Frage von Soeintyp111, 89

Depressionen wegen falschen Berufen?

Hallo mir geht es ziemlich elendig zur Zeit. Ich habe bereits 2 Ausbildungen abgebrochen und bin kurz davor meine dritte abzubrechen. Ich finde alles langweilig nach einigen Tagen. Am Anfang ist man immer so euphorisch! Ja, ein neuer Job! Neue Herausforderungen! Aber das ebbt immer sehr schnell bei mir ab. Ich glaube ich bin nicht dafür gemacht eine Ausbildung zu beginnen. Ich möchte kreativ sein, meine eigenen Ideen einbringen (Ja ja ich weiß, Generation Y bla bla) und Spaß an einem Beruf haben und nicht jeden Tag aufzustehen und zu denken "Warum mache ich das überhaupt?" Einen Job indem ich nicht viel verdiene und relativ viel Freizeit habe, da ich ein sehr exotisches Hobby habe (zumindest für meine Generation).

Alle meine Ausbildungen waren bisher sehr handwerklich, obwohl ich ehr der Theoretiker bin. Ich möchtegern ins Büro und trotz gutem Zeugnis einer Handelsschule wollte mich keiner nehmen. Das Arbeitsamt meinte das sie sie junge Azubis wollen, die nicht das Maul aufmachen und leicht zu manipulieren sind. Ich bin jetzt 24, was es sehr erschwert was zu finden.

Ich möchte gern zur Bundeswehr, aber ich kann es noch nicht angehen, da 30kg zu dick bin. Und abnehmen ist nicht ganz leicht wenn man kaputt von meiner jetzigen Ausbildung nach Hause kommt....

Ich habe nun 2 Möglichkeiten. Entweder ich kündige und mache Nebenjobs um den Führerschein zu machen und dann zur Bundeswehr zu gehen (nebenbei abspecken) Oder ich stehe die Ausbildung durch (was meine Selbstmordgedanken ins Unendliche steigern würde) und gehe danach zur Bundeswehr.

Hoffe jemand hatte mal ähnliche Probleme und kann mir helfen, sonst weiß ich nicht mehr was weiter. Und bitte keine "Lehrjahre sind Herrenjahre" Bullshit.

Ich danke euch.

Antwort
von einfachichseinn, 31

Du solltest mal auf wachsen und im Leben ankommen. Das ist nicht Friede, Freude, Eierkuchen.

Das Berufsleben ist oft hart, da muss dann auch mal ein exotisches Hobby ein wenig zurück stecken und man muss sich einfach mal durchbeißen.

Wie oft willst du nicht etwas abbrechen?

Ich würde dir wirklich raten das jetzt einmal durchzuziehen und dann kannst du immer noch schauen, ob du vielleicht noch etwas anderes machst.

Antwort
von schloh80, 29

Ich denke, du wirst immer wieder Probleme bekommen, solange du dein seelisches Befinden von äußeren Faktoren abhängig machst, bzw. genauer diesen ursächliche Einflüsse zuschreibst.

Die Probleme bei einer Depression sind aber normalerweise ungelöste innerpsychische Konflikte, Defizite in der Emotionsverarbeitung wie z.B. hohe Kränkungsneigung, niedrige Frustrationstoleranz uvm., was sich in der Regel in für die Lebensführung nicht gerade hilfreichen Verhaltensweisen, Denkstrukturen und Einstellungen zeigt.

Antwort
von AriZona04, 39

Mach was, was DIR gefällt! Schade, dass man Dich bei der Agentur für Arbeit so abspeist. Sicherlich haben die Recht, dass man mit 24 schon zu sehr gegenan gehen könnte. Schade, dass man dann keine Chancen mehr bei den Chefs hat - Armleuchter die! Ich würde Dir glatt raten, zu jobben, abzunehmen und dann zur Bundeswehr zu gehen. Ich rate eigentlich grundsätzlich vom Bund ab in den jetzigen Zeiten. Aber für Dich ist es wohl eine Möglichkeit. Vielleicht aber hast Du auch Chancen über einen Job eine reelle Arbeitsstelle zu finden! Probier es aus!

