Frage von Avoid888, 194

Depressionen, keine Hilfe?

Hallo...
Ich kann nicht mehr. Ich bin weiblich, 18 und ich leide an Angstzuständen, Panikattacken und Depression...und es wird immer schlimmer.
Ich lebe alleine, seit 2 Jahren, 400 km weit weg von meiner Familie. Meine Eltern sind geschieden, zu meinem Vater habe ich keinen Kontakt, nur über einen Anwalt durch meinen Unterhaltsanspruch. Zu meiner Mutter habe ich wenig Kontakt, sie hat selber eigene Probleme und ich habe mich von ihr sehr weit distanziert, weil in meiner Kindheit viel schiefgelaufen ist.
Seit 1 1/2 Jahren führe ich eine Beziehung zu einem viel älteren Mann und er ist die einzige Bezugsperson. Sonst habe ich keine sozialen Kontakte. Doch unsere Beziehung ist kaputt, er hat selber eigene Lasten und keine Zeit für mich.
Ich war beim Arzt und er hat mir eine Überweisung zu einem Psychotherapeuten gegeben, er hat mir Anti Depressiva verschrieben, weil ich mich nicht mehr aus dem Haus traue und Panikanfälle bekomme..
Ich habe bei etlichen angerufen, aber eine Wartezeit für eine Gesprächstherapie dauert 6-12 Monate...und ich brauche Hilfe. Ich schaffe es so nicht mehr, ich weiß nicht mehr weiter...ich fühle mich nutzlos und kann nicht mehr atmen...
Ich brauche so dringend Hilfe, aber niemand hört mir ernsthaft zu...
Ich kann nicht mehr...was soll ich bloß machen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Matahleo, 56

Hallo Avoid888,

das klingt alles sehr ernst und ich finde es gut, dass du darüber sprichst.
Wenn du Panik und Angstzustände in den Maßen hast, dass du dich schon fast nicht merh aus dem Haus traust und über Suizid nachdenkst, dann wird es allerhöchste Zeit, dass du anfängst auf dich selbst zu achten.

Ich weiß nicht, wo du dich innerhalb Deutschlands befindest, aber weise dich notfalls selbst in die Psychiatrie ein, lieber machst du dein Abi nächstes Jahr. Es gibt einige gute Trauma - Kliniken und ich kann dir nur empfehlen eine zu suchen und anfragen, ob du einen Platz bekommst. Frag mal deinen Therapeuten.

Wie oft warst du denn schon bei deinem Psychotherapeuten? Und was macht ihr da? Hast du Sitzungen oder bekommst du nur Medikamente und sonst nix?

Deine Geschichte klingt doch sehr nach sequenziellen Traumata, eventuell sogar Entwicklungstrauma und da brauchst du  schnellstens Hilfe. Such mal in deiner Gegend nach einer/m Traumatherapeuten/in. Ich weiß ja nicht, ob dein/e jeztige/r Therapeut/in mit Traumatherapie vertraut ist.

Du kannst bei www.zptn.eu nach Supervisoren in deiner Gegend suchen oder auf www.psych-info.de nach Therapeuten.

Außerdem gibt es noch die Telefonseelsorge kostenlos, bei der du jederzeit anrufen kannst. Tel.: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222

Wenn du dich auf der seite Telefonseelsorge.de umschaust, dann findest du auch eine Chatberatung.

Um dir direkt zu Helfen schlage ich dir vor dich ein wenig mit dir selbst zu beschäftigen. Du hast bis jetzt gut überlebt und das ist toll. Das bedeudet, dass du eine ganze Menge an Selbstheilungskräften besitzt die du auch weiterhin nutzen kannst.

Vielleicht  notierst du dir einmal, was dir bisher immer wieder in schwierigen Sitzuationen geholfen hat. Vielleicht entdeckst du dabei ja eine Fähigkeit von Dir die du  momentan ganz vergessen hast.

