Frage von Mittelfichte86C, 42

Depression durch mobbing am Arbeitsplatz verschlimmert. Krankschreibung?

Hallo Leute.

Mal als Info bevor ich mein Problem schildere. Ich lebe ca. seit einem Jahr mit einer Agoraphobie in Verbindung mit Panik und Angststörung. Dazu eine mittelschwere Depression. Medikamente habe ich bis jetzt nicht gebraucht (was sich aber spätestens Heute geändert hat)

Ich arbeite seit 1 1/2 Jahren in meinem Betrieb in dem ich mich immer sehr wohl gefühlt habe. Ich habe gute Beziehungen mit Arbeitskollegen aufbauen können, nach dem ich mal aus meinem Schneckenhaus raus gekommen bin. Nach ca. Einem 3/4 Jahr habe ich dann die Diagnosen bekommen und stehe unter Psychologischer Betreuung. Nun ist seit Ende letzten Jahres ein neuer Arbeiter in meiner Abteilung bei dem mich schon andere gewarnt haben das dieser mir meinem Arbeitsplatz streitig machen könnte. Nun gab es einen Schleichenden Prozess das mich Arbeitskollegen plötzlich gemieden haben und ich durch Stress die ein oder andere Panikatacke bekommen habe. Aber so wie meine Symptome besser gewurden sind hat sich der Prozess des Mobbings immer weiter verschlimmert. Bis vor geraumer Zeit habe ich es immer geleugnet und mir eingeredet "das liegt an der Auftragslage das alle jeden ganu auf die Finger gucken". Die Isolation habe ich mir schön geredet das ich niemanden mit meiner Depresiven stimmung belasten möchte. Doch es wurde schlimmer. Ich habe nur noch dumme Antworten von Kollegen bekommen und nur "niedere" Arbeiten bekommen da mir durch Unsicherheit auch einige Fehler passiert sind. Jetzt sieht es mittlerweile so aus das mir Fehler und niedrige Arbeitsleistung zugesprochen wird die ich garnicht begangen habe. Zu Kaffeepausen werde ich gemieden und ausgeladen, es werden Gerüchte in die Welt gesetzt das ich "nur so tue Psychisch Krank zu sein" um regelmäßig Kranktage abstauben zu können (muss aber zusagen das ich unter diesen Umständen wirklich oft krank war) oder ich schlecht über andere Kollegen rede. Das Gespräch mit den betreffenden Leuten (die ausserdem selbst auf der Abschussliste stehen) hat wenig bis nichts gebracht, im gegenteil. So wie ich gebrochen war hat sich die Sache verschlimmert. Unabhängig von mir hat sich mein Vorgesetzter mit manchen unterhalten und zur Rede gestellt da er das mitbekommen hatte und als einziger von meiner Krankheit bis dato wusste. Ich habe dann aus Angst und scham jede anzeichen des mobbings geleugnet. Nun hatte dieses Wochenende auch noch mein einziger "Freund" auf Arbeit mir den Rücken gekehrt und mich persönlich angegriffen und das komplett ohne Grund. Angeblich war es meine "radikale Linke Einstellung" die nicht in sein leicht rechtes Weltbild gepasst hatte (obwohl wir uns sonst so extrem gut verstanden hatten seit dem 1. Tag und trotz Meinungsverschiedenheiten respektiert hatten) Nun bin ich wieder in alte Verhaltensmusster gefallen und hatte auch seit langem wieder Suizidgedanken. Daraufhin erlitt ich einen Nervenzusammenbruch.

Kann ich mich ohne rechtliche konsequenzen Krank schreiben lassen? Kündigung wäre mir egal.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Sacrilon, 29

Hallo Mittelfichte,

das beste ist du gehst als erstes zu deinen Arzt. Schildere ihm was dich besorgt, wie du dich fühlst und das die geistig fertig bist. 

Dieser wird dich, wenn er die Diagnose Burnout-Syndrom für berechtigt hält zu einem Psychiater schicken. Dort kannst du in Ruhe über alles sprechen und deinen Kummer mit Jemanden teilen.

