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Depression, nur Tabletten, keine Therapie?

gefragt von Steffi64 am 05.11.2009 um 11:12 Uhr

Mein Mann ist depressiv und bekommt entsprechende Tabletten, aber keine Therapie! Warum weiß ich nicht und einmal im Monat hat er ein Gesprächstermin mit seinem Psychologen, der ihm wieder eine Ladung Tabletten verschreibt. Ist das normal? Er ist zu Hause und kümmert sich um nix, schläft viel und lange, sitzt vor dem Computer und spielt. Ich kann auch nicht mehr, kann nur noch ca.3-5 Std. pro Nacht schlafen. Hausarbeit, Kinderbetreuung und finanzielle Sorgen rauben mir die Luft. Ich würde ja gerne mehr arbeiten, aber ihr wisst ja, wie die wirtschaftliche Lage z.Zt. aussieht... Habe angst um meine Kinder, die ihn nicht mehr respektieren wollen (oder können). Was kann ich tun?

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anonym
beantwortet von kuddel69 am 5. November 2009 11:21
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Hilfreichste Antwort

Also als erstes einmal musst Du unbedingt an Dich denken, psychisch kranke und insbesondere depressive Angehörige sind anstrengend! Such Dir unbedingt eine Selbsthilfegruppe!!!! Schaff Dir freiräume und nimm Deinem Partner die Eigenverantwortung nicht ab, mach aber auch keine Vorhaltungen. Besprecht, was geht und was nicht und wie was gemeinsam laufen soll im Alltag. Da gehört alles rein, vom haushalt über Freizeit und Arbeit, Geld Freunde und sex, usw. Gespräche sind Therapie auch Partnergespräche. Depressive brauchen Feedback, sollen aber auch verstanden werden. Das heißt keinesfalls, dass Du die Rolle des Therapeuten übenehmen sollst. Aber: redet und seid aktiv!

Zur Therapie: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Psychotherapeut/Psychologe nur einen monatlichen termin ausmacht und Pillen verschreibt der in der regel auch nicht. Ich denke, dass ist ein einfacher Nervenarzt o.ä. der niederschwellige Gespräche führt und unterstützend Pillen verscordnet. Einen psychologischen Psychotherapeuten muss er sich alleine suchen! Und zwar offensichtlich dringend. Aber eine Therapie ändert erst langsam etwas, das dauert. Geduld zu haben ist für alle sehr anstrengend!

Die Kinder können auch in eine Selbsthilfe gehen, das muss individuell überlegt werden. Es ginge auch eine Gesprächstherapie für Kinder um den Druck die Ängste, Arger und Sorgen usw abzubauen und Verständnis aufzubauen.

Kommentar von Steffi64 am 5. November 2009 11:32

Wenn ich ihn bitte, zu saugen, macht er das manchmal. Ich kann ihm doch nicht jeden Handgriff erzählen, was er tun könnte? Selbsthilfegruppen für depressive? Ich bin nicht krank, nur verzweifelt. (Das soll keine Schimpfe sein)

Kommentar von kuddel69 am 5. November 2009 11:41

Du sollst ihm keinesfalls alles vorm Murs tragen und ihm Aufträge erteilen. Andererseits benötigen Depressive eine fördernde und fordernde hand, aber freundlich. Du sollst nicht in eine Selbsthilfegruppe für Depressive gehen, da gehörte Dein Mann hin, wenn es ihm besser geht. Du und evtl. die Kinder benötigen eine Selbshilfegruppe für Angehörige von depressiven Menschen. Denn diese sind oft genauso ausgelaugt und nahe der Depression oder dem Burn Out. Dort wird man verstanden und unterstützt, kann sich einfach mal auskotzen und schimpfen ohne dass man komisch angeguckt wird und man erhält Tipps und Erfahrungen von betroffenen Angehörigen. Das benötigt man in schwierigen Zeiten, um sich selbst zu stützen.

Kommentar von Steffi64 am 5. November 2009 11:43

Zum Thema miteinander reden: ist nicht mehr, er macht dicht, was seine Gefühlswelt betrifft. Bei Gesprächsversuchen meinerseits kommt dann nur: geh mal zum Arzt!