Behalte deine Lebensroutine bei, geh' in die Schule, einkaufen, essen kochen, Hausaufgaben, Lernen. Versuche dir eine gute Tagesstruktur zu geben.

Kennst du dich mit Atemübungen aus? Wenn nicht, schreib noch mal, dann schick ich dir ne Anleitung.

Auch Tagebuch schreiben kann helfen wieder Ordnung in deinen Kopf zu bringen.

Das was du beschreibst klingt nach sehr viel Unordnung in deinen Gedanken und das ist jetzt nicht negativ gemeint. Im Prinzip kannst du dir das wie ein Puzzle vorstellen. Es liegt weit verstreut in deinem Kopf herum und müsste wieder zusammengesetzt werden. Das braucht Zeit, Ausdauer und Hilfe.

So, ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen und wünsche Dir viel Kraft für alles was du tust. Wenn du noch Fragen hast oder nähere Informationen brauchst, dann melde dich einfach noch einmal.

Bleib stark, denn das warst du bisher schon.

Liebe Grüße und alles Gute

Mata

Kommentar von Avoid888 ,

Danke für deine Antwort...danke dass du dir so viel Zeit genommen hast..

Ich war noch nicht beim Therapeuten, ich bekomme nirgendwo einen Platz..alles dauert 6-12 Monate... Aber ich brauche jetzt Hilfe...
Ich will einfach nur noch diese 4 Monate schaffen, danach muss ich mich mit mir selber beschäftigen...wenn ich jetzt aufgebe..
Aber meine Kraft wird von Tag zu Tag weniger..mein Freund sagt ich soll mich nicht so hineinsteigern und ich nerve ihn..ich weiß er meint das nicht böse, er hat selber andere Probleme..helfe kann er mir ja auch nicht..
Ich brauche nur jemanden zum reden, jemand der objektiv ist...
Umbringen ist doch keine Lösung..das weiß ich selber. Aber muss ich das selbst erst versuchen bis mir jemand hilft..
Ja ich habe gehört dass man wenn man hyperventilliert ruhig und langsam atmen soll und bis 10 zählen soll..ich weiß nicht genau wie das funktioniert, es wird auch immer schlimmer..ich habe das Gefühl ich bekomme keine Luft mehr und versuche mich zu beruhigen..
Was ist mit Selbsthilfegruppen...
Ich weiß nicht ob das hilft..ich habe auch Angst dorthin zu gehen..
Ich habe einfach vor allem Angst..ich klammere mich an meine einzige Bezugsperson und er ist selber überfordert...
Ich möchte auch niemanden belästigen...ich habe immer versucht stark zu sein und probiere es auch weiterhin..
Findest du denn anti depressiva sollte ich nehmen?

Danke für deine Hilfe....!

Kommentar von Matahleo ,

Hallo Avoid888,

ja, die Antidepressiva würde ich nehmen, wenn sie dir vom Arzt verordnet wurden.

Ich versuche Dir zu erklären, was in deinem Gehirn passiert, das du erstmal nicht wirklich selbst beeinflussen kannst.

Das Eine ist, dass du im Gehirn ja unzählige sogenannte Synapsen hast. Dies sind Verbindungen in deinem Gehirn. Damit  die Kommunikation klappt gibt es sozusagen Briefträger die die Briefe zwischen den einzelnen Bereichen hin und her tragen. So kannst du dir das vorstellen. Und dann bricht sich einer der Briefträger ein Bein und kommt nicht mehr rum. Also bleibt die Post liegen. Die anderen erwarten aber Post und sind deshalb verwirrt. Und an dieser Stelle setzten die Antidepressiva an. Sie helfen dem kranken Briefträger seine Post zu verteilen und erklären den anderen, was gerade los ist. Das geht zwar nicht ganz so gut aber es hilft ungemein.