Das wichtige ist das du so früh wie möglich anfängst Tagebuch zu schreiben. Dort solltest du eintragen wie es auf der Arbeit war, was passiert ist, wie die anderen sich verhalten, wie du dich fühlst und bei Mobbingvorfällen: wer alles anwesend war.

Vielleicht erscheint dir das kindisch doch das wird bei deiner Therapie helfen und falls es zu einem Rechtsstreit kommt ( Betrieb kündigt dich wegen Burnout fristlos) hast du etwas in der Hand.

Meine Kollegin hatte das durchgemacht, wenn du noch etwas wissen möchtest kannst du mir gern eine PN schicken.

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen. 

Hier noch ein paar Links die, dir helfen könnten:

http://www.hilfe-bei-burnout.de

http://mobbing-und-burnout.sozialnetz.de/ca/e/ick/

Kommentar von Mittelfichte86C ,

Danke für deine Antwort

Tagebuch schreiben ist zu spät....

Ich kann nicht mehr auf Arbeit gehen da ich Panische Angst allein vor dem Gedanken habe mich wieder mit diesen Personen auseinander zu setzten. Vorallem durch meinen erneuten Nervenzusammenbruch heute nach der Nachtschicht.

Wie schon gesagt bin ich schon in Behandlung, nur konnte ich keine Regelmäßigen Termine einhalten durch Schichtwechsel usw.

Als nächstes Problem ist das mein Therapeut die nächsten Wochen im Urlaub ist.

Kommentar von Sacrilon ,

Dein Therapeut kann dir sicher Jemand als Vertretung empfehlen. Du kannst all die Dinge die passiert sind nachtragen, außerdem ist es nie zu spät. Wenn du solch wichtigen Termine hast müssen sie dir frei geben, weil sie deine Gesundheit gefährden. Du kannst dich bei deinem Hausarzt für einen längeren Zeitraum krankschreiben lassen und dich voll und ganz auf deine Genesung konzentrieren. 

Kommentar von Mittelfichte86C ,

Vielen Dank für deine Antwort. Das beruhigt mich schon mal etwas.

Aber auf einen Prozess im schlimmsten Fall möchte ich es nicht unbedingt raus kommen lassen..... 

Ich möchte dann lieber die Reißleine ziehen und mich nach etwas neuen Umsehen. Natürlich sobald ich dazu in der Lage bin....

Kommentar von Sacrilon ,

Gern. 

Der Prozess wäre nur wenn du es willst, bei einer nicht gerechtfertigten Kündigung. die Entscheidung liegt immer bei dir. 

Deine Termine solltest du wahrnehmen, auch wenn dein Arbeitgeber nicht sozial ist in dieser Hinsicht.

Meine Kollegin war manchmal über mehrere Wochen krank geschrieben, während der Therapie ein ganzes Jahr und zum Schluss als es ihr besser ging hat sie sich einen neuen Job gesucht. 

Jetzt ist sie glücklich, du darfst bloß nie den Mut und die Hoffnung verlieren.  

Kommentar von Mittelfichte86C ,

Danke. Da habe ich ein Paar Personen die mich Privat so gut wie es geht auffangen und mir unter die Arme greifen. :)

Das "Gespräch" mit dir hat auf jeden Fall gut getan.

Antwort
von DerKacktus, 22

Hallo,

Ich bin zwar erst 14 Jare alt und gehe in die 9.Klasse, in die Polytechnische Schule, aber ich habe in meinem Leben schon so viel durchgemacht das ich dies gar nicht alles erzählen kann. Ich war im LSF, auf der heilpädagogischen Station in Graz und das hat mich zu der Zeit ziemlich fertig gemacht. Ich weiß nicht mit welchem Satz ich anfangen könnte zu schreiben. Therapeuten und Psychologen sind mir auch nicht neu. Mobbing und persönliche Angriffe auch nicht.