Kommentar von kuddel69 am 5. November 2009 11:48

Also erstens lese ich da heraus, dass du unbedingt jemanden zum reden brauchst um mal alles los zu werden. da ist wieder die angehörigengruppe sinnvoll. zweitens lese ich, dass dein partner nicht an dir interessiert is, das kann einerseits daran liegen, dass man in einer depression viel mit sich selbst beschäftigt ist, weil es einem schlecht geht, aber da liegt wohl mehr im argen. Partnertherapie? Dann hat dein wohl kein Interesse etwas an seiner Situation zu ändern. Dann musst du etwas ändern. einerseits selbsthilfe, andererseits dich und die kinder schützen und ausziehen? Oder aber er ist derart in einer tiefen chronischen verlaufenden Depression und aktuell in einer akuten Krise, dass er in die Klinik gehört!

Kommentar von Eea04cb4344457619ad73e05c077ac54smallKyra700 am 7. November 2009 00:14

du bist nicht krank, kannst es aber werden und dem solltest du vorbeugen. Einen Tip, schreibe ihm einen Zettel mit seinen Aufgaben, dann brauchst du es ihm nicht zu erklären. Das Gefühl gebraucht zu werden ist wichtig. Habt ihr Haustiere? Auch Haustiere wirken sehr gut auf depressive Menschen, ganz besonders Katzen und Hunde. Mit einem Hund kann er raus gehen, kommt unter Menschen und an die frische Luft. Ich habe zwei Hunde und ich musste mich anfänglich auch zwingen, mich um sie zu kümmern. Heute kann ich es mir ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Sie haben mir sehr geholfen und mein Partner natürlich, ohne ihn hätte ich es nie schaffen können.

Kommentar von Steffi64 am 7. November 2009 00:47

Einen Labrador haben wir seit November 2007. Es ist "sein" Therapiehund seit dem, um den ich mich überwiegend kümmere.


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heureka47
beantwortet von heureka47 am 6. November 2009 14:14
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Diese Art der Behandlung ist "normal" - jedenfalls sehr häufig!

Psychiater sind studierte Mediziner und zwischen ihnen und den Psychologen/Psychotherapeuten gibt es einen alten, immer noch aktiven "Schulen-Streit". Viele Psychiater halten nicht viel von Psychotherapie und erwähnen sie nicht, empfehlen sie nicht oder stellen sich den eigenen Bemühungen der Patienten sogar entgegen! Ein Skandal im Gesundheitswesen!

.

Seit 15 Jahren bin ich ehrenamtlich in der Selbsthilfe-Bewegung Psychiatrie-Erfahrener engagiert; habe selbst die Diagnose "Depression" und wurde von meiner Psychiaterin damals auch zu Medikamenten überredet und nicht auf die Möglichkeiten der Psychotherapie aufmerksam gemacht. Darauf mußte ich selbst kommen - nach 5 Jahren.

.

Außerdem bin ich drauf gekommen, daß die psychischen Störungen ihre Ursache nicht im gestörten Hinrstoffwwechsel haben. Das ist nur eine "Begleiterscheinung".

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Aus ganzheitlicher Sicht deute ich die meisten gesundheitlichen Störungen - auch psychische, auch Angststörungen - als Mangel an universeller Lebens-Energie / Liebe.

Verursacht meist durch "Streß" - auch im weitesten Sinne.

Besonders tückisch: Unbewußter Streß. Der muß erst bewußt gemacht / aufgedeckt werden, damit er unschädlich gemacht werden kann.

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Unabhängig von anderen Maßnahmen kann jeder Mensch im Bewußtsein Kontakt aufnehmen zur universellen Energie und dort "auftanken" und sein Potenzial an Lebens-Energie / Liebe vergrößern / stärken. Das wirkt auch präventiv! .

Zu Details siehe auch meine TIPPS zu "Streß", "Angst / Liebe", "Lebens-Energie" u.a. hier bei GF oder bei gesundheitsfrage.net - zu finden über mein Profil.


Loeckchen1
beantwortet von Loeckchen1 am 6. November 2009 14:01
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Liebe Steffi,

ich möchte Murmeltier ganz klar wiederspreche. Depressive sollten keine Reisen unternehmen, das verstärkt ihre Krankheit. Google mal Ratschläge für Angehörige Depressiver.

