Frage von aloneisallweare, 95

Depression- kein verständnis?

Ich bin gerade ein wenig am nachdenken und frage mich, wieso haben viele kein verständnis für depressive? Warum wird diese Krankheit so runter gespielt? Warum behaupten "gesunde" man wäre selbst schuld an dieser Situation, man wäre faul, hätte keine Ziele im leben und redet sich alles ein? Also die konkrete Frage ist : warum werden depressive von ihren Mitmenschen "ausgegrenzt"? (Zumal das nicht förderlich für die Genesung ist) Vielen Dank schon mal für eure Antworten!

Antwort
von FantaFanta76, 51

Das jemand Depressionen hat, regt eigentlich nicht so viele auf. Aber mich zB macht es völlig kirre, das die Leute nichts dagegen tun. Wisst ihr, wenn jemand einen Arm gebrochen hat, geht der zum Arzt und lässt ihn in Ordnung bringen. Aber Depressive machen oft nichts und wollen ständig bedauert werden, was sehr stressig ist für alle Beteiligten. Ich habe auch zwei Freundinnen (die kennen sich nicht) die irgendwann Depressionen bekommen haben und die machen nichts von dem was hilft ( Sport, Tagesstrucktur, Therapie). Das ärgert mich und irgendwann hat man keine Lust mehr, für die da zu sein. Aber wenn ich jetzt ne Freundin hätte, die sich die Hand gebrochen hätte und die dann nichts dagegen tut ( Physiotherapie, Schmerztabletten, Arzt) würde mich genauso aufregen. Es ist nicht die Krankheit an sich. Wenn ich jemanden kennen würde der Depressiv ist aber alles dafür tut damit es ihm besser geht, dann würde ich es nicht entwerten!

Antwort
von inaaaaa93, 33

Naja am einfachsten lässt sich sagen, Menschen die etwas nicht verstehen weil sie einfach die Kapazität nicht habe das zu begreifen oder sich zumindest das vorzustellen, reagiern meist mit so was gibts nicht einbildung etc etc..

Auch wenn Depressive Menschen genauso wie Körperlich Kranke nichts für ihre Situation können, ist und bleibt wohl Psychisches einfach für die Meisten unreal. 

meist ist es auch fehlendes Interesse an Sachen die man nicht begreift. da spielen n paar faktoren mit rein. Eventuell sogar noch die Vorstellung die die meisten von Psychisch kranken haben...

Wenn man auf solche "intoleranten" Menschen trifft, sollte man sie einfach aus seinem leben schneiden, klingt hart aber letztlich hat es keinen Sinn sich mit solchen Menschen zu beschäftigen, es hilft weder dir (sogar im gegenteil es macht alles noch viel schlimmer) noch Ihm oder Ihr. 

Ich finde auch das Psychisch erkrankte sich nicht für ihre Situation entschuldigen müssen. Erklären ja wenn interesse besteht, aber entschuldigen oder sich schlecht fühlen oder sich selbst die schuld dafür geben sollte sich niemand der krank ist.. (ich schweife ab)

Antwort
von Brimaza, 51

Also ich denke, es liegt daran, dass eine Depression niemals rational erklärbar ist. Das macht es für alle so schwer nachvollziehbar, wieso jemand jetzt “schlecht gelaunt“ ist. In meinem Bekanntenkreis gibt es mehrere, die unter schweren Depressionen leiden, auch für mich ist dann eine Erklärung dafür schwer nachzuvollziehen. Ich denke nur, auch wenn die Gründe nicht erkennbar sind, die Situation an sich ist mehr als real für die Betroffenen und man muss einfach auch mal Verständnis zeigen, obwohl man es nicht versteht.(kann es nicht besser ausdrücken, sorry) Ist wie eine körperliche Krankheit, deren Symptome sich deutlich zeigen, die Krankheit selbst wurde aber noch nicht entdeckt. Zuhören ohne Vorwürfe hilft den meisten, damit der ganze Ballast nicht nur auf den eigenen Schultern lastet. Und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, keine Scheu vor Unverständnis! Notfalls zu verschiedenen Leuten gehen, denn entgegen der landläufigen Meinung gibt es sehr wohl unterschiedliche Ansätze bei Psychologen, Psychiatern und Psychotherapeuten!

Antwort
von Eatofid, 53

Es gibt wohl viele Faktoren, welche dafür ausschlaggebend sind, ob man für eine Depression anfällig ist.

Wenn man total einsam auf der Welt ist und eigentlich keinen Grund hat, für jemand anderen zu leben, lebt man somit nur für sich alleine. Viele Menschen kommen damit wohl nicht gut zurecht, wohl oft die Feinfühligen und Sensiblen.

Wenn man beispielsweise an einer Krankheit leidet, ist man wohl anfälliger, eine Depression zu erleiden.

