Frage von philo777, 57

"Depressionen" selbst bekämpfen, Tipps Erfahrung?

Hi, bin 25 und habe viel viel erlebt ... Vor kurzem habe ich mein Abi nachgeholt und auch sonst läuft bei mir alles gut aber ich kann einfach nicht oft lachen geschweige glücklich sein, ich verspüre keinen drang loszugehen oder mich um meine Freunde zu kümmern, viel mehr habe ich mit mir zu kämpfen, es ist so weit das ich teils körperliche syptome wie Atmung wird schwer oder Herzstolpern habe.. Ich habe auch das Gefühl das ich permanent angespannt bin... Wenn ich durch die Stadt gehe... Fühle ich mich wie aufm Laufsteg und denke das ich einfach komisch bei anderen rüberkomme .. Einfach das Gefühl das mit mir was nicht stimmt.. Teils habe ich Probleme mit der Wortfindung.. Und und und ... Gibt es Wege ohne Therapeuten da raus zu kommen? Wieder ohne Beschwerden leben und nicht denken der Körper gibt gleich auf oder mir geht die Luft weg etc? Erfahrung ?  

Antwort
von EinNarr, 19

Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass der Weg zum Therapeuten nicht immer der Liebste ist - das macht ihn jedoch nicht minder Notwendig.

Du hast dein Abitur nachgeholt und laut deiner Aussage "läuft bei [dir] alles gut" und das jetzt aufs Spiel zu setzen weil man einen Therapeuten ablehnt respektive ihm aus dem Weg gehen möchte, ist es im Endeffekt, so meine Sicht auf die Situation, nicht wert.

Eine Depression oder auch generell psychische Probleme alleine bewältigen zu wollen, machen sie in den meisten Fällen eher schlimmer, als das sie langfristig gesehen besser werden. Natürlich kann man, wenn man ausreichend therapeutische Erfahrungen gesammelt hat, das gelernte auch selbst anwenden aber dazu muss man diesen Schritt, eine Therapie in Anspruch zu nehmen, erst einmal gegangen sein.

Die Gründe warum man eine Therapie ablehnt sind vielfältig. Das geht von Stolz bis hin zu Scham und dabei über nahezu sämtliche gängige Gefühle und in den meisten Fällen sind es immer dieselben Grundannahmen - von "Ich schaffe das allein." bis "Ich habe gute Gründe, die gegen eine Therapie sprechen."

Es ist meist ein fataler Fehler, sowas selbst in die Hand zu nehmen und auf die Unterstützung zu verzichten. Mit psychischen Krankheiten verhält es sich wie mit physischen - lieber früher handeln, als später. 

Gerade bei dem was du beschreibst ist eine professionelle Stütze an deiner Seite wichtig, um dem jetzt schon entgegen zu wirken und Ansätze zu finden, die eine Besserung möglich machen. Psychische und physische Krankheiten haben schließlich auch einen ganz klaren Unterschied - am Ende gibt es keine Patentlösung. Psychische Erkrankungen sind so individuell, wie die Betroffenen selbst. 

Wenn du also wirklich zum Ziel hast, dass es dir langfristig gesehen wieder besser gehen soll, dann ist der Weg um eine Therapie herum nicht der Richtige. Es mag auf die Spitze getrieben klingen aber bei einer Krebserkrankungen versucht man auch nicht den Arzt zu umgehen und sucht nach Lösungen, um sich selbst zu "heilen" - wo die wenigen sind, die das versucht haben, kann man sich denken.

Erlaube dir selbst Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg auf deinem, hoffentlich von einem Genesungsprozess gezeichneten, Weg.

Liebe Grüße.

Antwort
von iamJustAhuman, 12

Hatte ich auch mal, bin aber 16 und nicht 25 - denke aber das das egal ist. 

Also ich habe das alles wegbekommen indem ich mit mir selbst geredet habe und vor allem habe ich alles akzeptiert was mir in der Vergangenheit passiert ist - ich habe damit abgeschlossen. So nachdem ich das dann gemacht habe konnte mich wieder ein bisschen besser fühlen, denn ich habe jetzt auch ehrlich auf meine Mitmenschen reagiert, damit meine ich das ich mich nicht mehr verstellt habe sondern ich bin einfach nur Ich gewesen - Ich bin sehr direkt und habe keine Angst meine Meinung zu äußern, das hat mir auch folgendes gebracht, ich habe gemerkt wer meine echten Freunde sind und wer nicht. 

Danach habe ich angefangen mir selbst klarzumachen das ich nicht mehr tiefer gehen kann also kann es nur noch nach oben gehen. Deswegen habe ich auch mit Sport angefangen um meinen ganzen Frust weg zu pumpen. Das hilft meiner Meinung nach nicht nur deinem Körper sondern auch deinem Selbstvertrauen und deine Psyche steigt von Training zu Training immer weiter an - also du bist einfach viel gelassener wenn was passiert und regst dich nicht so schnell auf, Geduld halt. 