Die Aussage, das Du ein Recht darauf hast zu erfahren was mit Deinem Mann ist, ein Recht darauf hast mit dem Arzt oder Therapeuten zu sprechen, ist ebenfalls falsch. Moralisch steht Dein Mann in der Pflicht Dich zu informieren. Rechtlich sind Arzt und Therapeut an die Schweigepflicht Dir gegenüber gebunden. Dein Mann muß allso seine Behandler von der Schweigepflicht Dir gegenüber entbinden, erst dann dürfen sie Dir Mitteilungen über den Gesundheitszustand Deines Mannes geben.

Dein Mann befindet sich bei einem Arzt, warscheinlich Facharzt für psychische Leiden= Psychiater in Therapie, denn nur Ärzte können Medikamente verschreiben. Und dieser Arzt ist warscheinlich kein Facharzt für psychotherapeutische Medizin, kann dann auch keine Psychotherapie durchführen.

Das Wort Therapie bedeutet Medizinische Behandlung, google mal. Es gibt die ärztliche Therapie mit Medikamenten und kurzen Gesprächen, Ergotherapie/Arbeitstherapie, Physiotherapie (Krankengymnastik) usw. In der Psychotherapie wird die Psyche des Menschen mit Worten therapiert.

Wenn also Dein Mann eine Psychotherapie machen möchte, muß er sich einen ärztlichen oder psychologischen Psychoterapeuten suchen. Adressen bekommt er von seiner Krankenkasse, sie stehen aber auch im Telefonbuch. Oft haben Psychotherapeuten sehr lange Wartelisten. Schneller bekommt man einen Psychotherapieplatz in einer Ambulanz eines Ausbildungsinstituts. Adressen findest Du auf den Seiten der Bundespsychotherapeutenkammer.

Murmeltiers Hinweis Dich einer Selbsthilfegruppe für Angehörige anzuschließen halte ich für sehr sinnvoll. Dort kannst Du lernen für Dich zu sorgen und die Probleme demjehnigen zu überlassen, der sie lösen kann. Und das ist allein Dein Mann, er muß sich kümmern, denn es sind seine Probleme. Du kannst die Situation Deines Mannes nicht verändern. Sorge Du für Dich, das es Dir gut geht, denn das ist allein Deine Aufgabe.

Alles Gute für Dich Loeckchen

Kommentar von Dbf34b8cdd45f148413ce99a83429145smallConnyconrad am 6. November 2009 23:45

Top Antwort...Punkt von mir


murmeltier7
beantwortet von murmeltier7 am 6. November 2009 06:39
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Ihr seid beide auf dem besten Weg in einen Tunnel zu laufen und müsst unbedingt einmal raus aus den eingefahrenen Wegen. Such dir erst einmal eine Selbsthilfegruppe für Angehörige. Dort kann man dir sicherlich schon mal ein paar Ratschläge geben. Dann geh mit deinem Mann zum Arzt und lass dich mit einbeziehen in die Behandlung, wenn dein Mann einverstanden ist, erklärt der Arzt oder der Psychologe dir auch was los ist. Du hast ein Recht darauf, es ist auch dein Leben! Vielleicht gibt es eine Behandlung im nächsten Bezirkskrankenhaus. Viele wollen da nicht hin, weil sie es für eine Klappse halten, aber das ist heute bei weitem nicht mehr so, die Bezirkskliniken in meiner Nähe haben einen sehr guten Ruf und schon manchem geholfen. Mit einer guten medikamentösen Einstellung wird das Leben auch für deinen Mann leichter. Vielleicht könnt ihr so einen Weg finden. Wenn es der Geldbeutel zulässt, täte euch eine kurze Reise sicherlich sehr gut, möglichst ohne Kinder. Schon zwei oder drei Tage in einer angenehmen Umgebung, einer fremden Stadt oder in schöner Natur würden euch evtl. einen anderen Blick auf eure Lage ermöglichen, es muss ja nicht weit sein.


anonym
beantwortet von kuddel69 am 5. November 2009 11:43
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Therapien helfen nur, wenn man sie selber nutzt und man selber etwas ändert und sich selbst öffnet und selbst reflektiert. Eine Therapie könnte viel besser oder sinnvoller sein, aber was man daraus macht, liegt a einem selbst. Ich glaube, da liegt ein Problem deines Mannes.