Das andere ist deine Angst. Sie entsteht, wenn du ein traumatisches Erlebniss hattest (und ich denke du hattest nicht nur eines im Laufe deines Lebens), dann kannst du das gut verarbeiten, wenn du gute Beziehungen hast. So wie es sich anhört fehlen Dir die Bindungen, was dich sehr verletzlich macht. Alles ganz normal.

Wenn deine Bindungen passen würden, dann könnest du solche Erlebnisse ganz leicht mit deinen Kräften heilen, denn davon hast du ja eine Menge, das konntest du schon beweisen.
Dann würde das Erlebnis als ein Gesamtes abgespeichert werden. (das sind auf dem Bild die Sterne im Kreis) Jeder Stern steht für eine Aktion die automatisch und nicht steuerbar passiert. Bilder, Wahrnehmung, Sensorik, Emotionen, Körper.

Wenn dich also etwas verletzt, innerlich oder äußerlich, dann ist die gesunde Reaktion deines Körpers, dass du "fliehen" möchtest. Also weg von dem Unangnehmen. Wenn das nicht geht, dann möchte dein Körper sich wehren, also kämpfen. Meist klappt das auch nicht also bekommt er Panik und friert sozusagen ein. Er  stellt sich tot und dann gibt er auf. Und dann werden die Sterne nicht zu einem Erlebnis zusammengeführt sondern separat eingefroren und abgespeichert. Das nennt man Dissoziation. Das führt dann dazu, dass du durch eine Kleinigkeit die passiert schon total aus dem Rythmus gebracht werden kannst (Triggern) und für ander auch vollkommen unvorhergesehen reagierst.

Ich habe dazu ein Piktogramm erstellt, das ich versuchen werde dir mit hochzuladen.

Um dauerhaft damit klar zu kommen brauchst du dringend Hilfe. Melde dich jetzt schon an, dann übersteh die 4 Monate und geh danach in eine Klinik oder Therapie.

Noch was zu deiner Atmung.

Wenn du hyperventilierst, dann heißt das, dass dein Gehirn zuviel Sauerstoff erhält und du total gaga wirst. Hab immer eine Plastiktüte einstecken. Wenn du wirklich zu schnell und viel atmest, dann halte dir die Plastiktüte über den Mund und atme in die Tüte. Dadurch reduziert sich der Sauerstoffgehalt und es wird ruhiger. Nach einigen Atemzügen wirst du merken, dass es besser wird.

Wenn du nur Atemtechnisch arbeiten möchtest, weil du dich zum Beispiel vor einer Tüte fürchtest, dann atme nicht durch den Mund sondern durch die Nase ein, versuche dabei bis drei zu zählen, halte dann ganz kurz die Luft an und atme durch den Mund wieder aus. Zähle dabei aber bis 6. Wiederhole das einige Male und auch da wirst du feststellen, dass es besser wird.

Wenn du noch weitere Fragen hast, dann bitte frag.

Ich kenne dich zwar nicht, aber ich bin mir sicher, dass du es wert bist, dass sich jemand für dich Zeit nimmt. Wenn ich dir auch nicht sehr viel geben kann, aber ein wenig von meiner Zeit biete ich dir gerne an, in der Hoffnung, dass es hilft.

Ich kann dir auch noch  ein paar andere Übungen geben damit es dir vielleicht wieder ein wenig besser geht und du die Zeit bis zum Abi und darüber hinaus meistern kannst, bis du professionelle Hilfe in deiner Nähe bekommst.

Dein Partner oder Freund kann dich dabei nur unterstützen, aber um dir wirksam helfen zu können ist er zu nah an dir dran, das überfordert sehr schnell.

Ach ja, und die Medikamente brauchen eine gewisse Zeit, bis sie anschlagen. Dann sollest du sie aber auch nicht einfach wieder absetzte weil es dir besser geht sondern unbedingt mit deinem Arzt Rücksprache halten.

