Frage von Maureen22, 17

Depressionen haben sich verschlimmert?

Hallo ihr lieben,

Ich bin neu hier und bin auf der Suche nach gleichgesinnten aber auch Ratschläge wären nicht schlecht.

Seit meinem 14 lebensjahr leide ich an Depressionen und habe seit dem auch antideprrssiver bekommen. Ich war damals desöfteren in der geschlossene Psychiatrie. Ich habe mich selbstverletzt und suidzid versuche begangen. Ich habe dann citalopram 20mg bekommen bis zu meinem 18 lebensjahr. Mein Problem waren eben nur diese starken stimmungsschwankungen, aber es wurde immer besser mit den Jahren. Kurz nach meinem 18 geburstag habe ich die Medikamente abgesetzt, weil es mir gut ging und ich dachte ich brauche Sie nicht mehr und auch das selbstverlezendeverhalten und die suidzid versuche haben aufgehört. Wisst ihr was das war ein sehr grosser fehler. Nach dem ich Sie abgesetzt hatte ging alles nur noch berg ab. Ich habe angefangen mir richtige fleischwunden zu zufügen und wieder angefangen mir was anzutun. Aber das war nicht das schlimmste. Das schlimmste war das ich immer sehr fleißig, ordentlich war. Aber als ich die Medikamente abgesetzt hatte hat es angefangen erstmal nur das ich weniger geschafft habe. Ich habe antriebsstörungen, lustlosigkeit, energie und kraftlosigkeit, müdigkeit und erschöpfung bekommen. Das kannte ich gar nicht. Ich habe nie solche Probleme geschaft obwohl ich schon lange unter depressionen gelitten habe. Ich habe 2 mal die Schule abgebrochen wril ich es nicht mehr geschafft habe. Auch den Haushalt schaffe ich nicht mehr. Das essen wurde weniger so das ich nur noch sehr unregelmäßig gegessen habe . Ich bin dann nach 2 Jahren zum Arzt und habe wieder antideprrssiver bekommen. Die Stimmung wurde besser aber alles andere änderte sich nicht und somit habe ich von einem Medikament zum anderen gewechselt. Jetzt bekomme ich wieder citalopram aber 40mg. Damit geht es mir zwar besser aber ich schaffe immer noch nichts. Es fühlt sich an ob jemand mir über Nacht die energie aussaugt. Jeder Schritt und jede bewegeung die ich mache ist so kraftaufwendig. Essen tue ich immer noch sehr unregelmäßig und oft habe ich gar keine kraft zum essen. Ich mache gerade meine Ausbildung und es macht mir Spaß aber ich komme immer noch sehr schwer aus den bett. Ich kann nachts auch nicht durchschlafen. Ich wache jede Stunde auf und am morgen schlafe ich erst richtig ein. Nach der Arbeit bin ich so erschöpft und müde das ich nur noch schlafen will. Ich könnte 24 stunden schlafen und wäre immer noch kaputt. Seit 3 Jahren kämpfe ich darum das es sich was verbessert aber bis jetzt immer noch nichts. Selbst die ärzte wissen schon nicht mehr wie sie mir helfen können. Es gibt tage da will ich die Hoffnung am liebsten aufgeben und nur noch schlafen. Aber an anderen tage sage ich mir du schaffst das du bist stärker als die Krankheit. Diese ständige müdigkeit, erschöpfung, energie und kraftlosigkeit aber auch die antriebsloigkeit ist so anstrengend. Ich hasse es deswegen wenn ich aufstehe weil jeden Tag das selbe abläuft.

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 10

Antiebslosigkeit (wie es so schön heisst) ist eines der zentralen Hauptsymptome einer Depression. Bei mir war sie so stark, dass ich keine Kraft mehr hatte alltägliche Dinge zu erledigen wie z.B. zu duschen, Einkaufen zu gehen oder zu kochen. Bzw. um zu duschen musste ich mich jeden Tag überwinden was ungefähr so anstrengend war wie ein Berg zu erklimmen.

