Frage von yuppieyuppie, 106

Hat Depression etwas mit Faulheit zu tun?

Ich habe mich nach langem Durchringen dazu entschieden meiner Mutter von meiner Depression zu erzählen. Ich habe es sehr lange verschwiegen, weil ich dachte sie hätte kein Verständnis und ich hatte Recht. Es hieß es fehle mir nichts, ich müsse nur mehr essen. Gefälligst nicht so faul sein und einfach positiver denken. Wenn ich mich zusammenreißen würde ginge es mir gut. Dass es im Studium gerade nicht so läuft sei meine Schuld und kein Wunder, wenn ich den ganzen Tag nur schlafe und vor der Glotze hänge. Das es sowas wie Depressionen gibt übersteigt wie erwartet ihren Horizont Die Lust ihr noch irgendwas anzuvertrauen ist mir vergangen, ich hätte einfach die Klappe halten sollen. Jetzt ist es aber zu spät und es ist raus. Wie soll ich ihr das erklären, damit sie es versteht? Die Sprachbarriere kommt leider auch noch dazu..

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Antwort
von Tasha, 42

Wenn Du Student bist, hast Du doch Deine eigene Krankenkarte. Geh zum Psychologen!

Oft gibt es als erste Anlaufstelle in der Uni Psychologen, die Dir vielleicht ersten Anlaufstellen oder Tipps nennen können.

Trotzdem würde ich Dir parallel raten, alles zu tun, damit es Deinem Körper besser geht: Genug Licht bekommen im Winter, genug Sport/ Bewegung bekommen, ausgewogen essen und genug Wasser trinken, genug Schlaf bekommen. Wenn man sich zu sehr hängen lässt, so dass es dem Körper schlechter geht, geht es dem Geist auch oft schnell schlechter. Erstelle Dir eine Liste mit Dingen, die Dir gut tun und versuche, in oder nach depressiven Phasen etwas von dieser Liste zu machen.

Deine Mutter muss Dich nicht zwingend verstehen - suche Dir aber andere Leute, die helfen können. Es gibt auch Psychotherapieforen, in denen man Anregungen bekommen kann.

Ich würde mir für jeden Tag EINE kleine Aufgabe setzen, die dann auch wirklich gemacht werden muss, wenigstens 10 min lang (Küchenuhr reicht fürs erste). So kommst Du aus dem Loch der Inaktivität. Oft bleibt man dran, wenn man 5 oder 10 min lang etwas getan hat.

Antwort
von timareta, 94

Ich denke, da würde ich gar nicht mehr auf Angriff gehen. Wenn es die Krankheit "Depression" in ihrem Weltbild nicht gibt, dann wird es sie auch nicht geben, und jede weitere Diskussion wird dich nur noch mehr herunterziehen. Es ist klar, dass du dir Unterstützung wünschst, aber sowas kannst du von Niemandem erzwingen, nicht von deiner Mutter und auch nicht von irgendwem Anderes. Begebe dich in professionelle Hände, falls du das Gefühl hast, dass es besser ist, und erwarte nicht, dass deine Mutter dir da hilft, denn wenn sie für etwas kein Verständnis hat, dann kann sie da auch gar nicht unterstützen. 

Ich rede aus Erfahrung in einem ähnlichen Fall, und mein Verhältnis mit meiner Mutter hat sich aus einer intensiven Krise erst dann wieder erholt, als ich nicht mehr von ihr erwartet habe, mich zu verstehen und in dem Punkt helfen zu wollen.

Antwort
von Zebbinho, 106

Das ist verzwickt, ich kenne eine Ähnliche Situation mit "Panikattaken" aus meinem privaten Umfeld. Ich könnte mir vorstellen, dass der Therapeut Dir dabei ganz gut helfen kann. Erstens ist es überhaupt sehr wichtig, dass Du ihm davon erzählst, denn das Verhältnis zu Deiner Mutter ist für Deine Psyche ungemein wichtig (das gilt für die Diagnose und die Therapie), zweitens könnte ich mir sogar Vorstellen, dass ihr gemeinsam selbigen aufsucht und seine Autorität und Erfahrung Deine Mutter eher überzeugt.