Es klingt ziemlich viel was du da beschrieben hast. Viel Hintergrund, ich kann dir sagen: Kündige am Besten, ein Neuanfang ist immmer gut, Du solltest vielleicht mal ein paar Wochen Zuhause verbringen oder mit Therapeuten darüber sprechen. Ich kann mich sehr gut in dich hineinfühlen ich weiß genau wie sich das anfühlt obwohl ich erst 14 Jahre alt bin. Mein Tipp: Ein paar Wochen Zuhause ausruhen ist das Beste, da hat man genung Zeit über alles nachzudenken und sich von dem ganzen mal zu erholen. Red doch mal mit deinem Chef darüber oder frag irgendwen ob du vielleicht mal zumindest eine Soche Zuhause bleiben kannst.

Kommentiere meine Antwort wenn du weitere Fragen an mich hast.Werde dir spätestens Morgen Nachmittag antworten

Kommentar von Mittelfichte86C ,

Mit den Chefs reden hat wenig Sinn da ich denen schon ein Dorn im Auge bin.

Deswegen muss ich mich krank Schreiben lassen. U.a wegen Urlaubsanspruch usw.... das ist eben nicht so einfach.

Deine Geschichte hört sich auch hart an...

Wie gehst du mit solchen Gefühlen um?

Ich versuche immer Rational zu denken und mich nicht von meinen (negativen) Gefühlen lenken zu lassen. Ablenkung mit positiven Sachen. Z.B das Aufzählen von Dingen die man schon erreicht hat oder erreichen will. Personen die mein Leben positiv beeinflussen. Meine Tiere und der Hund die Zuhause auf mich warten.....

Kommentar von DerKacktus ,

Ich hatte schon Zeiten wo ich komplett am Limit war, z.B jeder kleiner Reiz hat mich völlig zum Ausrasten gebracht, Grund:Schule, im privaten Leben Streit, getrenntes Leben der Eltern, Vater im Gefägnis, Therapeuten und Jugendamt überfordern und überschütten mich mit solchen Dingen:Ich will dir doch nur helfen indem wir dich für 7 Monate von Zuhause wegbringen und dir das Leben schwer machen wollen!Du hast ja ein Trauma das wissen wir, obwohl wir dich nicht einmal gefragt haben. Wir stecken dich einfach irgendwo hin wo du 24h psychisch mit anderen darunter leidenden Kindern betreut wirst.Wir Lehrer in der Schule überfordern dich(in der 7 und 8 Schulstufe) wir Lehrer geben dir die Schuld! Du darfst bei der Schiwoche nicht dabei sein! Du darfst nicht an diesem Ausflug teilnehmen, wir streichen dir alles. Jetzt stecken wir dir auch noch eine zusätzliche Lernbetreuung in die Klasse die dich die ganze Zeit beobachtet und wenn du deinen Nachbern etwas fragen willst sagt: Ab zur Direktorin!!! So hört sich ungefähr meine Lebensgeschichte an, inzwischen hat sich die Situation schon längst beruhigt und nun habe ich nur noch einen Betreuer der mir im Leben bei Problemen hilft und mir bei Tests lernen hilft. Auch Ausflüge mache ich mit ihm, auch andere Kinder nehmen daran Teil)Lebe derzeit Zuhause. Nun zu deiner Frage: Es ist schwer zu beschreiben wie ich mit aolchen Situationen umgehe. Ich suche hauptsächlich Ruhe, dort wo sich keine Menschen aufhalten(in meinem Zimmer oder irgendwo anders) Ich lehne psychische Hilfe dann meistens ab da ich nur meine Ruhe haben will. Dann denke ich darüber nach was passieren wird. Ich denke mir dann das alles Sche**** im Leben ist. Nach einer Stunde beruhigt sich das dann auch wieder. Deine Geschichte ist eine sehr blöde Situation, so etwas Ähnliches habe ich in meinem Leben sicher auch schon einmal erlebt. Bei dir ist es jedoch etwas sehr Wichtiges. Es geht ja praktisch um deinen Lebensunterhalt.Suizidgedanken....das hatte meine Schulkollegin vor ca. einem halben Jahr auch, da sie Nacktbilder herumgeschickt hatte und das dann jeder erzählt hat. Ist auch sehr schlimm. Aber wenn man bedenkt morgen ist Mittwoch, morgen startet der Schrecken bei dir erneut, ist wie ein neuer Schultag an dem etwas hartes bevor steht. Du solltest irgendwo Freunde aufsuchen, ich meine richtige Freunde, einen wirklich besten Freund. Z.b ich habe einen Freund mit dem ich über alles reden kann, mit alles meine ich auch alles. Kein falscher Freund der dich für etwas auslacht, ein Freund der dich bestens versteht.Ohne Freunde kommt man nicht lange gut aus. Freunde stützen einen immer zurecht wenn es einen schlecht geht. Suche irgendwo Freunde auf, bei der Familie zusuchen ist finde ich keine besonders gute Idee da sie sich meistens nicht gut in deine Lage versetzen können, ich finde das die eigene Familie die Welt komplett anders sieht als man selber. Kommentiere bitte wieder meine Antwort wenn es bei dir etwas neues gibt oder wenn du noch weitere Fragen hast da mich dieses Thema gerade sehr interessiert.