So,du musst aber nicht mal Sport machen um diese ganzen Werte zu "bekommen" - denn du hast sie ja bereits in dir tief drin, sie müssen nur zum Ausdruck gebracht werden. Du kannst auch mit Meditation anfangen, Meditation eignet sich hervorragend um besser durch den Alltag zu kommen oder einen Tag abzuschließen. Man findet auch sehr schnell zu sich und man kann sich selbst bewusst machen was z.B heute richtig gewesen war und was falsch - also man kann sehr gut nachdenken und abschalten. 

Wenn du dich aber für Sport entscheidest und dir das regelmäßige Training gefällt und du denkst das du dadurch dein Selbstvertrauen und alles andere auch weiter verbessern kannst/willst dann würde ich dir noch Kampfsport empfehlen. Ju-Jutsu, Jiu-Jitsu, Aikido, Boxen, Kick boxen usw.... Alles was du in deiner Nähe hast vom Kampfsport Bereich her kann dir sehr gut helfen dein Selbstvertrauen zu verbessern, aber das beste daran ist das du dich selbst verteidigen kannst und dir einer falsch kommt. Das hilft auch gegen Fremde Menschen also wenn sie auf dich zu kommen bist du nicht angespannt und nervös sondern bist Selbstbewusst und entspannt. 

Ich stelle dir eine Frage und du musst mir darauf antworten : Wer bist Du

Wenn du die Antwort nicht kennst dann solltest du dir diese Frage mal selbst stellen und du wirst dann eine Antwort drauf finden. Hat bei mir auch geklappt.

Ich sage dir noch was, du wirst im Laufe dieser Vorgehensweisen immer wieder an eine Grenze kommen und um diese zu überqueren brauchst du Motivation von Dir aus,also steh jeden morgen auf und guck in den Spiegel und sag dir das der heutige Tag total einfach wird und alles gut sein wird. Das ist auch sehr wichtig, wenn du in den Tag startest und sagst,Heute wird alles Scheiße dann wird der Tag grauer denn je sein. Du musst mit der alles wird heute gut und einfach Motivation reingehen und dann wirst du alles zerstören.

Wenn Leute dann jemals lachen sollten,dann lächle ihnen zu und sag,"Danke für eure Unterstützung". 

Zitat von Rocky : 

"Ich werd dir jetzt was sagen, was du schon längst weißt.... Die Welt besteht nicht nur aus Sonnenschein und Regenbogen. Sie ist oft ein gemeiner und hässlicher Ort. Und es ist ihr egal wie stark du bist - sie wird dich in die Knie zwingen und dich zermalmen, wenn du es zulässt... Du und ich - und auch sonst keiner - kann so hart zuschlagen wie das Leben ! Aber der Punkt ist nicht der, wie hart einer zuschlagen kann... Es zählt bloß, wieviele Schläge man einstecken kann und ob man trotzdem weitermacht. Wieviel man einstecken kann und trotzdem weitermacht.... Nur so gewinnt man ! Wenn du weißt was du wert bist , dann geh hin und hol es dir. Aber nur, wenn du bereit bist die Schläge dafür einzustecken ! Aber zeig nicht mit dem Finger auf andere und sag du bist nich da wo du hinwolltest, wegen ihm oder wegen ihr, oder sonst irgendjemandem. Schwächlinge tun das ! Und das bist Du nicht - DU bist besser!"

Viel Glück.

Antwort
von PrinzEugen3, 10

Wenn ich mir deinen Text so ansehe "kann nicht lachen", verspüre keinen Drang loszugehen, Freunde egal, kämpfe mit Atmung dazu Wortfindungsproblem, Herzstolpern", empfehle ich dir einen Therapeuten aufzusuchen, versuches es nicht allein.

Bist du depressiv kommst du allein da nicht raus.

Es ist absolut keine Schande zu einem Therapeuten zu gehen, Hilfe annehmen wo man allein nicht mehr klarkommt ist Eigenliebe, richtiger Stolz, und die beste Möglichkeit dahin zu kommen wo man sein möchte.

Selbst Fachleute (Prof. de Kuiper - "Seelenfinsternis) - Professor und Herausgeber von Lehrbüchern für Psychiatrie war unfähig sich selbst in einer schwer depressiven Phase zu helfen.

Willst du trotzig so lange aushalten, bis andere die Entscheidung für dich treffen, dass du Hilfe brauchst oder bist du mutig genug selbst den Weg für dich und für eine bessere Gesundheit zu gehen ?

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