gegen den Strich geht. Viele Leute meiden mich deswegen auch oder haben ein schlechtes Urteil von mir. Das ist auch mit einer der Gründe, warum ich meine Frage hier äußere. Ich weiß echt nicht wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Um ehrlich zu sein, kann ich mir im Moment nicht einmal vorstellen, dass ich älter als 35 werde, weil ich mir vorher wohl selbst ein Ende gesetzt habe. Aber wie gesagt, ich will oder kann mich einfach niemandem anvertrauen. Ich weiß nicht ob ich dafür zu stolz oder zu dumm bin oder ob mir das einfach nur unendlich peinlich ist (nicht umsonst poste ich hier anonym) aber es geht eben einfach nicht. Ich hab mal in einem Magazin an der Uni gelesen, dass Gras bei Depressionen helfen kann, hab es dann auch ausprobiert und kann das nur bestätigen. Aber das ist ja keine Lösung, ganz abgesehen davon, dass es illegal ist. Wobei, Medikamente fallen ja in die gleiche Sparte und sind evtl. noch schädlicher für den Körper... Nichts desto trotz, weiß ich nicht wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Vielleicht hat jemand von euch ja einen Rat für mich.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von vierfarbeimer, 15

Du musst erkennen, dass du mit deinen überfordernden Erwartungen („…halte viel von persönlicher Integrität…“) deine Konflikte selbst verursachst, denn integer bist du selbst keineswegs. Nein, deine Eltern „würden nicht vielleicht eine Zeit trauern“, sondern sie würden in tiefstes Unglück gestürzt werden und für den Rest ihres Lebens gegen Ratlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Trauer ankämpfen müssen.

Du entfremdest dich deinen Beziehungen. Was du brauchst sind vielseitige und offene Beziehungen.

Empfehlung:

Auch wenn dir deine eigenen Interessen und deine persönlichen Anliegen wichtig sind, ist es nötig, den anderen so gut zu verstehen, als wärst du in seiner Situation. Andernfalls, wenn du seine Gründe nicht genügend kennst, ärgerst du dich oder wirst ungeduldig und unzufrieden.

Du solltest alles tun, was eine körperliche Entspannung bewirkt und die innere Gelassenheit fördert. Darum solltest du dich dem Verweilenkönnen und dem Auskosten von Genüssen hingeben. Was du besonders brauchst, ist das Gefühl der Zufriedenheit, der Zugehörigkeit und der vertrauten Verbundenheit.

Antwort
von shouldbehappy, 23

Du sollest doch jemanden anvertrauen. Zwing dich selber mehr rauszugehen, sport zu treiben. Finde etwas dass oder jemanden, der dich da raus zieht. Du fühlst dich zwar allein, aber sogar bei solchen Sachen ist man nicht allein. Es gibt nichts für das du dich schämen musst. Es gibt viele, die mit diesem Problemen zu kämpfen haben und es ist vllt nicht leicht, aber besser sich Hilfe zu holen... Melde dich bei einem Verein an oder unternehme mehr mit Freunden. Finde einfach irgendwas, das dich das so schnell wie möglich da rauszieht... Am besten keine Drogen. Menschen oder ein vergessenes Hobby gibt dich nicht auf. Ich kann divh zwar nicht, aber bin mir sicher, dass du es schaffen kannst. Lg schreib, wenn du mal hilfe brauchst Jenny

Antwort
von MetIHaIPiIK, 20

Hmm, du bist 10 Jahre älter als ich und eigentlich befinden wir uns in der selben Situation. Ich kann dir eigentlich nur raten, dir professionelle Hilfe zu holen, denn alleine kommt man da nicht raus, kann das aufgrund etlicher Bekannter bestätigen, die an Depressionen leiden und nichts unternommen haben.  Ich finde es gut, dass du erkennst, dass Weed keine Lösung ist. Ich weiß nicht, wie deine Beziehung zu deinen Eltern ist, aber wenn sie nicht zu angespannt ist, würde ich auch mit denen mal reden.

Viel Glück :)

Kommentar von Anon0 ,

Die Beziehung zu meinen Eltern ist absolut nicht angespannt. Wenn ich bis jetzt Probleme hatte, konnte ich noch immer zu ihnen kommen. Ich will mich ihnen allerdings nicht anvertrauen. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass ich meine Situation nach außen hin sehr gut überspielen kann. Es ist noch niemand auf die Idee gekommen, dass es mir schlecht gehen könnte und ich will auch nicht, dass sich das ändert. Das Letzte was ich will ist Mitleid. Wenn ich mich meinen Eltern oder viel mehr meiner Mutter anvertraue, weiß ich, dass sich ihr Bild von mir für immer verändern wird und das will ich nicht. Wenn ich zu meinem Arzt gehe, weiß ich, dass ich mich dort mehr oder weniger rechtfertigen muss, was ja auch verständlich ist. Auch wenn ich weiß, dass eine gesetzliche Schweigepflicht für Ärzte besteht, behagt mir der Gedanke nicht mich meinem Hausarzt in irgendeiner Form zu öffnen. Aber danke für deine Antwort.

