Glatteis am 27.03.2009 um 15:53 Uhr
Ich habe einen Bekannten, der hat vor ungefähr 5 Jahren seine Frau verloren (gestorben). Seit dem ist er depressiv, immer traurig, und auch sonst ganz anderst geworden. Er steckt seine ganze Umgebung mit seiner Traurigkeit an. Ist so was normal? Er ist etwa 60 Jahre alt...

normal ist das nicht. der ist,wie du gesagt hast,offensichtlich depressiv. und das ist eine psychische krankheit. er sollte zu einem therapeuten gehen.

5 Jahre ist schon eine lange Trauerzeit. Man müßte ihn irgendwie unter Menschen bekommen. Verein, Volkshochschule e.c damit er wieder Lust am Leben bekommt. Wie gut bist du bekannt, könntest du ihn nicht irgendwo hin mitnehmen, nach dem Motto ich mag, trau mich nicht allein.

Naja wenn man das so nennen möchte, ist es wohl eine normale Reaktion, aber keineswegs ein normaler Zusatnd, vor allem nicht auf Dauer. Vielleicht auch grade wegen des Alters.... Ich habe im Alter von 16 Jahren meinen Vater verlohren, ich hatte auch Depressionen. Es ist immer empfehlenswert, in so einem Fall einen Psychologen auf zu suchen, der mit so Verlust- Geschichten erfahren ist! Wirklich. Egal wie alt, oder jung man ist. Man sollte auch mit einer vertrauten Person reden. Es kostst vielleicht in der ersten Zeit Überwindung und Kraft, aber man darf nicht schweigen, man muss seine Sehle davon befreien!
Die Dauer einer depressiven Episode beträgt in der Regel etwa fünf Monate, die Zeit zwischen den depressiven Phasen liegt durchschnittlich bei etwa vier bis fünf Jahren. Bei bis zu zwei Drittel der Betroffenen kann eine weitgehende Verbesserung erreicht werden, sodass ihr Alltag – wenn überhaupt – nur noch wenig durch die depressiven Symptome beeinträchtigt wird. Das Risiko, dass eine Depression chronisch wird, beträgt zehn bis 20 Prozent, die Selbsttötungsrate liegt bei etwa 15 Prozent.
ja depressionen sind normal - doch 5 jahre sind dann wohl eher beängstigend und nicht mehr normale verarbeitung. jeder kennt das gefühl das man müde ist, antriebslos, freundlos, irgendwie leer. je nach persönlichkeit ist es unterschiedlich intensiv. der eine bemerkt es nicht mal, ein anderer würde suizidalität als annormal abtun und wieder andere haben einen zu starken willen, als das sie dies gefühl wirklich zulassen und fühlen könnten. die krankschreibungen wegen psychischer erkrankungen nahmen in den letzten jahren um 80% zu. also ja, es ist keine schwäche, sondern normal geworden. aber vielleicht wolltest du eher wissen, ob man deinem freund helfen kann????
Glatteis am 27. März 2009 15:58 Ja, auch. Aber erst mal, ob man ihm helfen muß.
Normal sind Depressionen nie. Aber wenn Dein Bekannter durch die Trauer um seine verstorbene Frau in diese Depression gefallen ist, sollte er professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Man kann auch bei den Kirchen nachfrage. In meiner Stadt bietet die ev.Kirche z.B. ein Trauercafe an, in dem sich Hinterbliebene, z.T. auch mit therapeutischer Begleitung, regelmässig treffen und austauschen können.

Dass man einen Trauerprozess durchmacht, ist normal. Auch, dass der Tod eines geliebten Menschen einen verändern kann.
Aber wenn nach 5 Jahren die Lebenslust noch nicht zurück ist, ist das nicht normal.
Versucht deinen Bekannten aus seinem "Loch" zu holen, klemmt ihn euch unter den Arm, wenn ihr euch trefft oder weggeht. Bindet ihn ein.
Versucht auf jeden Fall herauszufinden, was ihm aktuell fehlt. Ist es "nur" der Verlust der Frau oder steckt mehr dahinter? Geht er arbeiten? Wenn nicht - vielleicht braucht er eine neue Aufgabe im Leben, die ihn ausfüllt?
Redet mit ihm und vor allem - hört ihm zu, wenn er antwortet.
Und wenn gar nichts hilft - legt ihm eine Therapie oder Selbsthilfegruppe zur Trauerbewältigung nahe. Manch einer braucht das.

Ich danke Euch allen, für Eure hilfreichen Fragen. Ihr habt mir geholfen.

er muss zum Psychiater,nur dort wird er Hilfe finden,wenn er will.Oder zur Selbsthilfegruppe,Trauernde Angehörige.

Ich würde sagen, dass er dringend eine Therapie braucht. So wie es aussieht, ist er über den Verlust seiner Frau nie hinweg gekommen. Alleine wird er das auch nicht schaffen. Wichtig für Dich ist zu wissen, dass er nicht mit Absicht so traurig ist und Alle damit ansteckst. Ein depressiver Mensch kann nicht anders