Kapodaster
beantwortet von Kapodaster am 5. November 2009 11:26
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Psychologen dürfen überhaupt keine Tabletten verschreiben, sondern nur Ärzte. Der Psychologe übernimmt die nicht-medikamentöse Behandlung. Häufig wird beides zusammen angewendet, weil Depressionen vielfältige Ursachen haben. Leider bekommen Kranke wegen der immensen Nachfrage nur selten direkt einen Platz bei einem Psychologen. Je nach Region kann die Wartezeit durchaus mehrere Monate betragen.

Das beschriebene Verhalten Deines Mannes ("er ist nur zuhause und kümmert sich um nix") ist typisch für Depression, also ein Symptom seiner Krankheit. Für Angehörige ist es oft nicht leicht, damit umzugehen. Vielleicht gibt es in Eurer Nähe eine Selbsthilfegruppe, wo Du Dich mit anderen Angehörigen austauschen kannst.


anonym
beantwortet von Miezekatze32 am 5. November 2009 11:22
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dein Mann ist zwar krank, aber er hat auch die Pflicht, dir nicht alles aufzubürden. Daran gehst du kaputt. Nur durch Tabletten wird er nicht wieder gesund. Er braucht auf jeden Fall eine Therapie und er muss sich darum kümmern. Vom Schlafen und am Computer sitzen wird man nicht gesund. Vergiss nicht, auch an dich zu denken.

Kommentar von 244b649b0a5c5aa4206df374b9222f20smallheureka47 am 6. November 2009 14:06

@ Miezekatze32:

>...er hat auch die Pflicht...<:

Das ist graue Theorie! Wer in dieser Weise krank ist, kann sich nicht mehr an die üblichen Regeln oder Pflichten halten, weil er überfordert, energieleer oder sonstwie gestört / blockiert ist.

Kommentar von Eea04cb4344457619ad73e05c077ac54smallKyra700 am 7. November 2009 00:24

DH! aber das wissen nur die, die diese Situation schon einmal erlebt haben, nämlich, dass man völlig handlungsunfähig ist, wie gelähmt. Ich musste mich damals vor der Arbeit täglich erbrechen (6 Monate lang), weil ich gemobbt worden bin. Erst nach einem Arbeitsplatzwechsel und einigen Monaten weiter ging es mir besser. (das ist jetzt 12 Jahre her). Depressionen oder die Veranlagung ist übrigens erblich bedingt. Meine Depris verschwanden für einige Jahre und als mein Schmerzen, die ich nach und nach immer heftiger bekam, waren die Depris wieder da, so schlimm, dass ich nicht mehr leben wollte, weil ich die Schmerzen nicht mehr ertragen konnte. Da meine Psyche heute gestärkt ist, komme ich mit den Schmerzen, die mich mein Leben lang begleiten werden, besser zurecht und habe auch wieder Spaß am Leben.


anonym
beantwortet von giolina am 9. November 2009 11:36
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Du hast eine Menge guter Antworten bekommen. Eines möchte ich noch ergänzen:

Die Depression kann auch Symptom von körperlichen Problemen sein, z.B. einer Schilddrüsenfunktionsstörung oder KPU (siehe kpu-berlin.de), auch Nährstoffmängel kommen in Betracht (siehe z.B. schilddruesenguide.de/sdNEMs.html). Ich empfehle in solchen Fällen, die Schilddrüse untersuchen zu lassen, sofern nicht bereits geschehen, weitere Symptome siehe schilddruesenguide.de/sdkrankheitssymptome.html, Funktionsstörungen sind häufig Ursache für Depressionen und das wird leider auch sehr häufig von Psychiatern und Psychologen außer Acht gelassen, auch viele Allgemeinmediziner kennen die Symptome nicht. Die Untersuchung muß durch einen Facharzt ausgeführt werden (Endokrinologe, Nuklearmediziner mit Schwerpunkt Schilddrüse) und schildere unbedingt alle Deine Symptome - auch wenn die Werte noch im Normbereich sind, können Schilddrüsenmedikamente ausprobiert werden, wenn die Symptomatik auf eine beginnende Erkrankung hinweist. Der TSH-Wert alleine reicht nicht aus! Hier ist ein Forum für Schilddrüsenerkrankte, man bekommt viele Fragen beantwortet und kann auch seine Werte einstellen und beurteilen lassen - das empfehle ich insbesondere dann, wenn bei der Untersuchung "alles in Ordnung" herauskommen sollte: ht-mb.de/forum/ Und hier kannst Du vielleicht einen guten Arzt finden: top-docs.de

Alles Gute für Euch!