LG Mata

Kommentar von Avoid888 ,

Hey Mata...
Wow Danke... Das ist mehr Hilfe, als ich erwartet hätte..
Das mit der Atemtechnik werde ich ausprobieren.
Ich Versuch mich dann immer hinzulegen, wie ... Ein Fötus und mache die Augen zu und konzentriere mich auf das Atmen. Aber manchmal klappt das nicht, dann kann ich nicht mehr klar denken und habe nicht die Kraft mich darauf zu konzentrieren und dann hyperventiliere ich noch mehr...
Das dauert manchmal Minuten, bis ich mich wirklich beruhigt habe..danach kann ich nichts mehr machen.
Die Belastung ist die Tatsache, dass ich immer mehr Angst habe aus dem Haus zu gehen. Auf der einen Seite möchte ich alleine sein und einfach nur schlafen.. Aber auf der anderen seite brauche ich jemanden zum reden, oder auf zum Treffen. Früher war ich nie so, ich hatte immer soziale Kontakte und war der Mittelpunkt meiner Freunde, so komisch das auch klingt. Ich war selbstbewusst und für andere immer ein Ansprechpartner..
Dann habe sich meine Eltern getrennt, mein Vater hatte zwei Herzinfarkte und redet nicht mehr mit mir, ich bin 400 km weit weggezogen, weil ich glaubte weglaufen wäre eine Lösung. Das hier alles besser wird. Aber das wurde es ganz und gar nicht... Mein Freund war nicht 24/7 für mich da, in der Schule habe ich mich immer mehr verschlossen und ich habe das Gefühl, diese Menschen sind so..oberflächlich. Ich beobachte sie immer wieder, wie sie über ihre Wochenende bestehend aus betrinken und feiern erzählen und wie sie nur auf ihr Handy starren und einfach nicht... Über den Tellerrand schauen. Ich bin bei weitem nicht besser als sie und ich wünschte ich hätte genau solche Probleme. Das Mama udb Papa mir alles bezahlen und ich nicht um Unterhalt klagen muss. Das ich mir keine Gedanken darüber machen muss wie ich wann arbeite damit ich leben kann. Oder wann ich aufräume und koche,..dann hockt man nur in der Wohnung und..man redet mt niemandem. Mein Freund kann nich all das kompensieren, was mir fehlt. Das ist mir bewusst. Ich hasse die Einsamkeit..
Und jetzt bekomme ich schon Panik wenn ich daran denke rauszugehen. Ich denke dann, alle starren mich an und ich sehe schrecklich aus, ich bin ein Versager..irgendwie erbärmlich. Mit 18 sollte man doch High Life leben...und nicht jeden Tag weinen..

Danke für deine Hilfe ..und fürs zuhören, auch wenn du mich nicht kennst..
Ich werde das mit der Atemtechnik üben und mich versuchen auf das Abi zu konzentrieren. In ein paar Monaten ist alles vorbei.
Wenn ich es schaffe..
Liebe Grüße...und schönes Wochenende noch...

Kommentar von Matahleo ,

Hi Avoid,

ich bin froh, dass ich dir schon einmal ein wenig helfen konnte. Ich denke du solltest jetzt erst einmal ein wenig mit deiner Atmung üben. Auch die Fötusstellung war eine gute Lösung, auch wenn sie dir nicht mehr so gut hilft wie Anfangs. Dass du nach einer Attacke total fertig bist ist ganz normal. Schließlich hat sich währenddessen nicht nur der Körper sondern auch  dein Gehirn besonders angestrengt. Eben du. Du hast gute Überlebensstrategien entwickelt, glaube mir, sonst wärst du gar nicht soweit gekommen wie du bist. Das ist gut! Du bist Gut!

Ich kann verstehen, wenn du die Masse deiner Mitschüler für Oberflächliche hältst, ging mir auch immer so. Aber das ist das Los derer, die Neugierig sind, über den Tellerrand raus schauen und deshalb meist als "Seelenmülleimer" für alle anderen herhalten aber keinen für sich selbst finden.