Kommentar von Mittelfichte86C ,

Das Thema Familie ist für mich eigentlich auch eher ei  Thema das mich belasteten.

Nur habe ich Schwestern die mich jedes mal auffangen und mir gut zu Reden.

Der Tipp mit dem Vorgesetzten zu reden hat heute unerwartet geklappt :) ich wurde angerufen und auf ein Gespräch eingeladen.... eigentlich habe ich gedacht das Gespräch geht in eine Richtung die mich villeicht in meinem Vorhaben aufzugeben zu bekräftigen. Aber der gegenteil war der Fall. Durch das Gespräch habe ich nun eine komplett andere Sichtweise. Auch hat sich ein Kollege Privat bei mir gemeldet der sich erkundigen wollte wie es mir geht...... war sehr Positiv überrascht :)

Nun hat es sich herauskristallisiert das es wirklich nur 2 Leute sind die versuchen mich aus dem Betrieb "raus zu eckeln". Der rest wäre Privatsache und tut nicht zur Sache.... im Grunde genommen. Die Vorgesetzten beobachten die Sache, bekräftigen mich und werden Notfalls maßnahmen einleiten.... UNABHÄNGIG von dem was ich gesagt habe oder sagen werde.

Dann hat es heute aich irgendwie "klick" gemacht und ich konnte neuen Mut fassen. Warum sollte ich mich von Leuten fertig machen lassem die selber nicht besser sind als ich?

Also werde ich meine Kraft auf meine Genesung konzentrieren. Danach auf meine Arbeitsqualität.

Klingt eigentlich vernünftig oder? Aber es sich selbst einzugestehen ist schwer... aus jeder unangenehmen Situation zu flüchten viel einfacher.... aber der Beste Weg ist oft nicht der einfachste :)

Falls alle meine Müh und Not nichts nützen sollte kann ich ja immer noch einen Schlusstrich ziehen.... also stehen mir fast alle Türen offen... ich bin froh mich überwunden zu haben mich mit meinen Chefs auseinander zu setzen.

Kommentar von DerKacktus ,

Toll freue mich für dich :) Bei mir ist im Moment eigentlich auch alles gut und ich hoffe auch das das jetzt immer so bleiben wird. Schreib hier mal wieder was in ein paar Tagen oder in einer Woche da das sehr interessant wäre zu wissen wie sich das jetzt entwickelt.

Kommentar von Mittelfichte86C ,

Du kannst mir ja gern per pn schreiben da kann ich dann ausführlicher erklären

Kommentar von DerKacktus ,

ok :)

Antwort
von Mittelfichte86C, 17

Ergänzende:

Die Suizidgedanken kommen nur Impulsartig oder wenn ich keine klaren Gedanken mehr Fassen kann.

Ich weiß damit umzugehen und wie ich diese Abwenden kann. 

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