Kommentar von Steffi64 am 9. November 2009 15:15

Dank auch Dir für Deine Antwort. Wenn es aus heiterem Himmel gekommen wäre, könnte dies eine mögliche Erklärung sein. Jedoch ist es wohl eher das angeknaxte Selbstbewußtsein durch Jobverluste vor 5 und vor 2 Jahren, schließlich vor ein paar Monaten wieder.


Kyra700
beantwortet von Kyra700 am 7. November 2009 00:01
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Deine Lage tut mir sehr leid und ich kann dir gut nachemfpinden, wie du dich fühlen musst. Ich kann aber auch deinen Mann verstehen, denn ich leide auch unter Depressionen. Also erst einmal, einmal wöchentlich mit einem Psychiologen sprechen ist eine Therapie - wenn diese nicht greift, sollte er es mal mit einer Psychosomatischen Klinik versuchen, kann ich nur empfehlen. Tabletten darf ein Psychiologe nicht verschreiben, da er kein Arzt ist. Das darf nur ein Psychiater. Ich nehme Tabletten, mit denen es mir sehr gut geht und die Therapie in der Klinik hat mir auch sehr geholfen, so dass ich wieder arbeiten gehen kann und auch meinen Haushalt schaffe. Zur Zeit brauche ich keine Therapie - also nur Tabletten. Das liegt aber daran, dass ich ein Schmerzpatient bin und ohne Tabletten wieder abrutschen würde. Dein Mann hat massive Probleme mit sich und der Welt und ich empfehle euch dringendst einen weiteren Arzt aufzusuchen oder gehe du mal mit zu seinem Arzt, denn diese Krankheit macht eure Ehe kaputt, wenn nicht bald etwas passiert. Die Tabletten machen anfangs sehr müde und haben auch noch andere heftige Nebenwirkungen, vielleicht schläft dein Mann deshalb so viel. Das Einschleichen mit Tabletten sollte deshalb besser unter klinischer Aufsicht geschehen, nicht selten werden die Depressionen sogar schlimmer am Anfang. Bei mir verschwanden die Nebenwirkungen erst nach 3 Monaten (diese waren die Hölle für mich). Ich war auch mal so tief unten, dass mir alles um mich herum völlig egal war und ich weiß, wie schwer es ist, aus diesem Loch wieder raus zu kommen. Ohne deine Hilfe wird er es nicht schaffen. Nimm ihn an die Hand und suche mit ihm den richtigen Weg. Langfristig wird es euch dann beiden bald wieder besser gehen. Gute Besserung und viel Erfolg wünsche ich euch!

Kommentar von Steffi64 am 7. November 2009 00:41

Danke für den sicherlich gut gemeinten Rat. Habe heute meinen restlichen Mut zusammengenommen und einen Hausarzt angerufen. Freitags ist wohl schlecht Hilfe zu bekommen, denn Wartezimmer sind überfüllt und Telefonsprechstunden fallen deshalb aus. Muss bis Montag warten und nochmal anrufen...


anonym
beantwortet von Steffi64 am 5. November 2009 11:56
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Danke an alle, die sich mit "meinem " Thema beschäftigt haben, besonders @kuddel69. Muß auf den Ratschlägen etwas rumkauen und den Hintern mal wieder hoch kriegen.


anonym
beantwortet von kuddel69 am 5. November 2009 11:35
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Es gäbe neben der dringend notwendigen Psychotherapie durch einen Psychologen aber auch die Möglichkeit weitere ambulante Therapien zu nutzen. Er muss es nur wollen und organisieren. Es gibt Kunst-, Musik-, Ergo-, Reit-, Tanztherapie uvm.

Er soll sich ma fragen, was für ihn psychische Gesndheit ausmacht. Was er übehaupt im leben will und was er machen möchte, um das zu erreichen. Zur psychischen Gesundheit gehört imn jedem falle aber eine aktive Alltagsbewältigung, Freizeitaktivität und Partnerschaft/soziale Beziehungsgestaltung. Was möchte er dafür tun?

Kommentar von Steffi64 am 5. November 2009 11:40

Bislang hat er sich über seinen Job definiert und obwohl man ihm in der letzten Kur etwas anderes hätte beibringen sollen, hat sich im Nachhinein nichts verändert. Soviel zu Therapien...


sonnenlady
beantwortet von sonnenlady am 5. November 2009 11:19
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Dein Mann muss sich selbt um einen Therapieplatz kümmern. Das ist absolut normal und gängige Praxis.

