Denkt ihr, Kinder zu bekommen bringt nur Nachteile im Leben?

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9 Antworten

Hallo meine Liebe, jetzt bin ich wieder online und kann weiter schreiben. The weather is high, da waren meine liebe Frau und ich ein wenig gemeinsam draußen (you got women, you got women on your mind.) 

Bei den Deutschen wollen meistens die Frauen Kinder haben nicht die Männer. Es kann sein, dass es bei den Türken eher anders ist. Aber jetzt lass Dir bloß nicht schon mit 18 ein Kind aufschwatzen, nur weil er dann schon 30 ist. Dafür gibt es gar (!) keine Argumente, und ich will jetzt auch keine an den Haaren herbeizerren, nur weil Du danach gefragt hast. Lass Dir ein Kind machen oder auch zwei, wenn Du (!) dazu das Bedürfnis dazu hast, und sonst gar nicht. Im übrigen können Männer auch mit 48 noch Kinder zeugen, für mich jedenfalls war das kein Problem.

"Das Leben währet 70 Jahre, wenn es hochkommt, dann sind es achtzig, und wenn es köstlich war, dann war es Mühe und Plage." sagt die Bibel. Kinder großzuziehen ist Mühe und Plage, und es ist köstlich. Aber jedes Ding unter der Sonne hat seine Zeit.

Wenn Frauen um die dreißig Jahre alt sind und noch kein Kind geboren haben, dann  haben sie oft ein sehr großes Bedürfnis danach. So ging es meiner ersten Frau und auch meiner zweiten, darum habe ich jetzt vier Kinder, und das ist gut so.

Vielleicht erinnerst Du Dich an die sehr große Schauspielerin, von der ich Dir einmal geschrieben habe. Sie hatte mit 30 schon richtig Karriere gemacht. Sie hatte schon in etwa einem Dutzend Spielfilmen die Hauptrolle gespielt, den Grimmepreis erhalten und den Silbernen Bären. Niemand könnte behaupten, ihr Leben sei bis dahin sinnleer gewesen. Ihr Lebenssinn war und ist die Schauspielerei.

Auch sie hatte mit etwa 30 ein großes Bedürfnis, ein Kind zu gebären. Neulich hat sie mir geschrieben, dass sie sehr (!) glücklich ist, diese Tochter zu haben, und daher die letzten zwei Jahre, bevor die aus dem Haus geht, unbedingt mit ihr zusammensein möchte. Ich fürchte, es ist ihr nicht ganz gelungen, denn gerade jetzt dreht sie einen neuen Film als Regisseurin und ist schon wieder zwischen Hamburg und Babelsberg (Potsdam) auf Achse.

Die Tochter heißt Felice, die Glückliche. Leider empfindet keineswegs jede Mutter das reine Mutterglück über ihr kleines Kind; das ist offenbar sehr unterschiedlich. Kinder aufzuziehen ist Mühe und Plage, Kinder aufgezogen zu haben ist ein großes Glück, Kinder zu verlieren eine Tragödie.  Warum ist das so ?

Eltern empfinden ihre Kinder als einen Teil von sich selbst, und das sind sie ja auch. Es ist derjenige Teil, der (hoffentlich) weiterleben wird, wenn sie selbst sterben. Ich glaube weder an Himmel und Hölle, noch an Wiedergeburt oder Auferstehung. Wenn ich in irgendeiner Form weiterlebe, dann in meinen Kindern, und ein kleines bisschen auch in meinen Schülerinnen und Schülern.

Zum Schluss noch zwei praktische Aspekte. Der eine spricht für das Zeugen und Gebären der andere dagegen.Dieser zuerst:

Frauen, die dabei sind, Karriere zu machen, müssen zumindest eine Karrierepause in Kauf nehmen, wenn sie ein Kind zur Welt.bringen. Das ging auch jener Schauspielerin so. Ihr ist es gelungen, ihre Karriere später fortzusetzen. Vielen aber gelingt das nicht. Für sie ist das Kind zugleich das Ende der Karriereleiter.

