Frage von TheArmaGuy, 176

"Depression" nach Serien Ende - Kennt ihr das auch?

Ich bin ein riesen Fan von Avatar, Herr der Elemente. Es ist die beste Sendung die ich je gesehen habe. Die Charaktere haben mehr tiefe als mancher realer Mensch und die Abenteuer suchen ihres gleichen. Ich hatte als Kind schon einmal eine "kreative" Phase, in der ich nicht wahr haben wollte, dass meine Helden aus den Sendungen nicht real waren. Mit der Zeit wurde es besser, aber es kommt immer mal wieder hoch. Vor kurzem lief die, eigentlich nicht mal gute, Real Verfilmung und jetzt ist es wieder da. Ich habe Probleme mit dem Einschlafen, frage mich ständig warum alles so ist wie es ist. Ich wünsche mir nach dem aufwachen Teil dieser fiktiven Welt zu sein, aufregende Abenteuer mit diesen tiefgründigen Charakteren zu erleben und endlich raus aus diesem elendigen Alltag zu kommen. In meinem Kopf sind diese Charaktere so real. Realer als so mancher Prinzipienlose, oberflächliche Mensch der nie sagt was er denkt, mit denen man jeden Tag zu tun hat. Ich komme nicht damit klar, dass es zu Ende ist. Ich will, dass es weiter geht und mit dabei sein. Es ist ein ganz eigenartiger Gefühls Cocktail aus Frust und Ohnmacht, zu wissen, dass dieser Wunsch niemals in Erfüllung geht. Aber auch aus Freude und Hoffnung, da man sich erinnert und nicht aufgibt. Es sind aber nur Phasen. Dennoch ist es ein sehr intensiver Wunsch teil dieser fantastischen besseren Welt zu sein.

Ich bin ein sehr philosophischer Mensch mit starken empathischem Empfinden und einer Ader für das Kreative und trotz allem habe ich einen rationalen Blick auf die Realität. So ist es seit dem ich denken kann. Wie bei allen anderen auch, haben sich bei mir über die Jahre Prinzipien entwickelt. Die Welt in der ich gerne leben würde ist nicht real, aber mein Wunsch nach Abenteuer ist es. So hat sich über die Jahre die Idee in meinem Kopf entwickelt, Soldat zu werden. Ich kann meine Sehnsucht nach der Beteiligung an schwerwiegenden Ereignissen beruhigen und meine Prinzipien nach außen Tragen. Damit kann ich zwar meinen Kindheitstraum nicht ersetzen, aber ich kann meine eigene Geschichte schreiben. Ich will mein eigener Held sein. Das ist nur einer meiner Beweggründe. Es gibt auch "reale" Gründe dieses Berufsbild anzustreben.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von stefanIhl, 104

Da gibt es mehrere Herangehensweisen. Entweder du versuchst es mit einem Psychologen, der dir Hilft von deiner Sucht weg zu kommen oder du schreibst deine Eigene Geschichte über deine eigen Welt.

Die Geschichte schickst du dann an einen Verlag und mit ein bisschen Glück machst du dein Hobby zum Beruf und kann so dem "langweiligen" Alltag entkommen

Kommentar von TheArmaGuy ,

Tatsächlich habe ich bereits eine eigene Geschichte in arbeit. Das Hobby Autor zum Beruf machen soll aber eine extrem kniffelige Angelegenheit sein.

Ich weiß nicht ob man das als Sucht bezeichnen kann, da es mich auch Motiviert mein Leben zu verändern. Ich will auch meine Leidenschaft für Fiktion nicht leugnen und mich nicht davon abwenden.

Kommentar von stefanIhl ,

Ich würde dir trotzdem raten zu einem Psychologen zu gehen. Der kann vlt helfen von diesen wünschen weg zu kommen und im realen leben Glücklich zu sein.

Kommentar von TheArmaGuy ,

Kommt auch etwas auf die Umstände an. Ich war jetzt zwei Jahre lang glücklich und hatte Spaß mit meinen Klassenkameraden in der Ausbildung. Dann hab ich den Film gesehen... Es vergeht auch wieder, weil man vergisst, aber im Moment ist es unangenehm.

Kommentar von stefanIhl ,

dann ist das eine Phase und keine Depression. Wie alt bist du?

Kommentar von TheArmaGuy ,

19 - Ich hoffe, dass jetzt keine Diskussion von wegen Kindersendung anfängt ;D

Kommentar von stefanIhl ,

Nein quatsch, wollte nur wissen wie ernst man dich nehme kann, hätte das jetzt ein 13 jähriger geschrieben wäre das nämlich ehr unglaubwürdig.