Das zeigt dir aber auch, dass du ein toller Mensch bist und über ungeahnte Kräfte verfügst. Es heißt aber auch, dass du sehr gut auf dich selbst aufpassen musst, sonst kann es vorkommen, dass du dich verlierst. Aber da ein Haus ja bekanntlich nichts wirklich verliert, kannst du dich auch wiederfinden. Ich glaube an dich.

Einige gute Übungen zur Stabilisierung liegen in der Immagination. Die Vorstellungskraft die wir in uns tragen ist wahnsinnig groß. Ich würde dir in der nächsten Zeit gerne ein paar Übungen erklären, in der Hoffnung, dass sie dir helfen.

Vorher möchte ich aber, dass du die Atemübungen lernst, das ist erstmal überlebenswichtig.

Was du sonst so machen kannst ist folgendes:

Wenn du wieder das Gefühl bekommst, die Einsamkeit schleicht sich so was von massiv in dein Leben, dass du echt ne Krise kriegst, dann nimm dir ein Blatt Papier und fang das Schreiben an.

Schreibe auf, was an der Einsamkeit gut ist. Zum Beispiel,

dass sie dir die Möglichkeit gibt....

die Musik zu hören, die du gerne hörst.

das zu Lesen was du willst ohne unterbrochen zu  werden

hier etwas zu schreiben und los zu werden

dem Hobby nachzugehen, das dir am meisten Spaß macht (hast du denn Hobbies?)

sich mit dir selbst zu beschäftigen und dich selbst kennenzulernen, das können die Wenigsten!

Es ist nicht einfach Einsamkeit auszuhalten, aber machbar und du  schaffst das. Versuche mal die Einsamkeit als deinen Freund zu betrachten. Jemand der für dich da ist und dir zuhört. Das heißt, du kannst sie auch beschimpfen weil sie dich nervt oder ankotzt. Alles machbar.

Nimm sie als Teil deines Lebens an.

Erlaube dir einsam zu sein,

Lass es an dir ablaufen und

Atme weiter.

Diese vier kleinen Sätze bilden in den Anfangsbuchstaben einen Namen. NELA. Das soll in allem, in dem ich dir versuchen werde weiterzuhelfen deine wahre Freundin werden. Egal, was dir widerfährt, verfahre immer nach dem gleichen Prinzip.Das hilft auch deinem Gehirn sich umzustrukturieren.

Nimm es wahr,

Erlaube es dir,

Lass es ablaufen,

Atme weiter.

Damit möchte ich dich in ein gutes Wochenende schicken.

Geh nach draußen an die Luft, Nimm die Luft wahr, wie sie durch deinen Körpre strömt, Erlaube es Dir sie überall in dir zu spüren, die Frische und Kälte, Lass sie ablaufen, und Atme weiter.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende,

Liebe Grüße

Mata

Kommentar von Avoid888 ,

Hey Mata
Wow deine Tipps helfen mir ehrlich.
Die Sichtweise zu ändern ist aber sicherlich schwer und klappt noch von heute auf morgen...
Und es tut gut, von jemandem zu hören, dass man es nicht nicht schafft und das man nicht armselig ist...oder krank.
Einsamkeit ist schrecklich und ich frage mich immer wie ich dahin gekommen bin. Wie das alles passiert ist...
Manche Tage sind Okay...andere sind schrecklich, da würde man am liebsten einschlafen und nie wieder aufwachen. Wenn man so viel zu sagen hat, aber keiner hört einem zu.
Danke für deine Antworten und Hilfe!
Ich werde das mit der Atemtechnik üben...
Morgen rufe ich bei einer Psychologin an, die ich durch meinen Chef habe, Anrufen und vielleicht habe ich eine Chance, dass sie mich dazwischen schiebt.

Liebe Grüße und ebenfalls noch einen schönen Sonntag!