Nun der andere: Viele Menschen werden im Alter gebrechlich oder dement. Wenn sie Glück haben, werden sie im Alter von ihren Kindern gepflegt. Meist sind es die Töchter. Im Alter ist es ein großes Glück, Töchter zu haben, und ein großes Unglück, keine Töchter zu haben.

Noch einen kleines Wort zu Dir selbst, meine Liebe. Du bist gerade 16 und eben kein (!) Kind mehr. darum darfst Du jetzt (aber nicht für immer) Kinder hassen. Die Kindheit ist ja gerade das Lebensalter, von dem Du Dich verabschieden darfst und musst. Wasche ihren Staub von Deinen Füßen, wie das die Apostel mit den Städten gemacht haben, die sie schlecht aufgenommen haben. Sei herzlich willkommen im Club der Erwachsene. Wellcome to the club !

Es grüßt Dich ganz herzlich Dein Ottavio.  

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Na du gehst aber hart mit deinesgleichen ins Gericht. Auch du bist noch in der Pubertät.

Na wie auch immer. Das was du wahrnimmst ist subjektiv. Du nimmst das wahr was du besonders wahrnehmen willst (unbewusst), das was du erwartest und was dich besonders stört. Doch wie siehts mit positiven Erlebnissen aus?

Ein Kind (oder mehrere Kinder) zu bekommen und groß zu ziehen, ist - wenn man Kinder mag - etwas sehr Schönes. Na sicher, es ist mit Verantwortung, Aufgaben, Stress, Sorgen, Ärger, Arbeit, wenig Schlaf, Einbußen (Gesundheit, Freizeit, Schlaf, Geld) verbunden. Doch andererseits gibt es einem auch viel zurück.

Man wächst daran, erweitert die persönlichen Belastungsgrenzen, erweitert den eigenen Horizont mit der Zeit. Man gibt Liebe und Fürsorge und bekommt dies erwiedert. Es kann wunderschön sein dem eigenen geliebten Kind beim Schlafen zuzuschauen. Es ist ein besonderes Gefühl wenn der Nachwuchs die Ärmchen um einen legt und sagt "Mama soooooooooooooooo lieb hab". Oder wenn vom Grundschulkind rausgehauen wird "Mama, wenn ich mal groß bin und ausgezogen bin. Wenn du alt bist und Hilfe brauchst dann komme ich und helfe dir ... - aber nur wenn ich grade Zeit habe".

Mit 16 hab ich ähnlich gedacht wie du. Auch wenn ich nie Hass oder ähnliches empfunden habe. Im Gegenteil, ich wollte sogar in dem Bereich der Betreuung arbeiten. Allerdings war der Gedanke an eigene Kinder so fern wie nur irgendwas. Das mit dem Wunsch nach Nachwuchs kam erst 10 Jahre später. Und dann dauerte es noch ein paar weitere Jahre.

Noch zur Veränderung des Körpers oder gesundheitliche Einbußen durch die Geburt und das Heranziehen des Nachwuchses: Na und? Narben wie beispielsweise die von einem Kaiserschnitt oder Bindegewebsrisse... das trägt Mutti mit Stolz. So wie ein Krieger die Narben einer Kriegsverletzung mit Stolz trägt. Diese Narben erzählen die persönliche Geschichte einer besonderen Situation. Sie erinnern daran was geschah, an die Sorgen die man sich machte und die Erleichterung als alles gut ging. Sie gehören zu einem einfach dazu.

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Wenn du einen Hass auf Kinder hast, dann ist es für dich sicher nicht gut, welche zu bekommen.

Ich habe auch lange gezögert. Nicht aus Abneigung gegen Kinder, sondern weil ich Skrupel hatte, einem Kind ein Leben in dieser kaputten Welt zuzumuten. Von der Gewalt auf dem Schulhof bis zur ruinierten Umwelt: besonders einladend ist das ja nicht.

Aber dann haben wir es doch gewagt. Und es war gut!

Zunächst mal zum Körperlichen: Nie war meine Frau schöner als in der Schwangerschaft und in der Stillzeit! Natürlich ist eine Geburt schwer und unglaublich schmerzhaft. Aber das ist schon vergessen, wenn die Hebamme das Kleine auf den Bauch der Mama gelegt hat.