Kommentar von TheArmaGuy ,

Alles klar. Den Gedanken mit einer eigenen Geschichte schreiben werde ich auf jeden Fall mal fortführen. Mal sehe wie weit ich komme ;D. Danke dafür.

Antwort
von anksmt, 39

Ich weiß genau, wie du dich fühlst. Glaub mir. Anfang 2014 lief auf Nickelodeon ein Avatar Marathon & durch Zufall konnte ich noch die letzten 2 Folgen sehen. Danach war ich wieder voll in der Serie, da ich sie damals als Kind schon gerne geschaut habe. Ich kaufte mir alle 3 Staffeln (bzw. Bücher) und machte ein "Avatar Wochenende" und habe alle 3 Staffeln in 3 Tagen geschaut. Du kannst dir bestimmt vorstellen, wie es mir danach ging. Ich habe mich am Boden zerstört gefühlt. Habe mich darüber aufgeregt, dass das Ende so offen ist, habe mich gefragt, was mit den Charakteren passiert und habe mir gewünscht, ein Teil deren Welt zu sein. So ging es mir ca. 2-3 Wochen, dann erst verschwanden diese Gefühle. 2015 machte ich wieder ein Avatar Wochenende (wurde nun zu einer jährlichen Tradition) und habe mich danach wieder so gefühlt. Ich habe dann auch die Comics angefangen zu lesen und habe Die Legende von Korra geschaut (obwohl ich nicht begeistert von einem neuen Avatar war, habe ich es aus Verzweiflung geschaut und war am Ende der Serie auch ein wenig traurig).
Dieses Jahr habe ich eine Buchserie namens "Samurai" von Chris Bradford angefangen zu lesen und als ich das 8. Buch zu Ende las (damals das letzte), ging es mir wieder mies und ich aß 2 Tage lang kaum was. Die einzige Aufmunterung war, dass vielleicht ein 9. Buch kommt (und das tut es nun auch!!).
Im April fing ich dann an Naruto zu schauen (echt tolle Serie, ist zu empfehlen, nur leider auch irre lang). Naruto hatte den Effekt, dass ich mich sogar mitten in der Serie so gefühlt habe.
Das mit dem Soldat sein kann ich gut nachvollziehen. Ich möchte auch meine eigenen Abenteuer erleben und ein Held sein, zusammen mit Freunden. Allerdings könnte ich nicht mit dem Gedanken klar kommen, dass ich Menschen töten muss.
Ich weiß nicht genau, wie man den/ Beruf/Hobby nennt, aber du hast bestimmt schonmal von gehört, dass wenn zB in Asien ein Erdbeben ist, sich Menschen dorthin begeben und nach Überlebenden etc. suchen. Das fände ich auch super.
Tut mir Leid für den langen Text, aber ich bin gerade sehr erleichtert, jemanden zu finden, der genauso empfindet wie ich. :)

Kommentar von TheArmaGuy ,

Freut mich :D. Tut auch gut sich sowas von der Seele zu reden, stimmts? Es ist schön zu wissen, nicht alleine zu sein. 

Das mit dem Soldat ist mit an meine Prinzipien gebunden. Wer, sei der Grund noch so gut, gegen ein ganzes Land, und somit auch gegen meine Familie und Freunde droht, steht auf meiner Abschussliste. Zusammen mit dem verlangen nach Lebenserfahrung und Kameradschaftlichkeit, fallen mir kaum Alternativen ein. Das ist das Ziel auf das ich hinarbeite.

Ich habe mich auch mit Freunden zu einem Avatar Marathon verabredet und freue mich drauf. Ich hoffe dass es nicht ganz so schlimm ist, wenn man es mit Freunden sieht. 

In unserer Welt gibt es vergleichsweise wenig Möglichkeiten ein Held zu sein, aber sie sind da. Wenn wir es in dieser schaffen, vielleicht dürfen wir im nächsten Leben diese Helden in anderen Welten sein wie wir es uns wünschen. Hey, beweis mir das Gegenteil ;D.

Wir können dafür sorgen, dass sie stolz darauf wären, wenn wir Teil ihrer Welt wären.

Danke für deine Antwort :)

Antwort
von einfachichseinn, 77

Und was genau ist jetzt die Frage?

Das Gefühl traurig zu sein, wenn eine beliebte Serie zu ende geht kenne ich sehr gut.
Nach dem ich den letzten Harry Poster Teil gelesen habe, habe ich sogar geweint, weil ich so traurig war.