Also mir könnte das nur schwer passieren. Ich betreibe aktiv Sport und halte mich somit fit. Klar ist das nicht immer einfach, aber das Leben ist eben hart und da muß man halt durch. Dafür fühle ich mich dann voller Energie, einfach fitter. Sport gibt einem soviel zurück und in meinen Augen ist das auch die Antwort.

Ich kenne selbst viele die ein "Burnout" hatten. Die hatten das aber allesamt, damit sie ihren Krankenstand ewig lange ausnutzen konnten. Also menschlich eher charakterlos, wenn man ehrlich ist. 

Ich kann nur empfehlen, betreibe Sport. Jeden zweiten Tag gemütlich eine halbe Stunde laufen oder eine halbe Stunde am Heimtrainer radeln. Nach 3-4 Monaten bist ein anderer Mensch. Is so. :-)

Aber klar gibts auch Schicksalsschläge, welche einen total zurück werfen können. Sowas is dann öde. Wir sind eben im Grunde genommen nur Parasiten auf der Erde, nicht mehr. Jedes Tier ist mehr Wert, als wir Menschen. Genau so ist das. :-)

Ich denke übrigens, dass es viele Menschen gibt, welche sich in andere hinein versetzen können, sprich emphatisch veranlagt sind, the 6th sense, oder so, bla. Dennoch leben wir in einer Leistungsgesellschaft. So is das halt leider. :/

Kommentar von aloneisallweare ,

In der Tat hat mir meine Therapeutin geraten sport zu treiben, den Körper wieder richtig zu spüren und ein Gefühl für sich selbst zu bekommen. :-D

Kommentar von Eatofid ,

Siehst! :-) Ich war zwar nie bei einer Therapeutin und hatte nie Depressionen, dennoch war ich jahrelang starker Raucher und kenne das eben, wenn man total energielos das ganze Wochenende über auf der Couch liegt, weil man zu geschlaucht für alles ist.

Wir leben eben in einer Gesellschaft, in welcher wir uns von selbst aus krank machen und krank machen lassen.

Okay, geraucht wurde auch schon früher, sogar viel stärkeres Zeug.

Somit sind sehr viele Menschen krank. Die meisten wissen das ja nicht einmal. Viele vegetieren dann nur herum, verleben ihr Leben total sinnlos, wenn man ehrlich ist.
Tja, diejenigen die sich unterbewusst doch mehr erwartet hätten, fallen dann in Depressionen. Das war jetzt nur als Beispiel gedacht. :-)

Kommentar von aloneisallweare ,

Versteh das gut, wie sowas anfängt weiss man am Ende schon gar nicht mehr. :-)

Antwort
von labertasche01, 50

Weil "gesunde" nicht verstehen wie das ist.
Wenn du keine Hoffnung hast und aus dem Tief nicht rauskommst.
Sie denken ich schaff das doch auch, er soll sich nicht so anstellen .
Zähne zusammen und durch.
Das aber gerade das depressive zu lange gemacht haben und deswegen krank sind sieht keiner. Aber so ist es halt , damit müssen wir leben.  

Antwort
von Hsnblt, 63

Die meisten denken ab zum Psychologen und damit ist das Thema gegessen. Kenne ich zu gut, meine Mutter und Lehrer behaupten das gleiche von mir, dabei bin ich seit einem Jahr in Therapie und mein Zustand hat sich nicht gebessert, man kann sich als gesunder nicht hineinversetzen, da es einem selber noch nie so ergangen ist. Ich denke sowas kann man ihnen nicht übel nehmen, als es mir damals besser ging könnte sich depressive Menschen auch nicht verstehen. Dazu fehlt bestimmt auch die Aufklärung, da das Thema nach meinem Gefühl kaum angesprochen oder meistens sogar gemieden wird.

Kommentar von aloneisallweare ,

Ich habe auch das Gefühl, dass es gemieden wird darüber zu sprechen.

Kommentar von Hsnblt ,

Deshalb fällt es auch vielen Menschen schwer sich Hilfe zu suchen, ich merke auch in der Schule, dass sich einige Leute darüber lustig machen, weil sie einfach nicht verstehen was in einem vorgeht bzw. wie man sich fühlt... 

Kommentar von aloneisallweare ,

Ja z.b wie in meinem Fall, man keine Kraft für den Tag aufbringt, schon total verunsichert in die schule geht und dann noch Sprüche bekommt a la "ach, auch mal da?" ist sogar ziemlich verletztend, gerade dann, wenn man irre mit sich gerungen hat um überhaupt aus dem Haus zu gehen..

Kommentar von Hsnblt ,

Meistens sind es auch noch Lehrer die es auf einen abgesehen haben und gleich mit einen miesen Spruch reißen. Bei mir ist es mittlerweile so, dass ich mich kaum noch in die Schule traue aus Angst vor Sprüchen und die fehlende Kraft... Ich wünsche dir alles gute! 