Antwort
von lilly020708, 108

Vielleicht würde es dir helfen die selbst in die Psychiatrie einweisen zu lassen.Dann kannst du dich auch selbst wieder entlassen.

Eine Therapeutin hat meiner Freundin ( Panikstörung) empfolen absichtlich eine Panikattacke zu provozieren. Sinn des Ganzen ist zu erleben, dass es harmlos ist, dass man selbst gegensteuern kann.Das übt man, damit man beim nächsten unabsichtlichen Hyperventilieren damit umgehen kann.
Außerdem geh an die frische Luft,das Tageslicht stößt im Körper ein Hormon aus das Glücksgefühle produziert.Du kannst es auch mit einem Johanniskrautpräperat versuchen.

Ich hoffe ich konnte helfen.
Alles Gute,Lilly

Kommentar von Avoid888 ,

Danke für deine Antwort.. Ja das habe ich auch überlegt, nur wenn ich so viel fehle...ich schreibe im Mai mein Abi und meine Noten sind sehr gut, aber ich schaffe es fast gar nicht mehr aus dem Haus zu gehen...
Ich werde danach schauen...vielen Dank für deine Hilfe

Antwort
von Sey123, 31

Hey!

Es tut mir leid zu lesen, dass es dir derzeit so schlecht geht. Du bist noch sehr jung und kannst dir daher sich sein - der Zustand wird sich wieder ändern und du wirst noch sehr, sehr viele Jahre erleben, in denen es dir auch wieder gut geht.

Als erstes - solltest du selbst etwas antun wollen - melde dich bitte sofort bei irgendeinem Arzt oder wenigstens einer Hotline (siehe andere Beiträge).

Für mich sieht es so aus, als wären soziale Kontakt das dringenste, was du gut gebrauchen könntest. Eine Beziehung, die nur negatives mit sich bringt, kann man beenden. Es gibt ja genügend Wege, neue Leute kennenzulernen.

Der Platz für eine ambulante Psychotherapie lässt oft auf sich warten. 6-12 Monate kommt mir aber sehr sehr lange vor, vielleicht kann dir da auch deine Krankenkasse weiterhelfen und etwas vermitteln.

Bis dahin würde ich zu einem Psychiater mal gehen. Antidepressiva sind zwar bei Angst- & Panikstörungen Standardtherapie, können die Symptome aber vor allem am Anfang verstärken, sodass es nicht unüblich ist, diese zu Beginn mit Beruhigungsmitteln zu begleiten - das könntest du mal bei deinem Arzt nachfragen.

Ich kenne deinen genauen Zustand nicht. Wenn du den Alltag noch einigermaßen bewältigen kannst und auch keine Selbstmordgefahr besteht, würde ich dir eher raten, dich auf dein anstehendes Abitur zu konzentrieren und versuchen, das ambulant anstatt stationär in Griff zu bekommen. Zum einen braucht die Therapie immer viel Zeit und das Abi zu verschieben, wäre für dich ja auch nochmal eine große Belastung, denke ich. Lieber Abi schaffen und danach erst mal Zeit für dich selbst nehmen. Aber das wäre nur mein persönlicher Rat.

Alles Gute dir weiterhin und Kopf hoch! :-)

Kommentar von Avoid888 ,

Vielen lieben Dank! Ja das Abi ist mir sehr wichtig, zumal ich auch die Chance habe es zu schaffen. abzubrechen wäre sinnlos...
Aber ich brauche dringend Hilfe...sonst schaffe ich es nicht...
Danke für deine Nachricht! Liebe Grüße

Kommentar von Sey123 ,

Hey, sehr gerne!