Vielleicht hilft es dir, wenn du wirklich selbst eine Geschichte verfasst. Kreiere deine eigenen Charaktere und lasse sie unendlich werden.

Und vielleicht solltest du dir auch mal den Rat eines Psychologen einholen. Ich mag nicht beurteilen, ob das noch im Rahmen des "Normal-seins" gehört oder ob das nicht schon krankhaft ist.

Kommentar von TheArmaGuy ,

Genau das war die Frage ;)

Es beruhigt mich nicht der einzige Mensch zu sein des so denkt.

Es hieß, dass ich ein extremes empathisches Empfinden hätte und bei menschlichen, sympathischen Charakterzügen nicht rational Unterscheiden kann. Also zwischen fiktiv, real oder sogar Tieren. Das abzustellen ist aber kaum möglich und offen gesagt will ich das nicht. Ich kann super mit Menschen, das Problem ist, fiktive mit eingeschlossen :/... Ist dann wohl eine Krankhafte Empathie? Aber lieber so als anders herum.

Kommentar von einfachichseinn ,

Die Frage ist halt, wie sehr dich so etwas belastet bzw wie sehr es doch einschränkt. Ich sag mal eine Angst kann jeder gerne haben. Das ist vollkommen normal, aber wenn jemand aus Angst etwas vernachlässigt, wird es krank. Wenn jemand traurig und Motivationslos ist, ist das auch normal, wenn es aber soweit führt, dass die Arbeit, die Freunde, die eigene Hygiene, etc vernachlässigt wird, sollte der Mensch sich Hilfe holen. Das selbe gilt für dich. Wenn du nur noch in dieser fiktiven Welt lebst und die reale Welt so sehr vernachlässigst, dass du isoliert bist, einen Leistungsabfall erlebst, etc, dann ist das ein Grund zur Sorge.

Kommentar von TheArmaGuy ,

Gut so schlimm ist es nicht. Zb. überlege ich manchmal "was wäre wenn", bin traurig weils nicht wahr wird, und spiele dann zur Ablenkung online Spiele mit Freunden oder beschäftige mich Produktiv/Kreativ und versuche mir die Zeit zum nachdenken zu nehmen.

Antwort
von Illiriyana107, 75

Ich weiß wie du dich fühlst, ständig dieser Gedanke wie es wär wenn es bloß real wär. Ich kann dir nur sagen fange an andere Serien zu schauen, jetzt nur als Beispiel ; Supernatural (mag ich persönlich sehr gerne) oder die Legende von Cora (hat auch mit dem Avatar zu tun bloß sie ist ein Mädchen) :D

Kommentar von TheArmaGuy ,

Korra hab ich auch gesehen und die gleiche Erfahrung gemacht. Scheinbar habe ich mich auf speziell auf dieses fiktive Universum eingeschossen. Ich bin dabei extrem wählerisch und denke da in dieser "Ach, war die Sendung super, da kommt eh nichts ran" Denkweise.

Antwort
von FelinasDemons, 68

Ich beantworte jetzt einfach mal die Hauptfrage.
Das kenne ich auch,nur war das während einer Serie,okay es ging auch u.a um das Thema Depression beinhaltet hat.
Aber noch nie bei einer Animation,vor allem nicht bei Avatar. Bei der Schlussszene habe ich eher Glücksgefühle^^

Kommentar von TheArmaGuy ,

Bei Spielfilm Serien hatte ich so etwas noch nie, da es reale Menschen sind die oft Parallelen mit den Charaktereigenschaften ihres Seriencharakters haben. Man könnte also sagen sie sind echt. Bei der Animation sind sie es nicht und das stört mich. Die Glücksgefühle sind da, werden aber vom Verlust der Serie und der lieb gewonnenen Charaktere überdeckt. 

Antwort
von lost2000, 30

Ich bin auch immer traurig, wenn ich eine serie zu ende gesehen habe, das ende kann noch so gut gemacht sein und noch so fröhlich sein, ich finde das irgendwie immer traurig.

Kommentar von TheArmaGuy ,

Wie lange nach dem Ende fühlst du so? Bei mir kann das 1-2 Wochen anhalten bevor ich die Serie wieder vergessen kann. Allerdings nur bei dieser einen. Bei anderen entsteht es garnicht erst.

Kommentar von lost2000 ,

nen tag höchstens (außer bei lost, da hat das ein paar wochen gedauert :D),  hab dann auch manchmal das verlangen, die serie gleich nochmal von vorne zu gucken :D

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