Antwort
von SusanneV, 26

Das Leben ist kein Zuckerschlecken und auch kein Kinder Fasching. Du mußt Dich auch mal anpassen und vor allem an Dir arbeiten. Nicht immer nur negativ denken. Es gibt so viele schöne Dinge die Du machen kannst. Werde erwachsen. Alles Gute für Dich.

Antwort
von Deamonia, 13

Ich habe mit 27 eine (zweit)Ausbildung zur Groß und Außenhandelskauffrau im Büro gemacht (wo ich jetzt immer noch arbeite!) du bist also keinesfalls zu alt dafür! 

Ich hatte auch nur Fachabi (Wirtschaft) und war noch dazu fast 3 Jahre arbeitslos, was ja im Grunde nicht so gern gesehen ist, und ich habe es dennoch geschafft! 

Ich konnte im Vorstellungsgespräch überzeugen, und das kannst du auch! 

Was das Arbeitsamt redet ist MIST, bei uns sind die Azubis fast immer über 20, der älteste den wir angenommen haben war 29! Der Vorteil volljähriger Azubis ist, das sie nicht unter dem Jugendarbeitsschutzgesetz stehen. 

Was ich nicht verstehe ist, was dich an der Bundeswehr reizt, denn da hast du ja erst recht wenig Freizeit, und mit eigenen Ideen sehe ich da auch eher schwarz.

Ich würde dir dringend raten deine jetzige Ausbildung abzuschließen, einfach weil im Lebenslauf mehrere abgebrochene und keine einzige durchgezogene Ausbildung ganz schlecht rüberkommen. Dich nimmt keiner, weil sie ja sehen, das du gerade dabei bist die dritte abzubrechen, und sie wollen halt nicht Nummer 4 sein. 

Ziehst du allerdings diese Ausbildung durch, steigen die Chancen enorm, das du doch noch deine Wunsch-Ausbildung bekommst. 

Wobei ich an deiner Stelle erstmal ein Praktikum im entsprechenden Bereich machen würde, um nicht wieder während der Ausbildung zu merken, das es nichts für dich ist.

Antwort
von joheipo, 31

Was Du machst, mußt Du Dir mit Deinen 24 Lenzen schon selbst überlegen. Schließlich bist Du seit 6 Jahren volljährig.

Übrigens: streich die Option "Bundeswehr" aus Deiner Zukunftsplanung. Dich nehmen sie nicht.

Antwort
von Maturajunge, 36

Wenn du nicht den Willen hast, abzunehmen, dann ist die Bundeswehr nichts für dich. Arbeite Teilzeit oder beziehe Hartz4 und mach das Abitur nach. Studiere dann anschließend Wirtschaftswissenschaften (Rechnungswesen/Marketing/Wirtschaftsrecht) und bewirbt dich dann für einen gut bezahlten Posten. Vllt. steigst du ja mal zum Manager auf. Viel Erfolg!

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Psychologie, 27

Hallo Soeintyp111,

zwei abgebrochene Ausbildungen, evtl. noch eine dazu, 24 J. 'alt', 30 kg Übergewicht - is klar, da wartet die Bundeswehr gerade auf Dich! Ein 'sehr exotisches Hobby (zumindest für meine Generation)' noch obendrauf. Aber das mag ja mit der BuWe zu tun haben.

Am Anfang ist man immer so euphorisch!

Nein, nicht 'man', sondern DU! Vermutlich aufgrund unrealistischer Vorstellungen vom Leben und Berufsleben.

Am liebsten möchte ich da schreien: "Wach' mal endlich auf!"

Das einzig Vernünftige wäre es, mal etwas zu Ende zu bringen. Darauf kannst Du dann immer noch aufbauen.

LG

Kommentar von Buddhishi ,

PS:  Von Depression konnte ich allerdings in diesem ausführlichen Text nichts erlesen. Aber Ferndiagnosen sind ja unmöglich ;-)

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