Ich glaube dir total, dass dir das Abitur wichtig ist. Oft kann man sich ja auch mit Arbeit "beschäftigen" und die Sorgen mal vorübergehend vergessen. Je mehr man über seine Sorgen nachdenkt, desto schlimmer ergeht es einem. Also vielleicht kannst du ja problematische Faktoren (wie die unglückliche Beziehung) eliminieren und dich dann voll aufs Abi konzentrieren. Dann hast du in paar Monaten etwas, auf das du schon einmal stolz sein kannst, und sobald es wieder wärmer und sonniger wird, steigt die Stimmung ja generell an und es fällt auch leichter, etwas mit anderen zu machen.

Du kannst dir gerne Hilfe bei Ärzten holen. Ich weiß nicht, bei wem du bereits schon in Behandlungs warst/bist. Ein guter Hausarzt wird auch nichts dagegen haben, dich alle 2 Wochen mal zu sehen und dich eventuell auch medikamentös zu begleiten. Selbiges gilt für einen niedergelassenen Psychiater, bei dem vielleicht schon in wenigen Stunden entscheidende Lösungsstrategien erarbeitet werden können.

Das verodnete Antidepressivum würde ich aber so wie vom Arzt empfohlen einnehmen an deiner Stelle. Du siehst ja, ob es dir etwas bringt oder nicht, und irgendwie soll sich ja auch etwas ändern an deinem Zustand, oder? :-)

Matahleo hat auch ein paar gute Tipps dir schon gegeben. Was zu den dunklen Jahreszeiten auch sehr nützlich ist, ist beispielsweise eine Therapielampe. Und 3x pro Woche Sport betreiben solltest du dir auch auf die Agenda schreiben.

Ist alles nicht einfach, aber psychische Probleme kannst nur du selbst wirklich bekämpfen. Der Therapeut wird dir auch nur Ratschläge und Ideen geben können zur Umsetzung, die durchsetzen musst du aber selbst. Medikamente können einiges erleichtern, aber wenn man sie nicht einsetzt um die Dinge zu tun, die für eine langfristige Änderung sorgen, sind sie auch nutzlos und verlieren nach einiger Zeit ihre Wirkung.

Alles Gute nochmals, das schaffst du! ;-)

Kommentar von Avoid888 ,

Vielen lieben Dank! Ich habe vielleicht jetzt die Chance für eine Gesprächstherapie. Ich hoffe, dass wir mir helfen...Liebe Grüße

Antwort
von Matahleo, 19

UUps, ich kann das Bild nur in einer neuen Antwort hochladen, nicht im Kommentar. Ich hoffe, du bringst beides zusammen und kannst damit was anfangen.

LG Mata

Kommentar von Avoid888 ,

Leider sehe ich es nicht sehr genau...und kann es nicht lesen...hast du vielleicht den Link?
Vielen Dank....ich habe vielleicht die Aussicht auf eine Gesprächstherapie...das gibt mir etwas mehr Kraft. Manche Tage sind okay...an anderen kann ich kaum atmen. Aber die besseren Tage werden immer weniger...ich hoffe, dass ich den Platz dort bekomme...
Liebe Grüße

Antwort
von Barbaratlos, 5

Zeitnah eine Gesprächstherapie zu bekommen, ist für Normal-Versicherte fast nicht möglich. Ich habe selber ganz Ähnliches durch und will dir erst mal sagen: Es ist kein Schicksal. Du kannst es schaffen. Es wird aufhören.

Ich habe damals meinen Rest-Mut zusammen gerafft und bin zur einer Psychaterin gegangen. Psychiater sind keine Therapeuten, sondern Ärzte und Ärztinnen, die dir Medikamente verschreiben. Da bekommst du schneller Termine. Ich habe also die Medis genommen, die mir sehr schnell geholfen haben. Außerdem habe ich eine Reha gemacht, meine Krankenkasse und mein Hausazt haben mich dabei sehr unterstützt. Reha ist wesentlich weniger angstbesetzt als ein Psychiatrie-Aufenthalt. In der Reha habe ich Techniken gelernt, die ich heute noch anwende. Ich bin heute frei von Depressionen und nehme auch keine Medikamente mehr.