Ich hatte mit 16 meine erste Depression (inkl. Panikattacken), welche ca. 6 Monate dauerte. Nach 4 Jahren habe ich das Antidepressivum (Sertralin), welches ich damals bekommen habe, abgesetzt. Ich erlitt einen Rückfall, der allerdings nur 2 Monate dauerte. Eneut bekam ich Sertralin und setzte es erneut nach 4 Jahren wieder ab. Resultat: Noch ein Rückfall. Doch diesmal halfen mir die Medikamente nicht mehr diese Hölle zu überwinden.

Seit 5 Jahren bin ich nun chronisch depressiv. Mal mehr, mal weniger, die absolute Hölle. Seitdem habe ich eine ganze Medikamentenstaffete hinter mir (Sertralin, Escitalopram, Venlafaxin, Opipramol, Clomipramin, Valdoxan, Trazodon, Lithium, Quetiapin, Ritalin, Aripiprazol, Lamotrigin, Mirtazapin, Duloxetin usw.) geholfen hat mir nichts bzw. wenigstens etwas stabilisiert hat mich Duloxetin.

Nach 3,5 Jahren wurde bei mir eine EKT durchgeführt. Hat leider auch nix gebracht. Momentan bin ich stabil aber weit weg von gut. Ich komme am morgen fast nicht aus dem Bett und Abends kann ich fast nicht einschlafen. Zudem wache ich Nachts immer auf. Das ganze rundet die Freudlosigkeit, die Hoffnungslosigkeit, die Konzentrationsstörungen etc. noch ab. Es ist zum davonlaufen.

Was du machen kannst:

  • Sport: Sport wirkt gegen Depressionen gemäss wissenschaftlichen Studien sehr gut. Das Problem ist einfach, dass man sich in einem solchen Zustand nur schwer zum Sport überwinden kann.
  • Medikamentenwechsel: Hast du es schon mal mit einem SSNRI probiert? Diese hemmen nicht nur den Botenstoff Serotonin (wie z.B. Citalopram das macht) sondern auch den Botenstoff Noradrenalin. Medikamente dieser Wirkstoffklasse sind u.a. Venlafaxin und Duloxetin, wobei Duloxetin markant effektiver die Wiederaufnahme von Noradrenalin hemmt. Falls dies nicht wirkt gibt es immer noch die älteren Antidepressiva (Tri- bzw. Tetrazyklika) und MAO-Hemmer. Eine Medikamentenübersicht findest du hier: http://deprimed.de/home/
  • Medikamenten-Ergänzung: Hast du schon mal versucht eine Medikamentenkombination einzunehmen. Ich weiss ist nicht ideal aber immer noch besser als die Depression. Gegen die starke Antriebslosigkeit hat mir in den schwierigsten Zeiten Ritalin geholfen. Auch mood-stabilizers wie Lithium oder Lamotrigin wären vielleicht einen Versuch wert.
  • EKT: Eine Elektro-Krampf-Therapie, kurz EKT, ist die mit Abstand wirksamste Methode um Depressionen zu bekämpfen. Bei mir hat sie nicht geholfen, doch ich sah in der Klinik Menschen schwer depressiv Einchecken und nach einigen EKT's frischfröhlich die Klinik verlassen. EKT wird jedoch nur bei schweren therapieresistenten Depressionen gemacht. Mehr zu EKT hier: http://deprimed.de/ekt/
  • Eine richtige Psychotherapie: Mit einer richtigen Psychotherapie meine ich z.B. eine analytische Therapie wo man 2-3x die Woche hingeht. Meistens sind Psychologen für so etwas besser geeignet als Ärzte welche nur auf Medikamente setzten. Bin eine richtige Psychotherapie wirkt dauert es jedoch 1-2 Jahre.

Trotz allem verliere ich die Hoffnung nicht, nehme brav meine Medikamente und mache eine intensive Psychotherapie.

Du bist also nicht alleine... ;-)

Hoffe konnte dir weiterhelfen...

Antwort
von Maureen22, 17

Ja das weiss ich. Es geht jetzt seit 3 jahren so und die ärzte wissen auch keinen Rat mehr wie sie mir helfen können

Antwort
von webya, 14

Das können nur Ärzte beantworten. Wir kennen dich hier nicht

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