Auch wenn es hart klingt - so wird vorab die Spreu vom Weizen getrennt, denn nur, wenn man Eigeninitiative zeigt, kann eine Therapie auch Erfolg haben.

Adresse gibts übrigens im Internet bei der kassenärtzlichen Vereinigung deines Bundeslandes.

Wenn dein Mann will, soll er sich die wegmäßig erreichbaren raussuchen und abtelefonieren.

Er wird nicht sofort Erfolg haben, sondern mehrere anrufen müssen, denn freie Plätze sind (außer man ist privat versichert) rar und es gibt Wartezeiten von bis zu mehreren Monaten. Aber wenn er dranbleibt, klappt es auch.

Kümmert er sich nicht, will er auch nicht. Da sei dir sicher, ganz egal, was er sagt.

Ach ja - lass dich von ihm nicht unter Druck setzen. Die Tabletten helfen ihm aus der Bewegungslosigkeit. Jetzt muss dein Mann selbst was tun, um wieder gesund zu werden. Wenn er es verweigert - überleg dir Konsequenzen. Du bist in erster Linie dem Wohl deiner Kinder verpflichtet, nicht seinem.

Kommentar von Steffi64 am 5. November 2009 11:25

Ich habe es vor ca. anderthalb Jahren schon einmal geschafft, dass er eine Kur bekommt. War ein harter Weg und hat damals schon viel Kraft gekostet. Anschließend war angeblich alles in Ordnung und es ging ohne Therapie weiter. Wo wir gelandet sind damit sehe ich jetzt...

Kommentar von Eea04cb4344457619ad73e05c077ac54smallKyra700 am 7. November 2009 00:11

man sollte die Therapie nach der Reha auch zu hause weiter führen und nicht einfach aufhören, denn in den 6 Wochen, die man in Behandlung ist, wird nur der Grundstein gesetzt. Es kann aber auch sein, dass er gar keine Hilfe will, dass er schon so weit unten ist, dass ihm alles total egal ist. Nur wer sich helfen lassen will, dem kann geholfen werden. Unter Zwang bewirkt man gar nichts. Und du musst für dich entscheiden, was du willst, was gut für dich ist. Man kann nicht ewig daneben stehen, dabei geht man selbt kaputt. Vielleicht solltest du für dich und deine Situation auch mal zu einem Therapeuten gehen, es gibt auch Paartherapien...


merlin1990
beantwortet von merlin1990 am 5. November 2009 11:17
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das liegt viell. daran dass die Tabletten Drogenähnliche substanzen enthalten, die ihn träge machen. Schließlich is die wirkung von antidepressiva eine aufhellende stimmung, man fühlt sich glücklicher. und wenn er die lang genug nimmt kann auch eine körperliche abhängigkeit nicht ausgeschlossen werden. eine Therapie wäre sicherlich auch hilfreich. Denn die tabletten sind ja nur eine übergangslösung, weil er sie braucht um glücklich zu sein, der therapeut kann vielleicht die ursache aufdecken und beseitigen

Kommentar von kuddel69 am 5. November 2009 11:26

antidepressiva machen nicht abhängig! Und es gibt unterschiedliche antidepressiva mit verschiedenen erwünschten und unerwünschten Wirkungen. Diese können müde machen. Aber das allein scheint hier nicht das Problem zu sein. Das sollte evtl. noch mal ärztl. reflektiert werden, aber das Grundproblem liegt im Wollen und Können der Person mit seiner Erkrankung. Dies ist ein psychisches Problem und sollte psychotherap. bearbeitet werden. Aber das kann die Person nur allein tun mit Unterstützung des Therapeuten.

Kommentar von Fa74b24cdb663d61ba0642df1893b6absmallsonnenlady am 5. November 2009 11:28

Sorry, aber erstens braucht man die Tabletten nicht um glücklich zu sein, sondern um aus der akuten Phase der absoluten Bewegungslosigkeit rauszufinden und wieder handlungsfähig zu werden.

Zweitens machen die Tabletten heutzutage nicht mehr abhängig. Drogenähnliche Substanzen? Am besten du informierst dich mal richtig.