Narben? Welche Narben meinst du?

Ob ein Kind viel schreit und in der Pubertät respektlos ist, liegt ja auch ein Stück weit an der Erziehung, also an den Eltern.

Ich hatte jedenfalls meine Freude am Heranwachsen des Kindes. An unseren gemeinsamen Streifzügen durch die Natur. Am feierlichen Teilen eines Ü-Eis. An tiefen Gesprächen über Gott und die Welt. Am Herumblödeln.

Und heute, wo mein Sprössling flügge ist? Immer noch dieses Staunen über so einen wundervollen Menschen. Die Freude über einen liebevoll handgeschriebenen Brief und über das kurze "Hab dich lieb!" am Ende eines Telefogespräches.

Das alles wird dich nicht von deiner Meinung abbringen. Soll es auch gar nicht. Nur eines: Deine Sichtweise ist eine Sichtweise. Deine Sichtweise, gepägt duch deine persönlichen Erfahrungen. Und als solche vollkommen in Ordnung.

Aber es gibt eben auch andere Erlebenisse, andere Erfahrungen und andere Sichtweisen.

Finde du deinen Weg!  :-)

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Kommentar von borntodie1
27.02.2016, 13:51

Ich sag ja nicht dass ich Überhaupt keine Kinder bekommen möchte! Aber sieh dir doch mal die Menschen an. Menschen sind undankbar, also wieso dann so viel für einen tun und nichts zurück bekommen? Naja wie gesagt ich bin jung und vielleicht liegt das daran. Muttergefühle habe ich bisher noch nie gespürt, vielleicht ist das was schönes. Aber es freut mich natürlich für dich und deine Frau dass ihr so tolle Kinder habt, ich habe einfach Angst davor dass das bei mir nicht der Fall sein wird 😅 

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Meine Liebe, ich freue mich, dass Du Dich auch heute wieder mit einer Frage gemeldet hast, die eine echte Herausforderung für mich ist, denn sie ist ja nicht weniger als die Frage nach dem Sinn des Lebens. Du weißt, ich habe vier Kinder. Das jüngste geht bald aus dem Haus. Auch beruflich habe ich mich der Aufgabe gewidmet, jungen Menschen dabei zu helfen, sich zu allseits gebildeten Persönlichkeiten zu entwickeln. Das ist jetzt vorbei, und ich mache noch ein bisschen weiter - gerade jetzt mit Dir. War mein Leben sinnvoll? Was hat es mir gebracht, was bringt es mir in diesem Moment?

Vorerst einmal weckt es in mir unmittelbare Glücksgefühle. Ich mag Dich, und ich mag meine Kinder. Ich empfinde Glück dabei, Dir zu schreiben oder meinem Sohn bei den Mathehausaufgaben zu helfen. Ich denke, es gibt eine angeborene Disposition im Menschen dafür, seinem Leben gerade diesen Sinn zu geben. Aber Du musst das nicht. Du bist frei, Deinem Leben einen anderen Sinn zu geben. Du bist zur Freiheit verurteilt, denn nur wenn Du Deinem Leben einen Sinn gibst, kannst Du glücklich werden.

Wenn Du Kinder großgezogen hast, dann hast Du etwas Nützliches geleistet, und wenn Du dann mal abtreten muss, weil Freund Hein Dich bittet, ihn zu begleiten, dann weißt Du, dass Dein Leben nicht sinnlos war.

Du musst diesen Weg nicht gehen. Jetzt bist Du sowieso noch viel zu jung dazu. Du kannst schon Kinder gebären, Du solltest es aber noch nicht tun. Und selbst wenn Du etwa in zwei Jahren heiraten solltest, solltest Du trotzdem noch länger damit warten - wenn Du es überhaupt einmal willst. Die größte kulturelle Errungenschaft das 20. Jahrhunderts ist die Empfängnisverhütung.

Du bist ehrgeizig. Die meisten ehrgeizigen jungen Frauen warten mit der Entscheidung für oder gegen ein Kind, bis sie fast dreißig sind. Knapp die meisten entscheiden sich dann dafür. Lehrerin am Gymnasium können sie damit immer noch werden und bleiben, aber eine echte Karriere machen aber wohl kaum mehr. Das geht Männern, die sich gleichberechtigt an der Erziehung beteiligen, nicht anders.