Antwort
von Schokolinda, 29

du kannst nicht erwarten, dass jemand, der von der erkrankung keine ahnung hat, richtig reagiert, wenn psychische erkrankung noch weitgehend ein tabu ist. burn-out hat man richtig gerne, denn depressionen "darf" man kriegen, wenn man sich abgerackert hat. aber da du doch angeblich alles hast, ist dein problem ein vorwurf für deine mutter- so quasi die forderung nach mehr, wo sie doch schon so viel gegeben hat; oder die idee, sie könnte etwas falsch gemacht und an dir versäumt haben. das ist es wohl, was sie herausgehört hat, auch wenn du das nicht gesagt/ gemeint hattest.

wie jemand geraten hatte: schnapp dir deine krankenkarte. erste anlaufstelle hausarzt, der soll dich überweisen.

ich denke, die vorwürfe deiner mutter stellen schon dein tatsächliches verhalten dar, also dass du tatsächlich viel schläfst und vor der glotze hängst- und natürlich hat das auswirkungen darauf, wie das studium läuft.

daher ist es nötig, dass sofort gehandelt wird- warte nicht ein halbes jahr auf einen ambulanten therapieplatz; lasse dich krankschreiben, geh in die klinik. dein antrieb muss verbessert werden und außerdem musst du mit krankschreibung dafür sorgen, dass du im studium keine leistungen erbringen musst.

wenn du ihr was erklären willst, dann leg ihr einfach patientenratgeber depression hin. man kann diese im internet herunterladen, manchmal auch bestellen. das sind heftchen mit wenigen seiten, wo die wesentliche info einfach erklärt wird.

und dann lass ihr zeit, sich mit dem thema zu beschäftigen.

formuliere für dich auch mal dein anliegen an deine mutter- was hattest du dir erhofft, was sollte durch die eröffnung geschehen? wenn man weiß, was man will, kann man das leichter besprechen.

Antwort
von Ostsee1982, 25

Wenn es schon "wie erwartet" ihren Horizont übersteigt dann musst du dir ja nicht noch die verbale Ohrfeige abholen. Im nächsten Satz geht es weiter, dass du keine Lust mehr hast ihr etwas anzuvertrauen und im gleiche Zuge die Frage wie du es ihr erklären sollst, dass sie es versteht. Das ist völlig widersprüchlich. Du musst ihr nichts erklären. Wenn ihr in der Hinsicht das Feingefühl fehlt und sie nicht verstehen will dann wird sich daran auch nichts ändern. Das sind verschleuderte Energien die du besser in die Therapeutensuche investieren solltest.

Antwort
von SebiMasterN7, 85

Einige Depressionen kann man mit positiven Denken vermindern. Wenn deine Mutter es nicht verstehen will ist jegliche Erklärung nutzlos, geh einfach zu einen Therapeuten oder zu einer Selbsthilfegruppe wenn es schlimmer wird und du denkst du schaffst es nicht mehr allein. 

Antwort
von BlacksGood, 85

Das zu erklären ist schwer. Anscheind ist deine Mutter bei diesen Sachen erstmal recht verschlossen, weil heutzutage jeder Depressionen als Ausredfe nutzen kann.

Bitte sie um ein ernstes Gespräch OHNE Wertungen des gesagtem.

Wenn das nicht hilft, such dir einen Therapeuten und nimm deine Mutter mit. Dann versteht sie es. IM Internet findest du welche und die krankenkassenärtliche Vereinigung hilft dir dort auch.

Antwort
von stonitsch, 15

Hi yuppieyuppie,wurde von einer Fachperson die Diagnose "Depression" bereits gestellt,oder ist diese Annahme eben eine Annahme.Laien können gar kein Verständnis für eine Depression haben,wird oft als Faulheit gesehen.Das einzige,was sie als "Trost"meinen ist der Appell "Weiss dich zusammen".Nichgt hilfreich,sondern ein Schulspruch,was völlig falsch ist.Ein Depressiver kann nicht,er(sie(ist krank so wie jeder andere auch.Der Besuch eines am besten Facharztes für Psychiatrie wäre wichtig.B ei Terminproblemen kann auch ein Allgemeinmediziner aufgesucht werden.LG Sto

Kommentar von yuppieyuppie ,

Mein Hausarzt hat die Diagnose gestellt und ich merke es selbst auch schon seit Jahren. Kann mir der Hausarzt stattdessen ein Antidepressivum verschreiben?

Antwort
von LucaNixda, 68

Geht mir genauso, seitdem rede ich mir immer ein wie sie es auch zu mir sagt dass ich keinen Grund habe so zu sein und dann denke ich immer andere haben viel größere Probleme als ich und erzähle niemandem davon aber das macht das ganze nur schlimmer

Tut mir leid dass ich keine passende Antwort auf deine Frage habe

LG 

Antwort
von Truffaldino, 36

Diese Gleichung ist falsch, aber manche möchten ihre Faulheit mit einer Depression liegitimieren.

Antwort
von blumenkanne, 11

woher weißt du von deiner depression? hast du die diagnose von einem facharzt? oder hast du dir diese selber diagnostiziert? such dir hilfe wenn du denkst das du diese brauchst. dann wird es dir auch wieder besser gehen.

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