Drittens muss man sie mindestens 1 Jahr lang nehmen, aber parallel eine Therapie machen, damit man auch nach dem Absetzen in der Lage ist, ein normales Lebenz zu führen.

Solange eine Depression nicht chronisch ist, klappt das in der Regel auch ganz gut.

Kommentar von 173efe05d8c792650abe3edb5b100842smallmerlin1990 am 5. November 2009 11:50

Also dass sie nicht süchtig machen stimmt definitiv nicht. Hab sie auch mal probiert. sucht euch mal ein antidepressiva im internet raus, gebt den wirkstiff auf wikipedia oda so ein und ihr werdet sehen was die wirkstoffe mit einem machen. Sie sind zwar lange nicht so schlimm wie illegale gestreckte drogen, aber sie sind bewusstseinsverändernd und somit eine halblegale Droge, da man sie nur auf rezept bekommt. und ich habs wie gesagt auch schon probiert, und sie machen glücklich. Ich hab den grinser nicht mehr aus meinem gesicht gebracht. ich war einfach nur zufrieden und glücklich

Kommentar von kuddel69 am 5. November 2009 11:53

informiere du dich besser. antidepressiva machen nicht abhängig. ich glaube du verwechselst das mit Tranquillizern und auch da gibt es nur die kleine gruppe der bezodiazepine, die abhängig machen.

Kommentar von 173efe05d8c792650abe3edb5b100842smallmerlin1990 am 5. November 2009 11:56

heast du wappler, wennst die ein oder zwei jahre durchgehend nimmst bist süchtig, das kannst nicht abstreiten. wenn die dann abgesetzt werden braucht man wieder eine therapie um davon loszukommen. Das is übrigens bei fast jedem medikament so.

Kommentar von kuddel69 am 5. November 2009 11:59

antidepressiva machen keine körperliche abhängigkeit, sollen aber auch nicht zu zügig abgesetzt werden (können aber). wenn du dann eine psychische abhängigkeit entwickelst, ist das ein anderes problem.

Kommentar von 173efe05d8c792650abe3edb5b100842smallmerlin1990 am 5. November 2009 12:01

ja, ein problem das bei langem gebrauch bei fast jedem auftritt.

Kommentar von ursularey am 6. November 2009 10:10

ich möchte dich daran erinnern, dass es hier nicht um eine "ich möcht ein bischen glücklicher sein"-problem geht. der mann scheint zur zeit schwer kank zu sein. bevor er sich das leben nimmt, lass ihn seine medikaamente nehmen.ich kann nur bestätigen, dass vom psychjater verschriebene medikamente definitiv nicht süchtig machen. es ist jedoch durchaus möglich, dass menschen mit einer ernsten psychjatrischen erkrankung ( dazu gehört auch die schwere depression ) mehr oder weniger ein leben lang medikamente einnehmen müssen. diese krankheiten sind eben keine einstellungssache, die man mit reden alleine wegdiskutieren kann. sie sind genau so organisch bedingt wie eine andere körperliche erkrankung. würdest du einem diabetiker sein insulien verwehren? der braucht das zeug ja auch? ist er deshalb süchtig? Genau, du hast recht, der würde ohne diese"droge" sterben. Und genau so geht es schwer depressiven. die sterben eben auch oft, weil sie keine medikamente bekommen.

Kommentar von Eea04cb4344457619ad73e05c077ac54smallKyra700 am 7. November 2009 00:07

die Antidepressiva, die ich nehme, machen nicht abhängig, brauchten aber lange bis sie wirkten und dieser Zeitraum ist für viele zu lange (3 Monate), denn da geht es einem richtig dreckig am Anfang. Danach fühlt man sich wie neu geboren und lernt wieder zu lachen. Aber eine Therapie (Verhaltenstherapie oder Tiefenpsychiologie) ist immer ratsam. Die Depressionen haben schließlich ihren Ursprung und es ist wichtig, diesen zu finden, denn sonst betäubt man nur die Symptome und nicht die Ursache!

Kommentar von Kattarina am 8. November 2009 14:50

Antidepressiva machen nicht abhängig.


anonym
beantwortet von volkri am 5. November 2009 11:16
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Die Tabletten wirken offensichtlich nicht. Der Psychologe scheint nicht der richtige zu sein.