Nun muss ich erst mal abbrechen. 

Ich grüße Dich ganz herzlich, Dein Ottavio

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Versuch mal eine neutrale, gelassene Haltung einzunehmen, und denk in ein paar Jahren nochmal darüber nach.

Was Du sehen musst:
Du warst auch mal Kind.
Hass ist völlig irrational, denn Du kannst nicht die Grundlage unserer Existenz und damit der Menschheit und Deiner eigenen hassen. Und dazu gehört nunmal, daß Kinder zunächst ziemlich "dumm" geboren werden, mehr oder weniger gut von ihren Eltern erzogen werden, und eine Entwicklung durchmachen.
Daß Du nun am (gefühlten) Ende der Entwicklung abschätzig auf diejenigen blickst, die noch nicht so weit sind, ist unfair, überheblich und irrational.
Oder bist Du mit dem Löffel voll Weisheit im Mund auf die Welt gekommen?

Mal ganz abgesehen davon daß ich - einfach mal so aus dem Bauchgefühle heraus - konstatieren würde, daß Du selbst noch nicht am Ende Deiner Entwicklung bist, und manchem Älteren vielleicht auch das ein oder andere Mal auf die Nerven gehst.

Fändest Du da Hass angebracht?

Bleib also cool, sag Dir "ich war auch mal so", nimm's gelassen, und denk nicht weiter darüber nach.

Übrigens: diese Einstellung wird ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch ändern.

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Kommentar von borntodie1
27.02.2016, 13:36

Ich weiß selber dass ich mal so war und so bin deshalb möchte ich ja keine Kinder bzw mag eben keine Kinder 😂 Ich kenne das von mir selber, war selber eine schlimme Tochter meine Mutter musste vieles ertragen und ich persönlich hätte keine Lust auf so ne sxheisse 

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Ein Kind ist für mich die Verschmelzung von 2 sich liebenden (im besten Fall) zu etwas neuem. Ein Ebenbild von beiden (bei Adoption eher weniger 😄). Ein kleines zerbrechliches Bündelchen, dass mit Liebe, Zuwendung und verdammt viel Mühe, langsam zu einem selbstständigen Menschen aufgezogen wird und und mit den von dir/euch weitergebenen Werten in die Welt hinnaus geht und seine Spuren auf der Erde verteilt. Die Liebe, die du ihnen gibst, wird auch wieder zurückkommen, zwar nicht immer sofort sondern manchmal auch erst Jahre später. Aber wer nicht dafür bereit ist, sich die Mühe zu machen, oder einem Kind nicht die Möglichkeiten bieten kann sorglos seine ersten Jahre zu verbringen, der sollte noch ein paar Jahre warten oder es halt ganz lassen.

PS: das Geschrei von Babys ist deren Art dir mitzuteilen, dass sie irgendwas brauchen. Stell dir mal vor du würdest von niemandem verstanden werden und bist hungrig oder brauchst etwas Zuneigung und gibst deine Laute um es irgendwie mitzuteilen und du würdest nur ignoriert oder sogar verletzt dafür werden...

Die Meinung von mir, 16 Jahre

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Kommentar von Ottavio
27.02.2016, 19:50

Du hast völlig recht.

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Werde mal 10 Jahre älter, bringe deine Schule und dein beruf hinter dich, gründe dir eine Existenz mit einem Lebenspartner und denke dann erst darüber nach, ob du Kinder haben willst oder nicht.

Bis dahin kann sich so viel ändern.

Wir hatten im Kindergarten vor ein paar Jahren eine FSJ die total traurig war, weil sie einen Platz im Kindergarten bekommen hat und wollte dieses Jahr einfach nur hinter sich bringen.

Mittlerweile ist sie studierte Sozialpädagogin und leitet einen Kidnergarten :)

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Ich staune. Mehr aber auch nicht.

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Alles im Leben hat 2 Seiten. Egal was man hat, oder nicht hat!

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