Wichtig also: Bleib nicht alleine mit deiner Erkrankung. Geh zum Arzt damit. Du bekommst Hilfe, auch wenn du jetzt noch nicht weißt, wie das geht. Und es ist auch hilfreich zu wissen, dass du kein Alien bist, sondern dass es viele, viele Menschen gibt, denen es so geht.

Du schaffst das!

Antwort
von Alsterstern, 62

Schau nach, ob es kirchliche Beratungsstellen bei Dir in der Nähe gibt. Einfach mal im Kirchenbüro anrufen.

Antwort
von Wonnepoppen, 55

Was ist mit dem Antidepressiva, wie lange nimmst du es schon?

du könntest hier im Forum nach Selbsthilfe Gruppen von Leuten schauen, die Depressionen haben u. dich mit ihnen austauschen?

Kommentar von Avoid888 ,

Ich nehme das nicht, weil ich Angst habe und das eigentlich nicht will...

Gibt es das hier ? Danke für deine Antwort...ich werde nachschauen...

Kommentar von Wonnepoppen ,

Ja, das gibt es bestimmt, oder zumindest Adressen!

Deswegen sollst du es  ja nehmen, wegen der Angst!

es wirkt eh erst nach ein paar Wochen!

Kommentar von Avoid888 ,

Ja ich habe momentan vor allem Angst...ich will das alles schaffen, ich bin fast fertig mit meinem Abi und habe jetzt 2 Jahre dafür gekämpft...ich brauche doch nur jemanden zum reden...

Kommentar von Wonnepoppen ,

Reden ist immer gut, nur ob es reicht?

Kommentar von Avoid888 ,

Ich war früher nie so...aber ich habe alles hinter mir gelassen und versuche immer weiter zu kämpfen, aber ich glaube ich schaffe das nicht mehr...ich brauche wirklich jemanden zum Reden...ich fühle mich so einsam..
Und plaudere das alles im Interner aus..ich bin wirklich so krank...
Danke für deine Antwort...wenn das so weitergeht und ich nichts erreiche, dann werde ich es wohl oder übel nehmen...Danke..

Kommentar von Wonnepoppen ,

Es wurde dir ja auch schon Johanniskraut vorgeschlagen, das ist pflanzlich, dauert aber auch bis es wirkt!

Kommentar von Avoid888 ,

Ja.. Hilft das denn?
Ich brauch wirklich nur jemanden zum reden..so will ich doch nicht weiterleben..
Ich bin 18 und lebe überhaupt nicht mehr...ich liege im Bett und kann nachts nicht mehr schlafen, habe Alpträume und Panikattacken, traue mich nicht mehr aus dem Haus zu gehen und klammere mich an meine einzige Bezugsperson, die damit mehr als überfordert ist ... Ich will mich doch auch nicht umbringen, ich möchte nur wieder normal leben und lachen können..jeden Tag weine ich und habe Herzrasen...manchmal esse ich nichts, dann wieder sehr viel...manchmal schaffe ich es zur Schule zu gehen, jetzt wieder nicht..ich mache mir alles kaputt was ich mir aufgebaut habe..ich verstehe nicht wieso niemand Zeit hat .. Ist es erst dringend wenn ich mir die Pulsadern durchschneide? Ich kann mir selber nicht mehr trauen und meine Anfälle schon fast nicht mehr kontrollieren...

Kommentar von Wonnepoppen ,

Wenn du schon solche Gedanken hast, dann wäre es besser dich einweisen zu lassen, nur mit Reden bringst du das nicht weg, es kann nur unterstützen!

Kommentar von Avoid888 ,

Und was ist dann mit meinem Abi? Wenn ich 1-2 Wochen fehle...
Kann ich mich einfach so einweisen lassen?
Ich gehe morgen zu meinem Arzt und werde das mit ihm besprechen...Danke..

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