Kommentar von 244b649b0a5c5aa4206df374b9222f20smallheureka47 am 6. November 2009 13:59

@ volkri:

"Psychologe" ist hier nicht der richtige Begriff. Wenn er Medikamente verschreibt, ist er "Psychiater" = Facharzt für Psychiatrie / (Neurologie). Und die anderen, die Psychotherapie nach Stunden geben, sind "Psychotherapeuten"; die sind meistens studierte Psychologen mit einer zusätzlichen psychotherapeutischen Ausbildung.

Kommentar von Eea04cb4344457619ad73e05c077ac54smallKyra700 am 7. November 2009 00:04

oder aber, er bricht die Behandlung mit diesen Tabletten wegen der Nebenwirkungen zu früh ab und probiert das nächste Medikament... Ein guter Psychiater schickt seine Patienten zur Reha. Dort bekommt er Einzel- und Gruppentherapien, die ihm wieder auf die Beine helfen. Ich habe sehr gute Erfahrungen damit machen können.


anonym
beantwortet von wueselduesel am 5. November 2009 11:16
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Hm, es kann aber auch sein, dass eine Therapie zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn hat. Ich würde dem Arzt schon vertrauen.

Kommentar von 244b649b0a5c5aa4206df374b9222f20smallheureka47 am 6. November 2009 13:56

Nach 15 Jahren Aktivität in der Selbsthilfebewegung Psychiatrie-Erfahrener vertraue ich den Psychiatern nicht mehr! Zu viele Patienten haben schlechte Erfahrungen gemacht mit zu schnell verordneten Medikamenten und nicht angebotener bis sogar verweigerter Psychotherapie!


anonym
beantwortet von Peter34muc am 5. November 2009 11:15
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Das ist ein Problem unseres Gesundheitswesen, Pillen sind billiger als Gespräche. Psychologe wechseln, auf Therapier drängen, deinem Mann motivieren, so wie du schreibst sprechen die Pillen nicht an.

Kommentar von Fa74b24cdb663d61ba0642df1893b6absmallsonnenlady am 5. November 2009 11:23

Das Problem ist der Mann, nicht das Gesundheitswesen. Die bezahlen, aber er muss sich vorab auch kümmern.

Denn er muss die Therapie wollen und initiieren. Händchen gehalten wird nach der medikamentösen Einstellung nicht mehr, weil es keinen positiven Effekt hat.

Kommentar von 244b649b0a5c5aa4206df374b9222f20smallheureka47 am 6. November 2009 13:59

@ Peter34muc:

"Psychologe" ist hier nicht der richtige Begriff. Wenn er Medikamente verschreibt, ist er "Psychiater" = Facharzt für Psychiatrie / (Neurologie). Und die anderen, die Psychotherapie nach Stunden geben, sind "Psychotherapeuten"; die sind meistens studierte Psychologen mit einer zusätzlichen psychotherapeutischen Ausbildung.


adianthum
beantwortet von adianthum am 5. November 2009 11:15
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Einen anderen Psychologen suchen! Aber wenn dein Mann mit ihm zufrieden ist, kannst du wahrscheinlich nichts machen. Wenn dein Mann ein "Aussitzer" ist, dann wird es schwer...

Kommentar von Nenek am 5. November 2009 11:23

Apropos Psychologe: entweder ist das kein Psychologe (der darf nämlich keine Medikamente verschreiben) oder es handelt sich bei den Tabletten nicht um Psychopharmaka. Aber jeder Therapeut, ob psychologisch oder ärztlich ausgebildet, weiß, dass es zu den Tabletten noch eine Therapie geben muss, damit der Patient auch irgendwann mal wieder von den Medis loskommt.


anonym
beantwortet von Engelchen1982 am 5. November 2009 11:14
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Rede mit seinem Arzt bzw. der Krankenkasse das dein Mann eine Therapie braucht... Und das so nicht weitergeht... Drück dir die Daumen das die dir helfen können... :-)


SevenStarMantis
beantwortet von SevenStarMantis am 5. November 2009 11:13
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Vielleicht hat er sie im Gespräch mit dem Doc abgelehnt. Vielleicht aber will sich auch der Arzt es einfach machen. Auch möglich. Führe ein Gespräch mit ihm und sprich es direkt an.

Rede auch mit den Kleinen und sage, dass sie ihn mehr unterstützen sollen. ER braucht es.


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