Kommentar von aloneisallweare ,

bei mir auch, aber ich bin im letzten Jahr, wäre schlecht jetzt aufzugeben. schön dass es auch andere gibt denen es wie mir geht! finde es toll mal darüber zu "sprechen". Dankeschön, ich wünsche dir auch viel Erfolg! :-)

Kommentar von Hsnblt ,

Vielen Dank! Wenn du möchtest kannst du mich auch gerne anschreiben :) 

Kommentar von loveankabenni ,

Mir gehts genauso... Keiner hat verständniss für einen und reißen auch noch blöde sprüche. Keiner weiß wie ist mit Depressionen zu leben oder was sie überhaupt auslösen...

Ich hoffe für euch beide dass es euch bald besser geht, denn bei mir habe ich schon aufgegeben (haben schon seit 10 Jahren depressionen und bin 15).

Kommentar von aloneisallweare ,

Oh das tue ich gerne. Danke, das wünsche ich dir auch :)

Antwort
von Indivia, 25

versuche doch einmal einem blinden die Farben zu erklären.......

Naja ich denke vieles liegt daran,das viele Leute Depression tatsäschlich alks Ausrede benutzen bzw dasWort Depression mißbrauchen, es gibt leute die glauben sie haben eine Deporession, nur weil es ihnen 2 Tage mal schlecht geht.

Antwort
von viomio82, 52

Die meisten Mitmenschen können sich nur in körperliche Beschwerden reinversetzen. Alles was aber mit der Psyche zu tun hat schreckt ab, weil es kaum begreifbar ist.......Ich muss sagen sehe Patienten mit schweren Depressionen und muss feststellen das sie mehr leiden wie jemand mit einem gebrochenem Arm zum Beispiel...Es ist einfach eine schreckliche Erkrankung

Kommentar von xRobsnx ,

Darf man denn fragen als was Sie arbeiten?

Kommentar von viomio82 ,

Krankenschwester/ Wundmanagerin. 2 Jahre in einer Psychiatrie gearbeitet, geschlossene Abteilung.

Antwort
von Johannisbeergel, 44

Das "Problem" ist, dass Depressive natürlich Menschen brauchen, die Ihnen Rückhalt und Verständnis aufbringen, während gesunde Menschen ein Bestreben haben, sich nicht von anderen runterziehen zu lassen. 

So geht es mir eben auch. Ich bin ein in Mark und Kern positiver Mensch, alle meine Gedanken sind optimistisch und ich reagiere allergisch darauf, wenn mir jemand meine Zeit damit stehlen will, sich über Nonsense Gedanken zu machen. Damit sage ich auf keinen Fall, dass diese Probleme und Stimmungen für den Betroffenen nicht schlimm und gravieren sind, natürlich ist es das mit so einem krankhaften Zustand. Aber zwischen wochen- und monatelangen Depriphasen liegen halt noch Welten zu dem, was man mal kurz aus Freundschaft erträgt zB bei Liebeskummer oder so

Antwort
von Powergirl2222, 48

Ach! Ich dachte nur Mama wäre so! Ja, diese Frage stelle ich mir auch. Ich kenne das nur zu gut. Auch wenn ich nicht sicher weiß, ob ich depressiv bin und ernsthaft Depressionen habe, auch wenn alle Anzeichen und Symptome auf mich zutreffen.

Kommentar von aloneisallweare ,

Lass es abklären! ich hab Jahre gewartet bis ich mal zum Arzt gegangen bin, das wird ja nicht besser wenn man nichts tut, bei mir wurde es nur schlimmer. Meine Eltern haben auch kein verständnis, bin ja nur faul etc.

Antwort
von Virginia47, 13

Weil Gesunde sich nicht vorstellen können, was Depressionen sind - und wie sehr man darunter leidet. 

Ich habe mal versucht, es einem Freund zu erklären. Ich weiß nicht, ob er es verstanden hat. 

Antwort
von Goodnight, 52

Weil Depression sehr schwer zu verstehen ist.

Wenn man eine Depression hat kann man nicht wollen. Das kann man unbeteiligten kaum erklären, gerade wenn man den Kranken vorher nicht gekannt hat.

Antwort
von glaubeesnicht, 57

Depression ist in der Tat eine schwere Erkrankung, die behandelt werden muß!

Leider benutzen heutzutage viele dieses Wort in völlig falschem Zusammenhang!

Beispiele:

Sie sind schlecht gelaunt - depressiv

Das Wetter ist schlecht - depressiv

Diese Liste könnte man unendlich fortsetzen!

Dadurch wird diese wirklich schwere Erkrankung einfach runter gespielt!


Antwort
von Sonnenstern811, 51

Weil sich viele Menschen nur schwer bis gar nicht in andere hinein versetzen könnnen.

Früher sprach man übrigens von Überarbeitung, heute heißt es burnout. Ist aber wieder ein anderes Problem.

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