Antwort
von tzaaa, 23

Sorry das zu lesen, wie die einer erwähnt hat eine Struktur und Sport. Fitnessstudio oder Vereine, Kampfsport bringt vieles da man sehr viel in Kontakt und Austausch mit den verschiedensten Menschen ist genau wie im Gym. Widme dich neue Beschäftigungen zu abgesehen von Sport wo man auch in Kontakt ist aber auch mit sich selbst wo eine Herausforderung drinne steckt. Und das mit dem Studium mach weiter danach kannst du dich weiterhin gut beschäftigen. Ich hoffe und wünsche dir viel Glück und gute Besserung :-)

Kommentar von Anon0 ,

Ins Studio gehe ich 2 mal die Woche. Fußball spiele ich auch aber das hat dort nichts verloren. Wenn ich mir vorstelle, dass meine Mitspieler wissen was in mir vorgeht wird mir übel.

Kommentar von tzaaa ,

Naja geh mal öfters ins Gym, da baust du dich Wort wörtlich auf, "Schweiß ist Schwäche die der Körper verlässt". Und sei nicht Pessimistisch das ist contra produktiv. Du musst es nicht jeden erzählen du kannst andeuten, in Fragezeichen reden mir einige um zu sehen ob die mit diverse problematiken die du in dir hast Lösungen hätten und evtl dann die darauf ansprechen magst und kannst. Psychotherapie(gesprächstherapie) ist eine guter Schritt der dir weiter helfen kann. :-)

Antwort
von Geldzwerg, 25

Du brauchst Struktur in deinem Tagesablauf! Vielen Depressiven hat das schon geholfen ... du musst dich irgendwie zu einer geregelten Arbeit „zwingen“. Dann hast du etwas, an was du dich den ganzen Tag lang hangeln kannst.

Und natürlich musst du mit deinen Eltern reden!

Kommentar von Anon0 ,

Wie ich schon erwähnt habe, gehe ich einer geregelten Arbeit nach. Obwohl ich nur eine Hilfskraft bin, arbeite ich im Schnitt 30/35 std./Woche. Ich kann dir garantieren, dass es damit nicht zusammenhängt. Dennoch danke für deine Antwort.

Kommentar von Geldzwerg ,

Achso, entschuldige, das muss ich überlesen haben ... ansonsten mal mit einem Psychologen reden ... der kann vielleicht helfen

Antwort
von mohrmatthias, 19

auf dauer wirst du so zu grunde gehen.vertraue dich vieleicht einer selbsthilfe gruppe an.auch sollte es an der uni  vertrauenslehrer geben.ein sport verein gibt dir auch neuen halt.bevor du weiter gras nimmst versuch es mit johanniskraut.auch wäre ein umdenken in deiner beruflichen situation notwendig.das entscheidene ist aber das du etwas machst.die veränderungen kommen nicht zu dir.auch würde ich die eltern mit ins boot holen oder dir psychologische hilfe holen.da s was dir vorstrebt macht keinen sinn.du bist 27 jahre jung und hast noch dein ganzes leben vor dir.

gute besserung und kopf hoch :-)

Antwort
von HolliFifa, 19

Rede mit deinen Eltern. Sie lieben dich und wenn du auf einmal weg wärst, dann ist das, dass Schlimmste was für sie passieren könnte. Das Leben ist das größte Geschenk, dass es gibt

Antwort
von tappsel, 11

Um diese Frage ausreichend zu beantworten, müsste man hier einiges an Text schreiben - aber vielleicht hast Du Lust, über E-mail zu schreiben oder so? Ansonsten kann man noch zu einem Psychotherapeuten raten, aber das musst Du auch erstmal für Dich selber erkennen/entscheiden...

Kommentar von Anon0 ,

Das geht doch bestimmt auch über die Plattform hier oder?

Kommentar von tappsel ,

Ja, ich denke mal bei Nachrichten auf dem Profil :-)

Antwort
von Gini1917, 23

Es tut  mir leid dies alles zu lesen. Doch leider sind sehr viele Menschen in Städten und auf dem Land alleine und leiden darunter. Ich kann dir nur raten, proffessionelle Hilfe zu suchen

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