Frage von Merlchen1607, 79

Depressionen oder nur todunglücklich? Wer hat Recht, die Therapeutin oder meine Tante?

Ich hatte schon vor einigen Tagen Fragen zu diesem Thema gestellt.

Seit ca. 2 Jahren habe ich regen Kontakt mit meiner Tante, sie weiß von meiner Traurigkeit, etc.. Bis vor Kurzem habe ich mich auch noch "richtig" ernstgenommen gefühlt bei ihr. Wir haben lange Mails geschrieben und viel telefoniert. Aber seit ich mich zurückgezogen habe, mein Ritzen mehr geworden ist und ich jetzt schlussendlich schulunfähig diagnostiziert wurde, wurde der Kontakt (von meiner Seite) weniger. Jetzt hat sie mir in einer Mail gesagt, ich hätte keine Depressionen und keinen Burnout. Das allerdings haben meine Ärztin und meine Psychologin festgestellt, oder meinen es festgestellt zu haben. Da ich meiner Tante nicht alles erzählt habe, dass ich mit Selbsthass zu kämpfen habe zum Beispiel, frage ich mich, ob die Ärzte nun doch Recht haben.. Andererseits kennt meine Tante mich ja nun viel länger.. Ich bin total verwirrt. Außerdem hat mich die Aussage "du hast keine Depressionen, du bist bloß traurig" irgendwie verletzt, weil ich jetzt denke, ich bin total lächerlich, wenn ich ja "bloß traurig" bin.. Wem sollte ich glauben?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von norbert9014, 18

Willst Du "mehr als traurig" sein?.... um "richtig ernst genommen zu werden"?

Verstehe mich nicht falsch,- ich will Deine Empfindungen nicht herabwürdigen oder verharmlosen.

Aber nach meiner Erfahrung ist es so, dass es sehr bedeutend sein kann, wie ich, ganz tief in mir.... diese Welt erlebe: Und da spielen jede Menge Gefühle hinein.... Herabwürdigungen, die ich erfahren habe.... seelische Verletzungen.... auch stark verdrängte Gefühle, wie diese so negativ betrachteten wie Wut und Ärger. Gerade diese unterdrückten Gefühle, die ich mir selbst nicht erlauben will.... weil ich gelernt habe "ein gutes Kind sein zu wollen". Und die Ahnung hatte, dass diese negat. Gefühle eine Ablehnung durch z.B. meine Mutter wahrscheinlich machten.

Das geschah oft genug trotzdem... bei meinen Eltern ebenso wie bei Verwandten und Freunden.... und jede Abweisung mehr verstärkte meine mögliche Handlungsstrategie auf zukünftige Ahnungen hinsichtlich der Darstellung und/oder Einforderung eigener Bedürfnisse.

Und über die Jahre/Jahrzehnte habe ich gelernt meine Bedürfnisse nach Anerkennung, Wärme... "nehmt mich an wie ich bin".... hinten anzustellen.

Und die nichterfüllten Bedürfnisse, ebenso wie die "schlechten Gefühle" wurden massiv unterdrückt, weil sie jeden noch so kleinen, möglichen Erfolg stören könnten.

So betrachtete ich also irgendwann diese Welt aus einer Perspektive, die ja nur in jeder Form depressiv aussehen konnte.

Da herauszukommen ging eben nur mit Hilfe von Fachpersonal... Therapeuten, Stationspflegern und Ärzten... Mitebtroffenen... hier waren es die Gesprächsrunden mit Mitpatienten, und später (ganz wichtig für mich) die Selbsthilfegruppe.... und Verwandten.

Und: Es geht genau um diese unterdrückten Gefühle, Ängste... "das mir selber nicht erlauben" - das musste ich mir ansehen... in allem Schmerz, den das mitgebracht hatte.

Und ganz ehrlich... das wusste ich tief in mir drin auch immer... ich ahnte es wenisgtens: Aber ich hatte so eine große Angst davor.

Das macht es nie leichter...  ich weiß! Sorry for that

Wichtig ist nicht, wer was erzählt! Ich muss auch keine Meinung bevorzugen oder als hilfreich bewerten oder ablehnen. Über die jahre habe ich vielfach zuerst nützliches als störens abgetan und andererseits erfahren, dass Rückmeldungen und Ansichten, die mich zuerst wahnsinnig genervt hatten tiefe Wahrheiten enthielten, die mich in meiner Entwicklung wahnsinnig nach vorne gebracht haben.... Aber dazwischen lagen manchmal Jahre.

Was ich sagen will: Du musst nicht entscheiden, "wer Recht hat"... haben Sie alle!

Du musst entscheiden, was Du willst. Willst Du aus Deiner Depression... oder wie immer Du Deinen Zustand des Ritzens usw. betrachtetst... wirklich raus?

Dann muss Dir klar sein- einfach wird es nicht!

Meine Depressionen entstanden auch darum, weil ich mich nicht traute verschieden Konflikte zu führen... mein Recht auf Selbstbestimmung und Wahrnehmung einzufordern... weil ich mich hilflos fühlte, ohnmächtig, klein... und es anderen Recht machen wollte.... um gemocht zu werden.

Ist es wichtig dass Dein Arzt so sehr Recht hat und Deine Schulunfähigkeit weiter Bestand hat? Wem willst Du zeigen, "dass Du nicht mehr kannst",- "dass Du wenigstens in Deinem Leid etwas Besonderes bist".... 

Was hilft es Dir?   >> Wo willst Du hin?

Du entscheidest wohin Dein Boot geführt wird. Wenn Du es hilflos treiben lässt bestimmen die Strömungen und Wind und Wetter über Deine Reise.

Wenn Du nicht auf das offene Meer treiben willst... musst Du ein Paddel in die Hand nehmen. Egal, wie schwer es Dir fallen mag.... Du wirst Rudern müssen.

das war jetzt sehr ausführlich... das wollte ich gar nicht. "Es hat mich doch mehr mitgerissen, als ich gedacht hatte".... aber ich lasse das jetzt auch so stehen: ich hoffe Du kannst was damit anfangen.... wie gesagt: Ich will Dich und Deine Krankheit nicht drängen,Deine Möglichkeiten und Deine möglichen Ohnmachtsgefühle in Deinem Leben nicht verharmlosen..... Denk darüber nach... das ist alles

Sincerely, Norbert

Antwort
von robi187, 25

wer darf diagnose stelle? tannte oder arzt?

also vertraue dem arzt und lasse dich ein. anscheinend bist du schwer krank (wenn es auch viele nicht so sehen)

krank zu sein ist keine schande , eine schande ist nichts dagegen zu tun.

(stell dir einen der den fuss bebrochen hat vor, der trotz warung vom arzt mit gebrochen bein zum maraton geht)

als versuche als ziel zu haben gesund zu werden und du kannst immer fragen was kann ich tun um ganz gesund zu werden? wo ein wille ist da ist auch ein weg?

ich wünsche dir viel kraft und segen auf deinem weg.

Antwort
von Flupp66, 26

Die Ärzte und die Psychologin sind ausgebildet sowas zu erkennen. Sie werden daher auch Recht haben.

Vor allem bei jemand der sich selbst hasst und sich selbst verletzt. 

Sry aber das zeugt nicht "nur" von Traurigkeit.

Antwort
von AlterEgo1, 25

Glaub der Therapeutin! Sie ist der Profi!

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